Schwanger trotz negativem Test: Kann das sein?

Schwanger trotz negativem Test: Kann das sein?

Manchmal kann ein Schwangerschaftstest ein negatives Ergebnis anzeigen und am Ende bist du doch schwanger. An diesen sechs Gründen kann es liegen.

Früher oder später pinkelt fast jede Frau mal auf das kleine Stäbchen und wartet ganz gespannt auf das Ergebnis. Ist man sich nicht sicher, ob man schwanger ist oder nicht, ist der Schwangerschaftstest die erste Anlaufstelle, um für Klarheit zu sorgen. Doch manchmal zeigt das Teststäbchen nicht das korrekte Ergebnis an. Was die Gründe dafür sein können und was du tun kannst, um ein verlässliches Ergebnis zu bekommen, verraten wir dir hier.

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest genau?

Um zu verstehen, wie es zu einem falschen Schwangerschaftstest-Ergebnis kommen kann, müssen wir uns erst mal genauer anschauen, wie ein solcher Test überhaupt funktioniert. 

Ein Schwangerschaftstest misst den sogenannten Beta-hCG-Gehalt im Urin. Hierbei handelt es sich um ein Hormon (Schwangerschaftshormon). Kam es zur Befruchtung der Eizelle während des Eisprungs, steigt dieses Hormon in den ersten 12 Schwangerschaftswochen im Körper an. Danach fällt das hCG-Level wieder. Das Hormon ist im Urin nachweisbar, weshalb der Test direkt erkennen kann, ob ein erhöhter Gehalt vorliegt. Doch gibt es dabei auch bestimmte potenzielle Fehlerquellen

Schwanger trotz negativem Test: Ist das möglich?

Jeder macht mal Fehler. So auch der Schwangerschaftstest. Zugegeben, die Versagensquote ist hier sehr gering.

Das Risiko für ein falsches Testergebnis liegt bei nur etwa einem Prozent. Doch falsche Ergebnisse passieren hin und wieder. Dabei ist es jedoch viel wahrscheinlicher, dass der Test ein negatives Ergebnis anzeigt, obwohl eine Schwangerschaft besteht, als dass er ein positives Ergebnis ohne Schwangerschaft angibt. Fällt ein Schwangerschaftstest positiv aus, ist es auch sehr wahrscheinlich, dass man schwanger ist.

Was heißt das also? Ist der Test positiv, bist du sehr wahrscheinlich schwanger. Ist der Test negativ, gibt es immer noch die Möglichkeit, dass der Test ein falsches Ergebnis anzeigt. 100-prozentige Sicherheit, ob du nun schwanger bist oder nicht, gibt dir nur das Ausbleiben oder Einsetzen deiner Periode und der Bluttest beim Frauenarzt bzw. bei der Frauenärztin.

6 Gründe, warum der Test trotz Schwangerschaft negativ ist

Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, die die Ursache für das falsche Testergebnis sein können. Wir verraten dir hier die sechs häufigsten Gründe für ein negatives Testergebnis trotz positiver Schwangerschaft.

1. Du hast zu früh getestet

Erst ab dem achten Tag nach der Empfängnis ist das erhöhte Beta-hCG-Hormon im Urin nachweisbar. Das entspricht in etwa dem Zeitpunkt, an dem deine Regelblutung planmäßig einsetzen würde. Sind deine Tage verspätet, kannst du also direkt zu einem herkömmlichen Schwangerschaftstest greifen.

Willst du früher testen, kannst du einen sogenannten Schwangerschaftsfrühtest durchführen. Dieser kann auch schon vor dem Ausbleiben der Periode, nämlich bis zu fünf Tage vor der errechneten Periode gemacht werden. Doch leider sind Frühtests nur zu etwa 50 Prozent sicher. Etwa bei der Hälfte der Frühtests kann also ein negatives Ergebnis angezeigt werden, obwohl eine Schwangerschaft vorliegt, denn der Wert des Schwangerschaftshormons ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht ausreichend angestiegen, dass der Test diesen erkennen kann. Besser ist es also, den Test an dem Tag, an dem die Periode einsetzen sollte, durchzuführen.

2. Du hast einen Anwendungsfehler gemacht

Bist du beim Testen nicht richtig den Anweisungen des Herstellers gefolgt, kann es sein, dass es zu einem falschen Testergebnis kommt. Hast du zum Beispiel ein verschmutztes Urin-Gefäß verwendet oder den Test zu kurz oder zu lange in den Urin gehalten hast, kann es zu einem falschen Ergebnis kommen.

Das Testergebnis kann ebenfalls verfälscht werden, wenn du zuvor zu viel getrunken hast. Dann ist der Urin verdünnt und das Beta-hCG-Level im Urin ist geringer. 

3. Du hast zur falschen Uhrzeit getestet

Wie bei so vielen Dingen im Leben kommt es auch beim Schwangerschaftstest auf das Timing an. Am besten ist es, wenn du den Test am Morgen mit Morgenurin durchführst, da hier das hCG-Level am höchsten ist. Testest du später am Tag, kann das Ergebnis zwar trotzdem positiv ausfallen, es kann aber auch negativ sein und du bist trotzdem schwanger.

4. Du hast eine geringe hCG Konzentration

Wie viel hCG vom Körper produziert wird, kann von Frau zu Frau und von Schwangerschaft zu Schwangerschaft verschieden sein. Schüttet dein Körper nicht so viel von dem Hormon aus, kann das auch einen negativen Schwangerschaftstest trotz vorhandener Schwangerschaft verursachen.

Das hat aber keines Falls einen Einfluss darauf, ob dein Kind gesund ist oder nicht. Ein niedriger hCG-Wert kann lediglich für ein falsches Testergebnis sorgen. Bleiben deine Tage aus, solltest du daher einen Bluttest beim Gynäkologen oder bei der Gynäkologin machen, um herauszufinden, ob du schwanger bist oder nicht. 

5. Du hast einen abgelaufenen Test verwendet

Ähnlich wie Lebensmittel können auch Schwangerschaftstests ablaufen. Zwar geht das nicht so schnell, doch verwendest du einen abgelaufenen Schwangerschaftstest, kann auch das ein falsches Ergebnis begünstigen. Übrigens ist auch die Lagerung des Tests entscheidend, denn sie kann die Haltbarkeit und Verlässlichkeit des Tests beeinflussen. Lagere den Schwangerschaftstest immer an einem trockenen Ort bei Raumtemperatur. Er sollte nicht zu feucht, zu kalt oder zu heiß gelagert werden. Nur dann kann er auch anzeigen, ob du wirklich schwanger bist oder nicht.

6. Du bist in der Schwangerschaft schon fortgeschritten

Direkt nach der Einnistung der Eizelle fängt der Körper an, das Beta-hCG vermehrt auszuschütten. Der erhöhte hCG-Gehalt hält in etwa bis zum zweiten Schwangerschaftstrimester an. Ab etwa der 12. Schwangerschaftswoche sinkt die hCG-Konzentration im Urin wieder und der Schwangerschaftstest kann ein negatives Ergebnis anzeigen, obwohl du schwanger bist.

Liegt also eine unbemerkte fortgeschrittene Schwangerschaft vor, kann der Schwangerschaftstest dies unter Umständen nicht korrekt anzeigen. Auch hier kann der Frauenarzt oder die Frauenärztin für Klarheit sorgen.

Fazit: Schwangerschaft richtig anwenden

Wir fassen einmal zusammen: Zeigt der Test ein positives Ergebnis an, ist auch eine tatsächliche Schwangerschaft sehr wahrscheinlich. Bei einem negativen Ergebnis kann es trotzdem sein, dass du schwanger bist. Es gibt einige Maßnahmen, auf die du achten kannst, damit das Ergebnis so verlässlich wie möglich ist. Dazu zählen diese Punkte:

  • Führe den Test frühestens ab dem Tag deiner errechneten Periode durch.
  • Verwende einen intakten Schwangerschaftstest, der nicht abgelaufen ist und stets trocken und bei Raumtemperatur gelagert wurde.
  • Führe den Test am besten morgens direkt nach dem Aufstehen durch. Der Morgenurin eignet sich am besten.
  • Verwende ein sauberes Gefäß für den Urin.
  • Halte dich bei der Durchführung des Tests stets an die Anwendungshinweise des Herstellers.
  • Um 100-prozentige Sicherheit zu bekommen, ob du schwanger bist oder nicht, solltest du dir die Schwangerschaft vom Frauenarzt oder von der Frauenärztin bestätigen lassen.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, familie.de

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