Trennkost-Tabelle – abnehmen ohne zu hungern?

Dukan-Diät, New-York-Diät – in der langen Reihe der Abnehmkuren ist die Trennkost fast schon ein alter Hut. Wie sie funktioniert und was es mit der Trennkost-Tabelle auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Trennkost Tabelle

Die Idee der Trennkost wurde vor rund siebzig Jahren vom New Yorker Arzt Dr. William Howard Hay entwickelt. Seine Theorie: Unser Körper verdaut Eiweiß und Kohlenhydrate unterschiedlich. Essen wir Kartoffeln und Fleisch in Kombination, übersäuert unser Körper, wir bekommen Verdauungsbeschwerden, sind für bestimmte Krankheiten wie Rheuma anfälliger und wir nehmen leichter zu. In dem Zusammenhang solltet ihr euch auch mal das ansehen: Anzeichen, dass euer Körper übersäuert ist

Unter Trennkost versteht man zunächst einmal keine Diät, sondern eine andauernde Ernährungsumstellung. Dies soll dazu führen, dass es nach einer gewissen Zeit durch andere Essgewohnheiten zur Gewichtsabnahme kommt und man das errreichte Gewicht auch halten kann, ohne den sogenannten Jojo-Effekt.

Trennkost funktioniert nach dem Prinzip, dass man alles und soviel essen kann, wie man möchte, nur dürfen einige Nahrungsmittel nicht mit anderen gemischt werden. Hierbei unterscheidet man in drei Gruppen:
Die Kohlehydrate, die Eiweiße und die Neutralen.

Die Trennkost-Tabelle listet Produkte aus diesen drei Kategorien und zeigt auf, wie man die Lebensmittel miteinander kombinieren darf. Ein Vorteil gegenüber vielen anderen Abnehm-Methoden: Kalorien zählen entfällt bei der Trennkost.

Eiweiß versus Kohlenhydrate

Trennen wir die Aufnahme von Eiweiß und Kohlenhydraten, entschlackt das den Körper, der Fettstoffwechsel wird angeregt und die Nahrung leichter verdaut. Trennkost eben!
Grundsätzlich sollten bei der Trennkost die Kohlenhydrate und die Eiweiße nicht vermischt werden, sie dürfen aber immer mit Produkten der Neutralen (vor allem Gemüse, Salate, Milchprodukte) zusammen gegessen werden. Dies führt zu einer besseren Verdauung und Verarbeitung der Mahlzeiten, da Kohlenhydrate und Eiweiße einzeln gegessen besser verdaut werden als zusammen.
Wenn zwischen den einzelnen Mahlzeiten jedoch bestimmte Zeiten vergangen sind, ist es durchaus möglich an einem Tag von Kohlenhydraten und Eiweißen etwas zu sich zu nehmen. Nur eben nicht zusammen und erst nach einer bestimmten Verdauungszeit.

Abnehmen ohne zu hungern?

Hört sich erst einmal verlockend an: Verbotene Lebensmittel gibt es bei der Trennkost nicht. Alles ist erlaubt, wenn es in der richtigen Kombination gegessen wird. Wichtig: Zwischen einer Kohlenhydrat- und einer Eiweiß-Mahlzeit sollten mindestens drei Stunden liegen. Und natürlich solltet ihr darauf achten, ausreichend frisches Obst und Gemüse zu essen.
Der Vorteil der Trennkost besteht darin, dass die Verdauung meist besser tätig wird und so überflüssiges Gewicht verloren wird, da der Körper die Nahrung besser aufnimmt und verwertet. Bei einer solchen Nahrungsumstellung wird darauf hingearbeitet, mehr Gemüse und Obst zu essen, wodurch keine Mangelerscheinungen auftreten. Auch unerwünschte Nebenwirkungen wie bei anderen Diäten, etwa Heißhunger-Attacken, Schlappheit und Schwindel werden bei der Trennkost nicht auftreten, da man ja bis zum Sattsein essen kann.
Trennkost eignet sich für jeden, sei es die Familie oder den Single der arbeiten geht. Sie lässt sich genauso einfach und unkompliziert zubereiten wie "normales" Essen und es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Rezepten, die man einfach nachkochen kann. Trennkost kann man auch so vorbereiten, dass man sie mitins Büronehmen kann.
Das wichtigste ist einfach nur, dass man in der Trennkost eine dauerhafte Art der Änderung der Ernährungsweise sehen sollte, die hilft, fit und gesund zu bleiben und nicht eine Diät, die man nach ein oder zwei Wochen wieder aufgeben kann.

Ernährungswissenschaftler betrachten die Hay'sche Trennkost kritisch. Sie halten die Theorie, die ihr zugrundeliegt, für "wissenschaftlich nicht haltbar" und wenden außerdem ein, dass es beim Abnehmen letztlich auf die Gesamtzahl der Kalorienzufuhr ankommt. Vereinfacht ausgedrückt: Zu viel Pommes oder Pasta mit Sahnesauce setzen an, egal, ob ihr einen Salat dazu esst oder nicht.

Die Trennkost-Methode ist nur eine Möglichkeit unter vielen: Weitere Tipps zum Abnehmen

Trotz aller Kritik schwören Tausende begeisterte Trennkost-Anhänger weiterhin auf das Prinzip der Trennkost-Tabelle: Weil Trennkost im Gegensatz zu anderen Diäten nicht einseitig ist, weil keine Kalorien gezählt werden und weil man auf nichts verzichten muss. Heute gibt es viele Varianten zur "klassischen" Trennkost, zum Beispiel die vegetarische.

Die Trennkost-Tabelle im Alltag

Mit ein bisschen Übung lässt sich das Prinzip mithilfe der Trennkost-Tabelle im Alltag gut umsetzen, obwohl so manche Einteilung am Anfang schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. So gehören zum Beispiel gekochte Tomaten zur Eiweiß-, rohe Tomaten zur neutralen Gruppe und auch beim Käse heißt es zweimal hinschauen.

Die mediterrane Küche macht uns vor, wie Trennkost funktioniert. Zur Pasta gibt’s Gemüse, zum Putensteak Salat, die heiß geliebten Spaghetti Bolognese müsst ihr euch allerdings verkneifen.

Trennkost-Tabelle: Eiweiß-Gruppe

Wichtig: Darf mit der neutralen Gruppe kombiniert werden

Gemüse: Tomaten (gekocht)

Früchte: Ananas, Apfel (sauer), Aprikose, Birne, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren, Granatapfel, Grapefruit, Guave, Hagebutte, Himbeeren, Holunderbeeren, Johannisbeeren, Kirsche, Kiwi, Kumquat, Limette, Lychee, Mandarine, Mango, Melone, Mirabelle, Nektarine, Orange, Papaya, Passionsfrucht, Pfirsich, Pflaume, Preiselbeeren, Quitte, Sanddorn, Schlehe, Stachelbeeren, Zitrone, Zwetschge

Milch und Milchprodukte: Käse (unter 50% Fett i. Tr.), teilentrahmte Milch
Fisch und Meeresfrüchte: Austern, Garnelen, Hummer, Krebsfleisch, Krabben, Langusten, Muscheln, Scampi, Tintenfisch, Fischfilets, gegarte und gebratene Fische (z.B. Brasse, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Rotbarsch, Seelachs, Seezunge, Scholle, Thunfisch, Zander)

Fleisch und Wurst: Gebratenes oder gekochtes Fleisch wie Braten, Gulasch, Hack, Roulade Schnitzel, Steak (Geflügel, Kalb, Lamm, Rind, Schwein, Wild), gekochte Wurstwaren (z. B. Geflügelwurst, Kochschinken)

Sonstige Lebensmittel: Balsamicoessig, Eier (gekocht, Rührei, Omelette, Spiegelei), Eiweiß, Essig, Sojaprodukte (z.B. Sojajoghurt, Sojamehl, Sojamilch, Sojaschnetzel, Sojawurst, Tofu)

Getränke: Fruchtsäfte (außer Bananensaft), Früchtetee, Rotwein (trocken), Sekt, Weißwein

Trennkost-Tabelle: neutrale Gruppe

Wichtig: Darf mit der Eiweiß- oder der Kohlenhydrate-Gruppe kombiniert werden

Gemüse: Artischocke, Aubergine, Avocado, Blattsalat, Blumenkohl, Grüne Bohne, Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Chili, Erbse, Fenchel, Frühlingszwiebel, Gurke, Keimlinge, Knoblauch, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold, Möhre, Paprika, Rettich, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Sauerkraut, Schalotte, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomate (roh), Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zwiebel

Früchte: Avocado, Heidelbeeren, Olive, Rosine

Milch und Milchprodukte: Brie, Butter, Buttermilch, Camembert, Crème double, Crème fraiche, Dickmilch, Feta, Frischkäse, Hüttenkäse, Joghurt, Käse (über 50% Fett i. Tr.), Kefir, Mascarpone, Mozzarella, Parmesan, Ricotta, Rohmilchkäse, Quark, saure Sahne, Schafskäse, Schlagsahne (ungesüßt), Schmand, Vollmilch, Ziegenkäse, Ziegenmilch

Fisch und Meeresfrüchte: Roher und geräucherter Fisch (gerächerter Aal, Bismarckhering. geräucherte Forelle, Matjes, Räucherlachs, Sardellen, Schillerlocken)

Fleisch und Wurst: Roh oder luftgetrocknet wie Bündnerfleisch, Carpaccio, Cervelatwurst, Landjäger, Salami, Schinken (luftgetrocknet oder geräuchert), Speck (durchwachsen), Tatar, Teewurst

Nüsse: Cashewkerne, Haselnüsse, Kokosnuss, Kürbiskerne, Mandeln, Mohn, Paranüsse, Pekannüsse, Pinienkerne, Sesam, Sonnenblumenkerne, Walnüsse

Pilze: z.B. Austernpilze, Champignons, Morchel, Shitake, Pfifferling, Steinpilz, Trüffel

Keimlinge und Sprossen: Alfalfa, Kressesprossen, Linsensprossen, Mungobohnensprossen, Radieschensprossen, Rettichsprossen, Sesamsamen, Sojasprossen, Weizenkeime

Tierische und pflanzliche Fette: Butter, Margarine, Mayonnaise Pflanzenöle, Schmalz

Sonstiges: Eigelb, Gelatine, Gemüsebrühe, Gewürze, Hefe, Kräuter (frisch und getrocknet), Obstessig, Meerrettich, Pfeffer, Senf

Getränke: Kaffee (ungesüßt), Mineralwasser, Tee (grüner Tee, Kräutertee, schwarzer Tee)

Gesund ernähren - so geht's!

Trennkost-Tabelle: Kohlenhydrate-Gruppe

Wichtig: Darf mit der neutralen Gruppe kombiniert werden!

Gemüse: Grünkohl, Kartoffeln, Schwarzwurzeln, Süßkartoffeln

Früchte: Apfel (süß), Banane, Dattel, Feige, Trockenfrüchte (außer Rosinen)

Getreide und Getreideprodukte: Brot, Brötchen, Couscous, Getreide (Buchweizen, Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Roggen, Weizen), Gebäck, Glasnudeln, Grieß, Haferflocken, Kuchen, Mais, Nudeln (ohne Ei), Reis, Vollkornbrot, Wildreis

Sonstige Lebensmittel: Ahornsirup, getrocknete Pilze, getrocknete Tomaten, Honig, Zucker

Getränke: Apfeldicksaft, Bananensaft, Bier, Birnendicksaft, Malzbier, Rotwein

Und auch das solltet ihr euch mal ansehen: Abnehmen mit der Low Carb Diät oder intermittierendem Fasten!