Tattooentfernung: Optionen, Kosten und Ablauf im Überblick

Tattooentfernung: So verabschiedest du dich für immer von deinem Tattoo

Ein Tattoo muss nicht fürs Leben sein, denn es gibt Möglichkeiten, es zu entfernen. Wie das geht und wann es schmerzhaft wird - hier gibt es alle Infos.

Ein Tattoo ist eine Sache fürs Leben. Oder? Nicht immer, denn heutzutage gibt es Mittel und Wege, sich von einem lästigen Tattoo wieder zu verabschieden. Eine Tätowierung besteht aus kleinen Farbpigmenten, die mit der Nadel einer speziellen Tätowiermaschine unter deine Haut gestochen werden. Dabei dringt die Farbe in die mittlere Hautschicht zwischen der Oberhaut und der tiefer liegenden Unterhaut ein, damit sie ein Leben lang in der Haut bleibt. Wenn dann aber irgendwann der Wunsch besteht, das Tattoo zu entfernen, kannst du das auf verschiedenen Wegen machen lassen. Welche das sind, wie viel Geld du zur Seite legen solltest und ob Gefahren bestehen, erfährst du hier.

Arten der Tattooentfernung

Ein ungeliebtes Tattoo, das schlechte Erinnerungen hervorruft oder dessen Motiv du einfach nicht mehr schön findest, kann sehr belastend sein. Dafür gibt es die Möglichkeit einer permanenten Tattooentfernung. Doch wie genau du Tattoos für immer von deiner Haut verbannst, hängt ganz davon ab, was für ein Tattoo du entfernen lassen möchtest. Hier stellen wir dir die vier gängigen Arten der Tattooentfernung vor.

1. Lasern

Das Tattoo weglasern zu lassen, ist der Weg, für den sich die meisten Patientinnen und Patienten entscheiden. Es ist gleichzeitig aber auch der langwierigste. Der Laser wird aus kurzer Entfernung in einem Zeitraum von mehreren Minuten auf die Tätowierung gerichtet und gibt dann einen kaum sichtbaren, sehr intensiven Lichtblitz ab. Diese Lichtimpulse dringen zwei bis drei Millimeter tief in die Hautschicht ein. Dort sprengen sie die Farbpigmente des Tattoos in viele kleine Einzelteile, die mittels starker Energieeinwirkung vom Körper abtransportiert und abgebaut werden. Nach und nach wird mehr Farbsubstanz abgetragen und die Tätowierung verblasst langsam. Dank neuester Lasertechnologien und einem Laser namens Pico-Laser kann die Behandlung fast narbenfrei erfolgen. Mittlerweile dürfen nur noch Medizinerinnen und Mediziner die Laserbehandlung auf deiner Haut durchführen. Beachte bitte, dass Laserstrahlung sehr schädlich für deine Haut ist und eine solche Behandlung gut vorbereitet werden muss.

2. Cover-up

Ein Tattoo zu covern, bedeutet ganz einfach, das Tattoo mit einem neuen Motiv zu überstechen. Damit das klappt, muss das neue Motiv tiefer in die Haut gestochen werden als das vorherige Tattoo und es sind mehr Farbschichten nötig. Wende dich für das genau Design an den Tätowierer oder die Tätowiererin deines Vertrauens: Sie haben meist optische Tricks, die sie bei der Platzierung anwenden können. So nehmen sie zum Beispiel das alte Motiv aus dem Fokus und platzieren es an den äußeren Bereichen des neuen Tattoos, um das Hauptaugenmerk auf eine andere Stelle zu legen. Wenn das Cover-up richtig gestochen ist, verschwindet das alte Tattoo bei dieser Methode also schnell und vollständig und die Narbenbildung ist gering. Wenn du ein neues Motiv hast, mit dem du dein altes Tattoo covern möchtest und auf der Suche nach einem schmerzarmen und fast narbenfreien Weg bist, ist ein Cover-up die richtige Wahl für dich.

3. Operative Entfernung

Eine operative Entfernung, also das Wegschneiden der tätowierten Haut, funktioniert ausschließlich bei kleinen und schmalen Motiven. Ansonsten müsste nach der Operation Haut an die weggeschnittene Stelle zurück transplantiert werden. Bei dieser Art der chirurgischen Tattooentfernung entstehen größere Wunden und sie ist deshalb nur dann eine Option, wenn Lasern zum Beispiel wegen einer Allergie nicht infrage kommt.

4. Cremes

Eine Methode, von der Expertinnen und Experten einstimmig abraten, sind Cremes, Milchsäurebehandlungen oder Fruchtsäurepeelings, die das Tattoo mitsamt der Hautschicht wegätzen. Dabei wird die Haut so stark verletzt, dass es zu gefährlichen Entzündungen und tiefen Narben kommen kann. Entscheide dich also lieber für eine professionelle Variante und lasse dich vor der Behandlung intensiv beraten.

Kosten für die Laserbehandlung

Ein Tattoo lasern zu lassen ist sehr individuell, schließlich wird die Behandlung speziell auf dich und dein Tattoo ausgerichtet. Dementsprechend richten sich auch die Kosten für eine Tattooentfernung per Laser nach Größe und Farbe deiner Tätowierung. Pro Sitzung fallen ungefähr zwischen 100 und 400 Euro an - insgesamt können aber bis zu 15 Termine nötig sein. Dadurch, dass deine empfindliche Haut zwischen den Terminen mindestens vier Wochen Zeit braucht, um sich zu regenerieren, kann sich die Dauer deiner Tattooentfernung sehr ziehen.

Wie lange dauert eine Tattooentfernung?

Wenn du dein Tattoo entfernen lassen möchtest, soll es am Ende der Behandlung möglichst vollständig verschwunden sein. Dafür braucht es mehrere Sitzungen. Wie hoch die Erfolgschance deiner Tatooentfernung ist, hängt von der Größe, Farbe und Beschaffenheit deines Tattoos ab. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht! Nicht jede Tätowierung kann immer zu 100 % entfernt werden. Je großflächiger das Motiv, desto länger und schwieriger sind die Sitzungen. Insgesamt kann eine Lasertherapie, sofern die Ruhepausen der Haut eingehalten werden, bis zu zwei Jahre dauern. Eine einzelne Sitzung umfasst etwa 10 bis 30 Minuten. Lasse dir zuvor in Ruhe die Erfolgswahrscheinlichkeit erklären, da jedes Tattoo anders ist. Pauschale Angaben oder ein Versprechen auf Erfolg kann dir vorher kein seriöser Arzt oder Ärztin geben - so oder so musst du gut mitarbeiten, die Pflegeanweisungen befolgen und viel Geduld mitbringen.

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Ablauf und Schmerzen

Wenn du dich für eine Lasertherapie entscheidest, beginnt die Behandlung immer mit einem ausführlichen und persönlichen Beratungsgespräch. Dabei wird dein Gesundheitszustand abgefragt und es soll herausgefunden werden, ob das Lasern bei dir durchgeführt werden kann oder ob es alternative Behandlungsmöglichkeiten gibt. Meist wird dann eine kleine Fläche der zu entfernenden Tätowierung vorab zur Probe behandelt. Erst dann, wenn eingeschätzt werden kann, wie dein Gewebe reagiert, kann dir die behandelnde Person genauere Informationen zum optimalen Therapieverlauf, zum Lasersystems und zur Dauer der Behandlung geben.

Bestimmte Farben können besser entfernt werden, andere wiederum schlechter. Die Farben Grün, Gelb und Lila gelten zum Beispiel als besonders hartnäckig. In einigen Fällen kann es trotz aller Präzision und bester Lasertechnik nach der Behandlung sein, dass ein heller Schatten auf der Haut zurückbleibt. Übrigens: Bei der Tattooentfernung werden verschiedene Laserarten eingesetzt. Dunkle Farben wie Schwarz oder Blau lassen sich mit einem Laser namens Rubin- oder Alexandritlaser effektiv entfernen. Für die Entfernung von roten und orangefarbenen Pigmenten werden hingegen eher Nd:Yag-Laser eingesetzt. Die jeweiligen Laseraufsätze zerstören durch ihre unterschiedlichen Wellenlängen also unterschiedliche Farbpigmente.

Wenn du dir Sorgen über die Schmerzen machst: Es stimmt, dass eine Tattooentfernung durch Laserbehandlung Schmerzen bereitet. Die Lichtblitze des Lasers brennen auf deiner Haut. Menschen haben aber unterschiedliche Schmerztoleranzen, deshalb ist eine genaue Schmerzprognose nicht möglich. Wenn es für dich sehr schmerzhaft wird, kann zwischendurch pausiert und gekühlt werden, oder es wird vor dem Lasern eine betäubende Salbe auf deiner Haut verteilt. Je größer das Tattoo, desto mehr Haut muss gelasert werden und desto größer sind natürlich auch die Schmerzen. Wenn du lediglich ein Mikrotattoo von deiner Haut lasern möchtest, ist die Therapie deutlich schmerzarmer. Nach der Behandlung bist du sofort wieder fit für den Alltag – nur deine Haut solltest du natürlich weiterhin schonen. Sei dir bewusst, dass es trotz aller Vorkehrungen zu Narbenbildung kommen kann. Über die Pflege nach der Laserbehandlung informiert dich der Mediziner oder die Medizinerin detailliert.

Risiken bei einer Tattooentfernung

Ein Eingriff in deinen Körper birgt immer gewisse Risiken. Doch mit welchen Nebenwirkungen solltest du bei einer Laserbehandlung rechnen? Untersuchungen weisen darauf hin, dass Teile der Tattoo-Farbstoffe im Körper zurückbleiben könnten. Unklar ist noch, ob diese Rückstände gesundheitsschädlich sind. Außerdem kann das Lasern Verbrennungen oder Narben hinterlassen und Pigmentstörungen oder Allergien auslösen.

Eine Tattooentfernung durch Laser ist grundsätzlich bei jeder Tätowierung möglich, nur in bestimmten Fällen wird der Arzt oder die Ärztin einer Behandlung nicht zustimmen: So zum Beispiel, wenn eine Schwangerschaft besteht, Patientinnen und Patienten krankhafte Hautveränderungen aufweisen oder zu Herpesinfektionen neigen. Typischer ist, dass es nach dem Lasern zu Hautrötungen, Schwellungen, Krusten oder Blasen kommen. Narbenbildung ist in kleinem Rahmen normal, sollte aber immer beobachtet werden. Bei fachgerechter Nachbehandlung sollten diese Symptome schnell abklingen. Wenn sie sich verschlimmern oder andere Nebenwirkungen auftreten, sprich bitte mit deinem behandelnden Arzt oder Ärztin. Damit du deine Tattoos aber gar nicht erst entfernen lassen musst, mache dir vor dem Stechen ausgiebig Gedanken, ob du das Motiv auf lange Sicht schön finden wirst.

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Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, doc-tattooentfernung.com, medidate.de, nivea.de

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