Erkältung in der Schwangerschaft: Hausmittel und Tipps

Erkältung in der Schwangerschaft: Das sollten Schwangere wissen

Eine Erkältung während der Schwangerschaft ist vielleicht beunruhigend, aber erst einmal kein Grund zur Sorge. Trotzdem sollten Schwangere einige Dinge beachten.

Erkrankungen während der Schwangerschaft sind leider keine Seltenheit, denn der mütterliche Organismus wird durch das ungeborene Kind stark beansprucht. Das Immunsystem ist während dieser Zeit einfach schwächer. Wir erklären dir, wie du die Erkältung schnell wieder loswirst, bei welchen Medikamenten in der Schwangerschaft Vorsicht geboten ist und ab wann du lieber zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen solltest.

Ist eine Erkältung in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby? 

Eine Erkältung samt Halsschmerzen, Husten und Schnupfen ist zwar nervig, aber in der Regel unbedenklich – das gilt auch während der Schwangerschaft. Nach etwa sieben Tagen ist die Infektion meist überstanden, egal in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest.

Die Viren, die für die Erkältung verantwortlich sind, dringen oft gar nicht erst tiefer in den Körper vor, sondern sammeln sich hauptsächlich in der Nasen- und Rachenschleimhaut sowie in den Atemwegen an. Sollten die Erreger doch weiter voranschreiten, hält sie die sogenannte Plazentaschranke auf, bevor sie das Ungeborene überhaupt erreichen können. Eine harmlose Erkältung schadet dem Baby während einer Schwangerschaft also nicht.

Wann zum Arzt?

In der Regel müssen schwangere Frauen mit einer Erkältung keinen Arzt bzw. keine Ärztin aufsuchen. Kommen allerdings weitere Symptome wie Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Bauchschmerzen oder Kreislaufprobleme dazu, ist Vorsicht geboten. Gerade Fieber kann laut einigen Studien dazu führen, frühzeitig Wehen auszulösen oder sogar Fehlbildungen beim ungeborenen Kind begünstigen. Gehe im Zweifel lieber einmal mehr in die Arztpraxis als zu wenig – auch um eine mögliche Grippe ausschließen zu können. Schließlich möchtest du ja, dass es deinem Baby gut geht.

Medikamente: Ja oder nein?

Ob Schwangere zur Linderung ihrer Symptome Medikamente einnehmen können, muss vorher unbedingt mit dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin geklärt werden. Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sollten nicht ohne Absprache eingenommen werden. Sie könnten dem Herz-Kreislauf-System des ungeborenen Babys schaden. Auch Medikamente mit Codein, wie zum Beispiel Hustenstiller, sind für werdende Mütter bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum bedenklich. Im schlimmsten Fall führt es zu Missbildungen beim Fötus. Bei pflanzlichen Präparaten ist das Risiko von Komplikationen meist geringer, doch auch sie sollten nicht ohne ärztliche Beratung verwendet werden. 

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Erkältung in der Schwangerschaft: Diese Hausmittel helfen

Trotzdem müssen werdende Mütter ihre Erkältung nicht einfach über sich ergehen lassen. Es gibt einige unbedenkliche Hausmittel, die Symptome wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Co. in der Schwangerschaft lindern. 

Hausmittel gegen Schnupfen

Eines der nervigsten Erkältungssymptome ist eine verstopfte und laufende Nase. Hier kann eine Meersalz-Inhalation helfen. Bringe einen Topf mit Wasser zum Kochen, gib einen Teelöffel Meersalz hinein und inhaliere die Meersalzlösung, damit die Schleimhäute in der Nase abschwellen und Schleim gelöst wird. Alternativ kannst du auch Kamillenblüten statt Meersalz in das Wasser geben.

Eine weitere bewährte Methode, um die Schleimhäute abzuschwellen, ist die Nasendusche. Streue neun Gramm Salz in einen Liter lauwarmes Wasser und spüle deine Nase mit der Meersalzlösung über dem Waschbecken aus. In der Apotheke oder Drogerie kannst du spezielle Nasenduschen kaufen – oder einfach ein Nasenspray mit Meersalz.

Hausmittel gegen Husten und Halsschmerzen

Gegen Husten in der Schwangerschaft helfen verschiedene Halswickel wie Ingwerwickel oder Wickel mit Heilerde. Oder du stellst dir deinen eigenen schleimlösenden Hustensaft aus Zwiebeln her. Zwiebelsaft gilt in der Volksheilkunde schon lange als bewährtes Heilmittel gegen Probleme mit dem Hals. Schneide die Zwiebel in kleine Stücke und lege sie in ein Gefäß. Gib zwei bis drei Esslöffel Honig oder Ahornsirup hinzu, verrühre alles und stelle das Gemisch für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Nach einiger Zeit sollte sich ein Zwiebelsirup gebildet haben, von dem du mehrmals täglich ein bis zwei Esslöffel einnehmen kannst. Der hergestellte Zwiebelsirup hält sich im Kühlschrank bis zu fünf Tage.

Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Wirst du während des Infekts von Kopfschmerzen geplagt, lassen sich die Schmerzen mit einem feuchten Waschlappen oder einem gekühlten Körnerkissen als Kompresse auf der Stirn lindern. Ein weiterer Tipp: Eine in Meerrettich getränkte Mullbinde, die du maximal vier Minuten lang auf deinen Nacken legst. Durch die Schärfe des Meerrettichs wird das Gewebe stark durchblutet und eventuelle Verspannungen gelöst sowie Kopfschmerzen gemindert. Da Meerrettich aufgrund seiner starken Wirkstoffe die Haut reizt, ist sie danach vermutlich etwas gerötet. Reibe sie nach der Behandlung deshalb mit etwas Pflanzenöl ein.

Heilpflanzentees für Schwangere

Tees können schwangere Frauen bei ihrer Erkältung unterstützen, indem sie zum Beispiel Schleim lösen und lästigen Hustenreiz lindern. Geeignet sind Heilpflanzentees mit Melisse, Kamille, Holunderblüten, Pfefferminze, Kümmel, Anis und Fenchel. Von letzteren beiden darf während der Schwangerschaft aber nicht zu viel getrunken werden, da sonst frühzeitige Wehen ausgelöst werden können. Am besten lässt du dich vorher in einer Apotheke oder von deinem Arzt bzw. deiner Ärztin beraten. 

Erkältungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Mit folgenden Tipps lässt sich das Risiko einer Erkältung minimieren und das Immunsystem stärken:

  • Wasche dir regelmäßig die Hände.
  • Fasse dir nicht ins Gesicht, um eine Schmierinfektion zu vermeiden.
  • Ernähre dich ausgewogen (viele Vitamine und Mineralstoffe) und trinke mindestens zwei Liter Wasser am Tag.
  • Halte Abstand zu anderen Erkrankten.
  • Schlafe ausreichend.
  • Bewege dich regelmäßig an der frischen Luft. 

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Verwendete Quellen: aok.de, netdoktor.de

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