Follikelphase: Das passiert in der ersten Hälfte des Zyklus

Follikelphase: Das passiert in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus

Die Follikelphase ist die Phase in der ersten Zyklushälfte. Was vor dem Eisprung im weiblichen Körper passiert und wie du dir diese Wochen zunutze machen kannst, erklären wir dir hier.

Hast du dich schon immer gefragt, wie der weibliche Zyklus abläuft? Dann pass nun gut auf. Wir erklären dir, was in der ersten Zyklushälfte, der sogenannten Follikelphase, mit unserem Körper passiert. Wir erklären dir, wie lange diese Zyklusphase dauert, welche Symptome du hier wahrnimmst und ob und wann du schwanger werden kannst. 

Weiblicher Zyklus: Was ist die Follikelphase?

Der erste Tag der Periode ist gleichzeitig auch Tag eins des neuen Zyklus. Der erste Tropfen Blut setzt also quasi alles auf null. Der weibliche Zyklus ist zweigeteilt und hat zwei Menstruationsphasen: die Follikelphase (follikuläre Phase) und die Lutealphase (Gelbkörperphase). Getrennt werden diese beiden Phasen durch den Eisprung

Die erste Zyklushälfte ist die Follikelphase. Und der Name ist Programm, denn in dieser Phase reifen die Follikel mit den Eizellen bis zum Eisprung heran. Der weibliche Körper macht sich für eine Befruchtung der reifen Eizellen bereit. Doch was passiert genau im weiblichen Körper während der ersten Zyklusphase?

Menstruationszyklus: Was passiert in der Follikelphase?

In der follikulären Phase reifen in den Eierstöcken sogenannte Follikel heran. Hierbei handelt es sich um kleine Eibläschen, die jeweils eine Eizelle enthalten. In dem mit Flüssigkeit gefülltem Follikel kann die Eizelle geschützt heranwachsen, damit sie bis zum Eisprung ausgereift ist. 

In der ersten Zyklushälfte werden in den Eierstöcken gleich mehrere solcher Follikel gebildet, wobei später jedoch nur ein solches Eibläschen während der Ovulation (Eisprung) springt und die Eizelle zur Befruchtung frei gibt. Dieses springende Eibläschen hat den anderen Follikeln gegenüber einen Vorsprung in der Entwicklung und wird deshalb auch dominanter Follikel bezeichnet. Voll ausgereift ist er etwa 2 bis 2,5 Zentimeter groß. Während der Eisprungphase macht sich die gesprungene Eizelle über die Eileiter auf den Weg in die Gebärmutter, wo es zur Befruchtung und Einnistung der Eizelle kommen kann.

Doch das ist nicht das Einzige, was in der follikulären Phase passiert. In der ersten Zyklushälfte werden die alte Gebärmutterschleimhaut und der geplatzte Follikel aus dem vorherigen Zyklus (Gelbkörper) mit der Menstruation ausgestoßen. Nach dem Ende der Periode baut sich parallel zum Heranreifen der Eizellen in den Eibläschen eine neue Gebärmutterschleimhaut auf.

Symptome: Woran erkennt man die follikuläre Zyklusphase?

Zu Beginn der Follikelphase hast du deine Periode (Menstruationsphase). Hier kann es vermehrt zu Krämpfen kommen, PMS-Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Fress-Attacken und Co. nehmen aber langsam ab. Während der Follikelphase hast du in der Regel mehr Energie, fühlst dich fitter, treibst lieber Sport und deine Ernährung ist oft auch etwas besser.

Das macht die Tage und Wochen nach der Periode zum perfekten Zeitpunkt für dich, neue Projekte anzugehen, an deiner körperlichen Fitness zu arbeiten und wichtige To-Dos von deiner Liste abzuhaken. Meist ist in dieser Phase auch deine Haut reiner und du bleibst von PMS-Beschwerden wie Stimmungsschwankungen und Co. verschont.

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Menstruationsphase: Wie lange dauert die Follikelphase?

Der weibliche Zyklus funktioniert nicht wie eine Eieruhr. Die Länge des Menstruationszyklus kann von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus variieren. Mal ist er länger, mal kürzer. Durchschnittlich 28 Tage dauert der Zyklus, er kann aber im Grunde zwischen 23 und 35 Tagen lang sein. Unregelmäßigkeiten sind ganz normal und meist unbedenklich.

Die erste Zyklushälfte dauert in der Regel zwischen 10 und 14 Tage. Da der Menstruationszyklus aber durch mehrere Faktoren beeinflusst wird und deshalb variieren kann, lässt sich auch die Länge der follikulären Phase nicht immer genau abgrenzen. Eines lässt sich aber mit Sicherheit sagen: Die Follikelphase beginnt mit dem ersten Tag der Periode und endet mit dem Eisprung.

Zyklus: Was kommt nach der follikulären Phase?

Direkt auf die Follikelphase folgt die Zwischenphase, die Ovulationsphase. Hier geschieht der Eisprung. Der dominante Follikel springt und setzt die voll ausgereifte Eizelle frei. Diese macht sich von den Eierstöcken über die Eileiter auf den Weg zur Gebärmutter, wo es zur Befruchtung kommen kann. Zwischen 12 und 24 Stunden ist die Eizelle bereit für die Befruchtung. Wurde die Eizelle von einem Spermium befruchtet, nistet sie sich in der Gebärmutterschleimhaut ein.

Auf den Eisprung folgt die sogenannte Lutealphase, auch Gelbkörperphase genannt. Der geplatzte Follikel zerfällt hier und wird zum sogenannten Gelbkörper. Fand eine Befruchtung statt, bleibt dieser Gelbkörper bestehen, ist es nicht zu einer Schwangerschaft gekommen, wird der Gelbkörper mit der nächsten Regelblutung zusammen mit der alten Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen.

Hormone: Wie verändern sie sich im Laufe des Zyklus?

Der Menstruationszyklus wird vor allem durch die Hormone gesteuert. Vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron und FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (Leuteinisierendes Hormon) spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Laufe des Zyklus geschieht ein Anstieg bzw. ein Absinken der verschiedenen Hormone, was wiederum die Vorgänge im weiblichen Körper beeinflusst und auch Symptome wie beispielsweise Stimmungsschwankungen oder eine gesteigerte sexuelle Lust hervorrufen kann. Hier ein Überblick über die Hormone und ihre Funktion:

  • Östrogen: Östrogen sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nach der Periode wieder aufbaut. Außerdem wird durch den Anstieg des Östrogenspiegels kurz vor dem Eisprung der Kanal der Gebärmutter geöffnet und der Zervixschleim verflüssigt, sodass Spermien besser zur Eizelle gelangen können. Der Anstieg von Östrogen ist ebenfalls das Zeichen für den Körper, das Hormon LH vor dem Eisprung vermehrt auszuschütten.
  • LH: LH (Leuteinisierendes Hormon) steigt kurz vor dem Eisprung an und sorgt dafür, dass der dominante Follikel in den Eierstöcken platzt und die Eizelle freigibt. Es ist somit für die Ovulation zuständig.
  • FSH: FSH (Follikel stimulierendes Hormon) sorgt dafür, dass sich die Eibläschen (Follikel) mit der unreifen Eizelle entwickeln können. Es steht in der ersten Zyklushälfte an und bekommt kurz vor dem Eisprung einen Schub, sodass die Eibläschen zum Zeitpunkt der Ovulation ihre volle Reifung erreicht haben und befruchtet werden können.
  • Progesteron: Progesteron wird nach der Ovulation durch den geplatzten Follikel (Gelbkörper) produziert. Deshalb wird es auch Gelbkörperhormon genannt. Progesteron bereitet den Körper auf eine Schwangerschaft vor. Fand eine Befruchtung statt, bleibt der Progesteronspiegel erhöht, was verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen wird. Die Regelblutung bleibt aus. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, sinkt der Progesteronspiegel wieder und die Periode setzt ein.

Fruchtbare und unfruchtbare Tage: Kann man in der Follikelphase schwanger werden?

Die Eizelle kann in der Ovulationsphase 12 bis 24 Stunden lang befruchtet werden. Eine Befruchtung findet also ausschließlich während der Eisprungphase statt. Doch hier kommt das große ABER: Unter idealen Bedingungen können Spermien bis zu fünf Tage im Körper einer Frau überleben. Es kann also sein, dass die Spermien, die während der follikulären Phase in den Körper gelangt sind, hier bleiben, bis der Eisprung geschieht und es dann erst zu einer Befruchtung kommt.

Theoretisch kannst du also auch durch Geschlechtsverkehr in der Follikelphase schwanger werden. Deshalb geht man auch davon aus, dass eine Frau etwa fünf bis sechs Tage im Menstruationszyklus fruchtbar ist. Direkt nach dem Eisprung beginnen dann wider die unfruchtbaren Tage.

Fazit

Wie wir uns fühlen, wie wir uns und unseren Körper wahrnehmen und wie wir Entscheidungen im Alltag fällen – all das ist gesteuert durch unseren Menstruationszyklus. Hast du dich schon immer gefragt, was während des Zyklus mit deinem Körper genau passiert? Hier haben wir dir erklärt, was in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus während der Follikelphase passiert. Willst du genauer verstehen, was nach dem Eisprung während der Lutealphase im Körper einer Frau geschieht? Dann lies dir auch diesen Artikel durch:

Lutealphase: Das passiert in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus

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Verwendete Quellen: cyclotest.de, apotheken-umschau.de, femsense.de

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