Wasserfasten: Der ultimative Ratgeber

Wasserfasten: Der ultimative Ratgeber

Du möchtest mit Wasserfasten abnehmen? Hier erfährst du alles, was du dafür beachten musst und warum der Trend auch mit gewissen Risiken verbunden ist.

Frau trinkt Wasser
© Pexels/Daria Shevtsova von
Was hat es mit dem Wasserfasten auf sich und wie geht man bei der Fastenkur vor? Hier gibt es alle Infos!

Einen gesunden Lifestyle zu pflegen, bedeutet für viele regelmäßig Sport treiben, ausreichend schlafen und natürlich auf eine ausgewogene Ernährung zu setzen. Oftmals sind der Gedanke und die Motivation dahinter, überschüssigen Kilos an den Kragen zu gehen und seinen Körper in Form zu bringen. Dass wir uns in Sachen Figur und Gewicht auf keinen Fall mit anderen vergleichen und für jemand anderes abnehmen sollten, müsste eigentlich klar sein.

Anders sieht es allerdings aus, wenn wir es für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit tun. Mittlerweile gibt es diverse Diäten und Abnehmmethoden, die uns dabei unterstützen können, mitunter das sogenannte Wasserfasten, welches auch unter dem Begriff Heilfasten bekannt ist (darunter fällt unter anderem auch das Saftfasten). Was es mit dieser Art des Fastens auf sich hat, was du dabei beachten und über welche Gefahren du vorher aufgeklärt werden solltest, verraten wir hier.

Was ist Wasserfasten und was bringt es?

Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich beim Wasserfasten, um das Fasten nur mit Wasser. Die Betonung liegt hier auf „nur mit Wasser“. Lebensmittel sind hierbei tabu, sodass du dich mehrere Tage wirklich nur von dem Null-Kalorien-Getränk „ernährst“. Wer dies aushält, soll sämtliche Giftstoffe aus seinem Körper ausspülen können und zudem abnehmen.

Allerdings ist es nicht so einfach, wie es klingt, denn das Fasten ist je nach Person und Gesundheit sicherlich nicht für jeden geeignet und es muss auch vorher einiges beachtet werden, da das Heilfasten einen Einfluss auf den Stoffwechsel hat. Bevor du dich für diese Methode entscheidest, solltest du auf jeden Fall einen Arzt um Rat fragen.

Das solltest du vor dem Wasserfasten beachten

Deinem Körper von einem Tag auf den anderen plötzlich eine Überraschung zu geben und komplett auf feste Nahrung zu verzichten, ist nicht gesund. Gewöhne ihn also bereits drei Tage vor dem Wasserfasten daran, weniger zu essen, indem du in diesem Zeitraum immer weniger zu dir nimmst und auf leicht verdauliche Speisen setzt. Solche Entlastungstage sind die natürlichste Methode, um den Darm langsam zu entleeren.

Die zweite und etwas mehr umstrittene Option ist es, das Organ dank Abführmittel zu leeren. Hier musst du allerdings mit Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Kreislaufproblemen rechnen.

Wasserfasten Anleitung: So funktioniert es

Sicher ist: Für eine Person, die vorher nicht genügend Wasser getrunken hat, kann sich das Wasserfasten als ganz schön schwer erweisen, denn nach den Entlastungstagen gilt es, täglich mindestens drei Liter von der Flüssigkeit zu trinken und auf feste Nahrung zu verzichten. Trinken kannst du dafür entweder Leitungswasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure. Wer sich etwas Abwechslung wünscht, kann ab und zu auch auf ungesüßten Tee setzen.

Während der Fastenkur solltest du deinen Körper zudem nicht stark belasten. Das bedeutet, dass du in diesem Zeitraum auf ein schweißtreibendes Home Workout oder anstrengendes Training verzichten solltest. Stattdessen sind leichte Yoga- und Dehnübungen oder ein Spaziergang die bessere Option. Um deinen Organismus von weiterer Anstrengung zu bewahren, solltest du feste Schlafenszeiten haben und Stress so gut es geht minimieren.

Falls du das erste Mal fastest, solltest du es auch mit der Dauer nicht übertreiben. Taste dich langsam ran und beginne mit drei bis fünf Tagen.

Fastenbrechen: Das solltest du wissen

Hast du den gewünschten Zeitraum überstanden, ist es Zeit für das Fastenbrechen. Auch hier gilt es wie bei den Entlastungstagen einiges zu beachten. Der größte Fehler, den du hierbei begehen kannst, ist es, direkt deinen Heißhungerattacken nachzugehen und ein deftiges Mahl zu verdrücken. So bringst du deinen Darm nur durcheinander, da dieser nun sehr empfindlich ist.

Gehe auch in den sogenannten Aufbautagen sanft voran und taste dich erneut über drei Tage hinweg an leicht verdauliche Lebensmittel und Nahrung. Suppen, gekochtes Gemüse, Obst oder Haferflocken sind einige Speisen, mit denen du deinen Körper langsam wieder an die normale Ernährung gewöhnst. Zudem solltest du das Essen langsam zu dir nehmen und gründlich kauen, um Übelkeit oder Erbrechen während der Aufbautage zu vermeiden.

Wie lange kann man mit Wasser fasten?

Anfänger und Personen, die vorher noch nie gefastet haben, sollten es langsam angehen und nichts überstürzen. Damit sich der Körper an die Umstellung gewöhnt, solltest du zu Beginn nicht länger als fünf Fastentage in Erwägung ziehen. Hast du bereits Erfahrungen damit und hast beispielsweise in der Vergangenheit bereits das Saftfasten ausprobiert, kannst du die Diät auch bis zu 14 Tage durchziehen.

Wichtig hierbei ist allerdings, dass du dich vorher trotzdem von deinem Arzt beraten lässt. Dieser kann nämlich besser einschätzen, welche Dauer für dich und deinem Körper infrage kommt oder ob das Wasserfasten überhaupt etwas für dich ist.

Sollte es dir in dem Zeitraum sehr schlecht gehen oder sollten plötzliche Nebenwirkungen und negative Symptome auftauchen, solltest du die Fastenkur lieber abbrechen.

Wie viel kann ich durch Wasserfasten abnehmen?

Je nach Körperbau und dem jeweiligen Energiegrundumsatz nimmt kann jeder Mensch unterschiedlich viel durch das Heilfasten abnehmen. Laut Fastenarzt Prof. Dr. Andreas Michalsen kann dieser Wert bei 2 bis 3 kg in einer Woche liegen. Wer täglich 2000 bis 3000 Kalorien verbraucht, kann demnach an einem Fastentag bis zu 400 Kalorien Körperfett verbrennen. (Hier verraten wir dir, wie du deinen Körperfettanteil berechnen und reduzieren kannst.)

Wasserfasten: Diese Vorteile hat es

Dass das Wasserfasten bei einer Gewichtsreduktion unterstützen kann, steht nun fest. Doch die Diät hat auch weitere Vorteile. Sie kann nämlichen oxidativen Stress reduzieren, wodurch die Wahrscheinlichkeit unter folgende Krankheiten zu leiden sinkt:

  • Krebs
  • Rheuma
  • Alzheimer
  • Diaebtes

Auch von Giftstoffen soll das Fasten den Körper angeblich befreien und ihn somit entgiften. Ob das jedoch wirklich stimmt, konnte bislang nicht erwiesen werden.

Gefahren und Nebenwirkungen beim Heilfasten

Je nach Empfindlichkeit des Körpers kann es während des Wasserfastens zu gewissen Nebenwirkungen kommen. Darunter ist gilt Mundgeruch als eines der harmlosesten. Sollten sich weitere körperliche Einschränkungen verstärken, lohnt es sich, einen Arzt aufzusuchen und die Kur abzubrechen. Dies sind die häufigsten Symptome:

  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Niedriger Blutdruck
  • Kreislaufprobleme
  • Schwäche
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Jojo-Effekt (nach der Kur)

Für wen ist Wasserfasten nicht geeignet?

Wie auch bei anderen Diäten oder Ernährungsumstellungen ist das Wasserfasten nicht für jedermann geeignet. Wenn du unter eines oder mehreren dieser Kategorien fällst, solltest du auf das Fasten verzichten. Treffen diese Punkte nicht auf dich zu, schadet es trotzdem nicht, beim Arzt nachzufragen.

  • Schwangere oder noch stillende Frauen
  • Kinder
  • Menschen mit Nieren-, Leber-. Herz-, Schilddrüsen- oder anderen Erkrankungen
  • Unter- oder Übergewichtige
  • Pflegebedürftige
  • Menschen mit Essstörungen

Wasserfasten: Ja oder Nein?

Abschließend ist zu sagen, dass das Wasserfasten ein umstrittenes Thema ist. Ob man es wirklich zum Abnehmen tun sollte, ist fraglich, da es mit vermehrten Nebenwirkungen zusammenhängt. Wer sein Gewicht reduzieren möchte und sich in Form bringen will, sollte sich darüber Gedanken machen, ob das Ziel nicht doch lieber mithilfe einer „gesünderen“ Kombination aus gute Ernährung und Sport erreicht werden kann. Diese Methode verspricht bei Wiederholung zumindest für ein langfristiges Ergebnis. Auch, ob das Fasten wirklich beim Entgiften des Körpers unterstützt, konnte bisher nicht offiziell belegt werden. Wer dem Heilfasten trotzdem eine Chance geben will, sollte sich langsam herantasten und sich ärztliche Beratung holen.

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Quellen: prolon-fasten.com, utopia.de, eatsmarter.de

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