Flexitarier: Darauf sollten Teilzeit-Vegetarier achten

Flexitarier: Darauf solltest du als Teilzeit-Vegetarier achten

Ein Flexitarier ernährt sich flexibel vegetarisch und verzichtet nicht komplett auf Fleisch oder Fisch. Das solltest du über die Ernährungsform wissen.

Immer mehr Menschen setzen auf alternative Ernährungsformen. Besonders junge Menschen ernähren sich ganz und gar vegetarisch oder vegan und die, die noch Fleisch und Fisch konsumieren, tun dies bewusster und reduzierter. Flexitarier nennt man die Personen, die zwar nicht komplett auf tierische Produkte verzichten wollen, sie jedoch deutlich seltener in ihren Ernährungsplan integrieren. Wie oft ein Flexitarier Fleisch isst, wie gesund Flexitarismus ist, welche Vorteile und Nachteile er hat und wie auch du deinen Fleischkonsum einfacher reduzieren kannst, liest du hier.

Was ist ein Flexitarier überhaupt?

Der Begriff Flexitarier setzt sich zusammen aus zwei Wörtern: "flexibel“ und "Vegetarier“. Es handelt sich also hierbei um eine Ernährungsform, bei der sich eine Person flexibel vegetarisch ernährt. Ihr Ursprünge liegen in den USA, wo der Begriff schon in den 90er-Jahren verwendet worden sein soll. Ein Flexitarier isst deutlich weniger Fleisch und Fisch als ein klassischer Omnivor (Allesfresser), ihm liegt die Umwelt und das Tierwohl am Herzen, er lehnt Massentierhaltung tendenziell ab und will auf seine Gesundheit achten. Deshalb konsumiert ein Flexitarier Fleisch und Fisch bewusster, legt auf Qualität der tierischen Produkte wert und ersetzt diese so gut er kann durch pflanzliche Lebensmittel. Hin und wieder gönnt sich ein Flexitarier aber eine leckere Mortadella, eine Lasagne, etwas Lachs oder ein gutes Steak. Er kann oder möchte nicht ganz auf den Konsum tierischer Lebensmittel verzichten.

Was ist der Unterschied zwischen Veganer, Vegetarier, Pescetarier, Flexitarier und Co.?

Heute gibt es alle möglichen Ernährungsformen. Wir klären die wichtigsten Begriffe.

  • Veganer: Sie ernähren sich ausschließlich pflanzlich und verzichten auf alle tierischen Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Milchprodukte. Veganismus endet nicht bei der Ernährung. Veganer verzichten auch auf tierische Erzeugnisse wie Leder, Daunen, Wolle und Co.
  • Vegetarier: Sie essen nichts von getöteten, sondern nur von lebenden Tieren. So verzichten sie zwar auf Fleisch oder Fisch, nehmen aber weiterhin Eier, Honig und Milchprodukte mit in ihre Ernährung auf. Es gibt auch noch verschiedene Unterformen des Vegetarismus. So essen zum Beispiel Lacto-Vegetarier kein Fleisch, kein Fisch und keine Eier, aber Milchprodukte.
  • Pescetarier: Sie verzichten auf Fleisch, essen jedoch Fisch. Milchprodukte, Eier, Honig sind ebenfalls auf ihrem Ernährungsplan.
  • Flexitarier: Sie essen nur gelegentlich tierische Produkte und ernähren sich ansonsten größtenteils vegetarisch.
  • Frutarier: Sie essen nur Pflanzen, die nicht geerntet werden müssen, sondern auf natürliche Weise vom Baum fallen.

Wie ernährt sich ein Flexitarier und wie oft isst er Fleisch?

Ein Flexitarier isst im Grunde alles. Er verzichtet nicht komplett auf tierische Produkte wie Fisch oder Fleisch, konsumiert diese aber reduzierter. Er hat viele Ernährungsgewohnheiten eines Vegetariers übernommen und ersetzt oft bestimmte tierische Lebensmittel durch pflanzliche Alternativen. Er hat seinen Fleisch- und Fischkonsum deutlich heruntergeschraubt und nimmt nur noch gelegentlich tierische Lebensmittel zu sich. Flexitarismus bedeutet, sich bewusst zu ernähren und die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Flexitarier schauen auf die Lebensmittel, die sie kaufen und wenn sie Fisch oder Fleisch konsumieren, achten sie hierbei öfter auf Qualität. So gönnen sie sich zum Beispiel mal an Weihnachten die Weihnachtsgans vom Bauernhof oder bestellen sich ein gutes Steak im Restaurant. Sie kaufen häufiger im Bio-Supermarkt ein und setzen weniger auf Produkte aus Massentierhaltung oder durch Überfischung bedrohte Fischarten.

  • Die Grundlage der Ernährung als Flexitarier bilden pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Getreide.
  • Im Flexitarismus werden Fisch, Fleisch und Milchprodukte bewusst und nur gelegentlich konsumiert.
  • Eiweißlieferanten aus pflanzlichen Quellen stehen im Vordergrund.
  • Häufig sind die Lebensmittel naturbelassen und haben eine hohe Qualität.

Wie gesund ist Flexitarismus?

Es gibt mehrere Gründe, warum eine flexitarische Ernährung gesund sein kann. Wer sich flexitarisch ernährt, ernährt sich auch sehr ausgewogen. Fleisch und Fisch sind wichtige Proteinquellen, die bei rein veganer oder vegetarischer Ernährung durch pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte oder Nüsse ersetzt werden müssen. Wer seinen Fleischkonsum reduziert, nimmt zwar genügend Eiweiß zu sich, reduziert durch den geringeren Konsum, aber auch das Risiko für Diabetes Typ 2, Herzlauferkrankungen oder Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen. Ein geringerer Fleischkonsum hat nachweislich einen positiven Effekt auf unseren Körper. Die DGE empfiehlt, pro Woche etwa 300 bis 600 Gramm Fleisch zu essen. Wer weniger tierische Lebensmittel konsumiert, hat einen niedrigeren Cholesterinspiegel und einen niedrigeren Blutdruck und dadurch auch eine bessere Herzgesundheit. Außerdem steht im Flexitarismus ein gesunder Lebensstil im Fokus. Es wird mehr darauf geachtet, was gegessen wird und wo es herkommt. Fertigprodukte und Fast Food stehen nur selten auf dem Nahrungsplan. Stattdessen wird auf unbehandelte, natürliche Lebensmittel gesetzt. Und das Ganze funktioniert ohne großen Verzicht und dafür mit viel Genuss.

Was sind die Vorteile und Nachteile flexitarischer Ernährung?

Vorteile

  • Flexitarismus sorgt für eine ausgewogene Ernährung
  • Es kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken, weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse und Obst zu konsumieren
  • Flexitarismus geht oft mit einem bewussten und achtsamen Lebensstil einher
  • Eine pflanzenbasierte Ernährungsweise kann dabei helfen, Gewicht zu verlieren (wenn man sich das wünscht)
  • Verzichten mehr Menschen auf Fleisch oder schrauben ihren Fleischkonsum herunter, hat das viele Vorteile für die Umwelt und die Tiere

Nachteile

  • Kritik bekommt der Flexitarismus oft seitens der Veganer und Vegetarier. So gibt es teilweise den Vorwurf, dass Flexitarier ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen und trotzdem weiterhin wenig für das Tierwohl und die Umwelt tun würden.
  • Nur weil man sich stärker pflanzlich ernährt, heißt das nicht, dass man sich auch automatisch gesünder ernährt. Man sollte trotzdem auf eine ausgewogene Ernährung achten und alle wichtigen Nährstoffe ausreichend zu sich nehmen. Wichtig sind vor allem Jod, Proteine und Vitamin B12.

Flexitarier werden: So isst du weniger Fleisch

Du willst deinen Fleisch- und Fischkonsum herunterschrauben, weniger Milchprodukte essen und allgemein verstärkt auf eine pflanzliche Ernährung setzen? Wenn du trotzdem nicht komplett auf den Veganismus oder Vegetarismus umsteigen willst und dir hin und wieder etwas gönnen möchtest, dann pass jetzt gut auf. Wir verraten dir, wie du deine Ernährung umstellst und Flexitarier werden kannst.

  • Such dir Gerichte raus, die rein pflanzlich sind und kein Fleisch oder Fisch enthalten. Es gibt Gerichte, bei denen man kein Fleisch oder Fisch vermisst, wie zum Beispiel Aufläufe oder bunte Gemüsepfannen mit Reis.
  • Ersetze die Speisen, die du traditionellerweise mit Fisch oder Fleisch zubereiten würdest durch vegetarische und vegane Alternativen. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an pflanzlichem Fleischersatz. Joghurt aus Kuhmilch kann sehr gut durch Sojajoghurt ersetzt werden und auch für die Teewurst gibt es mittlerweile einen tollen pflanzlichen Ersatz auf Basis von Erbsen.
  • Schränke deinen Fleischkonsum zeitlich ein und nimm dir vor, nicht jeden Tag Fleisch oder Fisch zu konsumieren. Du kannst zum Beispiel einen festen Tag in der Woche haben, an dem du Fleisch oder Fisch konsumierst, an den anderen Tagen ernährst du dich vegetarisch oder vegan.
  • Alternativ kannst du den Konsum von Fisch oder Fleisch auch nur auf Restaurantbesuche beschränken. Vielen hilft es, wenn sie sich zu Hause rein vegetarisch oder vegan ernähren und nur beim Essengehen außerhalb sich hochwertiges Fleisch oder einen leckeren Fisch gönnen.
  • Kaufst du Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier oder Honig, dann solltest du auf die Qualität der Lebensmittel achten. Lebensmittel aus Massentierhaltung solltest du so gut es geht vermeiden. Setze auf Bio-Siegel.

So könnte ein Wochenplan bei flexitarischer Ernährung aussehen

  • Montag: Porridge mit frischem Obst und Nüssen, Kichererbsencurry mit Reis, bunter Salat mit Feta
  • Dienstag: Rührei auf Vollkorntoast, Pasta Pomodoro, Magerquark mit Früchten
  • Mittwoch: Bagel mit Frischkäse und Lachs, Ofenkartoffel mit Sourcream, Vollkornwrap mit Falafel und Salat
  • Donnerstag: Chiapudding mit frischem Obst, Linsenbolognese, Couscous Salat
  • Freitag: Schokoporridge, bunter Salat mit Tofu, Schweinemedallions mit Kartoffelstampf und kandierten Möhren
  • Samstag: Spiegelei auf Toast, Nudelsalat, Chili sin Carne
  • Sonntag: Smoothie Bowl mit frischem Obst, Spinat-Lasagne, Salat mit Granatapfel, Ziegenkäse und Walnüssen

Wie ernährst du dich aktuell?

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Verwendete Quellenrewe.de, eatsmarter.de, dge.de, eatbetter.de

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