Schwangerschaftstest: Alles, was du über die Testtypen wissen solltest

Schwangerschaftstest: Alles, was du über die Testtypen wissen solltest

Ab wann ist es sinnvoll einen Schwangerschaftstest zu machen? Wie funktioniert der Test überhaupt? Hier liest du alle Infos zu Schwangerschaftstests!

Ab wann kann man einen Schwangerschaftstest machen? Wann ist das Testergebnis zuverlässig? Geht der Test auch in der Heimanwendung? Und was ist ein Schwangerschaftsfrühtest? Ganz egal, ob du dir ein Baby wünschst oder gerade befürchtest, schwanger zu sein – du willst in jedem Fall schnell über das Ergebnis des Tests Bescheid wissen. Wir erklären hier, ab wann ein Schwangerschaftstest funktioniert und verraten dir auch, nach welchem Prinzip solche Testtypen funktionieren.

Schwangerschaftstest: Ab wann kannst du ihn machen?

Mit einem gewöhnlichen Schwangerschaftstest, den du in der Apotheke und im Drogeriemarkt kaufen kannst, kannst du zwei Wochen nach der vermeintlichen Befruchtung per Heimanwendung feststellen, ob du schwanger bist oder nicht. Das ist meist ein oder zwei Tage nach dem Tag, an dem du eigentlich deine Periode erwartest. Du kannst die Anwendung ganz einfach zu Hause durchführen, indem du den Urinstrahl auf den Teststreifen richtest oder den Urinstrahl in einem Behälter auffängst und das Teststäbchen für einige Sekunden in den Urin eintauchst.

Am besten kannst du einen Schwangerschaftstest ein bis zwei Tage, nachdem deine Periode überfällig ist, machen. Der beste Zeitpunkt ist dafür morgens nach dem Aufstehen mit Morgenurin, weil dein Morgenurin sehr konzentriert ist. Dafür ist die Heimanwendung besonders praktisch.

Du solltest mit dem Schwangerschaftstest warten, bis deine Monatsblutung ausgeblieben ist. HCG wird zwar bereits wenige Tage nach der Befruchtung gebildet, doch seine Konzentration ist am Anfang noch sehr niedrig, erst zu dem Zeitpunkt, an dem deine Regelblutung überfällig ist, ist das Testergebnis genauer.

Wie funktioniert der Schwangerschaftstest?

  • Nistet sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein, wird von der Plazenta das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) produziert. Es sorgt dafür, dass im Eierstock weiterhin das Hormon Progesteron produziert wird, damit die Gebärmutterschleimhaut intakt bleibt. 
  • Bleibt die Gebärmutterschleimhaut erhalten, kann auch die Schwangerschaft aufrechterhalten bleiben, ansonsten würde sie während der Monatsblutung abgestoßen werden.
  • Der Teststreifen enthält Antikörper, die auf das Schwangerschaftshormon HCG reagieren. Ist der HCG-Spiegel hoch genug, ist der Test positiv und du bist schwanger.

Alle Ovulationstests funktionieren auf die gleiche Art und Weise, sie messen den HCG-Wert im Urin oder im Blut.

Hier liest du mehr zum Thema: Bin ich schwanger?

Welche Testtypen gibt es überhaupt?

Abgesehen von dem herkömmlichen Urintest zur Heimanwendung, kann auch ein Urin-Frühtest gemacht werden. Die sogenannten Schwangerschaftsfrühtests oder auch Pre-Tests können schon geringere Mengen HCG in deinem Urin nachweisen als herkömmliche Schwangerschafts-Testtypen, sie sind jedoch nicht genauso zuverlässig. Denn auch wenn dein Pre-Test in der Heimanwendung negativ ist, kannst du schwanger sein, da die HCG-Konzentration in deinem Urin noch so gering gewesen sein kann, dass die Antikörper auf dem Teststreifen des Testtypen noch nicht reagiert haben.

Das kann natürlich auch bei einem herkömmlichen Urin-Schwangerschaftstest passieren. Sicherheit schafft ein Test bei deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin. Der Arzt oder die Ärztin macht einen Urintest oder einen Bluttest, um euren HCG-Spiegel zu untersuchen. 

Im Blut kann der Beta-HCG-Nachweis eher festgestellt werden, als im Urin. Das Hormon bewirkt die verstärkte Bildung von Östrogenen und Gestagenen, die für die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft notwendig sind. 

Wenn du trotz eines negativen Ergebnisses des Testtypen in der Heimanwendung beunruhigt bist, kann der Frauenarzt oder die Frauenärztin die Schwangerschaft oder Nicht-Schwangerschaft nicht nur im Blut, sondern auch mit einem Ultraschall bestätigen. Doch das funktioniert per Ultraschall noch nicht sofort: Der Embryo in seiner Fruchtblase kann erst ab der 5. Schwangerschaftswoche (SSW)  durch eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden – ab der 7. SSW dann auch die Herztätigkeit des Kindes. 

Diese Möglichkeiten an Testtypen hast du, um festzustellen, ob du schwanger bist:

  • Bluttest (die Schwangerschaft kann schon sogar eine Woche vor Ausbleiben der Blutung festgestellt werden)

  • Urin-Frühtest (kann bis zu sechs Tage vor Ausbleiben der Periode eine Schwangerschaft anzeigen)

  • Urintest (funktioniert schon ab dem ersten Tag der ausbleibenden Menstruation und gibt es mittlerweile sogar schon mit Wochenbestimmung)

  • Ultraschal (erst ab der 5. SSW ist der Embryo in der Fruchtblase sichtbar)
     

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Was bedeutet ein falsch-positiver Schwangerschaftstest?

Schwangerschaftstests, die du in jeder Apotheke bekommst, sind sehr verlässlich. Tatsächlich können die meisten zu 97 Prozent korrekt vorhersagen, ob sich die Schwangerschaftshormone im Urin befinden oder nicht. 

Doch wie bei jedem anderen Test auch, können auch hier falsche Ergebnisse angezeigt werden. In diesem Fall handelt es sich um medizinische oder umweltbedingte Umstände, die zu einem "falsch positiven" Ergebnis führen können.

Deshalb kann dein Schwangerschaftstest falsch-positiv sein:

  • Erkrankungen der Eierstöcke: Das bedeutet, dass sich Zysten entwickeln, die die Funktion der Eierstöcke einschränken und ebenfalls das HCG-Hormon produzieren, auch wenn eben keine Schwangerschaft vorliegt. Bei einem Urintest, kann deswegen das Ergebnis positiv angezeigt werden, trotz nicht vorhandener Schwangerschaft.

  • Medikamente: Hormon-Ersatz-Medikamente wie HCG-Spritzen können zu einem falschen Ergebnis führen. Entzündungshemmende Medikamente geben dem Urin eine Farbe, die zu einem falsch positiven Ergebnis führen kann. Medikamente gegen Parkinson, Tuberkulose oder Antidepressiva können die körpereigene Produktion von HCG ankurbeln und ebenfalls das Resultat verfälschen.

  • Chemische Schwangerschaft: Damit ist eine Erkrankung gemeint, bei der es zu einer Einnistung des Embryos außerhalb der Gebärmutter kommt. In diesem Fall produziert der Körper HCG, aber kurz danach erfolgt ein Abort. Ca. 25 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche werden somit nicht entdeckt, da es einfach mit einer starken Menstruation verwechselt wird. 

  • Nahrungsmittel: Dass künstliche Farbstoffe in Lebensmitteln schädlich für unseren Körper sind, ist ja kein Geheimnis. Der Farbstoff kann aber sogar das Ergebnis deines Schwangerschaftstests verfälschen und könnte ebenfalls zu einem falsch positiven Schwangerschaftsergebnis führen. Aber auch natürliche Lebensmittelfarbe ohne künstliche Farbstoffe kann das Resultat beeinflussen. Rote Beete, Erdbeeren oder Rhabarber verfärben den Teststreifen. Kleiner Tipp: Vorher viel Wasser trinken und mindestens dreimal urinieren, bevor du den Schwangerschaftstest machen wollt. Somit wird ein falsch positives Ergebnis vermieden, weil du die Farbstoffe bereits ausgeschwemmt hast.

Woran merke ich, dass ich schwanger bin?

Wenn man mit Frauen redet, die bereits Kinder haben oder aktuell schwanger sind, hört man oft "Ich hab einfach gemerkt, dass ich schwanger bin." Du fragst dich, welche Schwangerschaftsanzeichen es gibt? Hier sind die häufigsten Anzeichen, an denen eine Frau merkt, dass eventuell eine Schwangerschaft vorliegt:

1. Ausbleibende Regelblutung: Frauen, die sonst einen regelmäßigen Zyklus haben, können das Ausbleiben der Regel als Zeichen verstehen, dass sie ein Baby erwarten. Das Ausbleiben der Regel kann aber auch andere Ursachen haben, wie beispielsweise zu viel Stress oder Hormonschwankungen durch Umwelteinflüsse. 

2. Übelkeit: Morgendliches Unwohlsein, Übelkeit, Brechreiz – alles Symptome, die für eine Schwangerschaft sprechen. Der Geruchs- und Geschmackssinn verändert sich. Diese Übelkeit tritt schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft auf und kann auch für einige Wochen anhalten. 

3. Heißhunger: In den ersten Wochen der Schwangerschaft verändert sich der Geruchs- und Geschmackssinn. Eine medizinische Theorie besagt, dass vor allem das sogenannte schwangerschaftserhaltende Hormon (Beta-HCG) die kulinarischen Schwangerschaftsgelüste auslöst.

4. Ziehen an den Brüsten: Um die fünfte bis achte Schwangerschaftswoche wird die Brust bei vielen Schwangeren deutlich schwerer und beginnt zu spannen. 

5. Müdigkeit: Zwischen der ersten und vierten Schwangerschaftswoche tritt verstärkte Müdigkeit auf. Du fühlst dich teils sogar unausgeschlafen, obwohl du mehr als genug geschlafen und dich ausgeruht hast.

6. Häufiger Harndrang: Schon in der Frühschwangerschaft, also ab der sechsten Schwangerschaftswoche bemerken fast alle Frauen, dass sie viel häufiger auf Toilette müssen.

Negativer Schwangerschaftstest: Was kannst du bei einem Babywunsch tun? 

Dein Schwangerschaftstest ist negativ, aber du wünscht dir ein Baby? Wenn du deinen Eisprung kennst, kannst du deine Chancen erhöhen, schwanger zu werden. Alles, was du über deine fruchtbaren Tage wissen musst, liest du im Fruchtbarkeitskalender.

Verwendete Quellen: tk.de, pregfit.de

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