Richtig heizen: Die 12 besten Tipps zum Sparen

Richtig heizen: Die 12 besten Tipps zum Sparen und besseren Heizen

Bei den steigenden Öl-, Strom- und Gaspreisen sollte versucht werden, zu sparen. Und am besten funktioniert das, wenn du richtig heizt.

Wir alle müssen uns auf steigende Strom-, Gas- und Ölpreise einstellen. Und das kann teuer werden, denn im Haushalt entstehen rund 73 Prozent des Energieverbrauchs durch die Heizung. Möchtest du Heizkosten und CO₂-Emissionen reduzieren, solltest du deshalb richtig heizen. Hier kommen 12 Tipps, wie du richtig heizen kannst.

Richtig heizen: So geht’s

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht absehbar, wie kalt es im Winter wirklich werden wird und wie hoch die zu erwartenden Kosten durch die Energiekrise und die daraus folgenden realen Verknappungen sein werden. So oder so macht die Raumwärme rund 73 Prozent des Energieverbrauches in einem Haushalt aus. Möchtest du nicht nur Geld sparen, sondern auch CO₂-Emissionen reduzieren, solltest du richtig heizen. Und das geht schon mit wenigen einfachen Tricks.

1. Nachts richtig heizen

Oft stehen Verbraucher*innen vor dem Problem, ob nachts die Heizung ab oder zumindest eine Stufe runtergestellt werden sollte. Am Tag sollten zwischen 18 und 20 Grad Raumtemperatur herrschen, das entspricht einer Einstellung der Heizstufe am Thermostat zwei bis drei. In der Nacht kann die Raumtemperatur ruhig auf 14 Grad sinken, hier wäre eine Einstellung des Thermostats von eins bis zwei empfehlenswert.
Doch stellst du die Heizung nachts runter, muss die Wohnung oder das Haus am Morgen wieder eingeheizt werden. Verbraucht eine Nachtabsenkung so nicht noch mehr Heizkosten? Eine konkrete Antwort darauf hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Gebäudemasse und der Gebäudedämmung und kann so nur von einem Experten oder einer Expertin beurteilt werden.

Doch du kannst es auch eigenständig testen: Herrschen in einer Nacht Null Grad Außentemperatur, stelle die Heizung einmal komplett ab. Am nächsten Morgen prüfst du die Temperatur im Raum. Je tiefer diese in der Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte gespeichert werden. Eine Nachtabsenkung wäre hier sinnvoller als die Heizung komplett abzustellen. Bist du den Tag über nicht zu Hause, empfiehlt es sich ebenfalls, die Heizung runter zu drehen.

2. Zum richtigen Zeitpunkt heizen

Ab wann ist es überhaupt sinnvoll zu heizen? Das kommt natürlich immer auf die herrschenden Außentemperaturen an. Als Faustregel gilt jedoch, frühestens im Oktober mit dem Heizen anzufangen. Vermieter*innen-seitig gilt: Von 01. Oktober bis zum 30. April muss das Heizen ermöglicht werden. Sinken die Raumtemperaturen unter 16 Grad, muss auch außerhalb dieses Zeitraumes erlaubt werden, zu heizen. Der größte Teil des Heizenergieverbrauchs fällt somit auf die Monate Dezember bis März. Möchtest du richtig heizen und Geld sparen, solltest du so spät wie möglich mit dem Heizen beginnen und so früh wie möglich aufhören.

3. Richtige Raumtemperatur finden

Möchtest du richtig heizen, solltest du bewusst heizen. Das beinhaltet nicht nur, die richtige Heizperiode zu berücksichtigen, sondern auch die richtige Raumtemperatur zu finden. Im Winter musst du keine 25 Grad in deiner Wohnung haben und nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Pro Grad sparst du bis zu sechs Prozent Energie!

  • Wohnzimmer: Hier hältst du dich oft am meisten in einer Wohnung auf. Deshalb dürfen es im Wohnzimmer ungefähr 20 Grad Raumtemperatur sein.
  • Schlafzimmer: Oft schlafen wir bei niedrigen Temperaturen besser, wollen aber auch nicht frieren. Eine Raumtemperatur von 17 bis 18 Grad sorgt für einen guten Schlaf.
  • Badezimmer: Fliesen sind kalt, allerdings hältst du dich im Bad oft nicht lange auf. Deshalb sind hier die empfohlenen Temperaturen unterschiedlich. Möchtest du es warm haben, empfiehlt sich eine Raumtemperatur von 22 Grad. Oft helfen aber auch schon Badezimmer-Vorleger gegen kalte Füße, dann kannst du das Badezimmer ruhig etwas weniger heizen.
  • Küche: Durch das Kochen in der Küche geben Backofen und Herd schon einiges an Wärme ab. In der Küche brauchst du so oft gar nicht zu heizen.
  • Unbenutzte Räume: Es erscheint logisch, wenig benutze Räume im Haus oder der Wohnung nicht zu heizen. Doch hier ist Vorsicht angesagt: Denn bei Außentemperaturen unter null Grad sollte die Raumtemperatur nicht unter 15 Grad sinken. Hier droht die Gefahr von Schimmel!

Tipp: Du solltest bei dir zu Hause nicht frieren. Allerdings frieren wir oft nicht trotz der Heizung, sondern wegen der Heizung. Denn dein Körper passt sich der höheren Raumtemperatur an und du merkst gar nicht, dass es eigentlich schon viel zu warm ist.

4. Regelmäßig Stoßlüften

Heizungsluft ist nicht nur unangenehm auf der Haut, sondern auch schlecht für deine Gesundheit. Denn zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus. Zu viel Feuchtigkeit im Raum begünstigt allerdings Schimmel, wie sollte dann gelüftet werden?

Stoßlüften ist der richtige Weg, um dein Zuhause mit ausreichend Frischluft zu versorgen. Expert*innen empfehlen, etwa viermal am Tag zu lüften. Bist du nicht zu Hause, öffne die Fenster jeden Morgen und Abend einmal weit zum Lüften. Hast du das Fenster lange Zeit zum Lüften gekippt, kühlen nur die Wände ab. Die Fenster lässt du mehrere Minuten komplett offen, damit die verbrauchte Luft aus dem Raum entweichen kann und neue, frische Luft hineinströmen kann. Drehe zuvor aber das Thermostatventil am Heizkörper herunter, damit es nicht zu einem unnötigen Energie- und Wärmeverlust kommt.

Hier liest du noch mehr zum Thema: Richtig lüften: Diese Tipps sorgen für frischen Wind in der Wohnung

5. Heizkörper entlüften

Dein Thermostat am Heizkörper ist voll aufgedreht, aber so richtig warm wird die Heizung trotzdem nicht? Dann ist es gut möglich, dass der Heizkörper entlüftet werden muss. Das erkennst du auch oft an einem leichten Gluckern des Wassers im Heizkörper. Du solltest sie dringend entlüften, denn jede Luftblase im Heizkörper bedeutet Energieverschwendung. Einige Heizungen verfügen über eine automatische Entlüftungsfunktion, hier deuten Luftblasen eher auf eine undichte Stelle hin. Andere Heizkörper lassen sich mit einem Entlüftungsschlüssel entlüften. Prüfe danach, ob Wasser nachgefüllt werden muss.

6. Fenster und Türen abdichten

Richtig Heizen und Heizkosten sparen geht nur, wenn die Energie nicht durch die Fenster und Türen wieder verschwindet. Bemerkst du einen Wärmeverlust trotz richtigen Heizens, solltest du prüfen, ob deine Fenster dicht sind. Ist dies nicht der Fall, kannst du deine Fenster nachträglich mit Dichtungsband abdichten. Vergiss jedoch trotzdem das Lüften nicht!

7. Geschlossene Vorhänge

Ein Trick, um bei Hitze die Kälte im Raum zu behalten, ist, den Raum zu verdunkeln. Soll nachts im Winter keine Wärme aus dem Raum gelangen, solltest du deine Rollos, Vorhänge oder Jalousien geschlossen halten. So werden die Fenster zusätzlich isoliert.

8. Heizkörper nicht verdecken

Hast du etwas vor deinem Heizkörper stehen, solltest du das schnell ändern. Denn ähnlich wie die Vorhänge die Fenster isolieren, verhindern Gegenstände vor der Heizung, dass die Wärme sich im Raum verteilt. Also verhindere im Winter, dass sich große Möbel und Vorhänge vor dem Heizkörper befinden.

9. Wärmer kleiden statt mehr heizen

Läufst du zu Hause barfuß und im T-Shirt herum, das Thermostat der Heizung ist aber auf hoher Stufe eingestellt, heizt du falsch. Möchtest du es richtig warm haben, solltest du nicht unbedingt die Heizung sofort höher stellen, sondern erstmal an deiner Kleidung arbeiten. Deine Füße werden besonders schnell kalt, wodurch du leicht frierst. Halte sie deshalb mit warmen Socken und Hausschuhen warm. Auch ein Pullover oder ein Halstuch halten dich warm. Natürlich solltest du nicht in dicker Jacke und Handschuhen zu Hause herumlaufen müssen, nur um Heizkosten zu sparen.

Denke allerdings dran, dass es nicht gesund ist, sich ständig in überheizten Räumen aufzuhalten.

10. Wand hinter der Heizung dämmen

Ist deine Außenwand nicht richtig isoliert, kann es schnell zu einem Wärmeverlust kommen. Du solltest deshalb nicht nur richtig heizen, sondern auch versuchen, die Wärme durch Dämmen im Raum zu behalten. Und das kannst du durch eine Isolationsschicht an der Wand hinter der Heizung erreichen. Im Baumarkt kannst du Dämmmatten mit verschiedenen Stärken, mit oder ohne Aluminiumbeschichtung kaufen. Eine Aluminiumbeschichtung reflektiert zusätzlich die Wärmestrahlung.

11. Energieverbrauch kontrollieren

Den Überblick über seine Heizkosten zu behalten, ist oft gar nicht so einfach. Denn meist wird monatlich ein Abschlag an den Stromanbieter oder auch an den oder die Vermieter*in gezahlt. Die Jahresabrechnung kommt erst deutlich später und kann mit einer bösen Überraschung in Form einer hohen Nachzahlung enden. Um den Überblick zu behalten, solltest du dir jeden Monat deinen Verbrauch anschauen. Hast du darauf keinen Zugriff, weil du den Betrag monatlich an deine*n Vermieter*in zahlst, informiere dich über die Vergleichswerte im Heizspiegel.

12. Heizung technisch nachrüsten

Damit du jeden Raum optimal heizt und nicht mehr Energie aufwendest als du benötigst, kann die Heizung auch technisch nachgerüstet werden. Das funktioniert mit einer automatischen Heizkörpersteuerung. Dafür tauschst du den Thermostatkopf einfach aus. Du kannst ihn programmieren, und so den Heizzyklus für jeden Raum optimal einstellen. So kannst du die Räume nur zu den Zeiten beheizen, in denen sie auch genutzt werden und sparst Energie.

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Verwendete Quelle: utopia.de, umweltbundesamt.de, co2online.de

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