Zyklus-App: Die 3 besten digitalen Zykluskalender

Zyklus-App: Die 3 besten digitalen Zykluskalender

Du weißt nie, wann deine nächste Periode beginnt oder woher die Stimmungsschwankungen kommen? Diese digitalen Zykluskalender können dir helfen, deinen Zyklus besser zu verstehen.

Schrittzähler, Kalorienrechner, Pulsmesser – wir tracken immer mehr Bereiche unseres Lebens. So bekommen wir einen besseren Einblick in unseren Körper und dessen Gesundheit. Für uns Frauen sollte aber noch ein weiterer digitaler Helfer ganz oben auf der Must-have-Liste stehen: die Zyklus-App. Mit dieser lässt sich der Menstruationszyklus ganz einfach und bequem vom Handy aus tracken und wir können den Zyklusverlauf und unsere zyklusbedingten Körpersymptome deutlich besser nachvollziehen. Die besten Zyklus-Apps und unsere Erfahrungen findest du hier.

Warum den Zyklus tracken?

Der weibliche Zyklus ist im Grunde ganz einfach zu verstehen: Er beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und endet mit dem Tag der nächsten Periode. Innerhalb eines Zyklus durchläuft der Körper zwei Phasen: zuerst die Follikelphase und danach die Lutealphase. Getrennt werden die beiden Zyklusphasen durch den Eisprung (Ovulation), der in der Regel etwa in der Mitte des Zyklus stattfindet. Um die Zeit des Eisprungs ist eine Frau fruchtbar. Genauer gesagt beginnen die fruchtbaren Tage etwa fünf Tage vor dem Eisprung. Davor und nach dem Eisprung ist die Frau nicht fruchtbar.

Doch so einfach der Menstruationszyklus auch ist, so schwer ist es manchmal auch, ihn von Anfang bis Ende nachzuvollziehen. Denn die weiblichen Zyklen schwanken und sind nicht immer gleich. Das liegt an den hormonellen Schwankungen, die der Körper durchlebt. Sie sorgen dafür, dass die Zyklen mal 25 Tage, mal 28 Tage oder mal 30 Tage dauern kann. Alles zwischen 23 und 35 Zyklustagen definieren Mediziner als Bereich des "Normalen“. Dauert der Zyklus über einen längeren Zeitraum kürzer oder länger, könnte eine Zyklusstörung vorliegen.

Doch wie kann man seine Zyklen nun genauer verstehen, feststellen, wann die fruchtbaren Tage beginnen, wann der Eisprung ist und wann die nächste Periode einsetzt? Das gelingt einem vor allem, wenn man den Menstruationszyklus trackt. Notiert man sich über einen längeren Zeitraum Anfang und Ende des Zyklus und hält man auch Symptome wie PMS-Beschwerden oder den Mittelschmerz während des Eisprungs fest, bekommt man Monat für Monat ein besseres Gefühl für den eigenen Körper, nimmt die Anzeichen bewusster wahr und hat irgendwann eine gut verständliche Übersicht über den typischen Zyklusverlauf. Das kann nicht nur bei der Verhütung und bei Schwangerschaftswunsch unterstützen, da man ein Verständnis dafür bekommt, wann in etwa die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage sind, man wird auch nicht mehr von der Periode überrascht und kann ungewöhnliche Symptome schneller erkennen und bei Bedarf den Arzt oder die Ärztin aufsuchen.

Wofür eine Zyklus-App?

Doch wie kann man nun den Zyklus genau tracken? Natürlich kannst du dir ganz klassisch Notizen in deinem Tagebuch machen oder dir einen speziellen Zykluskalender zulegen. Doch für alle, die sich in der digitalen Welt wohlfühlen und am liebsten nur einen Blick auf ihr Smartphone werfen wollen, um den Zyklusverlauf zu checken, lohnt es sich, sich eine Zyklus-App downzuloaden.

In der App lassen sich individuelle Angaben zu deinem Menstruationszyklus festhalten. Du kannst angeben, wann deine Periode einsetzt, wie der Verlauf der Regelblutung ist und wann sie endet. Außerdem kannst du hier weitere Symptome wie PMS-Beschwerden oder den Mittelschmerz während der Ovulation notieren. Die App errechnet dann deine möglichen fruchtbaren und unfruchtbaren Tage und gibt dir eine grobe Einschätzung, wann deine nächste Menstruation einsetzt. 

Trackst du deinen Zyklus über mehrere Monate hinweg, bekommst du nach und nach ein besseres Gefühl für deinen Zyklusverlauf und die App kann ihre Einschätzungen noch genauer und verlässlicher treffen. So kann sie dabei unterstützen, schneller schwanger zu werden oder natürlich zu verhüten.

Die Vorteile einer Zyklus-App

  • Du hast deinen Zyklusverlauf direkt auf einem Blick auf dem Smartphone
  • Du kannst mit wenig Aufwand jeden Tag Daten und Notizen in die App einfügen
  • Du weißt immer genau, wann dein Zyklus begonnen hat und kannst besser einschätzen, wann die nächste Periode einsetzt
  • Du hast ein besseres Gefühl dafür, wann du fruchtbar bist und wann nicht
  • Du kannst ungewöhnliche Symptome oder Zyklusstörungen schneller identifizieren und bei Bedarf einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen
  • Du bekommst allgemein ein besseres Gespür für deinen Körper und kannst auch deine Gewohnheiten und deinen Alltag nach deinem Menstruationszyklus ausrichten

Die 3 besten Zyklus-Apps im Test

Wir haben uns die beliebtesten Zyklus-Apps mal genauer angeschaut und stellen sie dir hier vor. Wir erklären, mit welchen Features sie ausgestattet sind, wie sie in der Handhabung sind und wie viel die Apps kosten.

Flo

FLO Zyklus-App
© Jolie.de

Flo ist eine der beliebtesten Zyklus-Apps bei Frauen. Das Design ist super übersichtlich und ansprechend und die Orientierung in der App ist sehr intuitiv. Du kannst die App auf deine Bedürfnisse anpassen und angeben, ob aktuell ein Schwangerschaftswunsch besteht oder nicht. In der App findest du außerdem hilfreiche Tipps und Tricks rund um die Gesundheit von Körper und Psyche. Die Basic-Version der App kannst du kostenlos nutzen, es gibt aber auch eine Premium-Version. Das Jahresabo kostet aktuell etwa 33 Euro, ein monatliches Abo liegt aktuell bei rund 6,50 Euro. Mit der Premium-Version hast du Zugriff auf Empfehlungen zum Schwangerwerden sowie Tipps für die richtige Intimhygiene oder eine zyklusoptimierte Ernährung.

Clue

Clue Zyklus-App
© Jolie.de

Das Berliner Start-up Clue wurde von Frauen gegründet und punktet mit einer einfachen Handhabung und einem schlichten Design. Zunächst wird man nach der Verhütungsmethode gefragt und kann das Profil dann noch auf die eigenen Angaben und Bedürfnisse individualisieren. Stimmungsschwankungen, Schmerzen und Co. kannst du einfach in der App notieren, um so später den Zyklus besser nachzuvollziehen. Und auch Zusatzinformationen rund um die Periode, Verhütung und Sex sind in der App zu finden. Die Basic-Version der App kannst du kostenlos nutzen, es gibt aber auch hier eine Premium-Version. Das Jahresabo kostet aktuell knapp 40 Euro, ein monatliches Abo liegt aktuell bei rund 10 Euro. Eine Probewoche kann dir dabei helfen, herauszufinden, ob die App für dich gut geeignet ist. In der Premium-Version hast du Zugriff auf wissenschaftliche Artikel, einen monatlichen Bericht der Zyklusstatistiken per Mail, sechs Monate Vorhersagen der Menstruation, eine Analyse des Zyklus und du kannst deine Schwangerschaft tracken.

Ovy

Ovy Zyklus-App
© Jolie.de

Der Eisprungkalender Ovy setzt auf die Temperaturmethode, mit der du deine fruchtbaren und deine fruchtbaren Tage noch besser identifizieren kannst. Die App ist via Bluetooth mit einem Digitalthermometer verbunden. Jeden Morgen misst du deine Basaltemperatur und diese wird direkt an die App übermittelt und hier gespeichert. Deine Temperatur gibt neben dem Zervixschleim Aufschluss darüber, an welchen Zeitpunkt im Zyklus du dich befindest. Das coole: Du kannst deine Daten mit deinem Partner oder deiner Partnerin teilen. So könnt ihr bei einem Kinderwunsch schauen, wann du fruchtbar bist. Kaufst du dir das Thermometer für knapp 80 Euro dazu, ist die App ein Jahr lang kostenlos. Ohne Thermometer zahlst du nach dem Probemonat etwa 35 Euro jährlich oder 4 Euro monatlich. Es gibt auch eine komplett kostenlose Version ohne Temperaturmessung.

Das sagt Stiftung Warentest zu Zyklus-Apps

Stiftung Warentest hat 2017 zwölf Android-Apps und elf iOS-Apps getestet, die den Menstruationszyklus tracken. Doch nur zwei Android-Apps und eine iOS-App konnten die Note "Gut“ erzielen. Die meisten anderen Apps erhielten die Note "Mangelhaft“. Die Begründung: Die Apps berücksichtigen Zyklusschwankungen zu wenig. Gut abgeschnitten haben:

  • LadyCycle für Android
  • myNFP für Android
  • myNFP für iOS

Wir finden: In den vergangenen fünf Jahren hat sich in Sachen Zyklus-Apps garantiert einiges getan. Das Testergebnis von Stiftung Warentest aus 2017 kann daher nicht mehr als 100-prozentig verlässlich betrachtet werden. Vielleicht kommt bald ja ein Update des Tests von digitalen Kalendern heraus, in dem neue Entwicklungen auf dem Markt mit einbezogen werden.

Unsere Erfahrungen mit Zyklus-Apps

Ich tracke meinen Zyklus nun schon seit über einem Jahr und kann es nur jeder Frau ans Herz legen, das auch zu tun. Seit einiger Zeit verwende ich nun schon den Daysy Zykluscomputer, der mit einer Zyklus-App kommt. Ich messe jeden Tag meine Basaltemperatur und der Zykluscomputer synchronisiert sich mit der App, wo die Temperaturverläufe gespeichert werden. Doch in der App kann ich auch Angaben zu meiner Regelblutung machen, kann notieren, wann ich PMS-Symptome verspüre, wann ich Geschlechtsverkehr habe und vieles mehr. So habe ich direkt einen übersichtlichen Einblick in meine Daten und meinen Menstruationszyklus, kann den Zyklusverlauf besser nachvollziehen und schneller erkennen, wann meine nächste Periode einsetzt. Ich erkenne auch auf einen Blick, wann meine fruchtbaren Tage sind, sodass ich meine Verhütung dementsprechend anpassen kann.

Seit ich meinen Zyklus tracke, weiß ich immer ganz genau, in welcher Phase ich mich gerade befinde. Ich nehme die zyklusbedingten Körpersymptome besser wahr und kann auch meinen Alltag nach meinem Zyklus ausrichten. In der ersten Zyklushälfte weiß ich, dass ich mehr Energie habe. Hier hin lege ich mir gerne Termine, treibe besonders viel Sport und erledige wichtige To-Dos. In der zweiten Zyklushälfte bin ich tendenziell fauler und schneller erschöpft. Deshalb räume ich mir in der Lutealphase lieber etwas Ruhe und Zeit für mich ein. Und will ich irgendwann mal schwanger werden, wird mir mein Bewusstsein über meinen Zyklusverlauf sicherlich auch von Nutzen sein.

Für wen eignet sich eine Zyklus-App?

Eine Zyklus-App eignet sich im Grunde für jede Frau, die ihren Körper und ihren Menstruationszyklus besser verstehen will. Willst du ein besseres Gespür für dich bekommen und Symptome wie Stimmungsschwankungen, Schmerzen und Co. besser zuordnen können, kann dir ein Zykluskalender oder eine Zyklus-App dabei helfen.

Und auch, wenn du schwanger werden möchtest, ist ein Zykluscomputer ein wichtiges Hilfsmittel. Trackst du hier deinen Zyklus, kannst du besser erkennen, wann du fruchtbar bist und wann nicht. Alle, die natürlich verhüten wollen, sind auf die Hilfe eines Zykluskalenders oder einer Zyklus-App angewiesen. Sie machen den Zyklusverlauf nachweisbar, sodass man unfruchtbare Tage und fruchtbare Tage besser erkennen kann und die Verhütung entsprechend anpassen kann. Nutzt du hingegen die Antibabypille, ist eine Zyklus-App in der Regel nicht unbedingt notwendig. Hier hast du einen geregelten Zyklus, der von den Hormonen der Pille gesteuert wird.

Kann man mit Zyklus-Apps sicher verhüten?

Will man natürlich verhüten und auf hormonelle Verhütungsmittel verzichten, sollte man seinen Zyklus mit einer Zyklus-App beobachten. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es bei der natürlichen Verhütungsmethode allerdings nicht. Da der Zyklus schwankt, sind die Angaben, die die App zur Fruchtbarkeit macht, nur theoretisch. Der Eisprung kann mal früher und mal später einsetzen, so ist es nie ganz sicher, wann du fruchtbar bist und wann nicht. Hast du jedoch deinen Zyklus über einen langen Zeitraum beobachtet und einen relativ regelmäßigen Menstruationszyklus, kannst du grob einschätzen, wann ein erhöhtes Risiko für eine Schwangerschaft besteht und wann nicht. Mit einem Restrisiko musst du bei der natürlichen Verhütung aber immer rechnen, wenn du nicht zusätzlich ein Kondom verwendest.

Hilft eine Zyklus-App dabei, schneller schwanger zu werden?

Eine Zyklus-App kann ein toller Helfer dafür sein, schneller schwanger zu werden. Trackst du deinen Zyklus regelmäßig und kennst den genauen Verlauf, kannst du schneller erkennen, wann du fruchtbar bist. Daraufhin kannst du während der fruchtbaren Zeit versuchen, schwanger zu werden und die Chancen sind größer, dass es tatsächlich gelingt. Um noch besser zu erkennen, wann dein Einsprung genau stattfindet, kannst du auch einen sogenannten Ovulationstest durchführen. Dieser gibt dir an, ob du gerade fruchtbar bist. Gelingen dann noch die Befruchtung und die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter, ist das der offizielle Beginn deiner Schwangerschaft.

Fazit

Eine Zyklus-App lohnt sind im Grunde für jede Frau, die einen natürlichen (nicht von künstlichen Hormonen gesteuerten) Menstruationszyklus hat. Mit der App lässt sich der Zyklusverlauf besser nachvollziehen. Man weiß genau, wann der Zyklus begonnen hat und kann grob ausrechnen, wann die nächste Periode einsetzt. Die meisten Apps bieten noch die Möglichkeit, dass man hier Körpersymptome notieren kann. So kann man seine Symptome schnell in Verbindung zum Zyklus setzen. Die besten Zyklus-Apps haben wir dir hier vorgestellt und dir auch erklärt, warum wir nie wieder darauf verzichten würden, unsere Zyklen zu tracken.

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Verwendete Quellentest.de, flo.health, helloclue.com, ovyapp.com

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