Mundschutz selber nähen: Einfache Anleitung zum Atemschutzmaske selber machen

Mundschutz selber nähen: Einfache Anleitung zum Atemschutzmaske selber machen

Ihr möchtet euch einen Mundschutz selber nähen? Hier kommt eine einfache Anleitung, mit der ihr eine Atemschutzmaske selber machen könnt.

Frau mit Maske
© Pexels
Wir zeigen euch, wie ihr eine ganz einfache Atemschutzmaske selber machen könnt.

In manchen Städten ist es schon Pflicht: Das Tragen einer Maske beim Einkaufen und beim Fahren mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Und auch wir wollen vorbereitet sein, wenn denn solch eine Regelung bei uns festgelegt wird. Außerdem gibt es noch viele andere coole Gründe, Masken zu nähen. Zum Beispiel, um sie im Anschluss an Altersheime oder Obdachlose zu spenden. Denn auch dort werden Atemmasken dringend gebraucht. Heute zeigen wir euch eine einfache Anleitung, mit der ihr eine Atemmaske selber nähen könnt.

Was bringt eine selbstgenähte Maske?

Mit einer Atemmaske schützt man vor allem seine Mitmenschen. Denn tragt ihr eine Maske vor eurem Mund und eurer Nase, können beim Sprechen, Niesen oder Husten keine Tröpfchen in die Luft geraten. Am meisten bringt solch eine Atemmaske etwas, wenn alle sie tragen.

In asiatischen Ländern ist das Tragen von Atemmasken übrigens schon lange Gang und Gebe. Auch schon vor Corona trugen die Menschen dort Masken – vor allem an öffentlichen Plätzen und in Busen und Bahnen. So schützten sie sich gegenseitig vor Krankheiten wie zum Beispiel die normale Influenza Grippe.

ACHTUNG: Eine selbst genähte Atemmaske ist kein hundertprozentiger Schutz gegen das Coronavirus, kann aber ergänzend zum Schutze seiner Mitmenschen eingesetzt werden. Der beste Schutz gegen eine Ansteckung mit Corona ist immer noch das regelmäßige Händewaschen. Dazu die richtige Husten- und Nies-Etikette einhalten und einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Welches Material ist für meine selbst genähte Atemmaske richtig?

Der Stoff sollte bei 60 Grad waschbar sein, denn nur so werden Viren, wie zum Beispiel das Coronavirus, abgetötet. Am besten ist, wenn auch die Bänder aus waschbarer Baumwolle sind.

Wie oft muss ich den selbst genähten Mundschutz waschen?

Die Atemmaske muss nach jedem Tragen gewaschen werden. Am besten nach ca. 3 Stunden. Denn dann ist die Atemmaske meist durch die Atemluft durchfeuchtet, was eine Vermehrung von Bakterien zur Folge haben kann.

Wie wasche ich eine selbstgebastelte Atemmaske richtig?

Damit alle Keime abgetötet werden, solltet ihr die Atemschutzmasken bei mindestens 60 Grad Celsius mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine waschen. Wenn ihr nicht ständig die Waschmaschine anschalten möchte, könnt ihr die Masken auch für mindestens fünf Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser legen. Manche Virologen schlagen auch Bügeln als wirksame Methode zum Abtöten der Coronaviren vor: Achtet hier unbedingt darauf, dass die Maske richtig heiß wird - tunkt sie dafür ganz in das heiße Wasser, damit sie vollständig bedeckt wird. 

Am besten ist, ihr näht euch gleich mehrere Masken selber. Dann könnt ihr euch immer gleich zwei, drei Atemmasken mitnehmen, wenn ihr zum Beispiel zur Arbeit oder zum Einkaufen fahrt. Abends könnt ihr die selbst genähten Masken dann einfach in die Wäsche geben. Wichtig ist, dass die Atemmasken erst wieder vollständig getrocknet sind, bevor ihr sie wiederverwendet. 

Einfache Anleitung fürs Atemmasken selber nähen

Für das Nähen einer Maske braucht ihr:

Faltet den Stoff so, dass die kurzen Seiten aufeinander liegen. Die Stoffseite mit dem Muster, die später nach außen zeigt, ist nun im Inneren. Mit Stecknadeln feststecken und zusammennähen. Den Stoff wenden, sodass die hübsche Seite des Stoffs nach außen zeigt. Das Stoffband in zwei 75 cm lange Stücke schneiden. Als nächstes eines der zwei Bänder an die linke kurze Seite der Atemmaske legen und festnähen. Ebenso mit der rechten Seite verfahren. Fertig ist die selbst gemachte Maske.

Euch ist das alles zu kompliziert? Dann könnt ihr hier eine Atemschutzmaske kaufen.

Extra-Tipp: Filter in die Mundbedeckung legen

Wer mag kann in die Atemmaske noch ein Täschchen einnähen, in den dann ein Filter gesteckt werden kann. Hier eignet sich zum Beispiel ein herkömmlicher Kaffeefilter. Dieser kann öfter ausgetauscht werden und verhindert so, dass die Maske schnell durchnässt.

In Sachen Muster und Farben der selbstgenähten Atemschutzmasken, sind eurer Phantasie übrigens keine Grenzen gesetzt...

Alternative zur Atemmaske

Ein sogenanntes Multifunktionstuch kann eine nützliche Alternative zur selbst genähten Atemmaske darstellen. Sie sind weniger auffällig als normale Masken und können bequem beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf dem Weg zur Arbeit getragen werden. Natürlich helfen diese Tücher nicht hundertprozentig gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus, jedoch schützen sie vor einer Schmierinfektion und davor, dass ihr andere Ansteckt (solltet ihr erkrankt sein). Außerdem verhindern sie, dass ihr euch im Gesicht anfasst und die Viren so zu eurem Mund und zu eurer Nase tragt.

Welche Atemschutzmaske schützt wirklich?

Atemschutzmaske, Mund-Nasen-Schutz, FFP2 / FFP3 Maske ohne oder mit Ventil, Selbstgebastelte Maske aus Baumwolle oder Schal bzw. Hals- oder Multifunktionstuch? Welche schützen das Umfeld, welche den/die Träger/in? Und welche benötigt das Klinikpersonal? Welche Masken während der Coronavirus-Pandemie für wen sinnvoll sind, könnt ihr in dieser einfachen Grafik genau erkennen!

Arbeitslos durch Corona: Das könnt ihr tun, wenn ihr euren Job durch die Corona-Krise verliert!

Gegen Corona-Infektion: Deswegen solltet ihr keine Handschuhe tragen!

So vermeidet ihr Pickel unter dem Mundschutz

Ihr habt eh schon ziemlich ölige Haut, die zu Pickeln neigt? Dann könnte es sein, dass ihr durch das ständige Tragen der Atemmaske unreine Haut vor allem rund um Mund und Kinn bekommt. Um dies zu vermeiden, solltet ihr versuchen, eure Maske alle zwei Stunden abzunehmen, um Luft an die Haut zu lassen. Das natürlich nur, unter hygienischen Bedingungen und wenn ihr alleine – zum Beispiel in eurem Bad zuhause – seid. Wichtig ist außerdem, dass ihr die Atemschutzmaske jeden Tag wechselt und gut reinigt. Wascht sie unbedingt so, wie wir es oben im Text bereits erwähnt hatten. Mindestens bei 60 Grad gut auskochen! Natürlich darf auch die richtige Pflege nicht fehlen. Eine seifenfreie, milde Waschlotion aus der Apotheke, zusammen mit einer nicht-komedogenen Creme und ein sanftes Peeling können hier wahre Wunder wirken. Unsere Empfehlung: Die Creme Effaclar Duo von La Roche Posay. Sie befreit verstopfte Poren und bekämpft Pickel, Unreinheiten und Mitesser wie kaum eine andere. Daher lieben wir diese Pflege wirklich sehr! Probiert sie bei Mundschutz-bedingten Pickeln unbedingt einmal aus.

iPhone trotz Atemschutzmaske entsperren

Viele Menschen besitzen heutzutage ein Iphone mit sogenannter Face ID. Diese Personen fragen sich höchstwahrscheinlich nun, wie sie ihr Telefon trotz Maske mit der Gesichtserkennungsfunktion entsperren können. Funktioniert Face ID trotz Mundschutz? Ja! Und zwar könnt ihr in den Einstellungen unter "Face ID & Code" einen zweiten Scan eures Gesichts hinterlegen. Die Option heißt dort "Alternatives Erscheinungsbild". Scannt euer Gesicht ganz einfach mit Atemschutzmaske und speichert das ganze als zweite Face ID. Easy!

Hilft ein Mundschutz auch bei Heuschnupfen?

Heuschnupfen-Geplagte können in diesem Frühjahr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn das Tragen eines Mundschutzes schützt nicht nur unsere Mitmenschen vor dem Coronavirus, sondern hält auch Pollen von unserer Nase und unserem Mund fern. Das ist für Menschen durchaus vorteilhaft, die die Allergene durch die Luft in Form von Pollen der Blütenstaub aufnehmen und dies dann zu einer allergischen Reaktion führt. Atemschutzmasken der Schutzstufe FFP3 schützen vor Pollen, Viren, Sporen und flüssigen Partikeln. Sprich, eine herkömmliche Maske, die auch zum Schutz vor dem Coronavirus in öffentlichen Orten getragen werden sollte.

 

Christian Drosten
Christian Drosten ist Virologe an der Charité in Berlin und die Leitfigur des derzeit bekannten NDR-Podcasts "Coronavirus-Update". Was ihr über Drosten wissen müsst, haben wir euch hier zusammengetragen. Weiterlesen

Wird Mundschutz nun überall Pflicht?

Diese Woche beraten Bund und Länder, wie mit dem Lockdown weiter verfahren wird. Die Ausgangssperren verzeichnen nun schon verheerende Folgen in der deutschen Wirtschaft, ewig kann es so nicht weitergehen. Im Gespräch ist nun eine Mundschutz-Pflicht im öffentlichen Raum, um das Ansteckungsrisiko einzudämmen. Die Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schweig fordert beispielsweise "Mundschutz für alle". Gegenüber der "Bild am Sonntag" sagte sie: 

Wir werden das öffentliche Leben nur schrittweise hochfahren können. Und wir brauchen zusätzliche Maßnahmen wie Mundschutz für alle.

Expertenteams schlagen vor, einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens Schritt für Schritt wieder zuzulassen. Gemeint sind damit Schulen, Universitäten und der Einzelhandel. Eine Maskenpflicht wird sehr wahrscheinlich damit einhergehen. Doch als erstes sollte medizinisches Personal ausreichend mit Atemschutzmasken ausgestattet sein, bevor Millionen von Masken an die Bevölkerung verteilt werden. Klare Regelungen gibt es zu diesem Thema bisher noch nicht. Wer jedoch die Risikogruppe im öffentlichen Leben nicht belasten möchte, sollte freiwillig zu einer Mundbedeckung – gekauft oder selbst genäht – greifen.

Update: Bundesländer führen Maskenpflicht ein – wann sie wo gilt

Sachsen: Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften bereits seit dem 20. April.

Sachsen-Anhalt: Ab 23. April gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften.

Thüringen: Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ab Montag, 24. April.

Baden-Württemberg: Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ab 27. April.

Bayern: Mundschutzpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ab Montag, 27. April.

Hamburg: ab dem 27. April gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und auf Wochenmärkten.

Hessen: Atemschutzmasken im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ab dem 27. April Pflicht.

Mecklenburg-Vorpommern: Maskenpflicht nur im öffentlichen Nahverkehr ab dem 27. April

Berlin: Mundschutzpflicht nur im öffentlichen Nahverkehr ab dem 27. April

Schleswig-Holstein: Atemschutzmaskenpflicht ab dem 29. April

Brandenburg: Keine Mundschutzpflicht - außer in Potsdam! Nur in Potsdam gilt ab dem 27. April ein Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften

Bremen: Noch keine Maskenpflicht.

Niedersachsen: Keine Maskenpflicht - außer in Wolfsburg ab dem 20. April, in Braunschweig ab dem 25. April, in Wilhelmshaven ab dem 27. April (nur im öffentlichen Nahverkehr) und in Osnabrück ab dem 25. April.

Nordrhein-Westfalen: Keine Maskenpflicht - außer in Münster ab 27. April (im öffentlichen Nahverkehr und in den Läden).

Rheinland-Pfalz: Noch keine Mundschutzpflicht.

Saarland: Bisher keine Maskenpflicht. 

Alle Angaben ohne Gewähr!

Batik Pullover
Batiken Step-by-Step: Wir haben die einfache Anleitung zum Batiken und zeigen euch, wie man superschöne Batik-Shirts, coole Kapuzenpullover oder gebatikte Kissenbezüge ganz einfach selbst macht. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...