Tattoo Blutvergiftung: Symptome und Behandlung

Tattoo Blutvergiftung: Diese Symptome deuten auf eine Sepsis hin

Tattoos können sich nach dem Stechen nicht nur entzünden, sondern auch eine lebensgefährliche Blutvergiftung auslösen. Wir verraten dir, wie du sie rechtzeitig erkennst.

Tattoos sind längst im Mainstream angekommen. Laut Schätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung ist mittlerweile rund jeder fünfte Deutsche mindestens einmal tätowiert. Fakt ist aber auch, dass Tattoos immer ein gewisses Risiko mit sich bringen. Bei 0,5 bis 6 Prozent aller Tätowierten kommt es zu Infektionen und Entzündungen nach dem Stechen.

Tatsächlich können Tattoos in einigen Fällen sogar lebensbedrohlich werden – und zwar dann, wenn eine Blutvergiftung entsteht. Wir verraten dir, was eine Blutvergiftung nach dem Tätowieren auslöst und wie du sie rechtzeitig erkennst.

Was ist eine Blutvergiftung?

Bei einer Blutvergiftung (Sepsis) wird die körpereigene Reaktion auf eine Infektion fehlreguliert. Wenn es den Erregern im Körper gelingt, sich im Lymph- und Blutgefäßsystem auszubreiten, reagiert das Immunsystem besonders stark und greift in einigen Fällen nicht nur die Erreger, sondern auch das eigene Gewebe an. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Es kann zu einem lebensbedrohlichen septischen Schock und zu Organversagen kommen.

Im Grunde genommen kann jede Infektion zu einer Sepsis führen – auch ein entzündetes Tattoo. Auslöser für diese starke Reaktion des Körpers sind meist Bakterien, aber auch Viren, Pilze oder Parasiten. 

Warum entzündet sich ein Tattoo?

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Tattoo nach dem Stechen entzündet, ist bei richtiger Pflege eher selten. Dennoch kann es zu einer Hautinfektion kommen. Beim Tätowieren entstehen durch die Nadel, die die Tätowierfarbe in die Haut setzt, nämlich viele kleine Mikroverletzungen. Im Prinzip handelt es sich bei einem Tattoo also um eine offene Wunde. Wird diese Wunde nach dem Tätowieren nicht ausreichend gepflegt oder gelangt Dreck hinein, kann sich die Haut entzünden. Einige Menschen reagieren zudem allergisch auf die verwendeten Tätowierfarben, wodurch es ebenfalls zu Komplikationen und Infektionen kommen kann.

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Wie erkenne ich eine Blutvergiftung beim Tattoo?

Bevor eine Blutvergiftung entsteht, ist die Tätowierung bereits infiziert. Aber woran erkennt man eine Infektion? Folgende Merkmale deuten auf ein entzündetes Tattoo auf der Haut hin:

  • Starker Juckreiz, der immer schlimmer wird
  • Schwellungen und/oder Rötungen rund um das Tattoo, auch noch mehrere Tage nach dem Tattoo-Termin
  • Starke Schmerzen
  • Mit Eiter oder anderen Flüssigkeiten gefüllte Blasen und Pusteln auf dem Tattoo

Wenn mindestens eines der folgenden Anzeichen und Symptome zur entzündeten Tätowierung hinzukommt, kann es sich um eine Blutvergiftung handeln:

  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Herzrasen, schnelle Atmung
  • Verwirrtheit und Desorientierung
  • Ungewöhnlich niedriger Blutdruck
  • Rote Linien, die strahlenförmig vom Tattoo wegführen. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Lymphbahnen, die unbehandelt zu einer Sepsis führen kann.

Was tun bei einer Blutvergiftung?

Bemerkst du eines oder mehrere der oben genannten Anzeichen für eine Blutvergiftung, solltest du sofort 112 anrufen oder in die Notaufnahme fahren. Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall, der sofort im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation behandelt werden muss. 

Laut der Sepsis-Stiftung nehmen die Ärztinnen und Ärzte zunächst Blut ab, um den auslösenden Erreger zu bestimmen und die Funktionsfähigkeit der Organe zu überprüfen. Bis die Ergebnisse da sind, können allerdings mehrere Tage vergehen. Deshalb wird sofort ein sogenanntes Breitbandantibiotikum intravenös verabreicht und je nach Bedarf auch weitere stabilisierende Medikamente. Ohne Behandlung kann eine Blutvergiftung zu multiplem Organversagen und schließlich zum Tod führen.

Wie kann ich einer Blutvergiftung vorbeugen?

Ein Tattoo ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Damit sich die Tätowierung nach dem Stechen gar nicht erst entzündet, muss sie richtig gepflegt werden. Dein Tätowierer oder deine Tätowiererin wird dir nach dem Tattoo-Termin eine schützende Folie auf deine frische Tätowierung kleben und dir eine ausführliche Pflegeanleitung mitgeben. Diese musst du für einen Heilungsprozess ohne Komplikationen unbedingt befolgen. Wann der richtige Zeitpunkt ist, die Tattoo-Folie zu entfernen, erfährst du in diesem Artikel. 

Grundsätzlich gilt nach einem Tattoo-Termin:

  • Wasche das Tattoo regelmäßig mit pH-neutraler Seife und Wasser und tupfe es vorsichtig mit einem sauberen, nicht fusselnden Taschentuch ab. Trage anschließend eine dünne Schicht Salbe auf die Tätowierung auf.
  • Berühre das Tattoo nur mit gewaschenen Händen.
  • Creme dein Tattoo mehrmals am Tag mit einer Salbe nach.
  • Verzichte in den ersten Wochen auf Saunagänge und Schwimmbadbesuche, damit deine Tätowierung ungestört verheilen kann.

Wenn du dein Tattoo richtig pflegst, sollte der Heilungsprozess ohne Risiken und Komplikationen verlaufen. Trotzdem solltest du dein neues Motiv immer gut im Auge behalten und auf mögliche Symptome einer Entzündung achten. So hältst du das Risiko einer Hautinfektion und einer lebensbedrohlichen Sepsis gering. 

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Verwendete Quellen: infektionsschutz.de, herzstiftung.de, safer-tattoo.de, sepsis-stiftung.de

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