Lutealphase: Das passiert in der zweiten Hälfte des Zyklus

Lutealphase: Das passiert in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus

Die Lutealphase ist die zweite Zyklusphase im Menstruationszyklus. Was nach dem Eisprung im weiblichen Körper passiert, erklären wir dir hier.

Schon irgendwie verrückt, was unser Körper alles kann, oder? Besonders der weibliche Zyklus erstaunt uns immer wieder. Doch wie genau funktioniert dieser eigentlich? Der Menstruationszyklus besteht aus zwei Phasen. Beginnen tut er mit der sogenannten Follikelphase, darauf folgt die Lutealphase, auch Gelbkörperphase genannt. Und diese zweite Zyklushälfte wollen wir uns nun mal etwas genauer anschauen. Was passiert hier? Welche Symptome machen sich hier bei uns bemerkbar? Und wie lange dauert diese Phase eigentlich?

Weiblicher Zyklus: Was ist die Lutealphase?

Der Menstruationszyklus ist dual, also zweigeteilt. Er besteht aus der Follikelphase und der Lutealphase. Getrennt werden diese beiden Zyklushälften durch den Eisprung (Ovulationsphase). Anfang und Ende des weiblichen Zyklus ist immer der erste Tag der Periode. Hier setzt die follikuläre Phase ein, dann der Eisprung und danach folgt die Lutealphase.

Die Lutealphase oder auch Gelbkörperphase ist die zweite Zyklushälfte. In dieser Phase bereitet sich der Körper entweder auf eine Schwangerschaft vor, wenn es zur Befruchtung kam, oder er macht sich für die nächste Regelblutung bereit, wenn es nicht zur Befruchtung kam. Doch was genau passiert in dieser Zeit mit dem Körper einer Frau?

Menstruationszyklus: Was passiert in der Lutealphase?

Während des Eisprungs reißt der Follikel im Eierstock und gibt die Eizelle zur Befruchtung über die Eileiter in die Gebärmutter frei. Hier kann die Eizelle befruchtet werden und es kann zur Einnistung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut kommen. Der gesprungene Follikel, also die leere Hülle der Eizelle, bleibt im Eierstock zurück und bildet den sogenannten Gelbkörper. Dieser produziert Hormone wie Progesteron (auch Gelbkörperhormon genannt) und Östrogen.

Ist es zu einer Befruchtung gekommen, hat das Gelbkörperhormon eine besondere Aufgabe. Es bereitet den Körper auf die Schwangerschaft vor und sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut dicker wird. So kann sich die Eizelle dort besser einnisten und heranreifen. Außerdem hilft das Hormon dabei, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. 

Kam es nicht zur Befruchtung, sinkt der Progesteronspiegel wieder und der Gelbkörper wird bei der nächsten Monatsblutung ausgestoßen.

Symptome: Woran erkennt man die Gelbkörperphase?

Die Hormonschwankungen nach dem Eisprung haben einen großen Einfluss auf uns und unseren Körper. Diese Symptome kannst du unter Umständen in der zweiten Zyklushälfte bei dir wahrnehmen:

  • Die Temperatur steigt um etwa 0,3 bis 0,5 Grad an, da Progesteron den Stoffwechsel anregt
  • Du fühlst dich müde, energielos und erschöpft
  • PMS Symptome wie Brustschmerzen, Krämpfe oder Stimmungsschwankungen machen sich bemerkbar
  • Die Haut wird unreiner und die Haare fettiger, da sich die Talgproduktion erhöht
  • Du hast mehr Hunger und Appetit und oft sogar Heißhunger auf Süßes

Das könnte dich auch interessieren: Frühschwangerschaftstest, Stimmungsschwankungen PeriodeBrustschmerzen vor der Periode oder Weiblicher Zyklus

Zweite Zyklushälfte berechnen: Wie lange dauert die Lutealphase?

Die Lutealphase dauert duschsittlich zwischen 12 und 14 Tage. Wann genau sie beginnt und endet, lässt sich nicht immer 100-prozentig voraussagen. Das liegt daran, dass der Menstruationszyklus nur in den seltensten Fällen immer gleich abläuft. Da der Zyklus durch unsere Hormone bestimmt wird und diese oft schwanken, kann auch der Zyklusverlauf unregelmäßig sein. Zwischen 23 und 35 Tagen kann der Zyklus einer Frau dauern. Und auch der Zeitpunkt des Eisprungs und somit auch der Beginn der Gelbkörperphase findet in der Regel nie zum selben Zeitpunkt statt. Eines lässt sich aber genau sagen: Die Lutealphase beginnt mit dem Eisprung und endet mit dem ersten Tag der Periode

Wann die Gelbkörperphase einsetzt, kann zum Beispiel durch das Tracken des Zyklus mithilfe eines Basalthermometers festgestellt werden. Da die Basaltemperatur (so wird die Körpertemperatur genannt, die direkt nach dem Aufwachen gemessen werden kann) nach dem Eisprung durch das zunehmende Progesteron im Körper der Frau leicht ansteigt, lässt sich anhand einer konsequenten Temperaturerfassung feststellen, in welcher Zyklusphase man sich aktuell befindet.

Verkürzte Gelbkörperphase: Die Ursachen

Eine kurze Lutealphase von 11 Tagen oder weniger deutet darauf hin, dass der Progesteronwert im Körper der Frau zu niedrig ist. Der Gelbkörper produziert also nicht genug Progesteron. Das nennt man dann Lutealinsuffizienz. Das äußert sich neben der verkürzten Gelbkörperphase auch durch Zwischen- und Schmierblutungen vor der Regelblutung. Und auch wenn die Lutealphase länger dauert als gewöhnlich, kann das ein Hinweis auf Störungen des Hormonhaushalts sein. Das können die Ursachen sein:

  • Gelbkörperschwäche: Der Gelbkörper wird nicht vollständig ausgebildet und produziert dadurch auch weniger Progesteron.
  • PCOS: Beim PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovar Syndrom) haben die Betroffenen oft einen verlängerten Zyklus. Teilweise findet kein Eisprung statt und die Menstruation bleibt aus.
  • Schilddrüsenprobleme: Liegt eine Störung der Schilddrüsenfunktion vor, hat das Einfluss auf die Hormone und somit auch auf den Eisprung und die Lutealphase.
  • Stress, Übergewicht und Essstörungen: Sie können den Hormonhaushalt beeinflussen und so auch für eine kürzere Gelbkörperphase sorgen.

Fruchtbare und unfruchtbare Tage: Kann man in der Gelbkörperphase schwanger werden?

In der zweiten Hälfte des Zyklus sind die fruchtbaren Tage vorbei. Der Eisprung ist schon passiert und entweder es kam zur Befruchtung oder nicht. Eine zweite Chance gibt es danach für diesen Monat nicht mehr. In der Lutealphase kann man also nicht mehr schwanger werden

Die fruchtbaren Tage sind etwa fünf bis sechs Tage vor dem Eisprung. Zwar ist die Eizelle nach dem Eisprung nur etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig, jedoch können die Spermien unter idealen Voraussetzungen bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben und dann in der Eisprungphase für eine Befruchtung sorgen. Fruchtbar ist eine Frau also nur in der ersten Zyklushälfte, der Follikelphase und während des Eisprungs.

Schwangerschaft erkennen: Wie stellt man fest, ob man schwanger ist oder nicht?

Willst du feststellen, ob es in diesem Zyklus bei dir zur Befruchtung und Einnistung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut und somit zu einer Schwangerschaft kam, musst du dich nach dem Eisprung noch etwas gedulden. Einen Schwangerschaftstest kannst du frühestens ab dem achten Tag nach der Empfängnis verlässlich verwenden. Ab diesem Zeitpunkt ist das sogenannte hCG-Level im Urin nachweisbar. hCG ist ein Hormon (Schwangerschaftshormon), das bei einer erfolgreichen Befruchtung ansteigt. 

Willst du dich noch früher testen, kannst du einen Schwangerschaftsfrühtest machen. Dieser funktioniert bereits ab dem fünften Tag vor der errechneten Periode. Ganz verlässlich ist dieser aber meist nicht. 

Fazit

Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Krämpfe – all das kann die zweite Zyklushälfte, die Lutealphase (Gelbkörperphase) mit sich bringen. Doch in dieser Phase passiert auch etwas ganz Besonderes, der Körper bereitet sich auf eine Schwangerschaft vor oder macht sich bereit für die nächste Periode. Dann werden die Uhren auf null gestellt, damit das ganze Spiel im nächsten Zyklus wieder von vorne beginnen kann. Schon irgendwie verrückt, was unser Körper alles kann, oder? Willst du wissen, was in der ersten Zyklushälfte passiert? Dann solltest du dir auch diesen Artikel durchlesen:

Follikelphase: Das passiert in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus

Auch interessant

Schmierblutungen vor der Periode: Ursachen und was es zu bedeuten hat

Ovulationstest: So hilft er, schwanger zu werden

Periode trotz Schwangerschaft: Ist das möglich?

Verwendete Quellen9monate.de, hellofamily.ch, natracare.com

Mehrere Binden
Was versteht man unter Zyklusstörungen und wie sollte ein normaler Zyklus eigentlich aussehen? Diese und weitere Fragen klären wir hier. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...