Zervixschleim nach Eisprung: So verändert sich dein Ausfluss

Zervixschleim nach Eisprung: So verändert sich dein Ausfluss

Willst du wissen, wie sich dein Zervixschleim nach dem Eisprung verändert? Wir verraten es dir.

Jede Frau hat ihn: den Zervixschleim. Er macht sich immer mal wieder durch Ausfluss im Höschen bemerkbar und kann uns einen Hinweis auf den Verlauf unseres Menstruationszyklus geben. Denn im Laufe des Zyklus verändert sich der vaginale Schleim. Wie er nach dem Eisprung aussieht und wie du am Ausfluss erkennen kannst, ob du schwanger bist, erklären wir hier.

Was ist der Zervixschleim überhaupt und welche Funktionen hat er?

Der Zervixschleim (Zervikalschleim) wird auch Ausfluss genannt. Gemeint ist damit der vaginale Ausfluss, der sich am Muttermund bildet. Drüsen im Gebärmutterhals (Zervix) produzieren den Schleim, der aus Wasser, Aminosäuren, Enzymen, Salzen, Zucker und Schleimstoffen besteht.

Der Zervixschleim ist ein ganz normaler und gesunder Ausfluss der Scheide. Seine Form, Konsistenz, Menge, Farbe und Geruch verändern sich ganz natürlich im Laufe des Zyklus. Er kann aber auch auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. Im normalen Menstruationszyklus hat der Zervixschleim vor allem diese drei Funktionen:

  • Während der fruchtbaren Tage wird der Zervixschleim dünnflüssiger und hilft dabei, die Spermien zur Eizelle zu leiten. Er hat dann einen basischen pH-Wert und sorgt so dafür, dass die Spermien eine längere Lebensdauer haben.
  • Während der unfruchtbaren Tage hat der Zervixschleim einen sauren pH-Wert und blockiert die Weiterleitung der Spermien zur Eizelle. Gleichzeitig sorgt der saure Ausfluss auch für das Abtöten der Spermien.
  • Der Zervixschleim schützt die Vagina vor dem Eindringen von Keimen, Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern.

Da sich Farbe und Konsistenz des Zervixschleims im Laufe des Zyklus verändert, verrät dein Ausfluss dir, ob du gerade fruchtbar bist oder nicht. Er kann ein Anzeichen für den anstehenden Eisprung und sogar ein Indikator für eine erfolgreiche Schwangerschaft sein.

Wie verändert sich der Zervixschleim nach dem Eisprung?

In den fruchtbaren Tagen im Zyklus bemerkst du, dass dein Ausfluss dünnflüssiger und cremiger ist als sonst und hat eine eher durchsichtige Farbe. Zuständig dafür ist das Hormon Östrogen, das vor dem Eisprung (Ovulation) vermehrt ausgeschüttet wird. Konsistenz und Farbe des Schleims verändern sich. So sorgt der Körper dafür, dass die Spermien es einfacher haben, zur Eizelle zu gelangen, damit eine Schwangerschaft zustande kommen kann. Der Eingang der Vagina fühlt sich feuchter an, als sonst.

Doch wie verändert sich der Zervixschleim nach dem Eisprung? Hier gibt es vor allem zwei Szenarien:

  • Szenario A: Es kam zur Befruchtung und Einnistung der Eizelle und somit zu einer erfolgreichen Schwangerschaft.
  • Szenario B: Es kam nicht zur Schwangerschaft und der Körper bereitet sich auf die nächste Periode vor.

Wir klären, wie sich dein Ausfluss in beiden Fällen verändert.

Im regulären Zyklus ohne Schwangerschaft

Während der Schleim während des Eisprungs noch flüssig und durchsichtig ist, wird er nach dem Eisprung wieder zäher und undurchsichtiger. Der Zervixschleim sieht cremig und klebrig aus und bekommt eine weißliche oder gelbliche Farbe. Der Eingang der Scheide fühlt sich wieder trockener an. Der dickflüssigere Schleim sorgt dafür, dass Spermien nicht mehr zu den Eizellen kommen können.

Nach erfolgreicher Befruchtung und Einnistung

Aufgrund des veränderten Hormonspiegels in den Tagen nach dem Eisprung kannst du nach einer erfolgreichen Befruchtung und Einnistung vermehrt Ausfluss wahrnehmen. Der Schleim ist dann eher klar und hat die Konsistenz von Eiweiß. Auch ein leicht blutiger Ausfluss ist möglich, da es zu einer Einnistungsblutung kommen kann. Diese ist nicht so stark wie die Periode und kann ein Anzeichen für eine erfolgreiche Schwangerschaft sein. Doch das ist bei jeder Frau anders und muss nicht zwangsläufig auftreten. An folgenden Symptomen kannst du zusätzlich erkennen, dass es eventuell zu einer Schwangerschaft kam:

  • Ziehen im Unterleib (Einnistungsschmerz)
  • Ziehen im unteren Rücken
  • Leichte Übelkeit
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Heißhunger
  • Basaltemperatur

Willst du erfahren, was genau bei der Einnistung passiert und welche Symptome du zu Beginn einer Schwangerschaft noch bemerken kannst, dann lies auch diesen Artikel: Einnistung Symptome: An diesen Anzeichen erkennst du, ob du schwanger bist

Ausnahme: Bei Einnahme der Pille

Hast du keinen natürlichen Zyklus, sondern nimmst die Antibabypille ein oder verwendest ein anderes hormonelles Verhütungsmittel, machen sich die typischen Veränderungen des Zervixschleims bei dir nicht bemerkbar. Stattdessen sorgen Pille und Co. dafür, dass sich das Sekret verdickt. So fällt es den Spermien schwerer, durch den Muttermund zur Eizelle zu gelangen. Nimmst du also die Pille ein, hast du in der Regel kein Gefühl für deinen Zervixschleim, da sich dieser nur geringfügig bemerkbar macht.

Wie beobachte ich meinen Zervixschleim richtig?

Willst du wissen, ob du fruchtbar bist oder nicht, kannst du unter anderem auch deinen Zervixschleim beobachten. Das ist eine beliebte Methode der sogenannten natürlichen Empfängnisverhütung bzw. der natürlichen Familienplanung. Zusammen mit der Messung der Basaltemperatur kann der Zervixschleim dir verraten, wann der Eisprung stattfindet. Dafür solltest du jeden Tag das Sekret beobachten und die Schleimqualitäten notieren. So funktioniert es:

  • Wasche zunächst deine Hände. Da du deine Finger gleich in die Vagina einführst, sollten sie sauber sein.
  • Führe deine Finger nun ein und entnehme etwas von dem Schleim entweder direkt am Scheideneingang oder weiter oben am Muttermund (Eingang des Gebärmutterhals).
  • Beobachte den Schleim. Wie sieht er aus? Welche Farbe hat er? Welche Konsistenz? Ist er zwischen den Fingern spinnbar?
  • Wasche dir deine Hände und notiere deine Beobachtungen.
  • Alternativ kannst du auch den Schleim in deinem Höschen beobachten und auf dein Gefühl achten. Fühlt sich der Eingang der Scheide eher feucht und nass an oder ist er trocken?
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, den Schleim vor dem Urinieren mit einem Stück Toilettenpapier abzuwischen und zu schauen, ob er zwischen dem Toilettenpapier spinnbar ist. Auch hier auf die äußere Erscheinung des Sekrets achten.

Zervixschleim auswerten

Hast du deinen Zervixschleim untersucht, musst du nur noch wissen, was deine Beobachtungen bedeuten.

  • Zyklusbeginn: Direkt nach der Periode hast du nur wenig bis gar keinen Schleim. Die Vagina fühlt sich trocken oder nur leicht feucht an. Der Zervixschleim ist dann eher klumpig und gelblich-trüb.
  • Eisprung: Einige Tage vor dem Eisprung wird die Vagina feuchter und der Zervixschleim wird flüssiger. Er hat eine transparente Farbe und ähnelt sehr dem Aussehen von rohem Eiweiß. Der Schleim lässt sich zwischen den Fingern spannen und ist dehnbar.
  • Zyklusende: Wenige Tage nach dem Eisprung wird der Zervixschleim nach und nach zäher, cremiger und bekommt eine weißliche Farbe. Er ist nun nicht mehr so gut spinnbar zwischen den Fingern.

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Verwendete Quellencyclotest.de, familie.de, ovyapp.de

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