Einnistungsschmerz: Wann und wie du ihn spüren kannst

Einnistungsschmerz: Wann und wie du ihn spüren kannst

Nistet sich die Eizelle in der Gebärmutter ein, kann das einen speziellen Einnistungsschmerz verursachen. So kannst du merken, ob du schwanger bist.

Die Einnistung ist der offizielle Beginn einer Schwangerschaft. Zu spüren ist diese aber nicht immer. Nur wenige Frauen bemerken eine Veränderung im Körper, sobald sich die Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Äußern kann sich die Einnistung vor allem durch einen Einnistungsschmerz. Wie sich dieser anfühlt und wann er auftreten kann, verraten wir dir hier.

Was ist der Einnistungsschmerz?

Der sogenannte Einnistungsschmerz (fachsprachlich auch Nidationsschmerz genannt) kann während der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut gespürt werden. Wurde die Eizelle befruchtet, macht sie sich im Anschluss auf den Weg zur Gebärmutter. Hier lässt sie sich in der Schleimhaut nieder, was bei einigen Frauen durch ein Ziehen im Unterleib wahrgenommen wird. Hierbei handelt es sich um den Einnistungsschmerz, der ein erstes Anzeichen für eine erfolgreiche Schwangerschaft sein kann.

Was passiert genau während der Einnistung?

Unter der Einnistung (fachsprachlich Nidation) versteht man die Niederlassung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter. Wurde die Eizelle erfolgreich befruchtet, macht sie sich im Anschluss durch den Eileiter auf den Weg zur Gebärmutter. Auf diesem Weg durchläuft die Eizelle mehrere Stadien der Entwicklung. Nach etwa fünf Tagen ist die Eizelle, die in diesem Stadium übrigens Blastozyste genannt wird, endlich in der Gebärmutter angekommen und setzt sich hier an der Gebärmutterwand fest. Sie gräbt sich eine Mulde in die Gebärmutterschleimhaut, die in den Wochen zuvor mühsam aufgebaut wurde, um den Körper auf die Einnistung und somit auf eine erfolgreiche Schwangerschaft vorzubereiten. Am Ende ist die Blastozyste komplett von der Gebärmutterschleimhaut umschlossen. Hier kann sich der Embryo gut entwickeln und zu einem hoffentlich gesunden Baby heranwachsen. Die erfolgreiche Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ist übrigens der offizielle Beginn der Schwangerschaft.

Es kann aber auch passieren, dass sich die Eizelle an der falschen Stelle niederlässt. Nistet sie sich zum Beispiel im Eileiter ein, spricht man von einer Eileiterschwangerschaft. Hier kann sich der Embryo nicht entwickeln, weshalb die Schwangerschaft in diesem Fall leider abgebrochen werden muss. Selbes gilt für die Bauchhöhlenschwangerschaft und die Eierstockschwangerschaft, die beide passieren können, wenn sich die Eizelle in die falsche Richtung bewegt. Auch diese Schwangerschaften müssen leider abgebrochen werden.

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Kann man die Einnistung spüren?

Das Wichtigste zuerst: Nicht jede Frau kann die Einnistung (Nidation) spüren. Statistisch gesehen bleibt sie bei etwa 65 Prozent aller Frauen unbemerkt. Das bedeutet nicht, dass du nicht schwanger bist, falls der Schmerz ausbleibt. Ein Schwangerschaftstest kann dir mehr Sicherheit geben, ob du schwanger bist oder nicht.

Die restlichen statistischen 35 Prozent der Frauen können allerdings die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut spüren. Während sich die Blastozyste nämlich in die Gebärmutterwand eingräbt, verletzt sie kleine Blutgefäße, was sich bei einigen Frauen als leichtes Ziehen im Unterleib bemerkbar macht. Zusätzlich kann auch noch die Einnistungsblutung auftreten. Hierbei handelt es sich um eine sehr leichte Schmierblutung, die nur sehr kurz andauert. Einnistungsschmerz und Einnistungsblutung sind für viele Frauen zwar schwer als solches zu identifizieren, sie sind aber gute erste Anzeichen dafür, dass die Schwangerschaft erfolgreich war.

Der Grund, warum einige Frauen die Einnistung spüren und andere nicht? Versuchst du aktiv schwanger zu werden, hast du eventuell ein besseres Gespür für deinen Körper und bemerkst jede noch so kleine Veränderung. Rechnest du hingegen nicht mit einer Schwangerschaft, kann es sein, dass du den Einnistungsschmerz gar nicht bemerkst oder für Unterleibsschmerzen der Periode hältst. Hinzu kommt, dass einige Frauen eine größere Schmerztoleranz haben als andere.

Wie fühlt sich der Einnistungsschmerz an?

Zum Zeitpunkt der Einnistung (Nidation) kannst du ein Zwicken, Ziehen, Piksen, Stechen oder Ziepen im Unterleib spüren. Einige haben auch leichte Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. Auch leichte Krämpfe sind möglich, die sich etwas wie Blähungen anfühlen können. Diese Symptome kommen vielen Frauen nur allzu bekannt vor. Sie sind leicht zu verwechseln mit dem Schmerzen während der Periode oder mit dem Mittelschmerz.

  • Einnistungsschmerz vs. Regelschmerzen: Die Regelschmerzen spürst du später als den Einnistungsschmerz. Trackst du deinen Zyklus, weißt du genau, wann deine Menstruation einsetzt. Spürst du um diesen Zeitpunkt herum ein Ziehen im Unterleib, handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Regelschmerzen. Diese sind in der Regel auch deutlich stärker als der Einnistungsschmerz.
  • Einnistungsschmerz vs. Mittelschmerz: Der Mittelschmerz tritt während des Einsprungs auf. Nicht jede Frau kann diesen spüren, doch einige nehmen ihren Eisprung durch ein leichtes Ziehen im Unterleib wahr. Der Mittelschmerz tritt noch vor dem Einnistungsschmerz vor. Wenn du deinen Zyklus trackst und versuchst, aktiv schwanger zu werden, weißt du wahrscheinlich genau, wann dein Eisprung geschieht und kannst den Mittelschmerz besser zuordnen.

Wann genau tritt der Einnistungsschmerz auf?

Auch wenn der Weg durch den Eileiter hin zur Gebärmutter für uns sehr kurz wirkt, für die Eizelle ist es eine echte Reise. Etwa fünf Tage braucht sie nach der Befruchtung, um sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Somit kannst du den Einnistungsschmerz etwa fünf bis sieben Tage nach dem Eisprung spüren. Das ist in etwa eine Woche vor deiner errechneten Periode

Wie lange dauert der Einnistungsschmerz?

Wie lange der Einnistungsschmerz dauert, kann von Frau zu Frau sehr verschieden sein. Einige spüren den Schmerz nur sehr kurz, andere bemerken ihn über mehrere Tage hinweg. Es ist schwer, hier eine allgemeine Tendenz zu erkennen, da das Schmerzempfinden von Person zu Person sehr unterschiedlich ist. Hast du jedoch Schmerzen über einen längeren Zeitraum, gilt auch hier: Im Zweifel besser den Arzt oder die Ärztin um Rat fragen.

Woran kann ich die Einnistung noch bemerken?

Die Einnistung gilt als erstes Schwangerschaftsanzeichen und ist gleichzeitig der offizielle Beginn der Schwangerschaft. Begleitet wird der Schmerz oft mit einer Einnistungsblutung. Die Blutung ist nur sehr leicht und dauert nicht lange an. Es handelt sich hierbei um eine sehr schwache Schmierblutung, die aber nicht bei jeder Frau vorkommen muss. Die Blutung verwechseln viele Frauen zunächst mit der Regelblutung, weshalb sie denken, dass sie nicht schwanger sind. Doch die Einnistungsblutung ist viel schwächer als die Periode.

Ob du schwanger bist oder nicht, kannst du außerdem an folgenden ersten Schwangerschaftsanzeichen erkennen:

  • Spannungsgefühle in den Brüsten
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Heißhunger
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Veränderung der Körpertemperatur (Basaltemperatur)

Doch auch diese kommen nicht bei jeder Frau vor. Um sicherzugehen, solltest du einen Schwangerschaftstest machen. Diesen kannst du frühestens ab dem fünften bis sechsten Tag nach dem Eisprung machen, da er erst anschlägt, sobald sich die Eizelle eingenistet hat. Nach der Nidation verändern sich die Hormone im Körper der Frau. Unter anderem steigt das Hormon hCG im Körper an, was wiederum durch den Schwangerschaftstest festgestellt werden kann. Ist das hCG-Level im Urin erhöht, zeigt dieser eine positive Schwangerschaft an.

Kein Einnistungsschmerz: Was bedeutet das?

Nur weil du keinen Einnistungsschmerz spürst, heißt das nicht, dass du nicht schwanger bist. Nicht alle Frauen spüren den Nidationsschmerz nach der Befruchtung. Das liegt unter anderem daran, dass wir alle eine andere Schmerztoleranz haben. Während einige die Schmerzen präsent wahrnehmen, merken andere das Ziehen im Unterleib gar nicht. Du brauchst dir also keine Sorgen machen, wenn du schwanger werden willst und die Nidation nicht spürst. Etwa eine Woche nach deinem Eisprung kannst du einen Schwangerschaftstest machen und dich versichern, ob die Schwangerschaft erfolgreich war oder nicht. Gleichzeitig kannst du auch noch auf weitere Schwangerschaftsanzeichen achten. Auch eine leichte Blutung kann dir anzeigen, dass die Einnistung erfolgreich war.

Kann man die Einnistung fördern?

Leider kannst du die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter nicht beeinflussen oder fördern. Das muss die Blastozyste leider alleine schaffen. Was du aber tun kannst, ist, die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schwangerschaft zu gewährleisten. Das kannst du tun, damit dein Körper eine gut durchblutete Gebärmutterschleimhaut aufbaut, in die sich die Eizelle gut einnisten kann:

  • Bewege dich ausreichend und treibe regelmäßig Sport
  • Ernähre dich gesund und ausgewogen
  • Nimm Vitamine, Folsäure und Mineralstoffe zu dir
  • Trink viel Wasser und Tee
  • Verzichte auf Alkohol, Drogen und Nikotin
  • Vermeide Stress
  • Achte auf ausreichend Schlaf

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Verwendete Quellen: cyclotest.de, hallo-eltern.de

Frau mit Hand auf Bauch
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