Haarausfall in der Schwangerschaft

Haarausfall in der Schwangerschaft: Ursachen & was hilft

Haare in der Bürste, in der Dusche oder auf dem Kopfkissen. Die meisten Frauen erleben den Haarverlust nach der Geburt. Doch was, wenn die Haare schon in der Schwangerschaft ausfallen?

Haarausfall
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Haarausfall in der Schwangerschaft: Das kannst du tun

Das Wichtigste in Kürze

  • Manche Frauen verlieren auch schon während der Schwangerschaft vermehrt Haare.
  • Für den Haarausfall in der Schwangerschaft gibt es mehrere Ursachen.
  • Leidest du unter Haarverlust während der Schwangerschaft, solltest du am besten zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft: Die Ursachen

Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft zeigt sich äußerlich oft an Haut, Haaren und Nägeln. Der erhöhte Östrogenspiegel sorgt bei vielen Frauen für ein stärkeres Haarwachstum, die Nägel werden stärker und die Haut strahlt wunderbar – nicht umsonst spricht man deshalb oft vom sogenannten Schwangerschaftsglow. Der Östrogenschub sorgt unter anderem dafür, dass die Wachstumsphase der Haare verlängert wird. Sie wirken dichter, glänzender und haben mehr Volumen. Bei einigen Frauen macht sich aber genau das Gegenteil bemerkbar. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben. Wir klären die wichtigsten hier.

Eisenmangel

Ein Eisenmangel kann dafür zuständig sein, dass das Haarwachstum beeinflusst wird. Bei niedrigen Eisenwerten kommt es oft zu vermehrten Haarausfall. Hast du einen Eisenmangel, kommen zu den dünner werdenden Haaren meist noch Müdigkeit, fehlender Appetit, ein Frostgefühl und eine fahle Haut dazu. Im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen während der Schwangerschaft werden die Blutwerte ohnehin kontrolliert. Hier kann auch festgestellt werden, ob du einen Eisen- oder einen anderen Nährstoffmangel hast. Dann gibt es spezielle Präparate, die eingenommen werden können und den Eisenmangel nach einigen Wochen oder Monaten wieder ausgleichen.

Stress

Stress ist eine häufige Ursache für Haarausfall. Und auch bei schwangeren Frauen kann es sein, dass dein Stress dir einige Haare kostet. Der Stress kann die Haare in die Ruhephase (Telogenphase) schicken und es kommt zum Telogen-Effluvium (TE), einem diffusen Haarausfall. In diesem Fall solltest du auch für das Wohl deines Kindes den Stress so gut es geht vermeiden.

Schilddrüsenprobleme

Besonders in der Schwangerschaft treten bei einigen schwangeren Frauen Schilddrüsenprobleme auf. Der Haarausfall ist dann ein Anzeichen für eine Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyerose) oder eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyerose). Andere Symptome können sein: Erschöpfung, Muskelkrämpfe oder Verstopfungen. Dein Arzt oder deine Ärztin kann die Schilddrüsenprobleme feststellen und dich dahingehend behandeln. Mit der Zeit verbessert sich dann auch der Haarausfall.

Absetzen der Anti-Baby-Pille

Auch durch das Absetzen der Anti-Baby-Pille und dessen Nachwirkungen kann ein vermehrter Haarverlust erfolgen. Die in der Pille enthaltenen künstlichen Hormone sind so hoch dosiert, dass oft das in der Schwangerschaft ansteigende Östrogen nicht mithalten kann. Der Körper muss sich jetzt erst mal wieder einpendeln.

Haarausfall meist nach der Schwangerschaft

Viele Frauen erleben den Haarausfall erst nach der Geburt. Das liegt daran, dass sich die Hormone nun wieder umstellen und mit dem sinkenden Östrogenspiegel wechseln auch die Haarfollikel in eine Ruhephase (Telegenphase). Das sogenannte postpartale Effluvium, der Haarausfall nach Schwangerschaft beginnt. Die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich und im schlimmsten Fall fallen die Haare büschelweise aus. Doch nicht jede Frau hat mit postpartale Effluvium zu kämpfen.

Das ist von Frau zu Frau und von Schwangerschaft zu Schwangerschaft unterschiedlich. Und auch die Intensität des Haarausfalls kann variieren. Während einige nur ein paar Härchen mehr verlieren, fallen bei anderen die Haare büschelweise aus. Doch der Haarausfall nach der Geburt ist nur temporär. Haben sich die Hormone wieder eingependelt, hört auch der Haarverlust auf und die Haare kommen zurück zu alter Stärke. Das kann etwa sechs bis neun Monate dauern.

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Was hilft gegen Haarausfall in der Schwangerschaft?

In der Regel stellt sich der Haarausfall nach einigen Monaten wieder ein. Dafür musst du aber die genaue Ursache kennen und wissen, wie du diese behandeln kannst. Hast du Haarverlust in der Schwangerschaft, solltest du das Problem am besten mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin besprechen. Hier können noch mal deine Blutwerte gecheckt werden, um zu schauen, ob damit alles in Ordnung ist oder ob du eventuell einen Nährstoffmangel hast.

Wir haben trotzdem noch einige Tipps für dich, die dir dabei helfen können, den Haarverlust in den Griff zu bekommen und nicht noch zu verschlimmern.

  • Ernähre dich gesund und ausgewogen, lege Wert auf Vitamine und trink viel Wasser. Wichtig sind vor allem auch Eiweiß, Folsäure, Biotin, Zink, Eisen und Jod. Stelle sicher, dass dein Körper alle wichtigen Nährstoffe bekommt, die er jetzt braucht.
  • Vermeide Stress, so gut es geht. Wir wissen: Das ist leichter gesagt als gemacht, wenn man ein Neugeborenes hat. Vielleicht hast du ja aber einen Partner, der dir etwas Arbeit abnehmen kann oder du streichst den zusätzlichen Stress, auf den du gut verzichten kannst, so gut es geht aus deinem Alltag.
  • Sei vorsichtig im Umgang mit deinen Haaren, um nicht noch mehr Haare herauszureißen. Achte darauf, die Haare nur im trockenen Zustand und niemals im triefend nassen Zustand zu kämmen, verwende dafür eine gute Entwirrungsbürste wie den Tangle Teezer und starte beim Bürsten immer bei den Spitzen und arbeite dich nach und nach hoch. Versuche, auch extreme Hitze zu meiden und wasche deine Haare nicht zu häufig (alle drei bis vier Tage reicht aus). Gönne dir hin und wieder eine Kopfhautmassage, um die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen und die Haarfollikel zu aktivieren und trage deine Haare öfter offen, denn der Zug vom Zopf kann für zusätzlichen Haarverlust sorgen.
  • Bevor du Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente gegen Haarausfall einnimmst, solltest du die Einnahme mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.

Fazit

In der Regel tritt der Haarausfall bei den meisten Frauen erst nach der Schwangerschaft auf. Doch einige werdende Mütter erleben den Haarverlust auch bereits in der Schwangerschaft. Die Gründe hierfür können ganz unterschiedlich sein. Oft sind Stress oder ein Eisenmangel schuld an den dünner werdenden Haaren. Lass dich in diesem Fall von deinem Arzt oder deiner Ärztin durchchecken und beraten.

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Verwendete Quellen: elternkompass.de, familie.de

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