Bauchhöhlenschwangerschaft: Symptome, Ursachen und Verlauf

Bauchhöhlenschwangerschaft: Symptome, Ursachen und Verlauf

Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft nistet sich das Ei im Bauchraum ein. Was du darüber wissen musst, erfährst du hier.

In etwa einem Prozent der Schwangerschaften kann es passieren, dass sich die befruchtete Eizelle nicht wie im normalen Fall in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, sondern dass sie sich außerhalb der Gebärmutter niederlässt. Zu diesen Schwangerschaften zählt auch die Bauchhöhlenschwangerschaft. Alles Infos dazu haben wir hier zusammengefasst.

Was versteht man unter einer Bauchhöhlenschwangerschaft?

Eine Bauchhöhlenschwangerschaft ist eine Form einer sogenannten Extrauteringravidität (EUG). So wird eine Schwangerschaft genannt, die außerhalb der Gebärmutter stattfindet. Mediziner und Medizinerinnen bezeichnen eine solche Schwangerschaft auch als ektope Schwangerschaft. Bei einer Extraunteringravidität nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern an einer anderen Stelle im Körper der Frau ein. 

Neben der Bauchhöhlenschwangerschaft gibt es noch die Eileiterschwangerschaft, die Ovarialgravidität, bei der sich die Eizelle in den Eierstöcken einnistet oder die sogenannte zervikale Schwangerschaft, bei der sich die Eizelle im Gebärmutterhals einnistet.

Bei der Bauchhöhlenschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle im Bauchraum der Frau ein. Bei einer normalen Schwangerschaft wandert die Eizelle nach der Befruchtung durch die Eileiter Richtung Gebärmutter, wo sie sich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Hier kann der Embryo wachsen und sich in ein gesundes Baby entwickeln. Wird die Eizelle auf dem Weg gestört und schafft es nicht, an ihrer eigentlichen Destination anzukommen, kann es passieren, dass sie sich an einer anderen Stelle wie dem Eileiter oder der freien Bauchhöhle niederlässt.

Kann eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausgetragen werden?

Eine Bauchhöhlenschwangerschaft gilt wie alle anderen Extrauterinschwangerschaften als nicht austragbar. Der Embryo kann sich hier nicht so entwickeln, wie er es in der Gebärmutter tun würde, weshalb es meist zum Abbruch der Schwangerschaft kommt. Zwar hat der Embryo in der Bauchhöhle kein Platzproblem, wie es zum Beispiel im Eileiter der Fall wäre, jedoch kann die Bauchhöhlenschwangerschaft viele Komplikationen wie zum Beispiel innere Blutungen mit sich bringen. Meist beendet der Körper die ektope Schwangerschaft von selbst. Sie kann aber auch durch einen Arzt oder eine Ärztin abgebrochen werden.

Laut der ÄrzteZeitung gibt es weltweit nur 100 Babys, die eine Bauchhöhlenschwangerschaft überlebt haben. Die Chancen auf ein Überleben des Embryos stehen also bei 1 : 13 Millionen

Wie hoch ist das Risiko für eine Bauchhöhlenschwangerschaft?

Nur bei etwa einem Prozent aller Schwangerschaften kommt es laut Medizinern und Medizinerinnen zu einer Extrauteringravidität. 95 Prozent davon sind Eileiterschwangerschaften. Das Risiko einer Bauchhöhlenschwangerschaft ist also sehr gering.

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Was sind die Symptome?

Die meisten Frauen bemerken die Bauchhöhlenschwangerschaft zunächst nicht, denn sie beginnt wie eine normale Schwangerschaft auch. Der Schwangerschaftstest ist positiv, die Periode bleibt aus und auch andere Anzeichen einer Schwangerschaft wie Morgenübelkeit oder eine spannende Brust können vorkommen.

Nur der Gynäkologe oder die Gynäkologin kann (wenn überhaupt) feststellen, ob es sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft handelt. Oft bricht der Körper die Schwangerschaft aber schon zuvor ab.

Im Gegensatz zur Eileiterschwangerschaft verläuft die Bauchhöhlenschwangerschaft meist ohne Beschwerden, da der Embryo genug Platz in der Bauchhöhle hat. Unterleibsschmerzen und Bauchschmerzen sind eher selten.

Was sind mögliche Ursachen und Risikofaktoren?

Eine Bauchhöhlenschwangerschaft entsteht, wenn der Eileitertrichter die Eizelle nicht richtig auffangen kann. Sind die Eileiter undicht, gelangt die Eizelle in die Bauchhöhle, wo sie sich einnistet. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die eine Bauchhöhlenschwangerschaft oder eine andere Extrauteringravidität begünstigen. Hierzu zählen:

  • Vorherige Eileiterentzündungen
  • Vorherige Bauchoperationen
  • Endometriose
  • Die Verwendung der Spirale als Verhütungsmittel
  • Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhoe
  • Künstliche Befruchtungen
  • Rauchen

Bedenke: Auch wenn du zur Risikogruppe gehörst, sind die Chancen auf eine Extrauterinschwangerschaft sehr gering. Willst du schwanger werden, kannst du vorher deine Sorgen mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen. Er oder sie kann dich bestens beraten.

Wie wird die Bauchhöhlenschwangerschaft diagnostiziert?

Ob es sich bei einer Schwangerschaft um eine Bauchhöhlenschwangerschaft handelt, kann der behandelnde Frauenarzt oder die Frauenärztin feststellen. Bei frühen Ultraschalluntersuchungen kann er oder sie überprüfen, ob sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingenistet hat. Ist der Embryo nicht in der Gebärmutter zu finden, ergibt sich der Verdacht auf eine Extrauteringravidität. 

Mittels Ultraschall versucht der Arzt oder die Ärztin dann, den genauen Ort der Einnistung der Eizelle zu bestimmen. Auch eine Blutuntersuchung kann auf eine Extrauterinschwangerschaft hinweisen. Anhand des Schwangerschaftshormons HCG kann der Arzt oder die Ärztin feststellen, ob es sich um eine normale Schwangerschaft handelt. Bei einer ektopen Schwangerschaft ist das HCG-Level meist zu niedrig oder steigt nicht so schnell an wie bei einer normalen Schwangerschaft.

In unklaren Fällen kann der Arzt oder die Ärztin eine Bauchspiegelung durchführen, um die Eizelle aufzuspüren. Meist ist dieses Vorgehen auch die Behandlung, da die Eizelle gleichzeitig entfernt wird.

Wie läuft die Behandlung ab?

Wie bei allen anderen Extrauterinschwangerschaften gibt es auch bei der Bauchhöhlenschwangerschaft drei Methoden, die nicht-austragbare Schwangerschaft zu beenden.

  1. Natürlicher Abgang: Viele ektope Schwangerschaften werden in den ersten drei Monaten vom Körper selbstständig beendet. Treten keine Beschwerden auf, kann der Arzt oder die Ärztin auch dazu raten, erst einmal abzuwarten, ob die Schwangerschaft von selbst abbricht. Dabei wird die Frau aber strengstens überwacht.
  2. Medikamentöser Abgang: In manchen Fällen kann eine Bauchhöhlenschwangerschaft auch mit bestimmten Medikamenten beendet werden. Meist wird das Medikament Methotrexat verwendet. Es wird in den Embryo gespritzt, sodass dieser abstirbt.
  3. Operativer Abgang: Auch mithilfe einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann der nicht-entwicklungsfähige Embryo entfernt werden. Mit drei kleinen Schnitten führt der Chirurg oder die Chirurgin Instrumente in die Bauchdecke ein, um den Embryo zu entfernen.

Wie stehen die Chancen, danach wieder schwanger zu werden?

Natürlich kann eine Frau nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft erneut versuchen, schwanger zu werden. Wurde die Bauchhöhlenschwangerschaft allerdings medikamentös abgebrochen, wird empfohlen, mindestens sechs Monate mit einem erneuten Versuch zu warten, da das Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten erhöht ist. Nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft ist das Risiko für eine wiederholte Bauchhöhlenschwangerschaft erhöht.

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Verwendete Quellennetdoktor.de, hallo-eltern.de

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