Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Scheidenpilz in der Schwangerschaft: Das solltest du wissen

Viele Schwangere klagen über Jucken und Brennen im Intimbereich. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um einen Scheidenpilz. Alles, was du zu dem Thema wissen musst, erfährst du hier.

Schwangere Frau
© cottonbro
Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Das Wichtigste in Kürze

  • Scheidenpilz kommt besonders häufig in der Schwangerschaft vor. Etwa 30 Prozent aller Schwangeren leiden früher oder später unter dem Hefepilz.
  • Grund dafür sind vor allem die hormonellen Veränderungen sowie ein geschwächtes Immunsystem.
  • Der Vaginalpilz lässt sich gut und einfach behandeln und stellt in der Regel auch kein Risiko für das Baby und die Geburt dar.

Was genau ist ein Scheidenpilz?

Pilzinfektionen sind keine Seltenheit bei uns Frauen und kommen früher oder später bei jeder einmal vor. Und besonders in der Schwangerschaft sind viele Frauen anfällig für die Pilzinfektion. Rund 30 Prozent aller Schwangeren leiden im Laufe ihrer Schwangerschaft unter dem nervigen Hefepilz. Woran das liegt, verraten wir dir gleich. Nun aber erst mal die Basics: Was ist Scheidenpilz überhaupt?

Beim Scheidenpilz handelt es sich um eine Pilzinfektion der Vulva und Vagina. Daher wird die Infektion auch Vulvovaginalmykose genannt, da sie vor allem in der Scheide und am äußeren Genitalbereich der Frau vorkommt. Der häufigste Erreger ist der sogenannte Candida albicans, der Hefepilz. Dieser kommt bei uns natürlich im Körper vor und gehört zur normalen Flora der Haut und Schleimhäute. In der Regel halten andere Mikroorganismen wie die Milchsäurebakterien in der Scheide die Pilze und andere Krankheitserreger durch das saure Scheidenmilieu in Schacht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Erreger aber ausbrechen und für einen unangenehmen Vaginalpilz sorgen. 

Übrigens: Nicht nur wir Frauen sind von der Pilzinfektion betroffen. Auch Männer können sie bekommen. Der Pilz breitet sich vor allem an der Eichel und der Vorhaut des Penis aus.

Mögliche Ursachen für Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Der Scheidenpilz entsteht vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist und/oder wenn das Scheidenmilieu aus der Balance geraten ist. Dieses ist in der Regel sauer und hat einen pH-Wert von 4 bis 4,5. So sorgt die Vagina selber dafür, dass sie sich vor Krankheitserregern schützt. Diesen Job übernehmen vor allem die gesunden Milchsäurebakterien.

Besonders in der Schwangerschaft kann die Vaginalflora aber aus dem Gleichgewicht geraten. Grund dafür sind die Schwangerschaftshormone. Vor allem der steigende Östrogenspiegel und der erhöhte Zuckergehalt der Scheidenflora und der damit verbundene sinkende Säuregehalt sorgen bei vielen Schwangeren dafür, dass sich das Scheidenmilieu verändert und aus der natürlichen Balance gerät. Viele werdende Mütter haben zudem ein empfindlicheres Immunsystem. Diese Kombination macht es den Candida Pilzen besonders einfach, sich auszubreiten.

Typische Symptome der Pilzinfektion

Die Symptome eines Vaginalpilzes sind nicht schwer zu erkennen. Je nach Frau können sich diese aber leicht unterscheiden. Typischerweise erkennst du einen Scheidenpilz an diesen Beschwerden:

  • Juckreiz und Brennen im Intimbereich
  • Weißer, dickflüssiger und krümeliger Ausfluss
  • Wundsein im Intimbereich
  • Rötungen an der Vulva
  • Schwellungen der Vulva
  • Ungewöhnlicher und unangenehmer Geruch der Vagina und des Ausflusses
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Hautreizungen und Risse am Eingang der Scheide

Ist Scheidenpilz in der Schwangerschaft gefährlich für Mutter und Kind?

Im Grunde ist ein Scheidenpilz in der Schwangerschaft nicht gefährlich für die Mutter und stellt auch kein Risiko für das Baby dar. Die Pilzinfektion kann sehr gut behandelt werden und klingt in nur kurzer Zeit ab. Merkst du also, dass da unten etwas nicht richtig ist, solltest du am besten direkt zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen und dich beraten und behandeln lassen.

Wird ein Scheidenpilz jedoch nicht behandelt, kann es sein, dass die Veränderung des Scheidenmilieus schwerwiegendere Infektionen begünstigt. Hier herrscht dann nämlich ein perfekter Nährboden für potenziell krankheitserregende Bakterien und Keime. Möglich sind unter anderem auch Entzündungen am Gebärmutterhals, die im schlimmsten Falle vorzeitige Wehen auslösen können.

Wird der Vaginalpilz nicht behandelt, ist das Baby zwar nicht unbedingt unmittelbar bedroht, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass sich der Candida Pilz bei der Geburt auf das Kind übertragen kann. Das ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann jedoch unangenehm im Windelbereich, am Mund und an der Kopfhaut des Neugeborenen sein und sollte dann behandelt werden.

Bemerkst du also, dass du einen Scheidenpilz hast, sollte dieser unbedingt behandelt werden. Übrigens: Da du während der Schwangerschaft ständig untersucht wirst, kann der Arzt bzw. die Ärztin den Scheidenpilz auch schnell erkennen und entsprechend behandeln. Also keine Sorge.

Behandlung: Das solltest du bei Scheidenpilz in der Schwangerschaft tun

Bemerkst du erste Anzeichen einer Pilzinfektion der Scheide in der Schwangerschaft, solltest du deinen Gynäkologen oder deine Gynäkologin aufsuchen. Hier werden zunächst deine Symptome geklärt und anschließend kann ein Abstrich für Aufklärung sorgen, ob es sich wirklich um einen Hefepilz handelt.

Als Therapie werden bestimme Medikamente verschrieben, die es in der Apotheke zu kaufen gibt. Wichtig: Kläre die Behandlung und die Einnahme der Medikamente mit deinem Arzt bzw. deiner Ärztin ab. Dann ist alles sicher und der Scheidenpilz ist in wenigen Tagen verschwunden.

Tipp: Nach der erfolgreichen Behandlung des Vaginalpilzes kannst du deine Scheidenflora mit einer Milchsäurekur stärken. Die gesunden Milchsäurebakterien regenerieren die Flora und erhalten das saure Milieu, sodass die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Infektion mit dem Hefepilz sinkt.

Frau mit Blume vor Vagine
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Scheidenpilz vorbeugen: Das hilft

Scheindenpilz in der Schwangerschaft ist zwar lästig, kann aber sehr gut behandelt werden. Dennoch: Du kannst mithilfe dieser fünf Tipps das Risiko für eine Pilzinfektion der Scheide verringern und dem Candida Pilz vorbeugen, damit der unangenehme Hefepilz sich gar nicht erst ausbreitet und du keine Beschwerden hast.

  1. Intimhygiene: Lege Wert auf eine regelmäßige Intimhygiene. Wichtig ist hier aber, dass du deine Scheide nicht überreinigst. Verwende zum Säubern daher nur warmes Wasser und verzichte auf aggressive Seifen und parfümierte Lotionen. Du solltest deine Vagina auch nie von innen reinigen. Das kann die Scheidenflora reizen.
  2. Toilettengang: Achte bei Toilettengang immer darauf, von vorne nach hinten zu wischen. So verhinderst du, dass Darmbakterien in die Scheide gelangen.
  3. Wäsche: Trage atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle. Diese kann Feuchtigkeit und Wärme gut abtransportieren und das Risiko für eine bakterielle Infektion verringert sich. Nachts kannst du auch mal ganz auf das Höschen verzichten und deiner Vagina "Platz zum atmen" geben.
  4. Waschhygiene: Achte darauf, Unterhosen, Handtücher, Waschlappen und Co. immer auf 60 Grad zu waschen, damit alle Bakterien und Keime abgetötet werden.
  5. Sex: Auch wenn du einen festen Partner hast, solltest du besonders in der Schwangerschaft darauf achten, alle Risiken für eine mögliche Geschlechtskrankheit oder Infektion zu vermeiden. Verwende daher am besten immer ein Kondom und achte auch bei deinen Sextoys darauf, dass diese hygienisch und sauber sind, bevor du sie einführst.

Fazit

Scheidenpilz in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit – etwa 30 Prozent aller Schwangeren leiden zu einem bestimmten Zeitpunkt unter dem Hefepilz. Dann juckt und brennt es und es kann zu Rötungen und Schwellungen im Intimbereich kommen. Bemerkst du diese Symptome, solltest du direkt zum Frauenarzt oder zur Frauenärztin gehen und dich untersuchen und behandeln lassen. Der Vaginalpilz lässt sich gut und schnell behandeln und stellt in der Regel auch kein Risiko für dein Baby und die Geburt dar.

Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, kadefungin.de

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