Wäsche trocknen in der Wohnung: Das musst du beachten

Wäsche trocknen in der Wohnung: Das musst du beachten, um Schimmel zu vermeiden

Du hast keinen Wäschetrockner und kannst deine frisch gewaschene Wäsche auch nicht draußen aufhängen? Wir verraten dir, wie du sie in deiner Wohnung trocknest, ohne Schimmel zu riskieren.

Nicht jeder von uns besitzt einen Wäschetrockner oder kann seine Wäschespinne auf den Balkon, die Terrasse oder in den Keller stellen. Und spätestens, wenn es draußen nass und ungemütlich wird, stehen die meisten von uns vor demselben Problem: wohin mit der Wäsche? Die einzige Möglichkeit ist es dann, die Wäsche in der Wohnung zu trocknen. Aber ist das in Mietwohnungen überhaupt erlaubt? Was sagt das Mietrecht? Und wie kann man Schimmel vorbeugen? Das alles erfährst du hier.

Wäsche trocknen in der Mietwohnung: Verboten oder nicht?

In vielen Mietverträgen gibt es eine Klausel, die das Trocknen von Wäsche in der Wohnung verbietet. Laut Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) sei so eine Klausel im Mietrecht allerdings unwirksam. Grundsätzlich dürfen Mieterinnen und Mieter ihre nasse Wäsche in der Wohnung aufhängen, auch wenn das dem Vermieter bzw. der Vermieterin ein Dorn im Auge ist. Weiter heißt es seitens des Mieterbundes:

Das gilt auch dann, wenn es im Haus einen Gemeinschaftstrockenkeller oder Speicher gibt. Ein Verbot in der Hausordnung, Wäsche außerhalb eines Trockenraums aufzuhängen, ist nach einer Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf (21 T 38/08) unwirksam.

Dennoch muss sichergestellt werden, dass beim Trocknen in der Wohnung keine Feuchtigkeitsschäden entstehen. Sollte es durch unzureichende Präventionsmaßnahmen zur Schimmelbildung kommen, haftet in der Regel der Mieter bzw. die Mieterin.

Wäsche trocknen in der Wohnung: Wichtige Tipps und Tricks

In einem Korb mit nasser Wäsche stecken etwa zwei Liter Wasser – und die müssen irgendwo hin. Damit du deine Wäsche ohne Schimmelgefahr in deiner Wohnung trocknen kannst, haben wir hier nützliche Tipps und Tricks gesammelt.

1. Wäsche vorbereiten

Je stärker die Wäsche in der Waschmaschine geschleudert wird, desto weniger Feuchtigkeit gelangt beim Trocknen in die Räume und desto schneller ist sie trocknen. Stelle bei nicht empfindlichen Kleidungsstücken also eine möglichst hohe Drehzahl ein. Der Schleudergang ist besonders effektiv, wenn du die Trommel nur leicht belädst. Schüttle die Kleidung vor dem Aufhängen zudem gut aus. Übrigens: Mit diesen 5 Tricks trocknet deine Wäsche blitzschnell.

2. Kleidung richtig aufhängen

Hänge deine Kleidung mit genügend Abstand voneinander auf. Nur so kann die Luft optimal zwischen den Kleidungsstücken zirkulieren, damit diese schneller trocknen.

3. Wäscheständer optimal aufstellen

Stelle deinen Wäscheständer am besten dort auf, wo er dich im Alltag nicht stört – sei es im Badezimmer, Kinderzimmer oder Wohnzimmer. Die Zimmertemperatur sollte circa 20 Grad Celsius betragen. Hänge deine Wäsche niemals in einem unbeheizten Raum auf, denn nur warme Luft nimmt ausreichend Feuchtigkeit auf. Bei einem Zimmer mit geringer Raumtemperatur besteht die Gefahr, dass die Feuchtigkeit direkt in die Wände übergeht und es zur Schimmelbildung kommt.

Auch die Position deines Wäscheständers, also ob er frontal oder seitlich vom Fenster steht, ist entscheidend. Steht er seitlich zum Fenster, trifft die Luft direkt auf die Kleidungsstücke, wird abgebremst und gelangt nicht mehr an die hinteren Teile. Wenn er allerdings mit der Kopfseite zum Fenster steht, kann der Luftstrom ungehindert durch die Kleidung zirkulieren. 

4. Regelmäßiges Stoßlüften

Nicht nur der Ort und die Position deines Wäscheständers sind wichtig, sondern auch, wie gut der Raum belüftet ist. Die feuchte Luft, die durch die nasse Wäsche im Zimmer entsteht, muss durch regelmäßiges Stoßlüften nach draußen transportiert werden – auch bei kaltem Wetter. Experten empfehlen, das Fenster mehrmals am Tag für mindestens zehn Minuten vollständig zu öffnen. Es auf Kipp zu stellen, reicht nicht. 

Noch besser ist es, wenn du durch zwei oder mehr gegenüberliegende Fenster Durchzug schaffst. Durch die Luftzirkulation kann die feuchte Luft besonders schnell entweichen. Die optimale Luftfeuchtigkeit im Zimmer liegt übrigens zwischen 40 und 60 Prozent. 

Auch spannend: Schwarze Wäsche waschen, Seide waschen und  Duschkabine reinigen

Ist es ungesund, Wäsche in der Wohnung zu trocknen?

Grundsätzlich ist es weder ungesund noch prinzipiell gefährlich, feuchte Wäsche in der Wohnung aufzuhängen. Wichtig ist nur, dass du die oben genannten Tipps beim Wäschetrocknen beherzigst, um Schäden zu vermeiden. Für die Gesundheit wird es erst dann gefährlich, wenn es durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit zu Schimmelbildung an den Wänden kommt. Die Sporen des Schimmels können gesundheitliche Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Allergien auslösen.

Kann man Wäsche auch im Winter draußen trocknen?

Wenn du die Möglichkeit hast, deine Wäsche an der frischen Luft zu trocknen, solltest du das immer tun – auch im Winter ist das möglich. Bei Frost gefriert das Wasser in der Wäsche sofort und geht danach direkt in den gasförmigen Aggregatzustand über – sprich, es verdunstet. Diesen physikalischen Prozess nennt man auch Sublimation.

Weitere Haushaltstipps:

Wäsche stinkt nach dem Waschen: Daran liegt es und so behebst du den Geruch

Kaschmir waschen: Die besten Tipps und Tricks für die Pflege

Unterwäsche waschen: Die richtige Temperatur für keimfreie Wäsche

Verwendete Quellen: mieterbund.de, perwoll.de, haushaltstipps.com

Lederjacke waschen Tipps und Tricks
Wenn du deine Lederjacke waschen möchtest, musst du einiges beachten. Wir haben die besten Pflegetipps für dich, damit der empfindliche Stoff beim Waschen nicht beschädigt wird. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...