Haarausfall nach Schwangerschaft: Ursachen und Tipps

Haarausfall nach Schwangerschaft: Ursachen und Tipps zum Haarverlust

Deine Schwangerschaft ist zu Ende und plötzlich fallen dir die Haare übermäßig aus? Hier liest du, was du dagegen tun kannst.

Als frischgebackene Mama gibt es so viel Neues, um das du dir Gedanken machen musst. Haarausfall nach der Schwangerschaft gehört wohl nicht zu den Themen, auf die du dich vorbereitet hast. Doch kein Grund zum Verzweifeln: Wir erklären dir, warum du Haare verlierst und geben dir wertvolle Tipps!

Haarausfall nach Schwangerschaft: Wo liegt die Ursache?

Während der Schwangerschaft hattest du schöne glänzende Haare und schneller gewachsen sind sie auch noch – und nach der Schwangerschaft fallen sie auf einmal büschelweise aus? Das Problem kennen viele Mütter. Und die Erklärung dafür liegt, wie bei so vielen Schwangerschaftsproblemen, an den Hormonen.

  • Während der Schwangerschaft ist das Hormon Östrogen im Körper der Frau deutlich angestiegen. Denn dadurch hatte der Embryo ideale Bedingungen für sein Wachstum.
  • Nicht nur das Wachstum deines ungeborenen Babys hat von den Östrogenen profitiert, auch deinem Haarwachstum taten die Östrogene gut. Denn das Hormon hält die Haarfollikel in der Wachstumsphase (Anagenphase) und der Ruhephase (Telogenphase), wodurch sie weniger ausfallen und gleichzeitig dicker und voller aussehen.
  • Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel der Frau stark, da dein Hormonhaushalt sich wieder auf den Normalzustand von vor der Schwangerschaft einpendelt. 
  • Das Haar, das sich zusätzlich auf deinem Kopf angesammelt hatte, wechselt nun in die Haarausfallphase. Das nennt sich Telogen-Effluvium. Der postpartale Haarausfall und dein Haarwachstum pendeln sich aber nach wenigen Monaten wieder ein.

Die Hormonumstellung wirst du wohl auch an deiner Haut und deinen Nägeln bemerken. Allerdings kann der Haarausfall nach der Schwangerschaft auch noch andere Gründe haben. Sollte sich der Haarverlust nicht nach sechs bis neun Monaten nach der Geburt wieder eingependelt haben, solltest du einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, um mögliche Mängel auszuschließen.

Haarverlust nach Schwangerschaft: Nicht-hormonelle Ursachen für den Haarausfall

Sollte von deinem Arzt oder deiner Ärztin festgestellt werden, dass dein Haarausfall nach der Schwangerschaft nicht hormonell bedingt ist, kann er noch weitere Ursachen und Gründe haben.

  1. Eisenmangel: Während deiner Schwangerschaft steigt dein Eisenbedarf um 60% an. Denn das braucht dein Baby, um ausreichend zu wachsen und sich zu entwickeln. Nimmst du während der Schwangerschaft zu wenig Eisen zu dir, entsteht ein Mangel, der sich auch noch nach der Schwangerschaft durch Haarverlust bemerkbar machen kann.
  2. Stress: Auch psychischer Stress, wie starke Sorgen, kann Haarverlust begünstigen. Und davon haben Mütter genug! Die Situation mit einem neugeborenen Kind ist für dich neu und ungewohnt. Hast du viel Stress, solltest du es langsamer angehen lassen und dir Hilfe von Familie und Freunden holen.
  3. Unausgewogene Ernährung: Während deiner Schwangerschaft hast du vermehrt auf deine Ernährung geachtet, denn schließlich brauchte dein Kind genügend Nährstoffe und Vitamine. Doch auch nach der Schwangerschaft ist es wichtig, dass du für dich auf deine Ernährung achtest. Haarausfall kann hier ein Zeichen für Mangelerscheinungen sein.

Wann beginnt der Haarausfall nach der Schwangerschaft?

Bei den meisten Frauen tritt das Fallen der Haare nicht sofort nach der Geburt des Kindes auf. Oft bemerken sie den Haarausfall erst etwa drei Monate nach der Geburt ihres Kindes. Doch warum ist das so?

Der erhöhte Östrogenspiegel hat die Wachstumsphase im Haarzyklus verlängert. Diese Phase ist auf etwa drei Monate beschränkt, danach fallen die Haare vermehrt aus. Solltest du dein Kind stillen, wirst du in der Stillzeit vermutlich keinen Haarausfall bemerken. Erst wenn du versucht, die Stillzeit zu beenden, können deine Haare fallen. Das liegt daran, dass das Östrogen während der Stillzeit langsamer abgebaut wird.

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Wie viel Haarausfall nach der Geburt ist normal?

Haarausfall nach der Geburt ist bei Frauen ganz normal und kann auch ziemlich drastisch sein. Hast du beim Kämmen deiner Haare ein paar mehr Haare als vor der Schwangerschaft in der Bürste oder fallen beim Duschen etwas mehr Haare in die Wanne, ist das noch kein Haarausfall.

Erst wenn über mehrere Wochen täglich mehr als hundert Haare ausfallen und sogar kahle Stellen am Kopf entstehen, ist der Haarausfall krankhaft. Mach dir also keine Sorgen, wenn du nach der Geburt mehr Haare als vorher verlierst. Das ist ganz normaler postpartaler Haarausfall (Effluvium). Wahrscheinlich wirst du bemerken, dass deine Kopfhaut am Ansatz etwas durchscheint und deine Haarstruktur dünner wirkt. Dein Körper hat so viel vollbracht, dass es völlig in Ordnung ist, wenn er einige Monate braucht, um den Hormonhaushalt wieder einzupendeln und dabei ein paar Haare fallen lässt.

Kann der Haarausfall nach der Schwangerschaft verhindert werden? Leider müssen wir dir hier eine enttäuschende Antwort geben. Denn du kannst nicht verhindern, dass deine Haare nach der Entbindung fallen. Da der Haarausfall hormonell bedingt ist, kannst du zwar nichts gegen den Haarausfall tun, doch du kannst mit ihm umgehen.

Tipps für die Behandlung bei Haarausfall nach der Schwangerschaft:

Dein Haar braucht jetzt vor allem Zeit, um sich wieder einzupendeln. Dafür muss dein Östrogenspiegel wieder auf den Normalzustand kommen. Doch es gibt Dinge, die du tun kannst, um dein Haar wieder in den Griff zu bekommen:

  1. Ausgewogene Ernährung
    Wir können es gar nicht genug betonen: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig. Besonders für deine Haare, denn die Haarfollikel brauchen eine bestimmte Menge an Vitaminen und Mineralstoffen, um gesund zu wachsen.
     
  2. Ruhe
    Ein neuer Mensch ist geboren worden und du musst dich nicht mehr nur um dich und deine Bedürfnisse kümmern, sondern auch um dein Baby. Das ist Stress pur! Und genau das sorgt für noch mehr Haarausfall.
    Darum denk dran: Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du nach Hilfe fragst!
     
  3. Die richtige Pflege
    Damit du dein strapaziertes Haar nicht noch mehr beanspruchst, kannst du es besonders schonend pflegen. Dafür greifst du am besten zu milden Shampoos und Pflegeprodukten, die dein Haar und deine Kopfhaut schonen. Trage dein Haar außerdem offen; das verhindert das Ausreißen der Haare durch Zopfbänder. Auch auf Hitzetools solltest du weitestgehend verzichten – falls das nicht komplett geht, verwende IMMER einen Hitzeschutz, damit deine Haarstruktur nicht angegriffen wird.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, thehairlust.de, hipp.de

Haarausfall
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