Befruchtung Eizelle: So läuft es genau ab

Befruchtung Eizelle: So läuft es genau ab

Wie läuft die Befruchtung der Eizelle ab? Woher weiß ich, wann mein Eisprung ist? Wie erkenne ich, ob ich schwanger bin? Diese und weitere Fragen klären wir hier.

Kleine Biologie-Nachhilfe gefällig? Willst du gerne wissen, wie genau die Befruchtung einer Eizelle abläuft, solltest du nun gut aufpassen. Wir erklären dir super verständlich und Schritt für Schritt, wie die Befruchtung vonstattengeht und wie eine Schwangerschaft zustande kommt. Hast du damals nicht so gut in der Sexualkunde aufgepasst, bekommst du hier nun alle Antworten auf die Fragen, die du zum Thema Befruchtung der Eizelle durch das Spermium hast.

Wann ist die Befruchtung der Eizelle möglich?

Die Befruchtung (Fertilisation) ist nur während der fruchtbaren Tage einer Frau möglich. Die Eizelle ist nämlich nur höchstens 24 Stunden nach dem Eisprung (Ovulation) befruchtungsfähig. Da jedoch die Spermien bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können, beginnen die fruchtbaren Tage schon etwa fünf Tage vor dem Eisprung. Optimaler Zeitpunkt zur Befruchtung sind etwa bis zu zwei Tage vor dem Eisprung oder genau während des Eisprungs. Am Tag nach der Ovulation sind die fruchtbaren Tage beendet. Eine Befruchtung ist dann nicht mehr möglich.

Eisprung berechnen

Um herauszufinden, wann genau dein Eisprung stattfindet und du fruchtbar bist, solltest du deinen Zyklus über einen längeren Zeitraum tracken. Bei den meisten Frauen verläuft der Zyklus nämlich nicht immer gleich. Mal ist er länger, mal kürzer. Starten tut der Zyklus immer mit dem ersten Tag der Periode. Etwa zwei Wochen vor Beginn der nächsten Menstruation findet der Eisprung (Ovulation) statt. 12 bis 24 Stunden lang ist die Eizelle dann befruchtungsfähig. Da die Spermien jedoch bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können, beginnen die fruchtbaren Tage schon fünf Tage vor dem Eisprung.

Wann die Ovulation stattfindet, kannst du dir grob ausrechnen, wenn du regelmäßig deinen Zyklus trackst und notierst. Dann bekommst du ein Gefühl für deinen Eisprung und kannst schon im Vorhinein einschätzen, wann deine fruchtbaren Tage einsetzen. Hierbei helfen kann dir ein Zykluscomputer. Er misst in der Regel deine Basaltemperatur, die einen Hinweis auf den Zyklusverlauf geben kann. Nach dem Eisprung steigt nämlich die Basaltemperatur und sinkt erst bei der nächsten Regelblutung wieder. Verwende den Zykluscomputer für mehrere Monate, damit er ein Gespür für deinen Zyklus bekommt und dann kann er dir genau ausrechnen, wann du fruchtbar bist und wann nicht.

Mehr zu dem Thema Zykluscomputer, wie er funktioniert und welche Geräte wir empfehlen können, erfährst du hier: Zykluscomputer im Vergleich

Wie läuft die Befruchtung genau ab?

Du willst wissen, wie genau die Befruchtung der Eizelle durch das Spermium vonstattengeht? Wir erklären es dir im Detail.

1. Der Eisprung

Seit dem Beginn des Zyklus sind in den Eierstöcken Eibläschen, sogenannte Follikel herangereift. Diese enthalten die Eizellen. Zum Zeitpunkt des Eisprungs, etwa 10 bis 14 Tage vor der nächsten Menstruation kommt es bei einem der Follikel zum Eisprung. Das Eibläschen platzt und gibt die Eizelle frei. Sie wird dann von dem trichterförmigen Ende des Eileiters aufgefangen, der geplatzte Follikel bleibt als sogenannter Gelbkörper zurück. In den folgenden 12 bis 24 Stunden wandert die freigegebene Eizelle dann in Richtung Gebärmutter. Während dieser Zeit kann sie durch die Samen des Mannes befruchtet werden. Die Befruchtung findet also im Eileiter der Frau statt.

2. Das Spermium auf dem Weg zur Eizelle

Während des Eisprungs verflüssigt sich der Schleimpfropf durch das erhöhte Östrogen im Körper der Frau, der sonst den Gebärmutterhals geschlossen hält. Nur so gelingt es den Samenzellen auch, den Gebärmutterhalskanal in Richtung Eileiter hinaufzuschwimmen und zum Ei zu gelangen. Der Körper der Frau macht den Gebärmutterhals also für Spermien durchlässig. Das passiert aber nur während der fruchtbaren Tage.

Damit die Spermien das befruchtungsfähige Ei überhaupt finden können, sendet dieses bestimmte Lockstoffe, sogenannte Chemotaxine aus. Die Samen werden von dem Lockstoff in die richtige Richtung gewiesen und schwimmen mit ihren Schwänzchen in die entsprechende Richtung, um die Eizelle zu finden. Und das ist gar nicht so einfach, denn immerhin gibt es zwei Eileiter und in jedem von ihnen könnte die befruchtungsfähige Eizelle sein. In seltenen Fällen springt in beiden Eileitern eine Eizelle. Beide können dann befruchtet werden und es kommt zu einer zweieiigen Mehrlingsschwangerschaft.

Durchschnittlich 100 bis 200 Millionen Spermien schwimmen in Richtung Eizelle. Doch nicht allen gelingt es, im Eileiter bei der Eizelle anzukommen. Einige schlagen die falsche Richtung ein, haben kein Schwänzchen oder haben zwei Köpfe. Einige Hundert Samen kommen aber bei der Eizelle an und umschwirren diese dann. Die Eizelle sendet dann Lockstoffe an das von ihr ausgewählte Spermium, das nicht immer das schnellste sein muss. Nun kann dieses die Eizelle befruchten.

3. Das Spermium befruchtet das Ei

Um befruchtet zu werden, öffnet die Eizelle ihre Hülle für ein Spermium, gleichzeitig wird der Zugang für alle anderen Samenzellen gesperrt. Diese sterben dann nach einiger Zeit ab. In der Eizelle angelangt, verliert das siegreiche Spermium sein Schwänzchen und Eizelle und Samen verschmelzen miteinander.

Sowohl Samen als auch Eizelle bringen nur einen halben Satz Chromosomen (also 23 Stück) mit. Zusammen erben sie beim Verschmelzen einen vollen Satz von 46 Chromosomen, der wichtig ist für die Bildung eines neuen Menschen. Das Geschlecht des Kindes wird übrigens von der männlichen Samenzelle bestimmt. Der weibliche Chromosomensatz enthält nämlich nur X-Chromosomen, während das männliche Spermium mit einem X- oder einem Y-Chromosom bestimmt, ob das Geschlecht des Kindes männlich (XY) oder weiblich (XX) ist.

4. Einnistung der befruchteten Eizelle

Wurde die Eizelle erfolgreich von dem Samen des Mannes befruchtet, macht diese sich nun durch den Eileiter weiter auf den Weg zur Gebärmutter. Während dieser Zeit durchläuft die befruchtete Eizelle (Zygote) mehrere Stadien. Nach einer Ruhezeit von etwa 30 Stunden beginnt die Zygote, sich zu teilen. Mit jeder Teilung verdoppelt sich die Anzahl der Zellen im Inneren der Zygote. Erst nach etwa vier Tagen hat die Zelle das Stadium erreicht, in dem aus ihr die Blastozyste wird, die sich dann in der Gebärmutter einnisten kann.

Rund fünf bis sechs Tage nach der Befruchtung kommt die Blastozyste in der Gebärmutter an und setzt sich hier an der Gebärmutterwand fest. Hier gräbt sie eine Mulde in die Gebärmutterschleimhaut und nistet sich hier ein, bis sie vollkommen von der Schleimhaut bedeckt ist. Hier kann sich der Embryo optimal entwickeln. Die Einnistung (Nidation) der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ist übrigens der offizielle Beginn der Schwangerschaft.

Doch so unkompliziert wie das Ganze gerade klingt, ist es gar nicht. Es kann nämlich auch passieren, dass sich die Zelle an der falschen Stelle einnistet. Nistet sie sich zum Beispiel im Eileiter ein, entsteht eine sogenannte Eileiterschwangerschaft. Der Embryo kann sich hier nicht entwickeln, weshalb die Schwangerschaft in diesem Fall abgebrochen werden muss.

Wie lange dauert es, bis ein Ei befruchtet wird?

Gut bewegliche Samenzellen brauchen etwa eine bis drei Stunden für den Weg Richtung Eileiter. Von der Befruchtung bis zur Einnistung und somit zum offiziellen Beginn der Schwangerschaft kann es aber fünf bis zehn Tage dauern. Etwa fünf Tage braucht das befruchtete Ei, um zur Gebärmutter zu gelangen. Danach kann es noch mal einige Tage dauern, bis sich die Eizelle vollständig in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Circa eine Woche nach dem Geschlechtsverkehr ist die Schwangerschaft dann erreicht. Erst dann kann sie auch durch einen Schwangerschaftstest nachgewiesen werden, da sich nun auch die Hormone verändern und im Urin nachgewiesen werden können.

Kann man die Befruchtung spüren?

Nein, die Befruchtung an sich kann eine Frau in der Regel nicht spüren. Was sie allerdings spüren kann, ist die Einnistung (Nidation) der Eizelle in der Gebärmutter. Hier kann es zu einem Einnistungsschmerz und einer Einnistungsblutung kommen, denn die Eizelle kann beim Einnisten in die Gebärmutterschleimhaut einige Blutgefäße beschädigen. Diese Symptome bemerken jedoch nicht alle Frauen, sie können auch unbemerkt bleiben. Nur weil du die Einnistung nicht spürst, heißt das also nicht automatisch, dass du nicht schwanger bist. Ein Schwangerschaftstest kann nach etwa sieben bis zehn Tagen nach dem Eisprung für Aufklärung sorgen und dir verraten, ob die Befruchtung erfolgreich war oder nicht.

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Verwendete Quellen: familie.de, swissmom.ch

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