Bikram Yoga: Alles über das Hot Yoga bei 40 Grad

Bikram Yoga: Alles über das Hot Yoga bei 40 Grad

Ist dir normales Yoga zu gemütlich? Dann kannst du dir mit dem Bikram Yoga so richtig einheizen. Was das Hot Yoga bei 40 Grad alles kann, erfährst du hier.

Also unser Lieblingspart beim Yoga ist das Shavasana – der Teil am Ende, wenn man sich nur hinlegen muss und entspannt. Doch manchmal darf es auch etwas anstrengender sein. Ein intensives Workout, das uns so richtig zum Schwitzen bringt. Beim Bikram Yoga bekommen wir genau das: Schweiß, Anstrengung und dazu auch noch eine bessere Körperhaltung. Was das Hot Yoga noch alles drauf hat und wie genau es funktioniert, verraten wir dir hier.

Was genau ist Bikram Yoga?

Bikram Yoga ist ein Yogastil, der in den 1960er Jahren von Bikram Choudhury in Mumbai, Indien erfunden wurde. Um sich von einer Knieverletzung zu erholen, hat dieser damals eine bestimmte Abfolge von Asanas (so nennt man die einzelnen Übungen im Yoga) entworfen. Diese Übungen legen ihren Fokus auf Kraft und Ausdauer und entsprechen am ehesten dem Hatha Yoga. Die Abfolge der 26 Asanas soll dabei stets gleich bleiben. 

Das Besondere an der knapp 90-minütigen Praxis: Das Ganze findet in einem Raum bei etwa 40 Grad und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit statt, weshalb Bikram Yoga auch oft Hot Yoga genannt wird. Die Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit soll besonders gelenkschonend sein und ermöglicht, dass sich die Muskeln besser entspannen. Der Fokus liegt hier, anders als bei den meisten Yoga-Arten, eher auf dem Fitness-Aspekt und weniger auf Entspannung und der spirituellen Komponente, also der Einheit von Körper und Geist.

Welche Effekte hat Bikram Yoga?

Durch die hohe Raumtemperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit können sich die Muskeln besser entspannen. Das sorgt dafür, dass man dehnbarer wird und tiefer in die jeweiligen Asanas hineingehen kann. Hinzu kommt, dass der Körper durch das starke Schwitzen beim Hot Yoga quasi entgiftet wird. Giftstoffe werden aus dem Körper gespült, wie es zum Beispiel in einer Sauna der Fall ist. Wissenschaftlich belegt sind diese Wirkungen von Hot Yoga aber nicht. Alle Effekte hier auf einen Blick:

  • Muskeln, Sehnen und das Bindegewebe werden flexibler
  • Verspannungen und andere Blockaden werden gelöst
  • Die Faszien werden geschmeidiger
  • Besonders die Rücken-, Rumpf- und Wirbelsäulenmuskulatur werden entlastet
  • Die Körperhaltung verbessert sich
  • Aufgrund der Atemübungen wird der Körper mit mehr Sauerstoff versorgt
  • Der Kreislauf wird angeregt und der Stoffwechsel angekurbelt
  • Giftstoffe werden beim Schwitzen aus dem Körper gespült
  • Pro Einheit können bis zu 700 Kilokalorien verbrannt werden

Für wen eignet es sich?

Im Grunde kann fast jeder Bikram Yoga in einem geeigneten Studio praktizieren. Es gibt jedoch Personen, die vorsichtig bei dem Workout sein sollten und das Ganze lieber vorher mit ihrem Arzt bzw. mit ihrer Ärztin absprechen sollten:

  • Hast du öfter Kreislaufprobleme, solltest du vorsichtig sein. Das Hot Yoga kann für Schwindel und Übelkeit sorgen.
  • Bei Herz-Kreislauf-Problemen solltest du das Workout vorher mit deinem behandelnden Arzt bzw. deiner Ärztin absprechen.
  • Gleiches gilt für Personen mit niedrigem Blutdruck.

Übungen: So funktioniert Hot Yoga

Eine Bikram Yoga-Einheit dauert in der Regel 90 Minuten und besteht aus 26 verschiedenen Asanas, die ihren Ursprung im Hatha Yoga haben. Zu den Übungen zählen auch zwei Atemübungen, die jeweils am Anfang und am Ende der Einheit durchgeführt werden. Der aktive Part beginnt dann immer mit dem Halben Mond und die letzte Asana ist der Wirbelsäulendrehsitz. Diese Übungen erwarten dich in der Einheit:

  1. Tiefenatmung (Pranayama)
  2. Halber Mond mit Rück- und Vorbeuge (Ardha Chandrasana und Padahastasana)
  3. Hockstellung (Utkatasana)
  4. Adler (Garurasana)
  5. Stirn zum Knie im Stehen (Dandayamana-Janushirasana)
  6. Stehender Bogen (Dandayamana-Dhanurasana)
  7. Waage (Tuladandasana)
  8. Stirn zum Boden in der Grätsche (Dandayamana-Bibhaktapada-Pashimothanasana)
  9. Dreieck (Trikanasana)
  10. Stirn zum Knie in der Grätsche (Dandayamana-Bibhaktapada-Janushirasana)
  11. Baum (Tadasana)
  12. Zehenstand (Padagustasana)
  13. Totenstellung (Savasana)
  14. Bauchpresse (Pavanamuktasana)
  15. Sitzende Vorwärtsbeuge (Sit-up)
  16. Kobra (Bhujangasana)
  17. Halbe Heuschrecke (Salabhasana)
  18. Ganze Heuschrecke (Poorna-Salabhasana)
  19. Brücke im Liegen (Dhanurasana)
  20. Heldenstellung (Supta-Vajrasana)
  21. Halbe Schildkröte (Ardha-Kurmasana)
  22. Kamel (Ustrasana)
  23. Kaninchen (Sasangasana)
  24. Kopf zu den Knien im Sitzen (Janushirasana-Paschimothanasana)
  25. Wirbelsäulendrehsitz (Ardha-Matsyentrasana)
  26. Feueratmung (Khapalabhati)

Alle Übungen in der richtigen Reihenfolge siehst du noch mal hier:

Wichtig: Vor dem Training solltest du jede Menge Wasser trinken, damit es nicht zum Schwindelgefühl kommt. Beim Hot Yoga verliert dein Körper nämlich über den Schweiß jede Menge Flüssigkeit. Diese gilt es vor, während und nach dem Workout wieder aufzufüllen. Merkst du zwischendurch, dass dir schummrig wird, solltest du kurz eine Pause einlegen.

Auch der Elektrolythaushalt sollte aufgefüllt werden. Dabei helfen isotonische Getränke oder Traubenzucker. Achte außerdem auf atmungsaktive und leichte Kleidung und eine rutschfeste Yogamatte.

Kann man mit Bikram Yoga abnehmen?

Beim Hot Yoga steht, anders als bei anderen Yoga-Arten, die Fitness im Vordergrund. Durch die Hitze schwitzt man vermehrt und der Stoffwechsel wird angeregt. Außerdem werden bei dem Yogastil Muskeln aufgebaut, die nach und nach dafür sorgen, dass der Körper schneller und besser Energie verbrennen kann. Insgesamt kann man pro Einheit etwa 500 bis 700 Kilokalorien verlieren. Praktiziert man Bikram Yoga regelmäßig, kann man also durchaus abnehmen, wenn man sich das wünscht. Im Grunde ist es für diesen Zweck aber grundsätzlich wichtig, sich überhaupt zu bewegen – auf welche Art du das machst, entscheidest du alleine.

Ist Bikram Yoga gut?

Bikram Yoga ist ein beliebter Yogastil, steht aber hin und wieder in der Kritik. Traditionelle Yogis kritisieren, dass Hot Yoga den spirituellen Aspekt von Yoga außer acht lässt und Yoga als trendiges Fitness-Workout inszeniert.

Auch der Erfinder des Hot Yogas, Bikram Choudhury, stand schon häufiger in Kritik. So wird ihm vorgeworfen, dass er die Abfolge der Asanas patentieren wollte, um daraus finanzielle Vorteile für sich zu ziehen.

Wie oft sollte man Hot Yoga machen?

Wie oft du die Praxis durchführen willst, ist ganz dir überlassen. Willst du langfristige Erfolge erzielen, solltest du das Bikram Yoga regelmäßig machen. Etwa eine Einheit pro Woche reicht aber vollkommen aus. Öfter solltest du es nicht machen, um deinen Kreislauf nicht allzu sehr zu beanspruchen.

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Verwendete Quellen: lotuscrafts.eu, foodspring.de, instagram.com

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