Eisenmangel Schwangerschaft: So können werdende Mütter vorbeugen

Eisenmangel Schwangerschaft: So können werdende Mütter vorbeugen

Viele Frauen leiden während ihrer Schwangerschaft an Eisenmangel. Das kann im schlimmsten Fall gefährlich fürs Baby werden. Wie beugt man dem am besten vor?

In der Schwangerschaft steigt der Nährstoffbedarf von Frauen erheblich, denn auch das heranwachsende Baby benötigt ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eisenmangel während der Schwangerschaft ist keine Seltenheit. Aber woran erkennt man einen Eisenmangel und wie kann man ihm vorbeugen?

Wie entsteht Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Eisen ist einer der wichtigsten Nährstoffe in der Schwangerschaft. Eisen ist Bestandteil der roten Blutkörperchen und wird für die Bildung von Hämoglobin benötigt, welches wiederum zur Sauerstoffversorgung im Körper beiträgt. Während der Schwangerschaft ist der Bedarf an Eisen doppelt so hoch, damit das Baby mit Sauerstoff und anderen wichtigen Nährstoffen versorgt werden kann. Auch für die Versorgung der vergrößerten Gebärmutter und des Mutterkuchens (Plazenta) ist Eisen wichtig. In den ersten 20 Schwangerschaftswochen (SSW) steigt der Eisenbedarf nur geringfügig, wird ab der zweiten Schwangerschaftshälfte allerdings umso größer.

Isst die Mutter nicht ausgewogen genug oder greift zu Lebensmitteln mit wenig Eisen, droht Eisenmangel und infolgedessen Blutarmut (Anämie). Der Körper der Frau greift dann die eigenen Eisenreserven und Eisenspeicher an, um das ungeborene Kind zu schützen. Sind diese Reserven aufgebraucht, erkranken Schwangere an der schwersten Form des Eisenmangels, der Eisenmangel-Anämie (Eisenmangel-Blutarmut). Das macht sich anhand verschiedener Mangelerscheinungen bemerkbar.

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Ab wann spricht man von Eisenmangel?

Der Eisenwert im Blut lässt sich messen. Dafür wird der sogenannte Hämoglobinwert (Blutfarbstoff-Wert, Hb-Wert) kontrolliert, der in Gramm pro Deziliter gemessen wird. Folgende Hämoglobin-Normwerte sollten eingehalten werden:

  • 1. Trimester: Hb-Wert mehr als 11,2 g/dl
  • 2. Trimester: Hb-Wert mehr als 10,5 g/dl
  • 3. Trimester: Hb-Wert mehr als 11,2 g/dl

Liegt der Hb-Wert der werdenden Mutter darunter, spricht man von Eisenmangel. Aber auch durch die Zahl der roten Blutkörperchen oder Parameter wie Ferritin lässt sich Eisenmangel feststellen. Um die Höhe des Ferritins zu ermitteln, wird ein kleines Blutbild gemacht. Der Gynäkologe bzw. die Gynäkologin kontrolliert den Eisenwert in der Regel bei der ersten Vorsorgeuntersuchung in der 5. oder 6. SSW und danach im Abstand von vier Wochen oder einmal im Trimester.

Eisenmangel Schwangerschaft: Symptome und Folgen

Eisenmangelanämie kann sich bei Schwangeren durch folgende Anzeichen und Symptome zeigen:

Solltest du einige dieser Symptome über einen längeren Zeitraum haben, dann suche unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin auf. Ein anhaltender Eisenmangel kann zu einer Frühgeburt und einem geringen Geburtsgewicht des Kindes führen. Auch in den Folgejahren bleibt das Kind oft kleiner und ist anfälliger für Krankheiten als andere Säuglinge und Kleinkinder.

Eisenmangel Schwangerschaft: Die besten eisenreichen Lebensmittel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Schwangere eine Eisenzufuhr von 30mg pro Tag. Bevor Eisenpräparate eingenommen werden, solltest du zunächst mit gesunder Nahrung versuchen, den Wert zu erreichen und den Eisenbedarf zu decken. Diese Lebensmittel haben einen hohen Eisengehalt:

  • mageres Fleisch
  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Spinat
  • Getreideprodukte wie Vollkornbrot und Müsli
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Soja
  • spezieller Eisensaft 

Kombinierst du eisenhaltige Lebensmittel mit Vitamin C, kann der Körper das Spurenelement sogar noch besser aufnehmen. Ein frisch gepresster Saft oder Smoothie zum Essen reicht schon aus. Zusätzlich sollten Schwangere auf Lebensmittel verzichten, die die Aufnahme von Eisen hemmen können. Dazu zählen Kaffeegetränke wie Cappuccino oder auch bestimmte Teesorten wie Schwarztee.

Eisenmangel Schwangerschaft: Ist Eisensubstitution und Eiseninfusion sinnvoll?

Solltest du dennoch zu wenig Eisen im Blut haben, wird dein Gynäkologe/deine Gynäkologin oder deine Hebamme die Einnahme von Eisenpräparaten in Form von Eisentabletten empfehlen. Eisensubstitution sollte allerdings nur nach Absprache und niemals auf eigene Faust eingenommen werden. Nicht nur ein Mangel an Eisen, sondern auch eine zu hohe Eisenaufnahme kann schädlich sein. Außerdem können Eisenpräparate unschöne Nebenwirkungen wie Verstopfung verursachen. Eine Eiseninfusion wird eher selten verabreicht. Bei sehr schweren Mangelerscheinungen kann der Gynäkologe/die Gynäkologin dennoch zu einer Eiseninfusion raten, damit die Gesundheit von Mutter und Baby nicht gefährdet wird.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, hipp.at, dge.de

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