Alternative zur Pille: 10 beliebte Verhütungsmittel

Alternative zur Pille: 10 beliebte Verhütungsmittel mit und ohne Hormone

Keine Lust mehr auf die Pille und du weiß nicht genau, welche Alternative die beste ist? Dann pass jetzt gut auf. Hier kommen 10 hormonfreie und hormonelle Verhütungsmethoden.

Verhütung: Welche Verhütungsmethoden gibt es überhaupt?

Schaut man sich das Angebot an Verhütungsmitteln an, merkt man schnell: Es gibt eine ziemlich große Auswahl. Doch wie finde ich das passende Verhütungsmittel für mich? Um diese Frage beantworten zu können, kann es helfen, sich erst mal einen Überblick über die verschiedenen Methodenkategorien zu verschaffen.

  • Mechanische Verhütung: Bei der mechanischen Verhütungsmethode werden die Spermien durch eine Art Barriere vom Ei ferngehalten. Zu dieser Kategorie zählen Barrieremethoden wie das Kondom oder das Diaphragma.
  • Hormonelle Verhütung: Hormonelle Verhütungsmethoden enthalten künstlich hergestellte Hormone, die an den Körper abgegeben werden und eine Befruchtung der Eizelle verhindern. Zu dieser Kategorie zählt zum Beispiel die Pille oder die Hormonspirale.
  • Chemische Verhütung: Chemische Verhütungsmethoden werden auch Spermizide genannt. Sie wirken sich negativ auf die Spermien aus und verhindern so, dass es zu einer Befruchtung kommt. Meist werden sie in Kombination mit anderen mechanischen Verhütungsmitteln wie dem Diaphragma verwendet.
  • Natürliche Verhütung: Die natürliche Verhütungsmethode basiert auf der Analyse des weiblichen Zyklus. Anhang verschiedener Körperanzeichen werden die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage identifiziert. Hat man nur an den unfruchtbaren Tagen Geschlechtsverkehr, kann auch ohne andere Präparate verhindert werden, dass es zur Schwangerschaft kommt.

Vorteile und Nachteile: Anti-Baby-Pille ja oder nein?

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel. Kein Wunder, denn seit der Einführung in den 1960ern ist es Frauen möglich, selbstbestimmt Sex zu haben, ohne eine ungewollte Schwangerschaft befürchten zu müssen. Die Pille hat das Sexleben der Menschen einmal komplett auf den Kopf gestellt und hat den Grundstein dafür gelegt, Sex nicht mehr nur als Fortsetzungsakt, sondern auch als Vergnügen zu sehen.

Sie bringt jede Menge Vorteile mit sich: An erster Stelle steht natürlich der besonders sichere Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Der Pearl-Index gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Je niedriger der Wert, desto sicherer das jeweilige Präservativ. Der Pearl-Index der Pille liegt bei 0,1 bis 0,9 je nach Präparat. Das bedeutet, dass 0,1 bis 0,9 Frauen von insgesamt 100 Frauen trotz Einnahme der Pille schwanger wurden. Ein ziemlich guter Schnitt. 

Trotzdem: Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, die Pille abzusetzen und auf alternative Verhütungsmittel auszuweichen. Grund hierfür sind zum einen die sich anhäufenden Kosten, die durch die Anti-Baby-Pille entstehen, zum anderen aber auch die vielen Nebenwirkungen, die die Pille für einige Frauen mit sich bringen kann. Hierzu zählen meist:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Scheidentrockenheit und sexuelle Unlust
  • Psychische Nebenwirkungen wie depressive Verstimmungen
  • Gewichtszunahme
  • Blähbauch
  • Blutungsstörungen
  • Zysten an den Eierstöcken

Zählst du zu den Personen, die lieber auf die Pille verzichten wollen? Dann pass jetzt gut auf. Wir stellen dir fünf hormonfreie Alternativen zur Pille und fünf Verhütungsmittel mit Hormonen vor. So kannst du dir einen guten Überblick darüber verschaffen, welches Verhütungsmittel vielleicht die richtige Wahl für dich ist. Alles Genauere solltest du dann aber doch mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin absprechen.

Alternativen zur Pille: Die 5 beliebtesten hormonfreien Verhütungsmittel

Wer die Pille absetzt, entscheidet sich oft für den kalten Entzug: die hormonfreie Verhütung. Doch welche Möglichkeiten hat man, wenn man komplett auf die Einnahme von Hormonen verzichten will? Die fünf beliebtesten hormonfreien Alternativen zur Pille stellen wir dir hier vor.

1. Natürliche Verhütung

Die natürliche Verhütung folgt folgendem Prinzip: Im weiblichen Zyklus gibt es Tage, an denen man fruchtbar ist, also an denen eine Befruchtung der Eizelle möglich ist und Tage, an denen man unfruchtbar ist. Schafft man es, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau korrekt zu identifizieren, ist es im Grunde ganz einfach: Will man nicht schwanger werden, kann man einfach die Liebesstunden an den unfruchtbaren Tagen timen. Fruchtbar ist man an den Tagen um den Eisprung herum. Dieses Zeitfenster gilt es zu vermeiden, wenn man nicht schwanger werden will. 

Doch wie findet man nun heraus, ob man gerade fruchtbar oder unfruchtbar ist? Dafür analysiert man Körperanzeichen, die ein Indikator für den aktuellen Zeitpunkt im Zyklus sind. Folgende Methoden zur natürlichen Verhütung sind besonders verbreitet:

  • Temperaturmethode (Pearl-Index: 0,8 - 3,0): Bei der Temperaturmethode wird die Basaltemperatur direkt nach dem Aufwachen gemessen. Diese steigt nach dem Eisprung leicht an. Wird der Temperaturverlauf täglich und über einen längeren Zeitraum akribisch dokumentiert, kann man den Zyklus besser nachvollziehen und feststellen, wann die fruchtbaren und wann die unfruchtbaren Tage sind.
  • Zervixschleim-Methode / Billings-Methode (Pearl-Index: 15): Der Zervixschleim befinden sich am Muttermund und verändert sich im Laufe des Zyklus. Um diesen zu untersuchen, entnimmt man den Schleim einfach mit den Fingern und prüft ihn auf Farbe und Konsistenz. Ist der Schleim dickflüssig und milchig, befindet man sich wahrscheinlich in der unfruchtbaren Phase. Zum Eisprung hin wird der Schleim immer klarer und flüssiger und lässt sich einfacher zwischen den Fingern spannen.
  • Symptothermale Methode (Pearl-Index: 0,4 - 1,8): Bei der symptothermalen Methode werden gleich mehrere Körperanzeichen in Kombination überprüft. Basaltemperatur, Zervixschleim, Hormonspiegel… Alle gemeinsam können einen noch besseren Aufschluss über die aktuelle Fruchtbarkeit im Zyklus geben. Sie gilt auch als verlässlichste Methode unter den natürlichen Verhütungsmethoden

Mehr dazu: Natürliche Verhütung

2. Kupferspirale

Bei der Kupferspirale handelt es sich um ein sogenanntes Interuterinpessar (IUP) mit Langzeitverhütung. Ein kleines T-förmiges Kunststoffstäbchen mit einem feinen Kupferfaden umwickelt wird direkt in die Gebärmutter der Frau gesetzt. Hier kann es drei, fünf oder sogar zehn Jahre bleiben und sorgt für einen sehr verlässlichen Schutz (Pearl-Index: 0,4 - 0,8). Doch wie genau funktioniert das?

Die Spirale setzt konstant eine geringe Menge des Kupfers in der Gebärmutter frei. Dieses beeinträchtigt die Spermien in ihrer Beweglichkeit, sodass sie nicht mehr zum Ei kommen können. Gelingt es einem Spermium noch, zur Eizelle zu gelangen, kann sich diese nicht in der Gebärmutter einnisten, da die Spirale die Gebärmutterschleimhaut verändert.

Die Kupferspirale wird von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin eingesetzt und das Ganze kostet zwischen 150 und 300 Euro. Beim Einsetzen können eventuell Schmerzen entstehen, weshalb viele Ärztinnen und Ärzte vorab Schmerzmedikamente verabreichen. Direkt nach dem Einsetzen ist ein Verhütungsschutz gegeben.

Es gibt auch weitere Verhütungsmittel, die ähnlich funktionierten. Hierzu zählt zum Beispiel die Kupferkette oder der Kupferball. Wie die Kupferspirale schützen auch Kupferkette und Kupferball vor einer ungewollten Schwangerschaft mithilfe eines feinen Kupferdrahtes.

Mehr dazu: Kupferspirale

3. Kondom

Das Kondom ist der Klassiker unter den Verhütungsmitteln. Die Barrieremethode wird über den Penis gezogen und hält die Spermien von der Eizelle fern und verhindert so eine Befruchtung. Doch nicht nur das: Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel (neben dem Frauenkondom), das auch vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten schützt

Das Gummi bietet einen guten Schutz (Pearl-Index: 2 - 12) jedoch nur, wenn es auch richtig angewendet wird. Hierfür ist es wichtig, dass die richtige Größe gewählt wird und auch beim Kondom überziehen nichts schief geht. Reißt das Kondom, kann es keinen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft sowie Geschlechtskrankheiten garantieren.

Mehr dazu: Kondom richtig überziehen

4. Diaphragma

Das Diaphragma ist wie das Kondom eine Barrieremethode. Hierbei handelt es sich um eine runde Kappe aus Silikon mit einem Gummiring, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt wird. Hier wird sie vor dem Muttermund platziert, sodass sie eine Barriere bildet und die Spermien nicht mehr durch zur Gebärmutter kommen.

Das Diaphragma wird in der Regel mit einem chemischen Verhütungsmittel, einem Spermizid kombiniert. Das Verhütungsgel wird vor dem Einsetzen auf das Diaphragma geschmiert und erhöht die Sicherheit der Verhütungsmethode. 

Das Diaphragma muss zunächst vom Frauenarzt oder von der Frauenärztin angepasst werden und kann dann bis zu zwei Stunden vor dem Sex eingesetzt werden. Danach muss es mindestens sechs Stunden in der Vagina bleiben, denn so lange überleben die Spermien hier. Eine Alternative zum Diaphragma ist die sogenannte Portiokappe. Sie bleibt einen ganzen Monat in der Vagina und muss zur Periode hin herausgenommen werden. Voraussetzung für diese Methode ist ein regelmäßiger Zyklus.

Mehr dazu: Diaphragma

5. Sterilisation

Auch eine Sterilisation ist eine wirksame Verhütungsmethode, allerdings auch eine dauerhafte. Ist die Familienplanung abgeschlossen, kann die Sterilisation dafür sorgen, dass man sich nicht mehr fortpflanzen kann. Sowohl Frau (Pearl-Index 0,2 - 0,3) als auch Mann (Pearl-Index: 0,1) kann den Eingriff vornehmen, wobei der Eingriff beim Mann deutlich risikoärmer und günstiger ist und mit weniger Aufwand verbunden ist.

Alternativen zur Pille: Die 5 beliebtesten Verhütungsmittel mit Hormonen

Weg von der Pille, aber nicht von den Hormonen? Kein Thema. Auch das ist möglich. Es gibt eine immer größer werdende Auswahl an Verhütungsmitteln, die zwar hormonell wirken, die jedoch nicht so intensiv in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen und daher verträglicher sind und weniger Nebenwirkungen als die Pille haben. Fünf besonders beliebte Alternativen zur Pille stellen wir nun vor.

1. Hormonspirale

Die Hormonspirale wird auch Verhütungsschirmchen genannt. Hierbei handelt es sich um ein Intrauterinsystem (IUS), das in die Gebärmutter der Frau gesetzt wird und hier drei oder fünf Jahre bleiben kann. Sie sieht ähnlich wie eine Kupferspirale aus, nur dass hier kein Kupferdraht enthalten ist. Die Spirale hat ein Hormondepot, das das Hormon Levonorgestrel enthält. Dieses wird in die Gebärmutter abgegeben und verändert die Schleimhaut im Gebärmutterhals und macht Hahn dicker und undurchlässiger, sodass die Spermien nicht mehr zum Ei kommen können.

Kommt doch ein Spermium durch, kann sich das befruchtete Ei nicht einnisten, da das Hormon außerdem die Gebärmutterschleimhaut verändert. So bietet die Hormonspirale einen sehr sicheren Verhütungsschutz (Pearl-Index: 0,16).

Wie die Kupferspirale wird auch die Hormonspirale in die Gebärmutter gesetzt. Die Kosten liegen hier etwa bei 250 bis 400 Euro. Da die Hormone nur lokal wirken, haben sie auch nicht so einen starken Effekt auf den Körper wie die Pille. Das macht die Hormonspirale in der Regel deutlich verträglicher. 

Mehr dazu: Spirale

2. Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze enthält eine relativ hohe Dosierung des Hormon Gestagen. Dieses hemmt den Eisprung für bis zu 12 Wochen. In dieser Zeit hat man seine Ruhe und ist sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt (Pearl-Index: 0,3 - 0,88). 

Der Nachteil dieser Methode: Sie greift sehr intensiv in den Hormonhaushalt ein und es kann nach dem Absetzen bis zu ein Jahr dauern, bis sich der Hormonhaushalt wieder reguliert hat und sich ein normaler Zyklus wieder hergestellt hat. Deshalb wird die Spritze auch nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einer chronischen Magen-Darm-Erkrankung durchgeführt.

3. Hormonstäbchen

Das Hormonstäbchen, auch Hormonimplantat genannt, ist ein biegsames, etwa vier Zentimeter langes Kunststoffstäbchen, das vom Arzt oder von der Ärztin unter die Haut am Oberarm gesetzt wird. Hier gibt es konstant Hormone ab, ähnlich wie es auch eine Pille macht. Das Stäbchen kann für etwa drei Jahre unter der Haut bleiben und muss dann gewechselt werden.

Da es keine Einnahmefehler gibt, schützt das Hormonstäbchen sehr gut vor einer ungewollten Schwangerschaft (Pearl-Index: 0 bis 0,008). Nebenwirkungen wie bei der Pille treten bei rund 10 Prozent der Anwenderinnen auf. Übrigens: Die Periode kommt durch das Hormonimplantat nur unregelmäßig oder gar nicht.

4. Vaginalring

Der Vaginalring ist ein kleiner Kunststoffring, der in die Scheide der Frau wie ein Tampon eingeführt wird. Hier setzt er Hormone frei. Nach 21 Tagen muss er entfernt werden und die Verhütung für sieben Tage pausiert werden. Im Anschluss findet eine Abbruchblutung statt und im Anschluss kann ein neuer Ring eingesetzt werden. 

Der Verhütungsring sorgt für die 21 Tage für einen sehr sicheren Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft (Pearl-Index: 0,4 - 0,65). Er hat aber eine ähnliche Wirkung und damit auch ähnliche Nebenwirkungen wie die Pille. Der Vorteil gegenüber der Pille: Man muss nur zweimal im Monat (beim Einsetzen und Herausnehmen) an das Verhütungsmittel denken und nicht täglich, wie es bei der Pille der Fall ist.

Mehr dazu: Verhütungsring

5. Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster, auch Hormonpflaster genannt, wird auf den Oberarm geklebt. Hier gibt es Östrogen und Gestagen über die Haut an den Körper ab. Es muss von der Frau jeweils sieben Tage getragen werden und wird dann direkt durch ein neues ersetzt. Der Pflasterwechsel sollte immer am selben Wochentag geschehen. Nach drei Wochen muss man eine Woche Pause machen. In dieser Zeit tritt eine Abbruchblutung auf.

Nebenwirkungen und Regelblutung sind ähnlich wie bei der Einnahme der Pille. Unter Umständen kann das Pflaster aber zusätzlich noch für Rötungen der Haut sorgen. An sich handelt es sich aber bei dem Hormonpflaster um eine sichere Verhütungsmethode (Pearl-Index: 0,72 - 0,9).

Mehr dazu: Verhütungspflaster

Fazit: Welches Verhütungsmittel ist die beste Alternative zur Pille?

Ob mit oder ohne Hormone – für welche Art von Verhütung du dich entscheidest, bleibt ganz dir überlassen. Wir haben dir hier jeweils fügst Alternativen zur Pille ohne Hormone und mit Hormonen vorgestellt. So kannst du dir einen besseren Überblick über das Angebot an Verhütungsmitteln verschaffen und eine erste Auswahl für dich treffen. Alles Weitere solltest du aber mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin besprechen.

Auch interessant:

Hormonfreie Verhütung: Die besten Alternativen zur Pille

Kondom gerissen? Das solltest du nun tun

Pille absetzen: Infos und Erfahrungen

Verwendete Quellen: aok.de, apotheken-umschau.de

Banane in Hand und weiße Creme
Ist der Coitus Interruptus wirklich sicher und schützt er mich vor einer Schwangerschaft? Das klären wir hier. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...