Schwangerschaftsdemenz: Ursachen, Symptome und Tipps

Schwangerschaftsdemenz: Das steckt hinter der Vergesslichkeit

Bei vielen (werdenden) Müttern sorgt die Schwangerschaft für Vergesslichkeit. Und diese Vergesslichkeit hat auch einen Namen: Schwangerschaftsdemenz! Wir erklären dir, was hinter dem Phänomen steckt und was dagegen hilft. 

Haustür nicht abgeschlossen, Verabredung vergessen oder mal wieder die Fernbedienung verlegt? Viele (werdende Mütter) sind während ihrer Schwangerschaft oder in der Stillzeit vergesslicher und verwirrter als sonst – oder bilden es sich zumindest ein. Aber warum ist das so? Gibt es Schwangerschaftsdemenz wirklich? Und was kann man dagegen tun?

 

Was ist Schwangerschaftsdemenz?

Der Begriff "Schwangerschaftsdemenz" klingt erst einmal ziemlich angsteinflößend. Tatsächlich hat das Phänomen nichts mit echter Demenz zutun. Anders als bei einer Altersdemenz zum Beispiel sterben nämlich keine Zellen im Gehirn ab. Die (werdenden) Mütter berichten während ihrer Schwangerschaft oder in der Stillzeit zwar von Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und einer langsameren Denkgeschwindigkeit, allerdings sind diese nur vorübergehend. Tritt das Phänomen nach der Geburt auf, wird es auch Stilldemenz genannt. Im Englischen kennt man Schwangerschaftsdemenz unter dem Namen "Baby Brain".

Wann tritt Schwangerschaftsdemenz auf?

Wann die Schwangerschaftsdemenz beginnt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige Frauen bleiben auch davon verschont. Sie kann bereits im ersten Trimester auftreten, doch meistens bemerken die werdenden Mütter im dritten Trimester, dass sie vergesslicher werden. Treten die Symptome nach der Entbindung auf, wird die Schwangerschaftsdemenz auch als Stilldemenz bezeichnet.

Symptome von Schwangerschaftsdemenz

Nicht jede schwangere Frau hat mit Schwangerschaftsdemenz zu kämpfen. Übliche Symptome von Schwangerschaftsdemenz sind:

  • Merk- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Wortfindungsstörungen
  • Vergesslichkeit 
  • Beeinträchtigte Gedächtnisleistung

Mögliche Ursachen für Schwangerschaftsdemenz

Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Hormone im Körper der Frau Schuld an Schwangerschaftsdemenz und Stilldemenz sind. Kurz vor und nach der Geburt fällt der Progesteronspiegel ab, während die Hormonspiegel von Oxytocin und Prolaktin ansteigen. Letztere sorgen für eine starke Bindung zwischen Mutter und Kind, sodass sich der Fokus der Mama voll und ganz auf das Baby verlagert. So kann es passieren, dass alltägliche Abläufe zu kurz kommen, die Denkgeschwindigkeit abnimmt und es zu Konzentrationsschwierigkeiten kommt.

Aber auch der erhöhte Cortisolspiegel während der Schwangerschaft ist eine mögliche Ursache für Schwangerschaftsdemenz. Das Stresshormon begünstigt Vergesslichkeit. Leiden die Schwangeren zusätzlich unter Schlafproblemen, lässt das den Cortisolspiegel noch weiter in die Höhe steigen, was wiederum den Stress erhöht.

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Schwangerschaftsdemenz nach der Geburt: Ist das möglich?

Auch nach der Geburt können Mütter noch eine geringere Gedächtnisleistung haben, was dann als Stilldemenz bezeichnet wird. In einer Studie des Forschungsteams der Feinberg School of Medicine in Chicago wurden 77 Schwangere und 24 Wöchnerinnen auf ihr Gedächtnis, ihre Lesefähigkeit und Denkgeschwindigkeit getestet. Das Ergebnis: Im Durchschnitt schnitten die Wöchnerinnen in ihrer Denkgeschwindigkeit und schlussfolgerndem Denken sogar schlechter ab als die Schwangeren. Die Forscher und Forscherinnen vermuten, dass das insbesondere an der Erschöpfung und am Schlafmangel in der Zeit nach der Geburt liegt. Auch Stimmungsschwankungen der Wöchnerinnen könnten eine Rolle spielen.

Was hilft gegen Schwangerschaftsdemenz?

Es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um die Symptome der Schwangerschaftsdemenz zumindest etwas zu lindern:

  • Ausreichend schlafen: Um trotz dickem Babybauch besser schlafen zu können, kannst du dir nachts einen speziellen Bauchgurt umschnallen und dir ein Stillkissen holen. Die beste Schlafposition ist auf der Seite. Und wenn das Kind schon auf der Welt ist? Dann versuche auch zu schlafen, wenn dein Kind schläft.
  • Stress vermeiden: Kochen, Einkaufen, Haushalt - der Alltag ist auch ohne Baby schon stressig genug. Gib einige Aufgaben an Familienmitglieder, deinen Schatz oder Freunde ab, um Stress zu reduzieren.
  • Viel trinken: Trinke jeden Tag mindestens zwei Liter stilles Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Ausgewogene Ernährung: Versuche, keine Mahlzeiten zu überspringen und alle wichtigen Nährstoffe zu dir zu nehmen - auch in der Stillzeit. Vitamin C, E und B12 helfen dem Gehirn, leistungsfähig zu bleiben. Greife zum Beispiel zu Zitrusfrüchten, Tomaten, Fisch, Käse oder Spinat.
  • Gedächtnis fördern: Lese Bücher, mache Kreuzworträtsel oder Ähnliches, damit dein Gedächtnis nicht einrostet.
  • Notiere dir wichtige Termine: Schreibe dir alle anstehenden Termine auf und verteile kleine Notizen im Haus, damit du nichts vergisst. 

Wann muss ich zum Arzt?

Es ist ganz normal, während der Schwangerschaft vergesslich zu sein. Eine Schwangerschaftsdemenz ist erst einmal kein Grund zur Sorge. Sollten lange Zeit nach der Geburt Symptome wie Traurigkeit, Antriebslosigkeit oder Hoffnungslosigkeit dazukommen, kann eine Depression dahinterstecken. Dann ist es sinnvoll, sich ärztlichen Rat einzuholen.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, deine-gesundheitswelt.de, apotheken.de

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