Ovulationstest: So hilft er, schwanger zu werden

Ovulationstest: So kann er dir helfen, schneller schwanger zu werden

Ein Ovulationstest kann dir dabei helfen, schneller schwanger zu werden. Wie er funktioniert und was du bei der Anwendung beachten solltest, verraten wir dir hier.

Möchtest du die Familienplanung angehen, ist unter Umständen Geduld gefragt. Bei manchen Frauen kann es mehrere Monate oder sogar Jahre dauern, schwanger zu werden. Möchtest du versuchen, schneller schwanger zu werden, kann er dir dabei helfen: der Ovulationstest. Mit ihm kannst du deine fruchtbaren Tage identifizieren und weißt genau, wann die Chancen für eine Befruchtung der Eizelle gut stehen und wann es Zeit ist, mit deinem Liebsten in die Federn zu springen. Alles, was du zu dem Thema wissen musst, erfährst du hier.

Was genau ist ein Ovulationstest?

Ein Ovulationstest wird auch LH-Test oder Eisprungtest genannt und ermöglicht es einem, die fruchtbaren Tage im Zyklus zu erkennen. Er misst die hormonellen Veränderungen im Körper während des Eisprungs. Bei einem Kinderwunsch kann er dabei helfen, schneller schwanger zu werden, denn er zeigt den Eisprung und damit die Tage, an denen eine Befruchtung der Eizelle möglich ist, an. 

Für wen eignet sich der Test?

Ein Eisprungtest eignet sich für alle, die die Familienplanung angehen wollen und schwanger werden möchten. Pro Zyklus gibt es nämlich durchschnittlich nur fünf Tage, an denen eine Frau schwanger werden kann. Grob gerechnet liegen diese immer in der Mitte des Zyklus, genau lässt sich das jedoch nicht immer sagen. Vor allem Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus kann es schwer fallen, die fruchtbaren Tage zu identifizieren. Mithilfe des Ovulationstests weißt du, wann die Eizelle von den Spermien befruchtet werden kann und kannst mit deinem Liebsten Zeit zu zweit einplanen.

Zur natürlichen Empfängnisverhütung ist der LH-Test übrigens eher ungeeignet. Diese Methode ist zu unsicher und schützt nicht zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft. Wir würden dir also davon abraten, ausschließlich mit einem Ovulationstest zu verhüten. Alle Methoden zur hormonfreien, natürlichen Verhütung findest du in diesem Artikel:

Natürliche Verhütung: So funktionieren die hormonfreien Verhütungsmethoden

Wie funktioniert ein Ovulationstest?

Ein Ovulationstest funktioniert im Grunde ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Ein Teststäbchen wird in den Urin gehalten und misst hier einen speziellen Hormonwert im Urin. Das sogenannte luteinisierende Hormon (LH) löst den Eisprung im weiblichen Körper aus und wird mit dem Urin wieder ausgeschieden. Etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung steigt dieses Hormon im Körper und somit auch im Urin an. LH-Antikörper auf dem Teststreifen des Ovulationstests können diesen Anstieg des Hormons identifizieren und sichtbar machen. 

Etwa 24 Stunden nachdem die LH-Ausschüttung seinen Höhepunkt erreicht hat, kommt es zum Eisprung. Deshalb solltest du am Tag des LH-Anstiegs und am darauffolgenden Tag mit deinem Partner unverhütet schlafen, damit die Chancen für eine Befruchtung gut stehen.

Wie genau sind Ovulationstests?

Wird der Test richtig durchgeführt, gilt er als sehr sicher und hat eine Genauigkeit von mindestens 98 Prozent. Dennoch: Bei falscher Anwendung kann es zu falschen Ergebnissen kommen. Achte deshalb auch immer auf unsere Anwendungstipps weiter unten sowie auf die Anwendungshinweise des Herstellers.

Um wirklich sicher die fruchtbaren Tage identifizieren zu können, kannst du die Methode zusätzlich noch mit anderen Methoden der natürlichen Familienplanung wie der Temperatur-Methode, der Zervixschleim-Methode oder der Kalendermethode kombinieren. So bekommst du ein besseres Verständnis für deinen Zyklus und kannst die Chancen für eine Schwangerschaft vergrößern.

Übrigens: Ein positiver Test bedeutet nicht 100-prozentig, dass auch ein Eisprung stattfindet. Er gibt lediglich an, dass sich dein Körper auf den Eisprung durch den Anstieg der LH-Konzentration vorbereitet. Bei Frauen, die zum Beispiel unter dem Polyzystischen Ovar-Syndrom leiden und bei denen häufiger die Periode ausbleibt oder Frauen mit einem sehr unregelmäßigen Zyklus, kann es passieren, dass trotz Anstieg des luteinsierenden Hormons kein Eisprung stattfindet

Welche Arten von Ovulationstests gibt es?

Ovulationstests gibt es in Form von Teststäbchen, die ähnlich wie ein Schwangerschaftstest mithilfe von Linien anzeigen, ob die LH-Konzentration im Urin angestiegen ist oder nicht. Es gibt aber auch Fruchtbarkeitscomputer, die neben dem LH-Wert auch noch den Östrogenspiegel im Urin messen. Mithilfe des Testcomputers werden die fruchtbaren Tage ermittelt und dir angezeigt. Diese Computer gelten in der Regel als noch erfolgsbringender als einfache LH-Teststäbchen. Um die Chancen zusätzlich zu verbessern kannst du aber auch noch andere Methoden der natürlichen Familienplanung anwenden.

Es gibt auch Tests, die statt des Urins den Speichel testen. Hier wird der Progesteron-Spiegel im Speichel gemessen. Dieser ist zu Beginn des Zyklus niedrig und steigt um den Eisprung herum an und bleibt danach in der Leutealphasen hoch. Die Tests erkennen den Anstieg des Hormons Progesteron und bestätigen so den Eisprung.

Wie wird ein Ovulationstest richtig angewendet?

Wie genau der jeweilige Test funktioniert, ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich und hängt davon ab, ob du einfache Teststäbchen oder einen Fruchtbarkeitscomputer verwendest. Achte dabei immer auf die Anwendungshinweise des Herstellers. Diese Tipps solltest du bei der Anwendung beachten:

  • Miss den Urin immer in etwa zur selben Uhrzeit. Die Tageszeit ist in der Regel egal.
  • Zuvor solltest du mehrere Stunden nichts getrunken und nicht uriniert haben.
  • Manchmal wird von Herstellern empfohlen, den ersten Morgenurin zu messen. Andere Hersteller hingegen raten davon ab, den Morgenurin zu testen, da dieser sehr konzentriert ist und zu falschen Ergebnissen führen kann. Achte deshalb auf die Infos auf dem jeweiligen Test.
  • Uriniere am besten in einen sauberen, sterilen Becher und entnimm dann den Teststreifen aus der Verpackung.
  • Halte den Teststreifen entsprechend der Herstellerhinweise in den Urin und achte hierbei auch auf die empfohlene Zeitdauer, wie lange der Teststreifen im Urin sein soll.
  • Je nach Test kann es drei bis zehn Minuten dauern, bis ein Ergebnis erkennbar ist.

Wie liest man das Ergebnis richtig ab?

LH-Tests funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstest und arbeiten mit einem Kontrollfeld. Die Kontrolllinie zeigt dir an, ob du den Test korrekt durchgeführt hast und ob das Ergebnis verlässlich ist.

  • Ist die zweite Linie gleich stark oder stärker als die Kontrolllinie, steht der Eisprung kurz bevor und du hast nun gute Chancen, schwanger zu werden.
  • Ist die zweite Linie zwar zu sehen, aber sehr schwach, gilt das nicht als positives Ergebnis.

Den Eisprung ganz exakt auf den Tag zu bestimmen ist kaum möglich, es ist aber auch nicht wirklich nötig. Näherst du dich deinen fruchtbaren Tagen, solltest du jetzt schon Sex haben, um die Chancen zu erhöhen. Das Scheidenmilieu ist jetzt optimal für die Samenzellen, die übrigens auch mehrere Tage überleben und so auf die befruchtungsfähige Eizelle warten können. Für eine noch höhere Wahrscheinlichkeit der Befruchtung solltest du also nicht nur einmal mit deinem Partner schlafen, wenn der LH-Wert am höchsten ist, sondern solltest auch an den fruchtbaren Tagen kurz davor und kurz danach Sex haben.

Zu welchem Zeitpunkt sollte man den Test durchführen?

Jeden Tag einen Ovulationstest durchzuführen, kann lästig und auf Dauer teuer werden. Deshalb solltest du den Test erst dann durchführen, wenn du deinem vermuteten Eisprung näher kommst. Dabei kann es dir helfen, zunächst die durchschnittliche Zykluslänge zu errechnen. Der Zyklus beginnt beim Einsetzen der Periode und endet, sobald die nächste Menstruation einsetzt. Durchschnittlich setzt der Eisprung bei einem Zyklus von 28 Tagen am 11. Zyklustag ein. Beginne dann etwa fünf Tage vor dem wahrscheinlichen Eisprung mit dem Testen.

Hast du gerade die Pille abgesetzt, kann es sein, dass du einen eher unregelmäßigen Zyklus hast. In diesem Fall solltest du vom kürzesten Zyklus ausgehen, um die fruchtbaren Tage nicht zu verpassen.

Was tun, wenn der Test immer negativ ist?

Ist der Ovulationstest immer negativ, kann das verschiedene Gründen haben:

  • Dein LH-Wert steigt nur minimal. Der Test erkennt den Anstieg deshalb nicht richtig.
  • Du hast einen sehr kurzen Zyklus und hast eventuell zu spät mit dem Testen begonnen.
  • Du hast einen sehr langen Zyklus und hast eventuell zu früh mit dem Testen begonnen.
  • Du hast einen sehr unregelmäßigen Zyklus und misst immer wieder zum falschen Zeitpunkt.
  • Du misst zur falschen Uhrzeit. Der LH-Wert steigt oft am frühen Nachmittag an. Optimal ist es also, zwischen 11 und 15 Uhr zu testen. Es kann auch empfehlenswert sein, zweimal am Tag zu messen, um den Anstieg nicht zu verpassen.
  • Du hattest keinen Eisprung. Das kann gleich mehrere Ursachen haben: Stress, Hormonstörungen oder Krankheiten können den ausbleibenden Eisprung hervorrufen. Kläre diesen Verdacht gegebenenfalls mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab.

Lässt sich mithilfe des Ovulationstests eine Schwangerschaft erkennen?

Schwangerschaftstest und LH-Test messen zwei unterschiedliche Hormone. Deshalb kann ein Ovulationstest keine sichere, verlässliche Aussage tätigen, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht. In diesem Fall solltest du einen Schwangerschaftstest durchführen und dir die Schwangerschaft auch vom Frauenarzt oder von der Frauenärztin bestätigen lassen.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, flo.health, apotheken-umschau.de

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