On-Off-Beziehung: Kann das funktionieren?

On-Off-Beziehung: Kann das funktionieren?

Kann eine On-Off-Beziehung funktionieren? Und wie kann man sie im schlimmsten Fall beenden? Wir haben hilfreiche Tipps.

On-Off-Beziehung: Mann und Frau liegen mit Hund auf einem Bett
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Ist eine On-Off-Beziehung etwas Schlechtes?

Eine On-Off-Beziehung ist oft negativ behaftet. Doch ist diese Beziehungsform wirklich etwas Schlechtes? Was versteht man überhaupt unter einer On-Off-Beziehung und kann sie funktionieren? Oder zieht sie zwangsläufig eine Trennung mit sich? Falls nicht – wie beendet man eine On-Off-Beziehung? 

Was ist eine On-Off-Beziehung?

Eine On-Off-Beziehung ist die Beziehungsform, bei der sich Paare immer wieder trennen, aber dann doch wieder zusammenkommen. Drama, Streit, Liebe, Zärtlichkeiten, Trennung, Trennungsschmerz, Versöhnung – das alles gibt es in der On-Off-Beziehung ständig, innerhalb kürzester Zeit und in einer Endlos-Schleife. Ob man die On-Off-Beziehung als Beziehungskonzept bezeichnen kann, ist umstritten. So viel ist zumindest klar: Oft fühlen sich die Betroffenen mit diesem Beziehungsverhalten nicht wohl. Im schlimmsten Fall kann eine On-Off-Beziehung sogar schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Ist der letzte Ausweg wirklich nur die endgültige Trennung? Das klären wir im Folgenden.

On-Off-Beziehung: Was sind die Ursachen?

  • Narzissmus
  • Bindungsangst
  • Beziehungspause
  • Abhängigkeit#
  • Nähe-Distanz-Problem

1. Narzissmus

Narzissmus in einer Beziehung kann dazu führen, dass du dich früher oder später in einer On-Off-Beziehung wiederfindest. Liebe kann zwar schön sein, macht aber bekanntlich auch manchmal blind. Deshalb bemerken wir häufig nicht, wie schlecht uns unser*e Partner*in behandelt. Vor allem diejenigen, die sich nach und nach als Narzisst enttarnen, können uns nach einiger Zeit mit wenig Aufwand manipulieren und so Kontrolle über unser Verhalten und Denken erhalten. Das kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. Entweder gibt er*sie dir immer an allem die Schuld, zeigt dir immer deine Fehler und Makel auf, weist dich bei jeder kleinsten Kritik zurecht oder entzieht dir regelmäßig seine*ihre Zuwendung. Um das zu bekommen, was sie wollen, drängen Narzissten andere in eine Abhängigkeit und das kann schnell einer der Gründe für eine On-Off-Beziehung sein.

2. Bindungsangst

Die Bindungsangst ist einer der häufigsten Auslöser dafür, dass Menschen in eine On-Off-Beziehung geraten. Bindungsunfähigkeiten werden oft durch Minderwertigkeitskomplexe, Kindheitstraumata oder andere negative Beziehungserfahrungen entwickelt. Die Verlustangst ist dann so groß, dass Menschen mit dieser Bindungsstörung als Schutzstrategie lieber direkt auf eine feste Partnerschaft verzichten und wechselhafte Beziehungen in Kauf nehmen, als unter dem Liebeskummer zu leiden.

3. Beziehungspause

Viele Paare entscheiden sich, wenn es nicht so gut läuft, für eine Beziehungspause. Das Wort Pause suggeriert die Option, nach einer Weile wieder gemeinsam und frisch an die Liebe anzuknüpfen. Ob diese Beziehungspause die Partnerschaft retten kann oder nur die Ursache der On-Off-Beziehung ist, die schnell zur endgültigen Trennung führt, bleibt fraglich. Wenn Erwartungen, Bedürfnisse oder Unsicherheiten zu einer Beziehungspause führen, sind oft eher Kommunikation oder ein konkreter Schlussstrich die beste Lösung. 

4. Abhängigkeit

Viele hängen sehr stark an ihrem Partner oder ihrer Partnerin, können sich ein Leben ohne sie*ihn einfach nicht mehr vorstellen und haben schreckliche Angst vor einem Beziehungsaus und dem damit einher gehenden Trennungsschmerz. Oft trifft es vor allem die Personen, die in einer symbiotischen Beziehung gefangen waren und vielleicht auch schon vorher nicht gut alleine sein konnten. Das ist oft ein guter Närhboden für eine On-Off-Beziehung: Du hast nicht ganz mit der vergangenen Beziehung abgeschlossen, aber suchst direkt nach einer neuen Bindung. 

5. Nähe-Distanz-Problem

Ihr habt ähnliche Hobbies, Moralvorstellungen und eine Menge Spaß zusammen, doch wenn es ums Thema Nähe geht, kommt ihr nicht auf einen Nenner? Sobald eine Person mehr Freiheit bzw. Nähe benötigt, als der andere oder der Beziehungswunsch bei einer Person größer ist, rutscht man schnell in eine On-Off-Beziehung. Hier ist es meist leichter, von Anfang an getrennte Wege zu gehen. 

Ist eine On-Off-Beziehung gefährlich?

Tatsächlich kann eine On-Off-Beziehung schwerwiegende Folgen für Menschen haben. Das hat sogar eine Studie der Universität von Illinois ergeben. Laut den Wissenschaftlern können diese Personen negativ beeinflusst werden und das äußert sich wie folgt:

  • Depression
  • Angstzustände
  • Bindungsunfähigkeit
  • Kommunikationsunfähigkeit

1. Depression

Eine On-Off-Beziehung kann der Grund für eine Depression sein. Die emotionale Belastung ist oft so stark, dass wir ständig eine innere Unruhe verspüren und das Erlebte nicht verkraften, da wir uns ja eigentlich nichts sehnlicher wünschen, als eine funktionierende Beziehung. Oft gibt man sich dann selbst die Schuld an der Situation und entwickelt eine Depression.

2. Angstzustände

Sei es die Angst davor, dass aus der On-Off-Beziehung nie wieder eine intakte Beziehung wird oder die  Angst davor, wieder in solch eine Beziehungsvariante hinein zu rutschen: On-Off-Beziehungen können Angstzustände begünstigen. Und das wiederum kann zu Depressionen führen.

3. Bindungsunfähigkeit

Ein Teufelskreis: Die Bindungsunfähigkeit kann nicht nur eine On-Off-Beziehung auslösen, sondern auch die Folge davon sein. Eine vergangene, gestörte Beziehung sorgt dafür, dass die Person denkt, sie könne keine ordentliche Beziehung führen und entwickelt deshalb die Bindungsangst.

4. Kommunikationsunfähigkeit

On-Off-Beziehungen resultieren oft daraus, dass die Liebenden nicht miteinander kommunizieren. Das Verhaltensmuster wird häufig in neue Beziehungen übernommen.

Wie kommt man aus einer On-Off-Beziehung?

Du hast das Gefühl, dich in einer On-Off-Beziehung zu befinden? Keine Sorge. Sofern du dich schon selbst reflektierst hast, ist der wichtigste Schritt geschafft. Nun gilt es, zu handeln. Diese Tipps können dir dabei helfen.

  • Treffe klare Entscheidungen! Willst du die Beziehung? Ja oder nein? Rede mit deinem Gegenüber und fasst einen endgültigen Entschluss. Sprecht euch aus. Und: Lass dich nicht auf die Floskel Wir können Freunde bleiben ein. Nach der Vorgeschichte würde das nur dafür sorgen, in alte Muster zu verfallen.
  • Mache eigene Pläne. Lerne, dass das Leben auch alleine lebenswert ist. Plane einen Urlaub mit Freundinnen oder ändere deinen Alltag so, dass er nicht auf deinen Ex-Partner bzw. Ex-Partnerin ausgerichtet ist. Vielleicht findest du auch ein neues Hobby?
  • Miste alles aus, was dich an ihn*sie erinnert. So wirst du nicht ständig mit der Vergangenheit konfrontiert.
  • Die Entscheidung fällt dir trotz allem schwer? Dann frage dich: Was spricht wirklich noch für die Beziehung? Sind es wirklich die Gefühle? Die wahre Liebe? Oder bloß die Gewohnheit oder Angst vor dem Alleinsein? Frage dich, was du wirklich willst und was dich jetzt glücklich machen würde.
  • Bleibe konsequent! Inkonsequenz ist der Nährboden einer On-Off-Beziehung. Deshalb solltest du voll und ganz hinter deiner Entscheidung stehen und nicht nachgeben. Blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Kann aus einer On-Off-Beziehung wieder eine feste Beziehung werden?

Eine On-Off Beziehung muss nicht immer das Ende sein. Es gibt einige Paare, die sich nach einer solchen Beziehungspause bzw. diesem Beziehungskonzept näher sind als zuvor. Doch häufig werden diese On-Off-Muster auch in einer Endlos-Schleife wiederholt. Hier liegt es ganz an dir und deinem Gegenüber. Wichtig ist: Es wird keine feste Beziehung daraus, wenn ihr euch nicht beide ändert. Sprich: Alle die Auslöser der On-Off-Beziehung müssen aus eurer gemeinsamen Welt geschafft werden. Überwindet eure Beziehungsangst, kommuniziert miteinander und vor allem: stärkt eure emotionale Bindung. Sage deinem Partner oder deiner Partnerin, was du fühlst, wie es dir dabei geht und gebt euch auch gegenseitig mal Komplimente.

Fazit: Wann merkt man, dass eine Beziehung keinen Sinn mehr hat?

Du merkst: Eine On-Off-Beziehung muss nicht immer das Ende sein. Sofern ihr euch selbst reflektiert und Dinge ändert, können du und dein Partner bzw. Partnerin die Beziehung sogar auf ein neues Level bringen und damit eine endgültige Versöhnung erzielen. Letztlich sollte es generell darum gehen, eine Entscheidung zu treffen. Egal, ob es eine Trennung oder Versöhnung ist. Ist die Liebe nicht zu retten, bedeutet das noch lange nicht das Ende. Trau dich von alten Beziehungen zu lösen, wenn dir die oben genannten Verhaltensmuster bekannt vorkommen. Jedes Ende ist auch ein Anfang – und der kann dir eine neue Partnerschaft mit viel Liebe und Beständigkeit liefern. 

Du willst mehr über das Thema Liebe und Beziehungen lesen? Hier gibt es Infos zur Trennung trotz Liebe. Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Monogamie, Polygamie und Polyamorie?

Verwendete Quellen: parship.de, lemonswan.de

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