Risikoschwangerschaft: Bedeutung und Ursachen

Risikoschwangerschaft: Bedeutung und Ursachen

Ab wann spricht man von einer Risikoschwangerschaft und was bedeutet das für die werdenden Mütter? Wir haben alle Fakten zum Thema Risikoschwangerschaft.

Ab wann spricht man von einer Risikoschwangerschaft?

Eine Risikoschwangerschaft besteht, wenn das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft größer ist als bei anderen Schwangeren. Daher ist es auch unerlässlich, einen Mutterpass zu führen, in dem der Verlauf der Schwangerschaftswochen (SSW) sowie eventuelle Komplikationen dokumentiert werden. Die Einstufung einer werdenden Mutter als risikoschwanger ergibt sich aus den Ergebnissen der Vorsorgeuntersuchungen in den ersten SSW.

Allerdings werden Frauen heute sehr schnell zu der Gruppe Risikoschwangerschaft gezählt. In der Regel müssen sich werdende Mütter keine Sorgen machen, denn nicht immer treten Komplikationen und gefährliche Risikogeburten auf. 

Übrigens: Weißt du schon, wie du deine Schwangerschaft verkünden willst?

Gründe einer Risikoschwangerschaft

Um mehr Sicherheit zu bekommen, kannst du dein Wissen zur Schwangerschaft testen. Als risikoschwanger gilt man, wenn einer der folgenden Punkte gegeben ist:

Risikoschwangerschaft aufgrund des Alters

Sobald eine Frau bei ihrer Schwangerschaft über 35 Jahre alt ist, fällt sie in die Kategorie Risikoschwangerschaft. Das liegt daran, dass die Wahrscheinlichkeit von Chromosomenanomalien beim Kind einer Frau, die 36 Jahre oder älter ist, höher als bei einer jüngeren Schwangeren ist. Frauen bzw. Mädchen im Alter von unter 18 Jahren gelten ebenfalls als risikoschwanger. Frauen zwischen 20 und 29 haben das geringste Risiko während ihrer SSW.

Risikoschwangerschaft wegen Fehlgeburt

Die Schwangerschaft einer Frau, die schon mal eine Fehlgeburt in den ersten SSW oder andere Komplikationen während der Schwangerschaft hatte, gilt ebenfalls als Risikoschwangerschaft. Rund 90 Prozent aller Fehlgeburten gehen auf Chromosomenanomalien oder andere zufällige genetische Fehler zurück. Die meisten Frauen haben nach einer Fehlgeburt aber einen normalen Schwangerschaftsverlauf. Vergangene Frühgeburten gelten ebenfalls als Risiko für die neue Schwangerschaft.

In unserem Schwangerschaftskalender findest du alle Schwangerschaftswochen (SSW) auf einen Blick.

Risikoschwangerschaft wegen chronischer Krankheit

Leidet die Schwangere unter Krankheiten wie etwa einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Diabetes, so gilt ihre Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft. Betroffene Frauen sollten möglichst vor einer Schwangerschaft die Risiken mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin und dem Hausarzt/der Hausärztin besprechen. Auch Präeklampsie, chronischer Bluthochdruck oder andere chronische Krankheiten können Faktoren für eine Risikogeburt sein und zu Problemen während der SSW führen.

Risiko bei Mehrlingsschwangerschaft

Frauen, die Mehrlinge erwarten, haben per Definition eine Risikoschwangerschaft. Bei einer Frau mit einem Alter von über 35 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu bekommen, also mehrgebärend zu sein, etwas höher, weil der Eierstock nicht mehr so selektiv arbeitet. 

Risiko bei Entzündungen und Wucherungen

Stellt der Arzt/die Ärztin gutartige Wucherungen an der Gebärmutter, Fehlbildungen der Gebärmutter oder Veränderungen im Gebärmutterhals fest, sind das weitere Merkmale einer Risikoschwangerschaft, die im Mutterpass festgehalten werden. Auch Entzündungen und Infektionen im Genitalbereich wirken sich auf die Schwangerschaft aus und können im Laufe der SSW Probleme verursachen.

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Wer gilt sonst noch als risikoschwanger?

Weitere Kriterien und Risikofaktoren sind:

  • Risikoschwangerschaft aufgrund der Blutgruppe: Auch bei einer Rhesus-Unverträglichkeit liegt eine Risikoschwangerschaft vor.
  • Risikoschwangerschaft bei Steißlage: Liegt das Kind beispielsweise in Beckenendlage oder Steißlage, spricht man von einer Risikoschwangerschaft.
  • Risikoschwangerschaft durch Kaiserschnitt: Eine Schwangere, die schon einmal ein Kind bzw. Baby per Kaiserschnitt entbunden hat, hat automatisch eine Risikoschwangerschaft. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einer weiteren Entbindung zu Komplikationen kommt, ist etwas höher. Es ist höchstwahrscheinlich, dass du bei der Geburt des nächsten Kindes wieder per Kaiserschnitt entbinden musst.
  • Risikoschwangerschaft durch Stoffwechselerkrankung: Frauen, die an einer Stoffwechselerkrankung (Gestose) leiden, zählen ebenfalls zur Gruppe der Risikoschwangeren. Während der SSW oder bei der Geburt könnte es zu Problemen kommen.
  • Risikoschwangerschaft durch Körpergröße und Gewicht: Frauen, die kleiner als 1,50 m sind, haben ein höheres Risiko für eine Risikogeburt. Das liegt an ihrem kleineren Beckenausgang. Unter- und Übergewicht sind ebenfalls Kriterien, die Risiken mit sich bringen können. 
  • Zudem gelten Frauen, die schon mehr als vier Kinder entbunden haben, als risikoschwanger.

Mutterschutz bei einer Risikoschwangerschaft

Durch das Mutterschutzgesetz sind bestimmte Beschäftigungsverbote für Schwangere in Bezug auf die Arbeit geregelt. Das allgemeine Beschäftigungsverbot umfasst normalerweise den Zeitraum von sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und acht Wochen nach der Geburt (bzw. zwölf Wochen bei Mehrlingen). Wenn bei einer Risikoschwangerschaft Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mutter und Baby besteht, kann ein Arzt das individuelle Beschäftigungsverbot durch ein Attest aussprechen.

Risikoschwangerschaft Untersuchungen

Doch alles kein Grund zur Beunruhigung: Bei intensiver Überwachung und dank der pränatalen Diagnostik verlaufen auch Risikoschwangerschaften in der Regel ganz normal. Welche Untersuchungen man in Anspruch nimmt, um mögliche Versorgungsstörungen, Fehlbildungen oder Erkrankungen zu erkennen, entscheidet jede Frau selbst.

Wenn du als Risikoschwangere eingestuft wirst, solltest du dich besonders gut informieren und dich über eure Zusatzmöglichkeiten beraten lassen. Die Ärzte haben viele Möglichkeiten, neben den üblichen medizinischen Untersuchungen weitere durchzuführen. Informiere dich zum Beispiel über die Untersuchungen wie die Dopplersonographie, die fetale Echokardiografie, 3-D-Ultraschall, 4-D-Ultraschall, Nackentransparenzmessung, Triple-Test, Fruchtwasseruntersuchung und Chorionzottenbiopsie. Frage deinen Arzt/deine Ärztin, was du wirklich brauchst und was nicht.

Fast alle pränatalen Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, sofern ein medizinischer Verdacht vorliegt.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, onmeda.de

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