Machtspiele der Männer in Beziehungen: Tipps, die helfen

Machtspiele in der Beziehung: Diese Angewohnheiten können die Liebe gefährden

In eurer Beziehung gibt es immer einen, der die Kontrolle hat? Wie du Machtspiele erkennst und was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier.

Nie fragt er, wie dein Tag war, immer musst du fragen, wann ihr euch seht und wenn es darum geht, welchen Film ihr heute Abend auf Netflix schaut, hast du kaum Mitspracherecht. Wer bei euch in der Beziehung die Überhand hat, ist wohl klar. Gehst du immer wieder Kompromisse ein, richtest dich nach ihm und rutschst schon fast in eine Abhängigkeit, ist Vorsicht geboten. Machtspiele können die Beziehung gefährden und sehr toxisch sein. Wie du erkennst, ob ein ungleiches Machtgefälle in eurer Partnerschaft herrscht und was du tun kannst, erfährst du hier.

Warum spielen wir Machtspiele in Beziehungen?

Macht bedeutet Kontrolle und Kontrolle ist etwas, wonach sich jeder Mensch in seinem Leben sehnt. Das ist ganz normal. Macht und Kontrolle machen nämlich das eigene Leben berechenbarer, was uns wiederum Sicherheit gibt. Im Grunde ist das Streben nach Macht und Kontrolle also nichts Verwerfliches, denn es gehört zu den natürlichen Bedürfnissen eines Menschen.

Auch in Beziehungen spielen Macht, Kontrolle und Sicherheit eine sehr wichtige Rolle. Partnerschaften sind geprägt von gewissen Machtgefügen. Oft hat einer der Partner in der Beziehung mehr Macht als der andere. Sowohl Männer als auch Frauen können die Person in der Partnerschaft sein, die die Überhand hat und mehr Kontrolle ausübt. Diese Macht kann sich durch kleine Angewohnheiten wie die Auswahl des Fernsehprogramms am Abend äußern, es können aber auch große Machtspiele wie negative Sanktionen (Liebesentzug etc.) sein. 

Macht in einer Beziehung ist in der Regel überhaupt nicht problematisch, wenn es bei kleinen Machtspielchen bleibt und wenn die Machtverteilung immer wieder von einem zum anderen Partner wechselt. Wird die Machtposition jedoch von dem Mann oder der Frau missbraucht, führt das meist zu Streits und Konflikten, die sich nur schwer lösen lassen.

Machtspiele erkennen: 8 Anzeichen, auf die du achten solltest

In einer gesunden Beziehung sind beide Partner auf Augenhöhe. Hat der Mann oder die Frau immer die Überhand über den anderen, dann kann das irgendwann zum Problem werden. Man kommt schnell in ein Machtgefälle, das sich durch Kontrolle auf der einen Seite und Abhängigkeit auf der anderen Seite auszeichnet und die Wogen für eine toxische Beziehung sind gestellt. Der Weg daraus ist sehr sehr schwer. Auf diese Anzeichen solltest du von Anfang an achten, damit sich gar nicht erst ein unausgeglichenes Machtgefälle in eurer Beziehung etabliert.

  1. Wer von euch bestimmt in der Regel, wann ihr euch seht?
  2. Meldet sich einer von euch immer zuerst?
  3. Wer von euch entscheidet, was ihr zusammen macht?
  4. Wer von euch beiden geht häufiger Kompromisse ein?
  5. Gibt es jemanden von euch, der häufiger Kritik am anderen äußert?
  6. Wer ist eher der Zuhörer und wer hat den größeren Redeanteil in Gesprächen?
  7. Wer entscheidet, wann (und wie) ihr Sex habt?
  8. Legt jemand von euch die Bedingungen der Beziehung fest?

In einem gesunden Machtverhältnis in einer Partnerschaft ist es nur schwer, die Fragen mit einer eindeutigen Antwort zu beantworten. Doch auch wenn einige Fragen eindeutig der einen und andere Fragen der anderen Person zugeschrieben werden können, ist das vollkommen in Ordnung und kein Anzeichen für ein ungesundes Machtgefälle

Machtspiele durchbrechen: Das kannst du tun

Da Macht und Kontrolle direkt vom Anfang einer Beziehung zwischen den Partnern entsteht, ist direkt von Beginn an Vorsicht geboten. Hat sich das Machtgefälle erst mal etabliert, ist es sehr schwer, den Kreislauf zu durchbrechen. Der Machthaber macht immer so weiter, denn der Abhängige hat es ja lange Zeit mit sich machen lassen. Ändert Zweiter sein Verhalten, reagiert der Kontrollierende oft mit Unverständnis und kann sein kontrollierendes Verhalten sogar noch verstärken, um die Macht wieder zurückzuerlangen.

Liebe und unausgeglichene Macht vertragen sich auf Dauer nicht. Deswegen ist es so wichtig, dass beide Partner von Anfang der Beziehung daran arbeiten, ihre Bedürfnisse miteinander zu kommunizieren und sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Hat sich das Machtgefälle erst mal etabliert, ist es hingegen sehr schwer, da raus zu kommen. Spricht das Problem offen an, versucht gemeinsam, Lösungsstrategien zu finden oder holt euch wenn nötig professionelle Hilfe. In einer Paartherapie könnt ihr für euch spezifische Lösungsstrategien erlernen, die euch helfen können, die Macht in den Hintergrund zu rücken und der Liebe wieder ein Comeback zu geben.

Gibt es auch positive Machtspiele in der Liebe?

Liebe und Macht gehen, so weiß die Wissenschaft schon länger, Hand in Hand. Neben dem toxischen Machtverhalten in Beziehungen, das wir eben schon beschrieben haben, gibt es aber auch noch gesunde Machtkämpfe, die in einer Partnerschaft ausgetragen werden können.

Psychologe und Paartherapeut Wolfgang Krüger beschreibt in seinem Buch "Liebe, Macht und Leidenschaft“ (Herder Verlag), dass ein Machtkampf, der spielerisch-humorvolle Züge hat, durchaus einen positiven Effekt auf die Beziehung haben kann. Im Grunde sind Machtkämpfe nichts anderes, als das Ertasten der Grenzen der Beziehung. 

In einer gesunden Beziehung gibt es also beides, so Krüger: Macht und Liebe. Arten die Machtspiele nicht aus und kommen mit einem kleinen Augenzwinkern statt purem Ernst, zeugt das von einer tieferen Verbindung. Man kennt den anderen und seine Grenzen besser und lernt auch, die eigenen Grenzen besser zu kommunizieren, verrät Krüger in seinem Buch. Hier kannst du "Liebe, Macht und Leidenschaft“ von Wolfang Krüger nachshoppen🛒.

Hier ein paar Beispiele für "gesunde“ Machtspiele in Beziehungen:

  • Charme statt Stress: Hat er mal wieder nicht den Abwasch gemacht, wie er es eigentlich machen sollte, versuche nicht zu nörgeln oder zu stressen. Hat er das Gefühl, dass du ihn ändern willst und nur an ihm nörgelst, wird er erst recht nichts ändern. Wickle ihn stattdessen mit deinem Charme um den Finger. Manchmal ist ein süßes "Bitte“ lauter als ein saures "Mach mal“.
  • Rache ist süß: Fitness, Party mit den Freunden und zocken mit den Kollegen. Willst du mehr Zeit mit ihm verbringen, doch er scheint immer verplant zu sein und nie eine Minute für dich zu haben? Dann tu es ihm doch mal gleich. Statt auf ihn zu warten, dass er Zeit für dich hat, mache deine eigenen Pläne und lass ihn dann irgendwann auf dich zukommen. Plane Wochenendtrips mit deinen Mädels, gehe abends lange aus, hab Spaß und denk dabei nicht an ihn. Früher oder später wird er sich wundern, warum du nichts mehr mit ihm machst und wird hoffentlich wieder mehr Initiative zeigen und dich zu seiner Priorität machen.
  • Reden ist Silber, schweigen ist Gold: Tag für Tag fragst du ihn, wie sein Tag war und hörst ihm zu, wie er von all seinen Storys berichtet. Doch eine Gegenfrage kommt nur selten? Hast du ungewollt die Zuhörer-Position in der Beziehung eingenommen und würdest auch gerne mal öfter gefragt werden, wie dein Tag so war, dann halte dich doch eine Zeit lang mal an die Redewendung "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Frag ihn immer weniger, stelle keine Rückfragen mehr und hole dir den Redeanteil in den Gesprächen so ein Stück weit zurück. So signalisierst du ihm, dass du auch was zu sagen hast.

Bedenke: Die beste Möglichkeit, Störfaktoren in der Beziehung zu ändern, ist es, diese offen und ehrlich zu kommunizieren. Habt ihr eine funktionierende, gesunde Beziehung, kannst du auch deine Grenzen ehrlich äußern, ohne schlimme Konsequenzen befürchten zu müssen. Was besonders wichtig ist, um Beziehungsprobleme zu lösen, erfährst du ganz genau in diesem Artikel: Beziehungsprobleme lösen

Toxisch oder nicht: So erkennst du eine toxische Beziehung

Machtspielchen sind ein wichtiges Anzeichen dafür, dass du in einer toxischen Beziehung bist. Denn ist das Machtverhältnis unausgeglichen, werden die Grenzen der kontrollierten Person (das Opfer) immer wieder von dem Kontrollierenden (der Machthaber) übergangen, bis sie selber nicht mehr weiß, wo ihre Grenzen sind. Man spricht dann von einer toxischen Beziehung, wenn es an Respekt fehlt und eine Person (oder beide) immer wieder verletzt und übergangen wird. Wir haben eine komplette Checkliste zusammengestellt. Hier kannst du feststellen, ob du dich in einer toxischen Partnerschaft befindest:

Checkliste toxische Beziehung

Fazit

Auch wenn es paradox klingt: Macht und Liebe gehören zusammen wie Pommes und Mayo. Doch wie bei so vielen Dingen gibt es auch hier ein großes ABER: Wichtig ist, dass das Machtverhältnis zwischen Mann und Frau ausgeglichen ist und dass ihr euch auf Augenhöhe begegnet. Kleine Machtspiele sind nicht dramatisch, wenn sie mit einem Augenzwinkern und von beiden Partnern gleichermaßen ausgetragen werden. Etabliert sich direkt von Beginn der Beziehung ein unausgeglichenes Machtverhältnis, bei dem eine Person die andere immer wieder kontrolliert und die andere Person dann in ein Abhängigkeitsverhältnis rutscht, kann die Beziehung auf Dauer toxisch werden.

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Verwendete Quellenpaar-ehe-beratung.de, beziehungsweise-magazin.de

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