Unregelmäßiger Zyklus: Ursachen und was du tun kannst

Unregelmäßiger Zyklus: Ursachen und was du dagegen tun kannst

Wann ist ein Zyklus unregelmäßig? Was sind die Ursachen von Zyklusstörungen? Und was kann ich dagegen tun? Diese und weitere Fragen klären wir hier.

Du denkst, dass dein Zyklus unregelmäßig ist, weil er nicht jeden Monat genau 28 Tage dauert? Wir können dich beruhigen. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Problematisch wird das Ganze jedoch, wenn die Periode ganz ausbleibt oder der Menstruationszyklus auffällig kurz (weniger als 23 Tage) oder auffällig lang (mehr als 35 Tage) dauert. Alles, was du über einen unregelmäßigen Zyklus und die Ursachen von Zyklusstörungen wissen musst, verraten wir dir hier.

Was versteht man unter einem unregelmäßigen Zyklus?

Viele Bereiche unseres Lebens lassen sich bis aufs Detail planen, der Menstruationszyklus zählt aber nicht zu diesen Dingen. Nur bei den wenigsten Frauen ist der Zyklus regelmäßig und Monat für Monat gleich. In den meisten Fällen schwankt die Zykluslänge. Der Zyklus kann mal 30, mal 27 oder mal 24 Tage lang sein – das ist ganz normal. Grund hierfür sind die Hormonschwankungen in unserem Körper. Werden Östrogen und Progesteron mal mehr oder weniger ausgeschüttet, hat das auch einen Einfluss auf den Zyklus.

Es gibt aber noch weitere Gründe dafür, dass der Zyklus Monat für Monat etwas unregelmäßig ist. Stress, Veränderungen im Leben wie ein Umzug oder eine Reise können sich ebenfalls auf den Zyklus auswirken. Eine Zyklusdauer zwischen 23 und 35 Tagen ist ganz normal, Schwankungen in diesem Bereich sind in der Regel völlig unbedenklich. Zum Problem wird das Ganze nur, wenn die Periode über mehrere Zyklen hinweg ausbleibt oder der Zyklus dauerhaft sehr kurz (unter 23 Zyklustagen) oder sehr lang (über 35 Tagen) ausfällt.

Wann spricht man von Zyklusstörungen?

Dass der Zyklus nicht nach der Uhr gestellt werden kann, ist klar. Sind die Zyklusschwankungen minimal und bewegt sich der Zyklus im normalen Bereich (zwischen 23 und 35 Zyklustagen), brauchst du dir keine Gedanken machen. Nur die wenigsten Frauen haben einen regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen. Abweichungen von diesem normalen Zyklusverlauf werden als Zyklusstörungen bezeichnet. Diese können unterschiedlich aussehen:

Sehr kurze Zyklen: Polymenorrhoe

Liegen die Blutungen über mehrere Zyklen hinweg weniger als 23 Tage auseinander, spricht man von einer Polymenorrhoe. Der Eisprung tritt dann oft sehr früh auf, meist schon am 8. oder 10. Zyklustag. In den meisten Fällen ist gerade die erste Zyklusphase, die sogenannte Follikelphase, verkürzt. Die zweite Zyklusphase nach dem Eisprung, die Lutealphase, ist hingegen länger. Manchmal kann es sogar passieren, dass sich bei einem verkürzen Menstruationszyklus die Zeit der Menstruation und die fruchtbare Phase überschneiden.

Sehr lange Zyklen: Oligomenorrhoe

Eine Oligomenorrhoe, also eine sehr lange Zyklusdauer, liegt vor, wenn der Zyklus über längere Zeit hinweg länger als 35 Tage ist. Hier kann es passieren, dass der Eisprung erst dann passiert, wenn man schon die nächste Periode erwartet. Hier verlängert sich die erste Zyklusphase, die Follikelphase deutlich, die fruchtbaren Tage werden hinausgezögert und der Zyklus dauert dadurch insgesamt länger als im Regelfall.

Ausbleiben der Regelblutung: Amenorrhoe

Bleibt die Monatsblutung komplett aus, spricht man von einer Amenorrhoe. Hier kann die Zyklusdauer mehr als 90 Tage sein. Ein Eisprung findet in der Regel nicht statt. Unterscheiden tut man dabei zwischen der primären Amenorrhoe, einem angeborenen Ausbleiben der Regelblutung und der sekundären Amenorrhoe, die vorkommt, wenn die Menstruation mehr als drei Monate ausbleibt. Diese zweite Variante wird meist durch Erkrankungen hervorgerufen.

Schwache Regelblutung: Hypomenorrhoe

Von einer Hypomenorrhoe spricht man, wenn die Regelblutung sehr schwach ist. Verliert man pro Zyklus weniger als 25 Milliliter Blut, ist die Regelblutung schwach. Hier blutet man oft nur einen oder zwei Tage und die Periodenprodukte sind nur selten durchgeblutet. Der Zyklus ist hier oft verkürzt.

Starke Regelblutung: Hypermenorrhoe

Hält die Menstruationsblutung über eine Woche an und ist der Blutverlust sehr hoch, nennen Mediziner das Hypermenorrhoe. Der Blutverlust liegt hier bei über 80 Milliliter, die Periodenprodukte müssen häufig gewechselt werden und die Blutungen können sogar bis zu zwei Wochen andauern. In diesem Fall ist der Zyklus auch oft verlängert.

Was sind die Ursachen eines unregelmäßigen Zyklus?

Die Ursachen, warum du einen unregelmäßigen Zyklus hast, sind ganz verschieden. Wir klären die wichtigsten Gründe für dich:

  • Pubertät: Dass der Hormonhaushalt schwankt, ist ganz normal. Doch während der Pubertät geraten die Hormone ganz besonders stark aus dem Gleichgewicht. In dieser Phase kann es vermehrt zu einem unregelmäßigen Zyklus kommen.
  • Wechseljahre: Auch während der Wechseljahre stellen sich die Hormone im Körper der Frau um. Das hormonelle Ungleichgewicht kann sich unmittelbar auf den Zyklusverlauf auswirken. Bei vielen Frauen in den Wechseljahren kommt es daher zu Schwankungen im Zyklus und Zyklusstörungen.
  • Absetzen der Pille: Hast du über einen längeren Zeitraum die Antibabypille eingenommen, hast du über diese Zeit hinweg keinen natürlichen Zyklus gehabt. Nach dem Absetzen muss sich dein Körper erst einmal wieder einspielen. Die Veränderung der Hormone sorgt dafür, dass es temporär zu Zyklusstörungen kommen kann. Nach etwa einem halben Jahr sollte sich dein Körper aber wieder reguliert haben und der Zyklus sollte normal verlaufen.
  • Nach der Geburt: Auch nach der Geburt verändern sich die Hormone einer Frau stark. Durch diese Hormonschwankungen kommt es auch eventuell zu einem unregelmäßigen Zyklus. Auch hier sollte sich der Körper (abhängig davon, ob du stillst oder nicht) nach einigen Monaten wieder eingestellt haben und die Zyklen normalisieren sich.
  • Stress: Unsere seelische Gesundheit hat einen großen Einfluss auf unseren Körper. Leiden wir unter Stress oder emotionaler Belastung, wird vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Dieses wiederum kann einen Einfluss auf die Sexualhormone Östrogen und Progesteron nehmen. Werden sie stärker bzw. schwächer ausgeschüttet, kann das Zyklusschwankungen verursachen.
  • Lebensstil: Auch der Lebensstil hat einen direkten Einfluss auf unseren Zyklus. Ernährung, Gewohnheiten, Psyche… sie alle beeinflussen die Hormone und somit den Zyklusverlauf. Isst du zum Beispiel sehr wenig und treibst sehr viel Sport, kann es passieren, dass deine Menstruation schwächer wird oder ganz ausbleibt. Und auch ein starker Konsum von Alkohol und Drogen oder Rauchen kann sich auf den Zyklus auswirken. Genau so wie Klimaveränderungen oder Zeitverschiebungen.
  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCO-Syndrom): Bei dem polyzystischen Ovarsyndrom handelt es sich um eine Fehlfunktion der Eierstöcke. Diese kann nicht nur einen unregelmäßigen Zyklus verursachen, Betroffene stellen häufig auch ein Ausbleiben der Periode und eine vermehrte Behaarung fest.
  • Endometriose: Bei der Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter und kann so nicht nur Zyklusstörungen verursachen, Betroffene haben oft auch starke Schmerzen im Unterleib während der Periode. Wuchert das Gewebe auch auf den Eileitern oder in den Eierstöcken, kann auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigt sein.
  • Krankheiten: Auch andere Krankheiten können einen Einfluss auf den Zyklus nehmen. Zu diesen zählen zum Beispiel Eileiter- und Eierstockentzündung, Untergewicht und Magersucht, Myome oder Polypen, Tumore und Schilddrüsenprobleme. Liegt bei dir eine solche Erkrankung vor, besprich deine Zyklusstörungen mit deinem behandelnden Arzt oder deiner Ärztin.

Was kann man gegen einen unregelmäßigen Zyklus tun?

Zuallererst musst du natürlich wissen, was deinen unregelmäßigen Zyklus und deine Zyklusstörungen verursacht. Ist Stress sehr wahrscheinlich die Ursache deiner unregelmäßigen Zyklen, solltest du so gut es geht daran arbeiten, diesen Stress und die psychische Belastung zu eliminieren. Meditiere, gönne dir Ruhepausen, gehe spazieren… tue das, was dir hilft, abzuschalten und den Stress zu verbannen. Wichtig ist auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung in Kombination mit Ruhephasen. Verzichte so gut es geht auf Alkohol, Zigaretten und Drogen.

In der Heilpflanzenkunde wird gerne auf Mönchspfeffer gesetzt. Dieser soll den Zyklus regulieren. Eine mehrtägige Kur wird empfohlen. Lass dich dazu von einem Heilpraktiker beraten.

Hast du deine Pille abgesetzt, bist in der Pubertät, den Wechseljahren oder hast gerade ein Baby geboren, musst du dich erst einmal etwas gedulden. Nach einiger Zeit sollte sich dein Menstruationszyklus wieder normalisiert haben. Wenn nicht, besprich das mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Könnten gesundheitliche Probleme die Ursache deiner Zyklusstörungen sein, solltest du das Ganze auf jeden Fall mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen. Hier können Untersuchungen gemacht werden, die den Grund deiner unregelmäßigen Zyklen untersuchen und eine entsprechende Behandlung kann eingeleitet werden.

Kann man trotz unregelmäßigen Zyklus schwanger werden?

Schwanger mit Zyklusstörung zu werden, kann eine Herausforderung sein. Ist aber meist nicht unmöglich. Hast du noch einen Eisprung und eine monatliche Regelblutung, kannst du auch schwanger werden. Wichtig ist nur, dass du den genauen Zeitpunkt deines Eisprungs und somit deine fruchtbaren Tage identifizierst. Hast du einen unregelmäßigen Zyklus, kann das etwas schwierig sein, da sich der Eisprung nicht immer in der Mitte des Zyklus befindet.

In diesem Fall solltest du deinen Menstruationszyklus genau tracken und auf deine Körpersymptome achten. Miss deine Basaltemperatur (direkt nach dem Aufwachen noch vor dem Aufstehen) und achte auf deinen Zervixschleim. Am einfachsten ist das Ganze, wenn du einen Zykluscomputer verwendest. Dieser speichert deine Temperatur und du kannst noch weitere Angaben zum Zervixschleim und anderen Körpersymptomen machen. Dokumentierst du deinen Menstruationszyklus über mehrere Zyklen hinweg, kann der Zykluscomputer dir irgendwann ansagen, wann du fruchtbar bist. Außerdem bekommst du ein besseres Gespür für deinen Körper und kannst deinen Eisprung einfacher identifizieren.

Auch Ovulationstests können dir helfen, schneller schwanger zu werden. Insbesondere, wenn du einen unregelmäßigen Zyklus hast und deinen Einsprung nur schwer feststellen kannst, hilft dir der Ovulationstest dabei, diesen zu identifizieren. Mach den Test täglich in der Zeit, in der du deinen Eisprung vermutest und schau, wann er dir anzeigt, dass du fruchtbar bist. Dann ist es Zeit für Zweisamkeit.

Wie sollte man bei unregelmäßigem Zyklus verhüten?

Hast du Zyklusstörungen und einen unregelmäßigen Zyklus, sind im Grunde alle gängigen (hormonellen) Verhütungsmittel (Antibabypille, Kupferspirale, Hormonspirale, Hormonpflaster, Kondom etc.) geeignet. Was die natürliche Verhütung angeht, sieht das etwas anders aus. Hier verlässt man sich auf das Errechnen der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Das ist jedoch mit einem unregelmäßigen Zyklus schwierig, da du nie genau eingrenzen kannst, wann du fruchtbar bist und wann nicht. Misst du jeden Tag deine Basaltemperatur, kann dir das schon einen Aufschluss über deinen Zyklusverlauf geben. Wir würden dir aber nicht empfehlen, Zykluscomputer, Zyklusapps und Co. zur sicheren Verhütung zu verwenden, besonders wenn du einen unregelmäßigen Zyklus hast.

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Verwendete Quellennetdoktor.de, cyclotest.de

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