Quittensamen: Kleine Kerne – große Wirkung

Quittensamen: Kleine Kerne – große Wirkung

Quitten kennen wir meist nur als Frucht zum Essen, aber die Samen der Quittenfrüchte können so einiges bewirken. Wir erzählen dir, was die kleinen Kerne für eine große Wirkung haben können.

Quitten im Beutel liegen auf dem Tisch
© Pexels | Polina Kovaleva
Quitten sind nicht nur lecker, auch ihre Samen können so einiges bewirken!

Was sind Quittensamen?

Die Quitte ist eine Frucht, die heute nicht mehr unbedingt super bekannt ist. Die Quitten, die in Deutschland, der Schweiz und Österreich wachsen, sind meist bitter und roh nicht verzehrbar. Wachsen die Quittenfrüchte in wärmeren Ländern wie der Türkei, haben sie ein leicht säuerliches, leicht bitteres Zitrusaroma, können aber roh direkt vom Quittenbaum verzehrt werden. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Quittensorten. Meist kennt man die Quitten aber eher in zu Marmelade oder Konfitüre verarbeiteter Form oder auf Kuchen.

Ihre Form erinnert an eine Mischung aus Apfel und Birne, sie ist allerdings etwas größer und gelb. Die Früchte, Blätter und Samen der Heilpflanze werden auch für medizinische Zwecke verwendet. Quittensamen sind die kleinen Kerne, die sich im Inneren der Frucht befinden. Diese solltest du auf keinen Fall essen, denn sie enthalten Blausäure, die freigesetzt wird, wenn die Kerne der Quitte beschädigt werden. Und Blausäure ist für den Menschen auch schon in kleinen Mengen giftig!

Wofür eignen sich Quittensamen?

Die Quittensamen der Heilpflanze eignen sich für verschiedene Zwecke:

1. Quittensamen zu Tee verarbeiten 

Aus den Samen und den Blättern der Pflanze lässt sich Tee herstellen. Den Quittentee kannst du innerlich und äußerlich anwenden. Trinkst du den Tee aus Quittensamen, genauer gesagt aus dem Quittenschleim, hilft er gegen Unruhe, Schlaflosigkeit und Verdauungsstörungen. Und so stellst du den Tee aus Quittensamen für die Anwendung her:

  • Nimm zwei Teelöffel Quittensamen und koche sie mit einer Tasse Wasser fünf Minuten auf. Du darfst nur ganze Quittensamen benutzen, die nicht zerkleinert werden. Achte außerdem darauf, dass du die Kerne der Quittenfrüchte nicht isst! Hast du den Tee aufgekocht, werden die Kerne der Quittenfrucht und das Wasser mit dem Quittenschleim voneinander durch ein Sieb getrennt. So bekommst du das Extrakt der Quittenfrucht und der Quittensamen.
  • Willst du den Tee und seine Heilkräfte äußerlich anwenden, kochst du auch hier die Samen oder die Blätter der Quitten aus und nimmst den daraus entstehenden Schleim. Er hilft gegen Hautentzündungen oder schlecht heilende Wunden. Der Quittenschleim entsteht, wenn die Samen länger gekocht werden. Schöpfe ihn ab und trage ihn dazu einfach auf die betroffenen Stellen auf.

2.  Quittensamen für die Haut

Quitten enthalten Vitamin C, organische Säuren, Pektin, Zink, Amygdalin und Gerbsäure und Gerbstoffe. Pektine können die Entgiftung unterstützen, senken den Blutdruck und wirken gegen Durchfall. Gerbsäure hat eine schleimlösende Wirkung und Gerbstoffe ziehen die Haut zusammen, wenn sie auf die Oberfläche aufgetragen werden und bilden so einen schützenden Film auf der Haut. Quitten haben eine kühlende und entzündungshemmende Wirkung. Deshalb ist das Quittenextrakt auch so gut für gestresste Haut und besonders beliebt in Salben, Cremes, Gels oder Gesichtsmasken

So stellst du Quittenschleim her und verwendest ihn als Gesichtsmaske:

  • Etwa 10 Quittenkerne mit einer halben Tasse Wasser einweichen. Etwa eine Stunde in dem Wasser lassen, bis sich ein klarer Schleim bildet, der Quittenschleim.
  • Nach etwa einer Stunde den klaren, duftenden Schleim aus der Quitte mit einem Pinsel auf das Gesicht auftragen und etwa 10 Minuten einwirken lassen.
  • Den Extrakt mit klarem Wasser abspülen!

Hautpflegeprodukte mit dem Extrakt aus der Quitte wirken nicht nur entzündungshemmend und reizlindernd, auch gestresste, rissige und trockene Haut kann mit den Heilkräften der Quittenfrucht kuriert werden. Es wirkt beruhigend und hat eine hautglättende Eigenschaft. Der Quittenschleim stärkt die Hautbarriere und beugt dem Feuchtigkeitsverlust vor, wodurch es sich in Gesichtscremes, -masken und Lotionen besonders gut eignet. 

3. Quittensamen für die Lippen

Da der Quittenextrakt aus den Kernen durch die enthaltenen Schleimstoffe filmbildend, hydratisierend und entzündungshemmend ist, kann es auch besonders gut bei aufgesprungenen Lippen wirken. Denn es bringt die gereizte Haut wieder ins Gleichgewicht. Dafür einfach das leichte Gel, das entsteht, wenn etwa zehn Quittenkerne in Wasser aufgequollen werden, dünn auf die Lippen auftragen und den Quittenschleim einziehen lassen. Die Reste des Extraktes einfach mit einem Tuch wieder abwischen.

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4. Quittensamen für die Haare

Und natürlich kannst du das wohltuende Gel aus dem Quittenschleim nicht nur für das Gesicht und deine Lippen benutzen, auch deinen Haaren wird die Anwendung sehr guttun. Du hast dünnes und schnell fettendes Haar? Auch wenn deine juckende Kopfhaut noch zusätzlich schuppt, kann der Quittenschleim wahre Wunder bewirken. Nimm den Extrakt aus der Quittenfrucht und massiere ihn als Haar-Kur gut in deine Haare und auf deine Kopfhaut ein. Es spendet dir und deinen Haaren Feuchtigkeit und beruhigt durch die kühlende Wirkung die gereizte Kopfhaut. Lasse die Masse der Heilpflanze etwa zehn Minuten lang einwirken und spüle sie dann mit klarem Wasser aus.

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Verwendete Quellen: olionatura.de, natuerlich-schoener.de, Pflanzenlust.de, medlexi.de

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