Schwangerschaftsübelkeit: Das hilft gegen das flaue Gefühl

Schwangerschaftsübelkeit: Das hilft gegen das flaue Gefühl

Etwa die Hälfte bis zwei Drittel aller Schwangeren hat mit ihr zu kämpfen: Schwangerschaftsübelkeit. Wir verraten, wie du trotz Übelkeit gut durch diese Zeit kommst und was am besten dagegen hilft.

In einer Schwangerschaft verändert sich der Körper der Frau enorm. Nicht nur der Bauch wächst, sondern auch die Hormone spielen verrückt und es kommt zu vielen Begleiterscheinungen, mit denen die Schwangere plötzlich zu kämpfen hat. Die meisten Schwangerschaftsanzeichen sind ziemlich unangenehm – auch Schwangerschaftsübelkeit gehört dazu. Doch es gibt einige Tipps, mit denen du die Übelkeit im ersten Schwangerschaftsdrittel gut überstehst. 

Woher kommt Schwangerschaftsübelkeit?

Während der Frühschwangerschaft, also in der 1. bis 12. Schwangerschaftswoche (SSW) und insbesondere zwischen der 6. und 12. SSW, werden viele Frauen von Morgenübelkeit geplagt – in schlimmen Fällen hält das flaue Gefühl den ganzen Tag an. Etwa 50 bis 70 Prozent aller schwangeren Frauen sind von Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Schwangerschaftsmonaten betroffen.

Die genauen Ursachen von Übelkeit während der Schwangerschaft sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Experten/Expertinnen gehen davon aus, dass das Unwohlsein durch einen veränderten Hormonspiegel ausgelöst wird. Ist eine Frau schwanger, produziert der Körper mehr Östrogen, Progesteron und das Schwangerschaftshormon HCG (Human Choriongonadotropin), das im Mutterkuchen (Plazenta) produziert wird. Diese Umstellung macht dem Körper vermutlich zu schaffen und sorgt für das Schwangerschaftssymptom Übelkeit.

Übrigens: Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie du deine Schwangerschaft verkünden kannst? 

Ist Schwangerschaftsübelkeit gefährlich? 

Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich die Hormone nach der 12. SSW meist eingependelt haben bzw. sich der Körper daran gewöhnt hat und somit auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Brechreiz verschwinden. Ganz selten gibt es jedoch Betroffene, die über die gesamte Schwangerschaft damit zu kämpfen haben, also auch im letzten Schwangerschaftsdrittel. Gefährlich wird es, wenn die Übelkeit der werdenden Mutter nicht nur morgens, sondern den ganzen Tag anhält und sie sich oft erbrechen muss:

Erbricht die Frau mehr als fünfmal pro Tag, zeigt sie Zeichen unzureichender Nahrungsaufnahme und nimmt sie ab, spricht man von Hyperemesis gravidarum 

, so Professor Dr. Gerald Gitsch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Er rät allen schwangeren Frauen, bei diesen Anzeichen zum Arzt/zur Ärztin bzw. zum Frauenarzt/zur Frauenärztin zu gehen. Die werdenden Mütter bekommen dann meist Medikamente mit speziellen Wirkstoffen verschrieben. An dieser Krankheit würden laut Gitsch allerdings nur etwa zwei Prozent der Schwangeren leiden.

Hier findest du alle Schwangerschaftswochen im Überblick: Schwangerschaftskalender: Die 40 Schwangerschaftswochen im Überblick

Was hilft gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Damit du die Monate gut hinter dich bringst und deine Schwangerschaft ohne ständige Übelkeit und Brechreiz genießen kannst, haben wir ein paar Tipps gegen das lästige Unwohlsein für dich zusammengestellt.

1. Meide starke Gerüche

Vermeide zu starke Gerüche bzw. Düfte, gegen die du in den ersten Schwangerschaftsmonaten empfindlich bist. Kaffee, Zigarettenrauch, Parfüm und stark bzw. scharf gewürzte Speisen können unangenehme Übelkeitsattacken auslösen.

2. Verzichte auf Scharfes, Fettiges oder Zuckerhaltiges 

Viele Frauen mögen plötzlich den Geschmack von Eiern, Fisch oder Fleisch nicht mehr, insbesondere den Geschmack von fetthaltigen Speisen. Auch scharfes Essen oder Lebensmittel mit viel Zucker können bei Schwangeren für Übelkeit sorgen. Probiere vorsichtig aus, was du noch verträgst und verbanne diese Lebensmittel ansonsten für eine Zeit lang von deinem Speiseplan. Dein Magen wird es dir danken.

3. Iss kleinere Mahlzeiten

Teile deine Mahlzeiten in mehrere kleine Portionen auf und iss immer wieder über den Tag verteilt. So muss der Magen nicht gleich gegen große Mengen rebellieren und behält die kleinen eher bei sich – die Beschwerden sollten sich dadurch lindern und Übelkeitsattacken weniger werden.

4. Ingwer als Wunderwaffe gegen Übelkeit

Vielen Frauen hilft Ingwer-Tee gegen die lästige Übelkeit. Aber auch in Kapselform oder als Ingwerpulver soll der Wirkstoff ein gutes Hausmittel sein. Ingwer gilt allgemein als "gut gegen Übelkeit". Doch Vorsicht, der Wirkstoff steht unter Verdacht, wehenauslösend zu sein, vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel. Sprich lieber mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder deiner Hebamme, bevor du Ingwer-Tee oder Ingwerpulver zu dir nimmst.

5. Snacks und Trinken vor dem Aufstehen 

Bevor du aufstehst, hilft es, kleine Snacks wie Butterkekse oder Zwieback zu essen, die du dir am Abend vorher bereitgelegt hast. Dazu einen leicht gesüßten Tee oder ein Glas Orangensaft und der Kreislauf kommt in Schwung.

6. Alternativen zu Wasser & Co. 

Falls Flüssigkeiten Übelkeitsattacken auslösen, versuche, möglichst wasserhaltige Nahrung (Obst und Gemüse) zu dir zu nehmen, zum Beispiel Melone oder Gurke.

7. Akupunktur oder Akupressur 

Viele Hebammen setzen auf Akupunktur oder Akupressur gegen das Schwangerschaftssymptom Übelkeit. Du kannst einen Akupressurpunkt auch selbst aktivieren: Den Akupressurpunkt Kei-Nuan findest du am Handgelenk, indem du die Handfläche nach oben drehst und drei Finger breit hinter der Handgelenksfalte abmisst. Direkt dahinter in der Mitte liegt der Punkt. Es gibt dafür auch sogenannte Sea Beads – das sind Armbändchen mit einem Plastikknopf, die diesen Punkt stimulieren.

8. Ätherische Öle

Ätherische Öle wie Pfefferminzöl oder Zitronenöl können gegen das unangenehme Schwangerschaftssymptom helfen. Versuche es zunächst mit ein bis zwei Tropfen in einem Wasserschälchen und atme den wohltuenden Duft ein, um deine Beschwerden mit den Wirkstoffen zu lindern.

9. Medikamente bei starkem Erbrechen 

Für Frauen, die unter Hyperemesis gravidarum (extreme Form von Schwangerschaftsübelkeit mit fortwährendem Erbrechen) leiden, gibt es verschreibungspflichtige Medikamente, deren Wirkstoffe unbedenklich für das Baby bzw. das Kind sind. Dein Gynäkologe/deine Gynäkologin verschreibt sie dir im Ernstfall.

Wir wünschen dir eine schöne Schwangerschaft und hoffen, dass dir unsere Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit helfen! ❤️

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Verwendete Quellen: uniklinik-freiburg.de, hipp.de

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