Die 5 besten Zykluscomputer im Vergleich 2022

Die 5 besten Zykluscomputer im Vergleich 2022

Ein Zykluscomputer hilft dir bei der hormonfreien Verhütung oder der natürlichen Familienplanung. Die besten Modelle und alles, was du wissen musst, hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Zykluscomputer eignet sich sowohl beim Kinderwunsch als auch zur hormonfreien Verhütung.
  • Mithilfe des Zykluscomputers lassen sich die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage besser identifizieren und man bekommt ein besseres Gefühl für den eigenen Körper und den Zyklus.
  • Es gibt verschiedene Arten von Zykluscomputern, die unterschiedliche Körperanzeichen messen. Fünf unterschiedliche Geräte findest du weiter unten.

Was genau ist ein Zykluscomputer?

Ein Zykluscomputer, manchmal auch Verhütungscomputer genannt, ist ein Gerät, mit dem sicher der weibliche Zyklus besser tracken lässt. Anhand verschiedener Körperanzeichen identifiziert das Gerät die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage, weshalb es sich grundsätzlich sowohl bei der Familienplanung als auch zur Verhütung einsetzen lässt. Zu den Körperanzeichen, die der Zykluscomputer misst, zählen vor allem die Basaltemperatur, der Zervixschleim und der Hormonspiegel.

Der Computer analysiert den Verlauf dieser Anzeichen im Verlauf des Zyklus und zeigt einem an, wann man fruchtbar ist und wann der Eisprung stattfindet. Einige Modelle können sogar den Zyklusverlauf prognostizieren und anzeigen, wann die nächste Menstruation in etwa einsetzt. Dabei gibt es im Grunde drei verschiedene Arten von Zykluscomputern:

  1. Temperaturcomputer: Der Temperaturcomputer misst die Basaltemperatur direkt nach dem Aufwachen.
  2. Hormoncomputer: Der Hormoncomputer misst den Östrogenspiegel oder das luteinisierende Hormon (LH) im Urin oder den Progesteron-Wert im Speichel.
  3. Kombinationscomputer: Der Kombinationscomputer oder symptothermaler Zykluscomputer bietet die Möglichkeit, gleich mehrere Anzeichen wie die Temperatur, den Zervixschleim oder die Hormonwerte zu dokumentieren.

Wie genau funktioniert ein Zykluscomputer?

Ein Zykluscomputer sammelt Daten über den Zyklus und kann so eine Aussage über die aktuelle Fruchtbarkeit tätigen. Je länger das Gerät verwendet wird und je regelmäßiger der Zyklus ist, desto verlässlicher kann der Computer auch den Zyklusverlauf prognostizieren. Die Computer verlassen sich dabei auf spezielle Körperanzeichen. Dazu zählen vor allem die Basaltemperatur, der Zervixschleim und der Hormonspiegel (v. a. die Hormone Östrogen, Progesteron und LH). Doch wie genau funktioniert das? Wir erklären jede Methode.

Temperatur

Bei der Temperaturmethode wird die Basaltemperatur gemessen. Hierbei handelt es sich um die Temperatur, die der Körper direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem Aufstehen hat. Je nachdem, an welchem Zeitpunkt im Zyklus man sich befindet, hat man eine andere Basaltemperatur. Diese steigt nämlich durch das in der zweiten Zyklushälfte erhöhte Hormon Progesteron an. Etwa ein bis zwei Tage nach dem Eisprung kann die Temperatur um rund zwei Grad ansteigen, mit der Menstruation sinkt sie dann aber wieder ab.

Ein Temperaturcomputer kann dir erst mal also nicht anzeigen, wann der Eisprung einsetzt, denn die Temperatur steigt erst nach der Ovulation. Er misst aber über mehrere Monate hinweg deinen typischen Zyklusverlauf anhand der Temperatur und kann dir dadurch Prognosen geben. Funktionieren tut das jedoch nur, wenn du einen relativ gleichmäßigen Zyklus hast. Alternativ kannst du auch ein einfaches Basalthermometer verwenden und die Daten selbstständig dokumentieren.

Zervixschleim

Auch der Zervixschleim kann Aufschluss über den Zyklus geben. Bei dieser Methode wird der Schleim am Muttermund untersucht, der sich in Abhängigkeit vom Hormonhaushalt verändert. Dafür wird der Schleim mit den Fingern oder einem Tupfer entnommen und auf Farbe und Konsistenz überprüft.

Kurz vor und kurz nach dem Eisprung ist der Zervixschleim nicht mehr milchig und dickflüssig, sondern wird um die Ovulation herum immer klarer und flüssiger und zieht Fäden, wenn er zwischen den Fingern gespannt wird. Diese Methode musst du (im wahrsten Sinne des Wortes) eigenhändig durchführen. Einige Zykluscomputer haben aber die Funktion, dass du auch Informationen über den Zervixschleim eintragen kannst und dadurch deinen Zyklus besser dokumentieren und verstehen kannst.

Hormone

Ein Zykluscomputer, der die Hormone analysiert, untersucht vor allem die Hormone LH, FSH, Östrogen und Progesteron. Diese können Aufschluss über den Zyklus und die Fruchtbarkeit geben, indem sie anzeigen, wann der Eisprung stattfindet. Dafür werden die Hormone entweder im Urin oder im Speichel getestet. Es werden spezielle Teststäbchen verwendet und die Ergebnisse werden dann manuell oder automatisch in den Zykluscomputer übertragen. So kann er anzeigen, ob man fruchtbar ist oder nicht. Je nachdem, ob man mit dem Zykluscomputer verhüten oder schwanger werden will, kann man jeweils an den fruchtbaren Tagen ungeschützten Sex haben oder zusätzlich mit einem Kondom verhüten.

  • LH: Das leuteinisierende Hormon (LH) löst im weiblichen Körper den Eisprung aus und wird mithilfe eines Teststäbchens im Urin gemessen. Es steigt etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung im Körper an und wird durch den Urin ausgeschieden. Somit ist der wachsende LH-Spiegel im Urin durch die LH-Antikörper auf dem Teststreifen nachweisbar. Hat der LH-Wert sein Maximum erreicht, findet der Eisprung statt. Aber auch schon kurz vor der Ovulation gilt man als fruchtbar, denn die Spermien können einige Zeit überleben und warten unter Umständen auf die befruchtungsfähige Eizelle. Der Zykluscomputer wertet die Ergebnisse des Teststäbchens aus und zeigt an, ob man fruchtbar ist oder nicht.
  • FSH: Das follikelstimulierende Hormon (FSH) bewirkt das Heranreifen des Eis im Eierstock vor dem Eisprung. Es fördert die Östrogenproduktion und damit auch den Anstieg des LH. Das Hormon steigt nach Beginn des Zyklus leicht an, fällt dann kurz vor dem Eisprung ab und steigt danach direkt wieder rasant an, bis es während der Ovulation auf dem Höchstpunkt ist. Danach sinkt es wieder rasant und steigt dann zur Periode hin wieder leicht und stetig an. Die Messung des FSH und dessen Auswertung durch einen Zykluscomputer kann einem einen guten Eindruck vom Zyklusverlauf verschaffen.
  • Östrogen: Am ersten Tag des Zyklus, beim Einsetzen der Periode, ist das weibliche Geschlechtshormon Östrogen (Estradiol oder Östradiol) nur sehr niedrig. Im weiteren Zyklusverlauf steigt das Hormon stetig leicht an, bis es kurz vor dem Eisprung zu einem rasanten Anstieg kommt. Passiert das, wird auch ein Anstieg des LH ausgelöst. Beide Hormone lassen sich im Urin nachweisen. Ist der Östrogen- und LH-Spiegel erhöht, ist das ein Anzeichen dafür, dass der Eisprung kurz bevorsteht.
  • Progesteron: Auch Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon, das sich im Zyklusverlauf verändert. Anders als die Hormone Östrogen (Estradiol oder Östradiol) und LH steigt es aber nicht kurz vor, sondern kurz nach der Ovulation an. Dieser Anstieg hält bis kurz vor der nächsten Periode an, dann sinkt der Progesteron-Spiegel wieder. Dadurch lässt sich Aufschluss über den Zyklusverlauf geben und bei regelmäßiger Messung kann der Zyklus besser verstanden werden.

Wichtig: Durch die Anwendung hormoneller Verhütungsmethoden, bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten sowie bei einigen Krankheiten kann der Hormonhaushalt unter Umständen aus dem normalen Gleichgewicht geraten. Das wiederum kann die verlässliche Analyse beeinflussen. Es ist also wichtig, dass die hormonellen Körperanzeichen nur mit weiteren Anzeichen wie zum Beispiel der Temperatur beobachtet werden.

Für wen eignet sich ein Zykluscomputer?

Ein Zykluscomputer oder Verhütungscomputer kann vor allem für folgende Zwecke verwendet werden:

  • Zur natürlichen und hormonfreien Empfängsnisverhütung
  • Um schneller schwanger zu werden (natürliche Familienplanung)
  • Um den eigenen Körper, dessen Anzeichen und den Zyklus besser verstehen zu können

Der Zykluscomputer gibt einem Aufschluss über den Zyklusverlauf. So kann man fruchtbare und unfruchtbare besser identifizieren, weiß genauer, wann die Menstruation einsetzt und versteht auch andere Körperanzeichen wie PMS-Beschwerden besser.

Willst du mit dem Gerät natürlich verhüten, solltest du an den fruchtbaren Tagen zusätzlich verhüten. Möchtest du es verwenden, um schneller schwanger zu werden (natürliche Familienplanung), solltest du um den Eisprung herum ungeschützten Sex mit deinem Partner haben.

Die 5 besten Zykluscomputer im Vergleich

Wie verwendet man einen Zykluscomputer?

Wie genau ein Zykluscomputer verwendet wird, hängt immer von der jeweiligen Messmethode ab. 

  • Die Temperaturmethode misst die Basaltemperatur. Dafür verwendest du das Thermometer täglich (!) direkt nach dem Aufwachen noch vor dem Aufstehen. Damit verlässliche Daten ermittelt werden können, solltest du mindestens fünf Stunden geschlafen haben und immer ungefähr zur selben Zeit messen. Achte auch immer auf die Anwendungshinweise des Herstellers.
  • Urintests werden meist nicht täglich angewendet, sondern nur dann, wenn man sich dem Eisprung nähert. Da man sich die Teststreifen immer neu kaufen muss, kann es bei einer täglichen Messung sonst ganz schön ins Geld gehen. Hierfür solltest du in ein sauberes Gefäß urinieren und den Teststreifen dann entsprang der Hinweise des Herstellers in den Urin halten. Wie genau der Test ausgewertet wird, kann von Gerät zu Gerät unterschiedlich sein. Achte auch hier immer auf die Anwendungshinweise des Herstellers.

Häufig gestellte Fragen

Kann man mit einem Zykluscomputer auch verhüten?

Ja, im Grunde eignet sich ein Zykluscomputer auch zur natürlichen Verhütung ohne Hormone. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass du das Gerät richtig und verlässlich anwendest. Generell gilt: Je länger du den Zykluscomputer verwendest und je mehr Daten er sammelt, desto verlässlicher sind die Auswertung dieser Daten und die Prognosen. Hast du einen eher unregelmäßigen Zyklus, solltest du einen Zykluscomputer eher nicht zur Verhütung verwenden, da hier keine allzu genauen Angaben zur Fruchtbarkeit gemacht werden können.

Wie sicher ist ein Zykluscomputer?

In Sachen Verhütung hat der Zykluscomputer eine gute Sicherheit, jedoch nur, wenn die Methode richtig angewendet wird. Der Pearl-Index (dieser gibt an, wie sicher eine Verhütungsmethode ist) ist beim Verhütungscomputer jedoch relativ hoch. Generell gilt beim Pearl-Index: Je niedriger der Wert, desto verlässlicher die Methode. Der Grund, warum der Verhütungscomputer vergleichsweise schlecht abschneidet, liegt aber nicht am Computer an sich, sondern am Faktor Mensch. Wird die Messung nicht korrekt oder nicht konsequent durchgeführt, kann das die Ergebnisse verfälschen. Hier die Werte des Pearl-Index der verschiedenen Verhütungscomputer-Arten:

  • Temperaturcomputer: 0,6 - 3
  • Hormoncomputer: 6
  • Kombinationscomputer: rund 0,3

Zum Vergleich: Die Pille hat einen Pearl-Index von 0,1 - 0,9

Erhöhen Zykluscomputer die Fruchtbarkeit?

Nein, ein Zykluscomputer hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Er kann aber dabei helfen, schneller schwanger zu werden, indem er dir anzeigt, wann deine fruchtbaren Tage sind. Hast du an diesen Tagen ungeschützten Verkehr mit deinem Partner, kann es zur Befruchtung der Eizelle kommen. Bist du dir nicht sicher, wie fruchtbar du bist, kannst du das mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin besprechen.

Erfahrung: So tracke ich meinen Zyklus

Ich habe vor einigen Jahren meine Pille abgesetzt. Die volle Dröhnung Hormone hat mir, meinem Körper und meiner Psyche einfach nicht gutgetan. Weg mit den Hormonen und her mit der natürlichen Verhütung hieß es von nun an für mich. In den ersten Monaten habe ich immer mit einem Kondom verhütet, denn mein Zyklus war nach dem Absetzen der Pille durcheinander und alles andere als gleichmäßig.

Nach einer Zeit wurde der Zyklus aber immer regelmäßiger und ich hab mich mehr mit dem Thema hormonfreie Empfängnisverhütung auseinandergesetzt. Zunächst habe ich mich für die Temperaturmethode entschieden, mir ein einfaches Basalthermometer besorgt und jeden Morgen meine Basaltemperatur gemessen. Allein durch diese Methode habe ich es schon geschafft, mehr über meinen Körper und meinen Zyklus zu erfahren.

Seit Kurzem verwende ich zusätzlich noch das inne Minilab, um meine Hormone zu tracken und noch mehr Sicherheit zu haben. Die Anwendung ist unglaublich leicht und unkompliziert und dank der App habe ich alle Informationen immer auf einem Blick. Mittlerweile kann ich meinen Körper so gut einschätzen, dass ich weiß, wann ich fruchtbar bin und wann nicht. Da ich mir aktuell keine Schwangerschaft wünsche, verhüte ich an den Tagen um den Eisprung herum zusätzlich mit einem Kondom.

Mein Fazit: Egal ob Kinderwunsch oder nicht. Ich kann nur jeder Frau empfehlen, die Körperanzeichen wie Temperatur, Hormone oder Zervixschleim zu tracken, denn so bekommt man viel Aufschluss über den Körper und den Zyklus. Auch andere Symptome wie Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen oder Zwischenblutungen können dadurch besser in den Kontext des Zyklus gesetzt werden.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, cyclotest.de, inne.io

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