Weiblicher Zyklus: So funktioniert der Menstruationszyklus

Weiblicher Zyklus: So funktioniert der Menstruationszyklus

Wie funktioniert der weibliche Zyklus? Eine Antwort auf diese und weitere Fragen findest du hier. Wir haben mit einem Zyklus Experten gesprochen und alles Wichtige erfahren.

Lust auf eine Runde Biologieunterricht? Keine Sorge, es wird nicht so langweilig und trocken wie damals in der Schule. Wir erklären dir super verständlich, wie der weibliche Zyklus genau funktioniert. Wir haben mit einem Experten gesprochen und ihn alles gefragt, was uns zum Thema Menstruationszyklus schon immer auf der Seele gebrannt hat. Willst du besser verstehen, wie dein Körper funktioniert, dann solltest du nun gut aufpassen.

Wie läuft der weibliche Zyklus typischerweise ab?

Wir haben mit Dr. Niels van de Roemer gesprochen. Er ist Medical Director des Medizintechnikunternehmens Valley Electronics, die unter anderem den Zykluscomputer Daysy auf den Markt gebracht haben. Er erklärt uns, wie simpel eigentlich der weibliche Zyklus aufgebaut ist: "Der Menstruationszyklus ist bi-phasisch, also in zwei Phasen unterteilt: Die Follikelphase (die Zeit vor dem Eisprung) und die Luteal- oder Gelbkörperphase. Getrennt werden beiden Phasen durch den Eisprung.“

Im Grunde läuft der Menstruationszyklus also immer gleich ab. Er startet bei jeder Frau mit dem ersten Tag der Periode und beginnt mit der Follikelphase. Auf den Eisprung folgt dann die Lutealphase. Doch was passiert hier genau?

Follikelphase: Die Follikelphase beginnt mit dem ersten Tag der Periode. Hier wird die Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen, sodass sich im Anschluss eine neue bilden kann. Dieses Ausstoßen ist die Monatsblutung, die durchschnittlich zwischen drei und fünf Tage andauert. Nach der Menstruation wird die neue Schleimhaut aufgebaut. Gleichzeitig reifen in den Eierstöcken Eibläschen (Follikel) heran. Im Eierstock macht sich die Eizelle im Follikel so langsam dafür bereit, befruchtet zu werden.

Eisprung: Geschieht der Eisprung, auch Ovulation genannt, sind die Eizellen in den Eibläschen bereits voll ausgereift. Eines der Follikel platzt, gibt eine Eizelle frei, die dann vom Eierstock in den Eileiter entlassen wird. Im Eileiter ist die Eizelle etwa zwischen 12 und 24 Stunden bereit für die Befruchtung. 

Lutealphase: Nach dem Eisprung beginnt die sogenannte Lutealphase oder Gelbkörperphase. Hier fällt das geplatzte Eibläschen zusammen und verwandelt sich in den sogenannten Gelbkörper. Fand eine Befruchtung der Eizelle statt, bleibt dieser bestehen. Kam es in diesem Zyklus nicht zur Befruchtung der Eizelle, bildet sich der Gelbkörper ebenso wie die anderen Follikel zurück. Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut weiter verstärkt aufgebaut, der Körper bereitet sich auf die nächste Monatsblutung vor.

Welche Rolle spielen die Hormone während des Zyklus?

Der Menstruationszyklus wird vor allem durch die Hormone gesteuert. Vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron und FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (Leuteinisierendes Hormon) spielen eine große Rolle. Im Laufe des Zyklus steigen diese Hormone an oder fallen wieder ab. Das kann unter anderem einen Einfluss auf die Stimmung nehmen und noch weitere Symptome (PMS) hervorrufen. Mehr dazu weiter unten. Nun klären wir aber erst mal den Verlauf dieser Hormone im Zyklus und welche Funktion sie haben.

Östrogen: Das weibliche Sexualhormon Östrogen steigt in der ersten Zyklushälfte, der Follikelphase langsam an. Es sorgt dafür, dass die Schleimhaut der Gebärmutter nach der Periode wieder langsam aufgebaut wird. Der Anstieg des Hormons sorgt außerdem dafür, dass der Kanal der Gebärmutter geöffnet wird und der Zervixschleim sich verflüssigt, damit er durchlässiger für die Spermien ist. Kurz vor dem Eisprung erreicht der Östrogenspiegel seinen Höhepunkt und sinkt danach bis zur Regelblutung wieder ab.

FSH: FSH (Follikel stimulierendes Hormon) steigt in der ersten Zyklushälfte langsam an, bis es kurz vor dem Eisprung einen Schub bekommt. Es sorgt dafür, dass sich die Eibläschen mit den Eizellen entwickeln können, damit sie dann während der Ovulation ausgereift sind und befruchtet werden können. Nach dem Eisprung sinkt dieses Hormon, bis es dann im nächsten Zyklus wieder ansteigt (wenn es nicht zu einer Befruchtung kam).

LH: Steigt der Östrogenspiegel in der Follikelphase an, ist das auch ein Zeichen für die Hirnanhangdrüse, das LH (Luteinisierendes Hormon) vermehrt auszuschütten. Durch das erhöhte LH-Level platzt der am weitesten entwickelte Follikel, es kommt zum Eisprung. 

Progesteron: Nach dem Eisprung steigt das Hormon Progesteron im Körper. Dies wird durch den geplatzten Follikel, den Gelbkörper produziert, weshalb Progesteron auch Gelbkörperhormon genannt wird. Progesteron bereitet den Körper auf eine Schwangerschaft vor. Fand eine Befruchtung statt, bleibt der Progesteronspiegel erhöht, was dazu führt, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr ausgestoßen wird, die Periode (Regelblutung) bleibt aus. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, sinkt der Progesteronspiegel wieder und es kommt zur Monatsblutung. Ein neuer Zyklus beginnt.

Wie lange dauert der Menstruationszyklus?

"So verschieden und einzigartig wie Frauen sind, so unterschiedlich verlaufen auch ihre Zyklen. Es gibt also keinen Standard-Zyklus und es ist vollkommen normal, wenn der eigene Zyklus nicht genau 28 Tage lang ist“, erklärt uns Dr. Van de Roemer im Gespräch. Die Länge des weiblichen Zyklus ist also sehr individuell und kann von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus schwanken. Grob zwischen 23 und 35 Tagen kann der Menstruationszyklus dauern. 

Nur die wenigsten Frauen haben einen Zyklus, nach dem man die Uhr stellen kann. Denn auch wenn der Zyklus einem bestimmten Rhythmus folgt, sind Unregelmäßigkeiten ganz normal und unbedenklich. Vor allem Stress im Alltag oder die Hormone zum Beispiel im Teenage-Alter oder während der Wechseljahre können den Zyklusverlauf beeinflussen. "Grundsätzlich spricht man von einem unregelmäßigen Zyklus, wenn dieser dauerhaft kürzer als 23 oder länger als 35 Tage ist. Hier ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren“, verrät uns Dr. van de Roemer.

Wie findet man heraus, wann die fruchtbaren und wann die unfruchtbaren Tage sind?

Die Frau ist grob gerechnet fünf bis sechs Tage im Zyklus fruchtbar. So lange können nämlich die Spermien im Körper der Frau überleben und die Eizelle befruchten. Am wahrscheinlichsten ist die Befruchtung der Eizelle etwa zwei Tage vor und am Tag des Eisprungs. Doch wie findet man heraus, wann genau das ist?

Mit einigen Methoden der natürlichen Verhütung bzw. natürlichen Familienplanung kann man feststellen, wie sich der Körper im Laufe des Zyklus verändert. So lässt sich sogar herausfinden, zu welchem Zeitpunkt genau der Eisprung stattfindet und ob man fruchtbar ist oder nicht.

Eine Methode ist die Messung der Basaltemperatur. Hierbei handelt es sich um die Körpertemperatur im Ruhestand. Sie muss täglich direkt nach dem Aufwachen gemessen werden, um herauszufinden, wo genau man sich im Zyklusverlauf befindet. "In der ersten Zyklusphase (vor dem Eisprung) ist die Basaltemperatur etwas niedriger als in der zweiten. Das liegt daran, dass in der zweiten Zyklusphase vermehrt das Hormon Progesteron ausgeschüttet wird, welches zu einem charakteristischen Anstieg der Basaltemperatur um durchschnittlich 0,2 °C führt. Diese erhöhte Temperatur bleibt bis zum Einsetzen der Menstruation auf einem Niveau.“

Besonders einfach lässt sich der Zyklus mit einem Zykluscomputer tracken. Dieser dokumentiert die Temperatur und andere Körperanzeichen Tag für Tag und errechnet daraus die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Unsere liebsten Zykluscomputer findest du in diesem Artikel:

Zyklus Kalender
Ein Zykluscomputer hilft dir bei der hormonfreien Verhütung oder der natürlichen Familienplanung. Die besten Modelle und alles, was du wissen musst, hier. Weiterlesen

Wie kommen PMS Beschwerden eigentlich zustande?

Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken… fast jede Frau kennt diese Beschwerden kurz vor der Regelblutung (Periode). Doch wie kommt es dazu? Dr. van de Roemer klärt uns auf: 

"PMS gehört zu den am meisten verbreiteten gynäkologischen Beschwerdebildern – rund 25 Prozent der Frauen leiden darunter. Die Ursachen für PMS sind noch nicht vollständig erforscht, allerdings gehen Wissenschaftler:innen davon aus, dass ein Ungleichgewicht der Sexualhormone Östrogen und Progesteron verantwortlich ist: Der weibliche Körper reagiert besonders empfindlich auf die Abbauprodukte von Progesteron, das während der Lutealphase vermehrt ausgeschüttet wird und so für eine hormonelle Disbalance sorgen kann. Zusätzlich können Faktoren wie die genetische Veranlagung, Stress oder die Ernährung PMS begünstigen.“

Was hilft gegen PMS?

So weit so gut. Um PMS Symptome vor der Menstruation geht also oft kein Weg herum. Doch gibt es etwas, das wir tun können, um die Beschwerden zu lindern?

"Oft hilft es schon, sich seinem Leiden bewusst zu werden und in besonders sensiblen Phasen darauf zu achten, unnötigen Stress zu vermeiden. Wer seinen Zyklus kennt, kann auch PMS-Symptome besser handlen: Sobald man die Ursache für Stimmungsschwankungen und Co. kennt, kann man bewusst gegensteuern beziehungsweise akzeptieren, dass eben gerade this time of the month ist. Um PMS vor der Menstruation aktiv vorzubeugen, kann es helfen, in der Zeit vor der Periode auf Zigaretten sowie Alkohol zu verzichten und sich ausreichend zu bewegen."

Fazit: Der weibliche Zyklus – ein Mysterium?

Wir halten also fest: Der weibliche Zyklus ist keinesfalls ein Mysterium, wie man es immer mal wieder hört. Er ist im Grunde ganz simpel und wird nur in zwei Phasen unterteilt: die Follikelphase, in der sich der Körper auf eine Befruchtung vorbereitet und die Lutealphase, wo sich der Körper entweder für die Schwangerschaft oder für den nächsten Zyklus bereit macht.

Der Menstruationszyklus wird maßgeblich durch die Hormone bestimmt. Diese folgen zwar einem bestimmten Ablauf, haben aber keinen genauen Zeitplan. Es kann also sein, dass der Zyklus mal länger oder mal kürzer ausfällt (grob zwischen 23 und 35 Tagen). Auch der genaue Zeitpunkt des Eisprungs (Ovulation), an dem eine Frau fruchtbar ist, lässt sich nicht 100-prozentig vorplanen.

Willst du deinen Körper besser kennenlernen und herausfinden, wie er im Verlauf deines Zyklus tickt, solltest du deinen Zyklus tracken. Dafür eignet sich vor allem ein Zykluscomputer wie der von Daysy, der von inne oder der von Cyclotest sehr gut.

Auch interessant: Ovulationstest, Starke Regelblutung oder Menstruationskalender

Verwendete Quellen: Interview mit Dr. Niels van de Roemer, apotheken-umschau.de, cyclotest.de

Slipeinlagen
Wir verraten dir hier, wie du Slipeinlagen richtig verwendest und wofür sie sich am besten eignen. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...