Fett-weg-Spritze: Fakten und Risiken

Fett-weg-Spritze: Fakten, Kosten und Risiken

Kann man mit der Fett-weg-Spritze überschüssige Fettzellen einfach so verschwinden lassen? Wie sie wirkt, welche Kosten auf euch zukommen und andere Facts rund ums Thema Lipolyse findet ihr hier.

© iStock Die Fett-weg-Spritze soll unnötige Fettpolster schmelzen lassen.

Lästiges Doppelkinn, Cellulite oder hartnäckige Fettpolster an Bauch, Hüfte & Co.? Die meisten Menschen wünschen sich hier und dort ein paar Fettpölsterchen weniger. Doch im Zuge einer Gewichtsreduktion kann man sich leider nicht aussuchen, wo die unliebsamen Fettablagerungen verschwinden sollen. Wer jetzt sofort an eine Fettabsaugung denkt, um die überflüssigen Fettpolster loszuwerden, kennt die Fett-weg-Spritze noch nicht. Die Fettwegspritze, auch Lipolyse  oder Injektionslipolyse genannt, baut gezielt Fettablagerungen ab, wo es vom Patienten gewünscht wird. Im Gegensatz zu einer Fettabsaugung wird mit Hilfe der Injektion das Fett nicht einfach entnommen, sondern dauerhaft abgebaut. Mithilfe dieser Methode wird eine Substanz namens Phosphatidylcholin 1 bis 1,5 cm tief unter die Haut direkt in das Fettgewebe gespritzt. Dieser Stoff wird aus Sojabohnen gewonnen und wird auch von unserem Körper selbst hergestellt. Das Phosphatidylcholin bewirkt innerhalb weniger Wochen einen dauerhaften Abbau des Fettes in der unterspritzten Region.

Die Fett-weg-Spritze wird seit einigen Jahren in diversen Schönheitszentren und -kliniken angeboten, um Problemzonen den Kampf anzusagen. Die Injektionen ins Fettgewebe sollen von lästigen Fettdepots an Bauch, Schenkel, Po, Kinn und Oberarm befreien – und das (fast) ohne Nebenwirkungen. Diese Methode im Kampf gegen Pölsterchen und Co. kommt ursprünglich aus Brasilien, wo ein bekannter Schönheitschirurg das Serum für die Wunderspritze entwickelt hat. Zeit, sich die Fettwegspritze mal genauer anzusehen.

Fett-weg-Spritze: Wirkung

Der Wirkstoff Phosphatidylcholin (Lecithin aus der Sojabohne) wird mit der Fettwegspritze in Mini-Injektionen direkt ins Fettgewebe gespritzt. Das Lecithin kann Fettsäuren binden. Es kommt ganz natürlich im Körper vor. Das zersetzte Fett wird über die Lymphen abtransportiert. Bei der Lipolyse handelt sich um eine Verstärkung der Vorgänge, die auch "normal" ablaufen.

Fett-weg-Spritze: Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit der Fett-weg-Spritze, wird der Wirkstoff Phosphatidylcholin dem Patienten injiziert. Phosphatidylcholin ist als Medikament auf dem deutschen Markt zugelassen und wird beispielsweise auch zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt. Der Wirkstoff wird übrigens der Sojabohne entzogen. Auch Symptome eines Reizdarms können damit behandelt werden. Nach der Behandlung mit der Fett-weg-Spritze klagen allerdings einige Patienten über Juckreiz, Rötungen, Schwellungen und ein Druckgefühl an der Einstichstelle. Viele Ärzte bieten die Behandlung mittlerweile in ihren Praxen an und werben über ihre Websites offen für die neue Behandlungsmethode. 

Fett-weg-Spritze: Behandlung 

Eigentlich kann sich jeder Erwachsene mit der Fett-weg-Spritze behandeln lassen. Nur übergewichtig sollte man nicht sein, denn die Injektionslipolyse ist nur für kleinere Fettmengen geeignet, also für Normalgewichtige mit "normalen" Problemzonen. 

Anwendungsgebiete der Fett-weg-Spritze

Man kann mit der Fett-weg-Spritze folgende Problembereiche behandeln lassen: Cellulite, Doppelkinn, Tränensäcke, Fettansammlungen im Nasen-Lippen-Bereich, männliche Brust, im Bereich der Oberschenkel, Knie und Unterschenkel, der Fesseln, im Brust-Bauch-Hüft-Bereich, bei "Reiterhosen" sowie allgemein zur Bekämpfung von hartnäckigen Ablagerungen. Doch mit einer Sitzung ist es meist nicht getan: Bis zu sechs Sitzungen können je nach Hartnäckigkeit der Fettpolster und Größe der Region notwendig sein. Im Schnitt seien die Patienten aber nach drei bis vier Behandlungen mit dem Ergebnis schon zufrieden, bestätigen mehrere deutsche Ärzte auf ihren Internetpräsenzen. Da kann man auch mal die oben genannten Nebenwirkungen verkraften (die ohnehin nicht häufig auftreten).  

Fett-weg-Spritze: Kosten

Der Preis für eine Lipolyse, also Behandlungen mit der Fett-weg-Spritze, liegt je nach Arzt und Körperregion zwischen 200 und 450 Euro. Muss ich die Behandlung privat bezahlen? Ja. Die Injektionslipolyse mit der Spritze erfolgt nur nach intensiver Beratung durch erfahrene Ärzte und auf den ausdrücklichen schriftlichen Wunsch des Kunden.
Ob man wirklich die Fett-weg-Spritze wählt, muss der Patient für sich selber entscheiden. In vielen Fällen ist es möglich, durch gesunde Ernährung, Sport oder ausreichend Bewegung und bewusstes Leben ungeliebte Fettpölsterchen schmelzen zu lassen und so auf eine Spritze zu verzichten. Liegt eine erbliche Veranlagung oder Krankheit vor, die den Patienten daran hindert, an gewissen Stellen abzunehmen, kann die Fett-weg-Spritze tatsächlich hilfreich sein. 

 

Kann ich mit der Fett-weg-Spritze wirklich abnehmen?

Die Fett-weg-Spritze eignet sich definitiv nicht dafür, sein Gewicht stark zu reduzieren. Genauso wenig sei die Injektionslipolyse ein Ersatz für eine Ernährungsumstellung. Vielmehr hat die Methode das Ziel, Fettzellen und Fettdepots an bestimmten Körperstellen zu reduzieren. Um erfolgreiche Ergebnisse erzielen zu können, wird die Fett-weg-Spritze in die Fettdepots gespritzt, sodass die Fettzellen langsam anfangen zu schmelzen. Abgebaut wird das ganze Fett dann über die Lymphe – und die einzelnen Körperstellen verlieren langsam an Umfang. 

Sind die Schmerzen und Schwellungen nach der Behandlung erträglich? 

Vielen stellt sich natürlich die Frage, ob die Behandlung viele Schmerzen mit sich bringt – denn Schwellungen an den behandelten Körperstellen sind mit Sicherheit zu erwarten. Das sei auch so gewünscht. Denn so wird die Straffung des Gewebes gesichert. 

Das sind die Vorteile einer Fett-weg-Spritze

Zu den Vorteilen gehört ganz klar die ambulante Behandlung. Es bedarf keiner örtlichen Betäubung oder einer Vollnarkose bei einer Behandlung mit der Fett-weg-Spritze. Ein weiterer positiver Aspekt der Behandlung ist, dass die Fett-weg-Spritze kaum Nebenwirkungen mit sich bringt und somit auch ein schonendes Verfahren hat. Also braucht man sich nach der Behandlung keine Krankschreibung mitgeben lassen und kann seinen Alltag danach direkt fortsetzen. Außerdem ist das Ergebnis der Patienten in den meisten Fällen sehr zufriedenstellend, denn die Fettpölsterchen dürften nach dem Eingriff schnell verschwinden. Trotzdem raten wir euch auf eine gesunde Ernährung und ein ausgeglichenes Fitness-Programm fortzusetzen, um das Ergebnis so lange wie möglich erhalten zu können.

Dies Nachteile bringt die Fett-weg-Spritze mit sich

Wie jede Medaille, hat auch eine Fett-weg-Spritze seine Nachteile. Viele gehen mit zu hohen Erwartungen an die Behandlung ran. Doch wir müssen genau so enttäuschen, wie es der behandelnde Arzt tun wird: Die Spritze kann die Silhouette zwar verbessern, wird aber kein Übergewicht oder überschüssige Fettansammlungen entfernen können. Man sollte realistisch bleiben und bedenken, dass nur kleine, bis mittelgroße Problemzonen mit einem erfolgreichen Ergebnis behandelt werden können. Wer sich sein komplettes Körperbild verändern möchte, dem wird vom Arzt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fettabsaugung empfohlen. 

Der nächste Nachteil ist der, dass der Wirkstoff, also die Lipolyse, keinen richtigen Effekt und keine Wirkung zeigen kann. Das kann aber ein Arzt erst nach dem Eingriff leider feststellen. Auch die Behandlungsansätze, sprich die Häufigkeit des Eingriffs, kann erst nach jeder Behandlung vom Arzt genauer abgeschätzt werden. Somit ist eine konkrete Abschätzung der Behandlungskosten eher schwierig zu kalkulieren.

Gibt es Alternativen zur Fettwegspritze?

Ja, die gibt es. Eine Alternative ist die sogenannte Kryolipolyse, die Fettzellen einfach wegfriert. Problemzonen an Bauch und Beinen, aber auch kleine Fettklößchen an Achseln oder Knien können sich so reduzieren lassen. Zum anderen gibt es den Ultraformer. Hier dringt hoch fokussierte Ultraschallenergie in die untere Dermis, ohne die Hautoberfläche zu schädigen. Der Ultraschall sorgt für eine Wärme von 65-70 Grad im Bindegewebe und löst dort einen Straffungseffekt aus.

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