Hormonelle Akne: Ursachen und was wirklich hilft

Hormonelle Akne und Pickel: Die Ursachen und was wirklich hilft

Pickel, Mitesser und Rötungen können ein Zeichen für hormonelle Akne sein. Alles über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten findest du hier.

Akne im Gesicht, am Rücken, den Oberarmen oder Schultern ist meist auf die Hormone zurückzuführen. Sind die Hormone nicht im Gleichgewicht, kann sich das schnell im Hautbild äußern. Wir verraten dir hier, wie es zu hormonellen Pickeln und Akne kommt und was dagegen hilft.

Disclaimer: Keiner muss sich für seine Akne, Unreinheiten, Pickel und andere Unebenheiten im Hautbild schämen. Es ist an der Zeit, weg von der Photoshop-Haut zu kommen. Wir verstehen aber auch, dass gerade starke Akne einen großen Leidensdruck mit sich bringen kann. Neben den Rötungen und Unebenheiten auf der Haut kann Akne auch Schmerzen oder Narben verursachen. Willst du Lösungen für deine Akne finden und verstehen, wie sie überhaupt entsteht, dann lies nun weiter.

Definition: Was ist hormonelle Akne?

Bei Akne handelt es sich um eine Hautkrankheit, die sich durch Mitesser, Pickel, Entzündungen, Ausschläge und roten Stellen auf der Haut auszeichnet. Akne kommt vor allem im Gesicht vor, kann aber auch an anderen Körperstellen wie dem Rücken, den Oberarmen, den Schultern oder der Brust vorkommen.

Akne kann verschiedene Ursachen haben. Bei der sogenannten hormonellen Akne sind Schwankungen der Hormone der Grund für die Veränderung des Hautbildes. Bei den meisten Personen sind Hormonschwankungen die Hauptursache für ihre Akne. Vor allem bei Jugendlichen tritt die Akne auf, da die Hormone hier besonders stark schwanken. Doch auch im Erwachsenenalter kann die hormonelle Akne auftreten. Was die Hormone mit Akne zu tun haben und wie sie Einfluss auf den Zustand unserer Haut nehmen können, verraten wir gleich.

Symptome: Wie erkennt man hormonelle Akne und Pickel?

Akne tritt meist an den Körperstellen auf, an denen sich viele Talgdrüsen befinden. Das ist vor allem im Gesicht (besonders in der T-Zone), aber auch auf den Oberarmen, den Schultern, dem Rücken und der Brust der Fall. Hormonelle Akne kann in Form von Mitessern (Komedonen), die entweder geschlossen (weiße Mitesser) oder offen (schwarze Mitesser) sind, Pickeln oder Zysten auftreten. Die Haut weist vermehrt rote Stellen auf und auch Entzündungen der Pickel sind nicht selten.

Ursachen: Wie entsteht hormonelle Akne?

Die Hauptursache für die hormonelle Akne liegt wie bereits erwähnt in den Hormonen. Genau genommen in Hormonschwankungen. Ist der Hormonhaushalt nicht im Gleichgewicht und das Verhältnis von männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) und weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogene, Gestagene) verändert sich, kann sich das auch auf unsere Haut auswirken. Der Grund für die hormonelle Akne ist fast immer ein Überschuss an Androgenen.

Androgene sind männliche Geschlechtshormone (u. a. Testosteron), die vor allem in den Hoden und Nebennieren bzw. in den Eierstöcken gebildet werden. Sie haben mehrere Funktionen im Körper und sind unter anderem auch für die Talgproduktion der Haut zuständig. Sie kommen nicht nur im männlichen Körper, sondern auch (im geringeren Maße) im weiblichen Körper vor. Gibt es allerdings einen Überschuss an Androgenen, kann das zu einer erhöhten Talgproduktion und somit zu vermehrtem Talg (Sebum) auf der Haut führen. Dadurch kann ein Talgstau in den Poren verursacht werden. Die auf der Hautoberfläche vorhandenen Bakterien verstoffwechseln den Talg und da dieser nicht mehr richtig abfließen kann, entstehen Entzündungen, Pickel und Mitesser auf der Haut.

Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre

Dass die körpereigene Produktion an Androgenen hochfährt und dadurch ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone herrscht, kommt vor allem in bestimmten Lebenslagen wie in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren vor. Der wohl häufigste Fall ist die sogenannte Akne vulgaris bei Jugendlichen, wobei männliche Jugendliche meist stärker betroffen sind als weibliche. Von der Akne tarda, die im Erwachsenenalter auftritt, sind hingegen meist Frauen betroffen, da die wichtigsten Vorgänge im Körper der Frau hormongesteuert sind. Unterliegt der Körper der Frau hormonellen Veränderungen, wie zum Beispiel in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, kann sich das auch auf das Hautbild auswirken.

Menstruationszyklus

Die wichtigsten Vorgänge im weiblichen Körper werden durch die Hormone gesteuert. Wir Frauen durchlaufen Monat für Monat einen hormonell gesteuerten Zyklus. Im Verlauf dieser 25 bis 35 Tage unterliegen die Hormone bestimmten Schwankungen. Gegen Ende der zweiten Zyklushälfte, also kurz vor der Periode, haben viele Frauen mit vermehrten Unreinheiten, Mitessern und Pickeln zu kämpfen. Das liegt daran, dass sich in dieser Phase des Menstruationszyklus die weiblichen Hormone im Körper reduzieren, während die männlichen Hormone unverändert bleiben. Es herrscht in dieser Phase also ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone, was sich bei vielen Frauen in einer fettigeren Haut und Akne äußern kann.

Die Pille

Häufig tritt die hormonelle Akne zu Beginn der Einnahme der Antibabypille oder nach dem Absetzen der Pille aus. Das liegt daran, dass dem Körper mit der Pille künstliche Hormone zugeführt werden, die den Hormonhaushalt beeinflussen. Dieser muss sich zu Beginn der Einnahme oder nach dem Absetzen der Pille erst einmal wieder neu einpendeln. Das Hormonchaos, das zeitweise durch hormonelle Verhütungsmittel wie der Pille verursacht wird, ist in der Regel aber nur von kurzer Dauer. Somit ist auch die hormonelle Akne nur temporär.

Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)

Beim sogenannten polyzystischen Ovarsyndrom handelt es sich um eine Hormonstörung, die bei Frauen im gebärfähigen Alter auftreten kann. Hierbei bilden sich vermehrt Zysten an den Eierstöcken und die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) werden vermehrt produziert. Die Folgen des Syndroms sind nicht nur ein unregelmäßiger Zyklus und Zyklusstörungen, sondern auch Hautprobleme wie Akne. Das PCOS Syndrom kann durch einen Arzt oder eine Ärztin diagnostiziert werden. Es ist nicht heilbar, doch die Symptome lassen sich bei richtiger Behandlung meist gut in den Griff bekommen.

Behandlung: Was hilft bei hormoneller Akne und Pickeln?

Die Art der Behandlung von hormoneller Akne hängt vor allem von dem Schweregrad der Akne ab. Während leichte und mittelschwere Akne vor allem mit der richtigen Hautpflege und Wirkstoffen wie Bezoylperoxid, Azelainsäure und Clindamycin behandelt werden kann, erfordert es bei einer schweren Akne eine systematische Therapie in Begleitung eines Dermatologen oder einer Dermatologin. Hier können auch orale Arzneimittel eingesetzt werden. Bevor du also voreilige Schlüsse ziehst, solltest du dich von einem Hautarzt oder einer Hautärztin beraten lassen. Er oder sie kann dir eine passende Diagnose geben und dir verraten, wie die optimale Behandlung für dich aussieht.

Hautpflege: Die besten Tipps und Produkte gegen hormonelle Pickel

Egal wie schwerwiegend deine Akne ist, die richtige Hautpflegeroutine ist das A und O für eine gesunde Haut. Hast du nur eine leichte Akne oder eine Akne, die nur temporär (zum Beispiel kurz vor der Periode) auftritt, kann es schon helfen, die Haut gezielt mit den richtigen Produkten zu pflegen. Worauf du dabei achten solltest und welche Produkte wir bei Akne empfehlen können, verraten wir dir hier.

  • Reinige dein Gesicht gründlich. Zweimal täglich (einmal morgens und einmal abends) reicht in der Regel aus. Wichtig ist, dass du hierfür milde Reinigungsprodukte verwendest, die sich speziell für deine Hautbedürfnisse eignen. Wir empfehlen dir eine Pflegeroutine aus einem Reinigungsgel oder -schaum, einem Toner für das Gesicht, einem Serum und einer Gesichtscreme.
  • Führe regelmäßig ein Peeling durch. Am besten setzt du hier auf ein chemisches Peeling. AHA (Alphahydroxysäure, Glycolsäure) und BHA (Betahydroxysäure, Salicylsäure) sind hier die Wirkstoffe, auf die du setzen solltest. Circa einmal die Woche kannst du das Peeling durchführen. Es befreit die Haut von toten Hautschuppen und überflüssigem Talg und kann auch die Poren befreien.
  • Setze bei deiner täglichen Gesichtspflege auf Retinol. Retinoide sind nicht nur ein sehr guter Anti-Aging-Helfer, sondern helfen auch bei der Bekämpfung von Akne. Am besten setzt du Retinol in Form eines Serums ein. Benutze es am Abend vor dem Schlafengehen und verwende am nächsten Tag unbedingt einen UV-Schutz, da Retinoide die Haut anfälliger für UV-Strahlung machen.
  • Entzündete Pickel solltest du niemals aufkratzen oder ausdrücken. Dadurch entstehen Wunden, die sich noch stärker entzünden können. Stattdessen kannst du deine Pickel punktuell mit Wirkstoffen wie Bezoylperoxid, Azelainsäure und Clindamycin behandeln. Eine natürliche Alternative ist auch Teebaumöl. Es wirkt antibakteriell und antientzündlich und kann punktuell auf Pickel aufgetragen werden.
  • Neben der täglichen Hautpflege zu Hause kannst du auch spezielle Behandlungen beim Dermatologen oder bei der Dermatologin anwenden lassen. Professionelle chemische Peelings oder das beliebte Hydra Facial können die Haut intensiver reinigen als die Skincare-Produkte, die zu Hause verwendet werden können.

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Ernährung: Darauf solltest du achten

Es gibt eine Verbindung zwischen Akne und der Ernährung. So können bestimmte Lebensmittel (bei übermäßigem Verzehr) dafür sorgen, dass die Hautprobleme zunehmen. Vor allem folgende Lebensmittel und Gewohnheiten solltest du meiden bzw. den Verzehr reduzieren:

  • Industrieller Zucker
  • Milchprodukte
  • Raffinierte Kohlenhydrate (z. B. Weißbrot oder Nudeln)
  • Fettige Speisen (Fast Food)
  • Rotes Fleisch
  • Koffein
  • Alkohol
  • Nikotin

Vor allem eine zuckerreduzierte und laktosereduzierte Ernährung kann einen Unterschied machen, den du letztendlich auch auf deiner Haut bemerken wirst. Zusätzlich ist es wichtig, dass du viel Wasser trinkst (täglich mindestens 2 Liter) und auch grüner Tee kann dich bei deinen Hautproblemen unterstützen, denn er kann bei Entzündungen im Körper helfen. Ernährst du dich gesund und ausgewogen, kann sich dein Hautbild nach und nach verbessern. Auch eine Darmkur kann dabei helfen, die Akne von innen zu heilen.

Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel: Diese Präparate können helfen

Bei besonders starker Akne kann es sein, dass dein behandelnder Arzt oder deine Ärztin dir bestimmte Medikamente empfiehlt. Folgende Arzneimittel werden bei hormoneller Akne eingesetzt:

  • Die Antibabypille: Möchtest du zusätzlich verhüten, kann es sein, dass dein Arzt oder deine Ärztin dir die Einnahme der Pille empfiehlt. Das in dem Kombinationspräparat enthaltene Östrogen kann die Androgenproduktion reduzieren, was wiederum für eine geringere Talgproduktion sorgt. Es kann allerdings bis zu drei Monate dauern, bis die Pille ihre Akne-reduzierende Wirkung erzielt. Außerdem solltest du die möglichen Nebenwirkungen der Pille bei deiner Entscheidung nicht außer Acht lassen.
  • Isotretinoin (13-cis-Retinsäure): In schweren Fällen der Akne kann Isotretinoin eingesetzt werden – besonders, wenn andere Therapien keinen Erfolg gezeigt haben. Der Wirkstoff ist in Tablettenform oder als Creme oder Gel erhältlich, gilt jedoch aufgrund seiner Nebenwirkungen als umstritten. Dazu zählen zum Beispiel trockene Haut, Hautschuppungen, Hautausschlag, Rötungen und Leberfunktionsstörungen. Die Therapie erfolgt nur unter strikter Beobachtung eines Arztes oder einer Ärztin.
  • Spironolacton: Spironolacton ist ein Wirkstoff, der in Pillenform eingenommen werden kann, der jedoch ungern von Dermatologen und Dermatologinnen eingesetzt wird, da das Medikament eigentlich zur Therapie von Bluthochdruck verwendet wird und Nebenwirkungen haben kann. Das Arzneimittel ist ein sogenanntes Anti-Androgen-Mittel bzw. ein Androgenblocker, der die Produktion der Androgene herunterfährt. So kann er auch bei Akne helfen.

Auch natürliche, pflanzliche Behandlungsmethoden und Nahrungsergänzungsmittel sind eine Möglichkeit, die Akne zu minimieren. Die Nebenwirkungen sind hier deutlich geringer, jedoch haben sie auch keine so starke Wirkung wie die chemischen Medikamente. 

Hast du nur eine leichte bis mittelstarke Akne, kannst du mit der richtigen Ernährung, einer guten Hautpflegeroutine und dem ein oder anderen pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel bestimmt gute Ergebnisse erzielen. Hier eignet sich zum Beispiel Mönchspfeffer 🛒, dem eine hormonausgleichende und -regulierende Wirkung nachgesagt wird. Auch pflanzliche Phytohormone, die ähnlich wie Östrogene wirken, sind eine Möglichkeit.

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Verwendete Quellenformelskin.de, doctolib.de, dermanostic.com

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