Schmierblutung statt Periode: Häufige Ursachen

Schmierblutung statt Periode: Das steckt hinter der Zwischenblutung

Wenn eine Schmierblutung statt deiner Periode auftritt, muss das nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten. Wir klären dich über die häufigsten Ursachen auf.

Der weibliche Zyklus ist sehr komplex und es kann schon mal passieren, dass wir selber nicht richtig verstehen, was gerade in unserem Körper vorgeht. Stress, die Ernährung oder Hormonschwankungen und Krankheiten können sich auf unsere Menstruation (Monatsblutung) auswirken und so kann es passieren, dass statt einer Periode nur eine Schmierblutung auftritt. Diese Zwischenblutungen können auch mitten im Zyklus auftreten, wenn wir eigentlich noch gar nicht mit einer Blutung rechnen. Wenn du einmal eine Schmierblutung statt einer Periode (Monatsblutung) hast, musst du dir erstmal keine Sorgen machen. Wenn es aber öfters auftritt, dass eine Schmierblutung deine Periode ersetzt oder du mehrere Zwischenblutungen im Monat hast, solltest du dir ärztlichen Rat suchen und den Ursachen auf den Grund gehen. Auch Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten Schmierblutungen während der Schwangerschaft oder nach einer Befruchtung beim Gynäkologen abklären lassen. Wir haben dir hier die häufigsten Ursachen für eine Schmierblutung zusammen gefasst.

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Schmierblutung: Was ist das?

Eine Schmierblutung kann jederzeit auftreten: entweder während deinem Zyklus oder auch statt der Periode (Monatsblutung). Meistens handelt es sich dabei um einen schwachen Ausfluss, der aber auch stärker ausfallen kann. Die Schmierblutungen haben meistens eine bräunliche Farbe und können wenige Stunden, aber auch mehrere Tage andauern. Die Ursachen für eine Schmierblutung können hormonell oder auch organisch sein.

Schmierblutungen: Hormonelle Ursachen

Hier listen wir die bekannten hormonellen Ursachen für eine Schmierblutung außerhalb oder statt der Menstruationsblutung auf.

1. Pubertät oder Wechseljahre

Immer, wenn hormonelle Schwankungen und ein hormoneller Umschwung stattfindet, können Schmierblutungen auftreten. Dies ist sowohl in der Pubertät, als auch in den Wechseljahren der Fall.

2. Ovulationsblutung

Auch direkt nach dem Eisprung kann es zu einer Art Zwischenblutung kommen, wenn der Östrogenspiegel sinkt und der Progesteronspiegel steigt.

3. Schwangerschaft

Wenn die Schmierblutung statt der Periode (Menstruationsblutung) eintritt, kann es sich auch um eine Einnistungsblutung nach der Befruchtung handeln. Wenn sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, können Äderchen platzen und so kann eine leichte Blutung entstehen. So könnte die Einnistungsblutung also auch auf eine Schwangerschaft und einen erfüllten Kinderwunsch hindeuten.

4. Hormonschwankungen

Stress, Liebeskummer, eine Reise, Krankheit, kleine Dinge oder Veränderungen: All das kann den Hormonhaushalt einer Frau durcheinanderbringen. Das wiederum kann zu einem Ausbleiben der Periode, einer verkürzten Blutung oder einer Zwischenblutung führen.

5. Gelbkörperschwäche

Frauen, die eine Gelbkörperschwäche haben, haben auch sehr oft eine verkürzte zweite Zyklushälfte und Schmierblutungen zum Ende ihrer Periode (Monatsblutung). Das Gelbkörperhormon ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet wird.

Schmierblutung: Weitere Ursachen

Neben hormonellen Ursachen können auch weitere Gründe hinter einer Schmierblutung stecken.

1. Endometriose

Bei einer Endometriose verteilt sich die Schleimhaut aus der Gebärmutter auch außerhalb, was bedeutet, dass bei der Monatsblutung nicht nur der Schleim aus der Gebärmutter ausgeschieden wird, sondern auch der versprengte Schleim außerhalb. So können Schmierblutungen auch ein Anzeichen für Endometriose sein. Weitere Anzeichen sind Zyklusschwankungen, starken Regelschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

2. Myome, Polypen, Krebs

Myome nennt man gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, die meistens nicht behandelt werden müssen, aber Schmierblutungen verursachen oder sogar für starke und längere Menstruationsblutungen sorgen können. Auch Polypen in der Gebärmutter oder am Gebärmutterhals können ein Grund für Schmierblutungen sein.

3. Entzündungen

Auch Eileiter und Eierstöcke können sich entzünden. Diese Entzündungen äußern sich als Schmerzen beim Sex oder während des Eisprung oder eben als Schmierblutungen. Auch die Scheide kann sich entzünden (Symptome: Unterleibsschmerzen, übel riechender Ausfluss) und wenn diese Entzündung in diese Gebärmutter aufsteigt, können wiederum Schmierblutungen entstehen.

4. Sex / Geschlechtsverkehr

Auch beim Sex können Äderchen platzen. Dieses Blut kann sich als Schmierblutung zeigen.

5. Schilddrüsenerkrankungen

Eine Über- oder eine Mangelproduktion der Schilddrüse kann für Hormonschwankungen sorgen. Diese wirken sich, wie bereits erwähnt, auch auf den Zyklus aus und können für Schmierblutungen außerhalb der Tage (Menstruationsblutung) sorgen.

6. Psyche

Stress, Liebeskummer, Depressionen und Trauer: Emotionen, die uns belasten, wirken sich auch auf unseren Körper und unseren Menstruationszyklus aus. So können Schmierblutungen und Zwischenblutungen neben der Tage (Menstruationsblutung) auch darauf hinweisen, dass es dir nicht guttun.

Schmierblutung: Ab wann zum Arzt?

Wie bereits erwähnt, ist eine Schmierblutung erstmal kein Grund zur Panik. Verständlicherweise kann sie uns aber beunruhigen und vor allem Frauen in der (Früh-)Schwangerschaft machen sich Gedanken, ob alles in Ordnung ist. Wenn du schwanger bist, empfiehlt es sich also, mit Blutungen und Zwischenblutungen während der Schwangerschaft immer einmal zum Arzt bzw. zu einer Ärztin zu gehen, um sicherzugehen, dass alles normal verläuft. In den meisten Fällen handelt es sich hier nur um eine hormonelle Schwankungen durch die Befruchtung, aber es könnte auch eine Komplikation vorliegen.

Wenn du allerdings nicht schwanger bist, gilt: Schmierblutungen sind nicht selten und für viele Frauen ganz normal. Tritt die Blutung nur einmalig auf oder nur selten, musst du dir also keine Sorgen machen. Wenn die Schmierblutung aber häufiger statt der Periode (Tage) auftritt oder du in deinem Zyklus viele Zwischenblutungen hast, solltest du deinem Frauenarzt oder deine Frauenärztin um Rat fragen.

Du solltest zum Arzt/zur Ärztin gehen, wenn:

  • die Schmierblutungen häufig auftreten
  • du oft Zwischenblutungen hast
  • deine Blutungen sehr stark und lang anhaltend sind
  • wenn du neben der Schmier- oder Zwischenblutung auch Symptome wie Schwäche, Ohnmacht oder starken Schmerzen bemerkst
  • du schwanger bist, einen Kinderwunsch hast oder eine künstliche Befruchtung hattest
  • die Blutung nach deinen Wechseljahren auftritt

Schmierblutung: Behandlung und Vorbeugung

Wie die Schmierblutung behandelt wird, hängt ganz von ihrer Ursache ab. Wenn du also ärztliche Beratung suchst, gehe sicher, dass du dort auch all deine Symptome auflistest, sodass der Frauenarzt oder die Frauenärztin sich ein genaues Bild machen kann. In der Praxis wird dann auch eine vaginale Untersuchung durchgeführt, inklusive Abtasten und einer eventuellen Ultraschalluntersuchung. So lassen sich Myome oder Wucherungen erkennen. Sollte bei dieser Untersuchung nichts gefunden werden, kann man noch eine Blutuntersuchung durchführen, um zu prüfen, ob nicht doch eine Schwangerschaft und damit eine Einnistungsblutung vorliegt. Außerdem kann auch der Urin untersucht werden.

Sollten die Schmierblutungen durch Myome oder einen gutartigen Tumor entstanden sein, kann man diese mit einer OP entfernen. Wenn Hormonschwankung für die Schmierblutung verantwortlich sind, lassen sich diese mit künstlichen oder pflanzlichen Hormonen regulieren. Im schlimmsten Fall kann auch eine Krebserkrankung hinter der Schmierblutung stecken, hier fällt die Behandlung natürlich entsprechend intensive aus.

Um Schmierblutungen vorzubeugen, kannst du deinen Körper während dem Zyklus positiv unterstützen. Hierbei hilft eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Sport und Bewegung und ein gesunder Lebensstil ohne Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum. Zusätzlich solltest du versuchen, den Stress in deinem Alltag zu minimieren und deine jährliche Routineuntersuchung beim Gynäkologen bzw. bei der Gynäkologin wahrnehmen. So können eventuelle Veränderungen oder Erkrankungen frühzeitig erkannt werden.

Wichtig: Versuche nicht, selbst eine Diagnose für dich zu erstellen und verlasse dich auch nicht auf Informationen aus dem Internet. Wenn die Schmierblutungen bei dir häufiger statt der Periode auftreten, gehe auf jeden Fall zu einem Arzt bzw. einer Ärztin.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de

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