Toxische Männer: So zeigt sich toxische Männlichkeit in Beziehungen

Toxische Männer: So zeigt sich toxische Männlichkeit in einer Beziehung

Toxische Menschen gibt es überall und auch Männer können ziemlich toxisch sein. Vor allem in Beziehungen kann das gefährlich werden. Hier erfährst du, was toxische Männer sind, wie sie sich in einer Partnerschaft verhalten und wie du mit ihnen umgehst.

Was sind toxische Männer?

Bei "toxischen Männern" handelt es sich um Männer, die stereotypes und destruktives Verhalten an den Tag legen, welches auf dem Konstrukt des traditionellen Männlichkeitsbildes basiert. Dieses Phänomen nennt man auch “toxische Männlichkeit”. Der englische Begriff dafür ist "toxic masculinity". Es ist die Überzeugung, dass Männer dominant, stark und gefühllos sein müssen, um als "echte Männer" und "männlich" zu gelten. Emotionen, die nicht dem traditionellen Männlichkeitsbild entsprechen, werden als "schwach" und "weiblich" verstanden. Das beeinflusst Verhaltensmuster, das Selbstbild sowie wahrgenommene Rollenbilder bzw. Geschlechterrollen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jede Person des männlichen Geschlechts nach Rollenbildern handelt, doch es gibt einige, die nach dieser Überzeugung leben. Toxische Männlichkeit kann Auswirkungen auf die Familie, den Arbeitsplatz und allen voran die Beziehung haben.

Selbst in scheinbar liebevollen Beziehungen kann sich toxische Männlichkeit äußern – nicht immer durch körperliche Gewalt, sondern durch subtile Machtausübung. Nicht alle toxischen Männer entwickeln derartige Züge absichtlich. Bei vielen passiert es unbewusst, da die traditionelle Wahrnehmung von “Männlichkeit” immer noch tief in unserem Unterbewusstsein verankert ist. Die Vorstellung von Maskulinität und Rollenbildern ist ein gesellschaftliches Konstrukt. Der Begriff der toxischen Männlichkeit wurde vor allem vom Feminismus und der "#MeToo"-Bewegung geprägt.

Wie verhalten sich toxische Männer?

Es gibt mehrere Anzeichen, dass du es mit einem toxischen Mann zutun hast, der einem veralteten Männerbild hinterherläuft. Laut Soziologinnen und Soziologen deuten folgende Eigenschaften und Verhaltensweisen auf “toxic masculinity” hin:

  • erhöhte Aggressivität
  • übertriebenes Konkurrenz- und Leistungsdenken
  • Sexismus, Denken in Geschlechterrollen
  • Abwertung und Herabwürdigung von Frauen
  • Schuldzuweisungen
  • Kontroll- und Machtausübung
  • Angst vor Machtverlust
  • Anti-Feminismus
  • Übergriffigkeit und Dominanz
  • Unterdrückung eigener Emotionen
  • höhere Risikobereitschaft

Anzeichen von toxischer Männlichkeit in einer Beziehung

In einer Beziehung kommen diese Dinge oft schleichend zum Vorschein. In der Anfangsphase war der Mann hin und weg von dir, legte dir die Welt zu Füßen und es konnte ihm gar nicht schnell genug mit der Liebe gehen. Doch im Laufe der Partnerschaft zeigt sich sein wahres Verhalten. Auf diese Warnsignale von “toxic masculinity” solltest du laut Soziologinnen und Soziologen achten:

1. Aus Angst vor Machtverlust nutzt er Gaslighting

Gaslighting ist eine Form von psychischer Gewalt, bei der dich der Partner so sehr manipuliert, dass du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst. Das ist eine Form der Machtausübung. Er verbreitet gezielt Unwahrheiten (gegen die du handfeste Beweise hast) wie “Da reagierst du aber komplett über", "Das stimmt so überhaupt nicht. Wie kommst du auf so was?" oder "Das habe ich nie gesagt". 

Der Täter möchte das Opfer irritieren und hilflos machen, damit es abhängig von ihm wird und er in die Rolle des "Retters" schlüpfen kann. So übt er Kontrolle und Macht über dich als Frau aus, was ein Zeichen von toxischer Männlichkeit sein kann. Mehr zu Gaslighting findest du hier: Gaslighting: Mit diesen Sätzen manipuliert dich dein Partner emotional

2. Er respektiert dich nicht

Einem toxischen Mann ist Respekt in Beziehungen ein Fremdwort. Er ist der Meinung, er hat Respekt verdient, aber nimmt auf deine Grenzen keine Rücksicht. So will er Dominanz ausstrahlen und Machtverlust verhindern. Zum Beispiel nimmt er keine Rücksicht auf deine Karriere oder dein Bedürfnis, auch mal alleine Zeit zu verbringen. Wenn du ihm sagst, er soll um 19 Uhr zum Essen da sein, taucht er frühestens um 20 Uhr auf. Diese Art von Mann hat einfach keine Manieren. Gleichstellung sieht anders aus.

3. Du erledigst mehr Hausarbeit, obwohl ihr beide berufstätig seid

Die klassischen Geschlechterrollen sehen es vor, dass die Frau den Haushalt schmeißt, kocht und ihren Mann nach der Arbeit verwöhnt. Sexismus at it’s best. Blöd (für ihn), dass Frauen heutzutage auch arbeiten gehen und ein eigenes Leben haben. Dennoch ist er (unbewusst) in seinem Sexismus gefangen und beharrt auf die Vorstellung, dass seine Partnerin die Kinderbetreuung übernimmt, kocht und putzt. Er bietet vielleicht an, Hausarbeiten zu erledigen – aber nur, wenn du ihm sagst, was er wann tun soll.

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4. Er ist der Meinung, dass ihm dein Körper gehört

Besonders kritisch wird es, wenn dein Partner dir vorschreibt, wie du auszusehen hast. Wenn du Entscheidungen bezüglich deines Körpers – wie Kleidung, Piercings, Tattoos und Gewicht – mit Blick auf die Vorlieben deines Partners triffst, ist das ein Warnsignal. Er kommentiert deine Ernährung, macht negative Bemerkungen über dein Aussehen oder sagt dir, welche Verhütungsmethode du anwenden sollst? Vielleicht redet er dir auch Piercings oder Tattoos ein, die du gar nicht möchtest – oder verbietet es dir, obwohl du es gerne möchtest? Ein klares Zeichen von Machtausübung und Angst vor Machtverlust.

5. Seine Bedürfnisse sind ihm am wichtigsten

In der Geschichte waren Frauen den Männern lange Zeit untergeordnet. Das Rollenbild des Patriarchats findet sich immer noch bei einigen Männern wieder. Das passiert vielleicht nicht bewusst oder mit Absicht, kann in Beziehungen dennoch zum Problem werden. Es kann sich darin äußern, dass du öfter Treffen mit Freundinnen und Freunden absagst, damit du dich um die Bedürfnisse deines Partners kümmerst. Umgekehrt sagt er für dich, seine Partnerin, nie Pläne ab. Du hast immer Zeit für ihn, er aber nicht für dich. Dieses Verhalten zeugt nicht von Maskulinität, sondern ist toxisch.

6. Du hast Angst, Gefühle zu zeigen

Zu einer gesunden Beziehung gehören Diskussionen dazu. Doch sobald du etwas kritisiert, macht er dicht. Er ist der Meinung, dass negative Gespräche die Beziehung gefährden. Vielleicht wird er auch aggressiv oder laut, wenn du etwas ansprichst, was dich stört. Deshalb entschuldigst du dich lieber schnell und vergibst ihm – ansonsten könnte er dich ja verlassen. Ein mögliches Zeichen von toxischer Männlichkeit und Angst vor Machtverlust.

Disclaimer: Es müssen nicht ALLE Punkte zutreffen. Und ja, natürlich können auch Frauen so handeln. Und nicht nur Frauen, sondern auch Männer leiden unter dem Männlichkeitsbild, das in unserer Gesellschaft existiert. Laut dem Psychologenverband "American Psychological Association" kann toxische Männlichkeit negative Auswirkungen auf das Selbstbild eines Mannes und dessen mentale Gesundheit haben. Das resultiert in den oben genannten toxischen Verhaltensmustern. Es kann also schädlich für beide Seiten sein.

Wie gehe ich mit einem toxischen Mann in einer Beziehung um?

Bei diesen Verhaltensweisen ist es besser, einen klaren Schnitt zu wagen. Das kann zunächst etwas Abstand zum Partner sein, ihn nur alle zwei Wochen statt jeden Tag zu sehen oder aber eine endgültige Trennung. Diese erfordert viel Mut und wird schmerzhaft sein. Vor allem, wenn Kinder involviert sind, ist eine Trennung von einem toxischen Partner schwierig.

Aber frage dich ehrlich: Wie lange möchtest du mit diesen Herabwürdigungen in deiner Beziehung noch leben? Wie wird dein Leben in fünf Jahren aussehen, wenn du so weitermachst? Bist du mit diesem Menschen wirklich glücklich? Laut Beziehungsexpertinnen und Beziehungsexperten hilft hier nur Selbstschutz. Das ist nicht egoistisch, wie der toxische Partner es dir vielleicht eingeredet hat, sondern stark und selbstbewusst. Sprich zunächst mit Freundinnen, Freunden, Familie oder anderen Vertrauenspersonen über deine Gefühle. Hole dir Unterstützung für dein Vorhaben, wenn nötig auch professionelle. Eine Beziehungsexpertin, ein Beziehungsexperte oder Therapeutinnen und Therapeuten können helfen.

Sich von dem toxischen Partner zu lösen, bedeutet, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Lerne, dich selbst wertzuschätzen. Du hast es verdient, glücklich, unabhängig und selbstbestimmt zu sein! Es wird Zeit, dass du das auch realisierst. 

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Verwendete Quellen: apa.org, goodmenproject.com, businessinsider.de

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