Starke Regelblutung: Ursachen & Tipps, die helfen

Starke Regelblutung: Ursachen & Tipps, die helfen

Starke Regelblutungen können nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend sein. Was du dagegen tun kannst und alles, was du wissen musst, erfährst du hier.

Schmerzen, Krämpfe, Stimmungsschwankungen – das Leben mit Periode ist nun wirklich alles andere als ein Ponyhof. Wie stark die Menstruation ausfällt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und kann auch von Zyklus zu Zyklus verschieden sein. Während einige Personen nur sehr wenig bluten und das ganze Thema schon nach zwei Tagen abgehakt ist, müssen andere alle ein bis zwei Stunden Tampons, Binden, Menstruationstassen und Co wechseln und leiden mehr als eine Woche unter der starken Regelblutung. Gehörst du zur zweiten Sorte, dann pass nun gut auf. Wir verraten dir alles, was du wissen musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Von einer starken Regelblutung spricht man dann, wenn man länger als eine Woche blutet und etwa alle ein bis zwei Stunden die Periodenprodukte wechseln muss.
  • Die Gründe für eine starke Regelblutung können sehr unterschiedlich sein. Hormonelle Veränderungen oder Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut zählen zu den häufigsten Ursachen.
  • Hast du starke Beschwerden, solltest du zum Arzt oder zur Ärztin gehen. Es gibt aber auch einige Tipps, mit denen du den Alltag besser meistern kannst.

Wann spricht man von einer starken Regelblutung?

Die Regelblutung ist bei den meisten Frauen am ersten und zweiten Tag des Zyklus am stärksten und schwächt danach langsam ab. Etwa vier bis fünf Tage dauert die durchschnittliche Menstruation. Im Durchschnitt verliert eine Frau pro Monatsblutung etwa 60 Milliliter Blut. 

Von einer starken Regelblutung (Hypermenorrhoe) spricht man, wenn die Frau mehr als 80 Milliliter Blut während der Periode verliert. Dauert die Menstruation länger als sieben Tage, nennen die Mediziner und Medizinerinnen das Menorrhagie. Die Menorrhagie kann ebenfalls dafür sorgen, dass man vermehrt Blut in einem Zyklus verliert. Etwa 10 bis 14 von 100 Frauen haben einen stärkeren Blutverlust während der Periode und müssen über mehrere Tage hinweg alle ein bis zwei Stunden die Periodenprodukte wechseln.

Symptome einer starken Periode

Bei einer normalen Regelblutung verliert die Frau etwa 60 Milliliter Blut. Das ist ungefähr so viel wie in eineinhalb Shotgläsern passt. Zu Beginn der Periode ist die Blutung am stärksten und Tampon, Binden und Co müssen besonders oft gewechselt. Über den gesamten Zeitraum der Menstruation betrachtet, müssen die Periodenprodukte durchschnittlich alle vier Stunden gewechselt werden. Anzeichen für eine besonders starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) können sein:

  • Häufiges Wechseln der Periodenprodukte (etwa alle ein bis zwei Stunden)
  • Man fühlt sich schwach, antriebslos und ist müde
  • Im Menstruationsblut sind Blutklumpen enthalten

Ursachen für eine starke Regelblutung

Bei einigen Frauen sind die Tage schon seit der allerersten Monatsblutung stärker als bei anderen. Bei anderen wird die Periode aber auch erst deutlich später stärker. Das kann zum Beispiel nach der Geburt des Kindes, nach dem Einsetzen der Spirale oder durch hormonelle Veränderung wie zum Beispiel in der Pubertät oder während der Wechseljahre passieren. Aber auch Stress kann die Menstruation beeinflussen.

Der häufigste Grund für eine starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) ist aber, dass sich die Gebärmuttermuskulatur aufgrund verschiedener Ursachen nicht mehr richtig zusammenziehen kann. Normalerweise sorgt diese beim Zusammenziehen dafür, dass sich die Schleimhaut in der Gebärmutter lockert und das Blut für eine bestimmte Zeit ausgespült werden kann. Wird die Muskulatur beim Zusammenziehen gehindert, kann die Blutung stärker als gewohnt ausfallen.

Es gibt noch weitere Ursachen, die einen stärkeren Blutverlust während der Periode begünstigen können:

  • Myome sind gutartige Geschwülste in der Gebärmuttermuskulatur. Sie bilden Knoten in der Muskulatur und lösen oft keine Beschwerden aus, weshalb sie meist auch nur zufällig entdeckt werden. Doch auch sie können für eine starke Blutung sorgen.
  • Polypen wachsen in der Gebärmutterschleimhaut und werden wie Myome nur schwer entdeckt. Sie können für einen stärkeren Blutverlust während der Menstruation sorgen.
  • Bei der Endometriose handelt es sich um eine Krankheit, bei der Wuchungen der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter vorkommen. Das kann zum Beispiel die Gebärmutterwand oder die Eierstöcke betreffen. Bei einer Endometriose haben die Betroffenen oft eine stärkere Regelblutung und heftige Regelschmerzen.
  • Ist die Gebärmutterschleimhaut entzündet, nennen Mediziner und Medizinerinnen das Endometritis. Hierbei sind Erreger durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangt und haben eine Entzündung der Schleimhaut verursacht. Auch das kann für eine stärkere und längere Blutung sorgen.
  • Manchmal können auch andere Krankheiten wie beispielsweise Gebärmutterhalskrebs, Erkrankungen der Schilddrüse oder eine Blutgerinnungsstörung die Stärke der Periode beeinflussen.

Folgen einer starken Periode

Verlierst du während der Monatsblutung über mehrere Zyklen hinweg vermehrt Blut (mehr als 80 Milliliter pro Periode), dann kann das einen Eisenmangel zur Folge haben. Eisen ist für die Produktion roter Blutkörperchen wichtig, ist davon zu wenig vorhanden, kann das unter Umständen zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

Rote Blutkörperchen sind dafür zuständig, Sauerstoff zu den Organen zu transportieren. Sind also zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden, werden die Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen der stärkeren Menstruationsblutung können sein:

  • Schwächegefühl
  • Müdigkeit
  • Blässe
  • Kalte Hände und Füße

Starke Menstruation: Ab wann muss man zum Arzt?

Zum Arzt oder zur Ärztin solltest du gehen, wenn du diese Anzeichen bei dir bemerkst:

  • Du musst deine Periodenprodukte alle ein bis zwei Stunden wechseln
  • Du bemerkst plötzliche Blutschwalle
  • Im Blut sind oft größere Blutklumpen enthalten
  • Du blutest länger als eine Woche
  • Du fühlst dich schwach, müde und antriebslos

Keine Sorge: Fällt deine Periode einmal stärker aus als sonst, musst du nicht direkt zum Arzt oder zur Ärztin gehen. Es ist ganz normal, dass die Menstruation schwankt und mal schwächer und mal stärker ist. Bemerkst du die Anzeichen aber in jedem Zyklus über einen längeren Zeitraum hinweg, solltest du dich zum Thema Blutverlust während der Periode ärztlich beraten lassen.

Behandlung: Das hilft bei einer starken Periode

Bemerkst du die Anzeichen weiter oben über einen längeren Zeitraum in jedem Zyklus, solltest du dich unbedingt von der Ärztin oder dem Arzt zur Behandlung beraten lassen. Hier kann festgestellt werden, was die Ursache deiner starken Monatsblutung (Hypermnorrhoe) sein kann. Da es für eine starke Regelblutung viele mögliche Ursachen gibt, kann nur der Arzt oder die Ärztin Aufschluss über deine individuellen Gründe für den starken Blutfluss geben.

Beschreibe deine Symptome und gib an, wie viel Blut du pro Menstruation in etwa verlierst. Da das schwer einzuschätzen ist, kannst du erzählen, wie oft du deine Periodenprodukte wechseln musst und wie viele Tage du insgesamt blutest. Der Arzt bzw. die Ärztin tastet in der Regel zunächst deine Gebärmutter ab und macht einen Ultraschall und oft wird auch Blut abgenommen, um festzustellen, ob ein Eisenmangel oder sogar eine Anämie vorliegt.

Wie die Behandlung der starken Regelblutung aussieht, hängt stark von der Ursache ab. Je nach Ursache kann das Problem gut behandelt werden. Dabei helfen können folgende Möglichkeiten der Behandlung:

  • Medikamente, die die Blutung verringern
  • Eisen-Präparate, die den Eisenhaushalt wieder stärken und Symptome wie Schwäche und Müdigkeit mindern
  • Einnahme der Pille oder das Einsetzen der Hormonspirale, die unter Umständen helfen können, die Regelblutung zu schwächen
  • Operatives Entfernen der gutartigen Gewebewucherungen
  • Komplettes Entfernen der Gebärmutterschleimhaut (nur bei sehr starken Beschwerden und wenn kein Kinderwunsch mehr besteht)

Starke Blutung: 5 Tipps für den Umgang im Alltag

Eine starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional belastend für viele Betroffene. Man fühlt sich durch den Blutverlust schlapp und müde, durch das Wechseln der Periodenprodukte auch in der Nacht schläft man schlechter und es kann einem allgemein schwerfallen, den Alltag zu bewältigen. Viele Frauen haben auch stärkere Unterleibsschmerzen und ein allgemeines Peinlichkeitsgefühl aufgrund der starken Menstruationsblutung. Diese 5 Tipps können dabei helfen, den Alltag etwas besser zu meistern:

  1. Frag deinen Chef nach der Möglichkeit, die Woche über im Homeoffice zu arbeiten. Hier hast du deine Ruhe und bist immer in der Nähe der Toilette und deiner Wechselprodukte.
  2. Lege eine wasserdichte, saugfähige Unterlage in dein Bett, falls deine Binden, Tampons und Co nicht dichthalten. So kannst du entspannter durchschlafen, ohne dir Sorgen um deine Bettwäsche zu machen. 
  3. Hab unterwegs immer genug Wechselprodukte dabei und halte dich so gut es geht in der Nähe von zugänglichen Toiletten auf, um Tampons und Binden zu wechseln oder die Menstruationstasse zu leeren. Hygieneprodukte von always bieten dir eine große Auswahl und haben für deine individuellen Bedürfnisse, die richtigen Produkte. 
  4. Zusätzlich kann auch Periodenunterwäsche Sicherheit verschaffen. Diese saugt das Blut auf. Reicht die Menstruationstasse oder der Tampon mal nicht aus, passiert so kein Malheur.
  5. Rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können nicht nur Unterleibsschmerzen lindern, sie können auch die Blutung abschwächen. 

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Verwendete Quellen: gesund.bund.de, tk.de, always.de

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