Polygamie: Was ist das und wo ist sie erlaubt?

Polygamie: Was ist das und wo ist sie erlaubt?

Du willst wissen, was Polygamie wirklich ist und was es damit auf sich hat? Hier findest du alle Infos dazu.

Eine Frau mit zwei Männern im Bett
© Pexels/cottonbro
Was ist eigentlich Polygamie?

Die Liebe hat viele Gesichter. Es gibt die Liebe auf den ersten Blick, die platonische Liebe, eine offene Beziehung oder auch Menschen, die unglücklich verliebt sind, weil es sich eventuell um eine einseitige Liebe handel. Dann gibt es noch die Monogamie, eine exklusive und lebenslange Beziehung zwischen zwei Personen. Im Vergleich dazu ist auch die Polyamorie vertreten, die nichts Weiteres als "Vielliebe" bedeutet. Doch hier hört es nicht auf. Auch die Polygamie fällt unter die Kategorie der Liebes- und Beziehungskonzepten. Was sich wirklich hinter diesem Begriff versteckt, decken wir nun auf.

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Polygamie: Was ist das?

Was ist überhaupt Polygamie? Dafür brechen wir das Wort erst einmal runter. Bigamie ist, wenn jemand verheiratet ist und trotz der bestehenden Ehe ein zweites Mal heiratet. Es handelt sich also um eine Doppelehe.

Poly kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "mehr" oder "viel". Bei Polygamie handelt es sich also um die sogenannte "Vielehe" oder "Mehrehe". Es bezeichnet also die Ehe mit mehreren Menschen.

Polygamie: Es gibt weitere Kategorien

Polygamie lässt sich dann noch mal in weitere Kategorien unterteilen.

  • Polygynie: Die Beziehung eines Mannes zu mehreren Ehefrauen (Vielweiberei)
  • Polyandrie: Die Beziehung einer Frau zu mehreren Ehemännern (Vielmännerei)
  • Polygynandrie: Mehrere Männer und mehrere Frauen sind miteinander verheiratet (Gruppenehe)

Wie ist Polygamie entstanden?

Ein richtiger Ursprung der Polygamie oder der Mehrehe ist nicht bekannt. Allerdings war vor allem die Polygynie in der vorchristlichen Zeit weit aus verbreitet. Damals gab es sogar auch die Bezeichnung "Kaufehe", da ein Mann sich mehrere Frauen kaufen konnte. Mit der Einführung des Christentums wurde die Polygynie dann verboten und wurde später sogar strafbar.

Polygamie: Ist sie in Deutschland erlaubt?

In Deutschland ist die Polygamie als auch die Bigamie nach § 1306 BGB und § 172 StGB verboten. Wer eine Doppel- oder Vielfachehe führt, der kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe nach §172 StGB bestraft werden.

Brenzliger wird es allerdings, wenn man in einem Land, in dem Polygamie erlaubt ist, mehrere Ehen geschlossen hat und danach nach Deutschland zieht. Hier muss beachtet werden, ob eine internationale Ehe in Deutschland anerkannt wird oder nicht und wie es generell mit den derzeitigen Ehegesetzen aussieht.

In welchen Ländern ist Polygamie erlaubt?

Die Polygamie ist in mehr als 40 Ländern unter anderem in Afrika, Saudi-Arabien, China, Iran, Philippinen oder Indonesien erlaubt.

Vor allem im Islam ist es nicht fremd polygam zu leben oder eine Vielehe einzugehen. Laut dem Koran ist es muslimischen Männern erlaubt, bis zu vier Ehefrauen zu haben. Frauen hingegen dürfen nicht mehrere Ehemänner haben. Dies bedeutet aber trotzdem nicht, dass Polygamie in jedem muslimischen Land oder von jedem muslimischen Mann präferiert oder umgesetzt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Polyamorie und Polygamie?

Kennt man sich mit den unterschiedlichen Beziehungskonzepten nicht aus, kann es schnell passieren, dass sich Polyamorie und Polygamie einfach gleich anhören. Jedoch gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen polyamourösen und polygamen Beziehungskonzepten. Während es sich bei Letzteres erst um Polygamie handelt, wenn mehrere Eheschließungen eingegangen werden, bedeutet Polyamorie übersetzt so viel wie "Vielliebe".

Bei einer polyamourösen Beziehung sind ähnlich wie bei der Monogamie Liebe, Sex und Zärtlichkeiten wichtige Faktoren. Der Unterschied: Es sind mehrere Personen und Geschlechtspartner, ohne verheiratet zu sein, an dieser Liebesbeziehung beteiligt und wissen voneinander. Eifersucht oder Untreue ist bei solchen Beziehungskonzepten also eher eine Seltenheit. Jedoch muss nicht jeder Beteiligte auch mehrere Partner haben. Als Beispiel: Ein Mann, der monogam ist, kann mit einer Frau oder einem Mann zusammen sein, die oder der eine polyamouröse Beziehung führt.

Polygamie: Die Nachteile der Mehrehe

Auch wenn die Polygamie für die Beteiligten kein Problem ist, kann es bei solchen Beziehungskonzepten zu einigen Nachteilen kommen. Vor allem, wenn Kinder oder andere Familienmitglieder betroffen sind:

  • Verlustängste
  • Vernachlässigung, da mehrere Menschen im Spiel sind
  • Schul- oder Entwicklungsprobleme bei Kindern
  • Alleinige Kinderbetreuung bei Polygnie, wenn der Mann keine Zeit hat
  • Kann zum Missbrauch genutzt werden
  • Mehr Verantwortung, die nicht immer erfüllt werden kann
  • Risiko mehrerer Scheidungen und der verbundene Stress

Fazit:

Im Allgemeinen ist zu sagen, dass bei allen weltweiten Beziehungskonzepten, egal ob bei einer monogamen, polygamem oder polyamourösen Partnerschaft, immer gegenseitiger Respekt, Zuverlässigkeit und Vertrauen an erster Stelle stehen sollte. Jeder sollte für sich entscheiden, welche Situation am besten für einen ist, diese offen und ehrlich kommunizieren können und wissen, ob jeder Beteiligte damit zufrieden ist. Zudem sollte man sich über die Regeln und Gesetze im jeweiligen Land schlaumachen, damit gegen keine Ehegesetze gebrochen werden und man sich nicht strafbar macht.

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Verwendete Quellen: ehe.de, frauenrechte.de, mittelalter.fandom.com

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