Vinyasa Yoga: So funktioniert der dynamische Flow

Vinyasa Yoga: So funktioniert der dynamische Flow

Er ist einer der beliebtesten Yogastile und eignet sich für jedes Schwierigkeitslevel: Vinyasa Yoga. Alles, was du über das Flow Yoga wissen musst und wie es funktioniert, hier.

Was genau ist Vinyasa Yoga?

Vinyasa Yoga ist ein besonders dynamischer Yogastil, der sich aus dem Hatha Yoga entwickelt hat. Was das Vinyasa Yoga auszeichnet, ist der fließende Übergang zwischen den einzelnen Asanas (so werden die Übungen im Yoga genannt). Statt also starr eine Übung auszuüben und anschließend die nächste dran zu hängen, entsteht ein Fluss der Bewegungen. Die Atmung begleitet die Asanas und verbindet sie miteinander. So laufen die Bewegungen synchron zum Atem. Die im Vinyasa Yoga verwendete kontrollierte Atemtechnik heißt Ujjayi Atmung.

Wörtlich aus dem Sanskrit übersetzt setzt sich der Begriff Vinyasa aus den Wörtern "Vi“ (auf eine bestimmte Art) und "Nyasa“ (legen, setzen, stellen) zusammen. Der Begriff beschreibt also, dass die Asanas im Vinyasa Yoga aus einer bestimmten Reihenfolge zusammengesetzt werden. Wie, das bestimmt in diesem Fall der Yogalehrer bzw. die Yogalehrerin. Besonders bekannt ist der sogenannte Sonnengruß. Hierbei handelt es sich um eine dynamische Abfolge von Asanas, die in den meisten Vinyasa Yoga Stunden einen Platz hat. Der Sonnengruß bleibt in der Regel immer gleich und wird oft als Aufwärmung oder als wiederkehrender Flow zwischendurch verwendet.

Das Tolle am Vinyasa Yoga: Es legt den Fokus auf deinen Körper und die Verbindung von Atem und Bewegung. Dabei ist jede Stunde anders, denn Vinyasa Yoga ist ein freier Yogastil, der keiner konkreten Bewegungsabfolge folgt. Rixa, Yogalehrerin aus Hamburg erzählt uns im Interview:

Vinyasa Yoga schenkt mir gleichermaßen Kraft und Ausgeglichenheit. Hier werden Atmung und Bewegung synchronisiert und in Einklang gebracht. Die Asana greifen fließend ineinander und die Gedanken kommen zur Ruhe.

Welche Wirkung hat Vinyasa Yoga auf Körper und Geist?

Vinyasa Yoga sorgt für die Einheit von Körper und Seele. Durch die Synchronisation der Bewegungen mit dem Atem soll eine Art meditativer Zustand geschaffen werden, der dir Energie (im Yoga wird das Prana genannt) gibt. Vinyasa Yoga ist also eine Energiearbeit und soll dafür sorgen, dass du mehr Achtsamkeit und Körperbewusstsein erlangst und deine Gedanken loslassen kannst. Zu den Vorteilen der Praxis zählen auch:

  • Verbesserung des Gleichgewichtssinns und der Stabilität
  • Training von Muskeln, vor allem die Tiefenmuskulatur im Core
  • Gelenke, SehNen, Bänder und vor allem die Wirbelsäule werden mobilisiert, sodass Verspannungen und Blockaden gelöst und vorgebeugt werden
  • Das Herz-Kreislaufsystem wird in Schwung gebracht und die Ausdauer trainiert
  • Die Faszien werden gelockert und du trainierst deine Beweglichkeit
  • Du bekommst mehr Energie und auch emotionale Blockaden lösen sich
  • Du fühlst dich wacher und bist konzentrierter
  • Dein Geist entspannt sich und du nimmst mehr Achtsamkeit für dich und deinen Körper wahr

Für wen eignet sich der Yogastil?

Der Vinyasa Yogastil eignet sich besonders gut für Anfänger, da er es einem ermöglicht, einen Zugang zum Yoga zu bekommen. Während andere Yogastile einen stärkeren Fokus auf den spirituellen Aspekt von Yoga legen, finden Meditationen im Vinyasa Yoga nur sehr begrenzt statt. Für Anfänger ist es oft einfacher, erst einmal den körperlichen Teil der Yogapraxis zu erlernen und nach und nach in Techniken wie Satsang, Meditation und Pranayama einzutauchen.

Im Grunde eignet sich Vinyasa Yoga aber für alle Level. Hast du noch keine Vorerfahrungen, solltest du vielleicht einen Anfängerkurs besuchen, da der dynamische, kraftvolle Flow ansonsten zu herausfordernd für dich sein könnte. Viele Yogalehrer und Yogalehrerinnen geben aber auch oft Variationen der einzelnen Asanas, die sich optimal für jedes Trainingslevel eignen. Deshalb musst du nicht unbedingt besonders flexibel, beweglich oder trainiert sein, um die Bewegungen ausführen zu können.

Vinyasa Yoga ist perfekt für alle, die sich ein schweißtreibendes Ganzkörperworkout wünschen, denn mit Entspannung hat der Yogastil nur wenig zu tun. So kannst du einfach deinen Kopf abschalten und beim Training Stress abbauen. 

Übungen: So funktioniert Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga folgt keiner strengen Abfolge, anders als es bei anderen Yogastilen teilweise der Fall ist. Vinyasa Yoga ist frei und kreativ und kann von Yogastunde zu Yogastunde und von Instructor zu Instructor unterschiedlich sein. Im Grunde folgt jede Einheit aber einem Schema:

  • Asanas und Atmung verlaufen synchron. Dynamische Bewegungen sind mit einer kontrollierten Atemtechnik, der sogenannten Ujjayi Atmung verbunden.
  • Die Asanas sind im Fluss miteinander verbunden. So entstehen keine Pausen und der Flow ist besonders dynamisch.
  • Es gibt keine festen Abfolgen der einzelnen Asanas. Vinyasa Yoga ist frei und kreativ und die Instructor sind ganz frei in der Gestaltung des Flows.

Meist dauert eine Vinyasa Stunde im Studio 60 bis 90 Minuten. Es gibt aber auch mehrere Videos mit Flow-Abfolgen zum Beispiel über YouTube, die sich perfekt für das Hometraining eignen und nur 10 oder 20 Minuten dauern. Bist du Anfänger, kann es sich aber lohnen, die ersten Stunden mit einem Trainer bzw. einer Trainerin vor Ort zu absolvieren, da hier deine Bewegungen gegebenenfalls korrigiert werden können. So eignest du dir keine ungesunden Bewegungsabläufe an.

Eine typische Vinyasa Yoga Stunde läuft oft wie folgt ab:

  1. Kurze Meditation oder Atemübung und Einführung in das Thema der Stunde
  2. Sonnengruß (oder eine Variante davon) als Aufwärmung
  3. Vinyasa Flow, der vom Yogalehrer bzw. von der Yogalehrerin gestaltet wurde
  4. Shavasana (auch Totenstellung genannt), eine kurze Ruhephase zum Abschalten der Gedanken

Video: Dynamischer und kraftvoller Vinyasa Yoga Flow

Online tummeln sich Anleitungen von verschiedenen Vinyasa Yoga Flows zum Nachmachen. Besonders beliebt sind die Videos von Mady Morrison. Hier findest du 10, 20, 30 oder sogar 60-minütige Einheiten in unterschiedlichen Schwierigkeitslevels. Und auch den klassischen Sonnengruß kannst du mir ihr einfach vom Wohnzimmer aus lernen. Einer unserer Lieblingsflows ist dieser hier:

Die wichtigsten Fragen geklärt

Was ist der Unterschied zwischen Vinyasa Yoga und Hatha Yoga?

Vinyasa Yoga ist ein Yogastil, der sich aus dem Hatha Yoga entwickelt hat. Die Asanas sind hier im Grunde dieselben. Der einzige Unterschied ist die Dynamik. Während Hatha Yoga eher ruhig und starr ist und Übung für Übung getrennt durchgeführt wird, werden die einzelnen Bewegungen im Vinyasa Yoga miteinander verbunden, sodass ein kontinuierlicher Flow entsteht. Hatha Yoga eignet sich sehr gut für alle Yoga-Einsteiger, da du hier die einzelnen Asanas besonders gut kennenlernst. Willst du es etwas anspruchsvoller und schweißtreibender, ist das Vinyasa Yoga der richtige Yogastil für dich.

Kann man mit Vinyasa Yoga abnehmen?

Vinyasa Yoga ist einer der anstrengenderen Yogastile, bei dem dein Herz-Kreislaufsystem in Schwung gebracht wird und du ordentlich ins Schwitzen kommt. Außerdem trainiert der Flow deine Tiefenmuskulatur. Führst du das Workout regelmäßig durch, kann es dich also auch beim Abnehmen unterstützen, wenn du das willst. Deine Ausdauer wird bei der dynamischen Ausführung der Bewegungen trainiert und die gestärkte Muskulatur sorgt dafür, dass dein Körper zukünftig Energie schneller und besser verbrennen kann. 

Was braucht man für eine Vinyasa Yoga Stunde?

Im Grunde brauchst du für das Flow Yoga nichts Weiteres als leichte, atmungsaktive Sportkleidung und eine rutschfeste Yogamatte. Wichtig ist auch, dass du immer eine Flasche Wasser dabei hast, denn beim Workout schwitzt du vermehrt. Um den Feuchtigkeitshaushalt deines Körpers wieder aufzufüllen, solltest du während und nach dem Training genug trinken. 

Um dir einige Asanas etwas angenehmer zu machen, kannst du auch einen Yogablock bereitstellen. Der Trainer bzw. die Trainerin sagt dir, wann und wie du diesen einsetzen kannst. 

Für Meditationen während der Praxis kann es sich auch lohnen, ein Meditationskissen oder eine zusammengerollte Decke zu verwenden. Mit der Decke kannst du dich während der Ruhephase, dem Shavasana auch zudecken, sodass du nicht frierst. 

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Fazit

Vinyasa Yoga ist der perfekte Yogastil für alle, die einen kraftvollen, dynamischen und schweißtreibenden Flow lieben. Hierbei werden die einzelnen Asanas miteinander verbunden und Bewegung und Atmung werden synchronisiert. So entsteht eine Einheit von Körper und Geist. Flow Yoga ist für alle Level geeignet, da es meist mehrere Variationen der einzelnen Übungen gibt, die sich individuell an das Trainingslevel anpassen lassen. Vinyasa Yoga folgt keinem vorgegebenen Ablauf und ist daher von Stunde zu Stunde unterschiedlich.

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Verwendete Quellen: yogaeasy.de, madymorrison.com, youtube.com

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