Body Positivity: Definition und Bedeutung

Body Positivity: Das steckt hinter der Bewegung und darum ist sie so wichtig

"Body Positivity" ist fast schon zu einem Trendbegriff geworden. Wir verraten dir hier, was dahinter steckt.

"Body Positivity" steht für eine positive Einstellung zum eigenen Körper und fordert Akzeptanz für alle Körpermaße, Formen und Farben. Die Bewegung, die ursprünglich in den USA entstanden ist, hat dank der sozialen Medien auf der ganzen Welt Anklang – aber auch Kritik – gefunden. Body Positivity setzt sich für die Abschaffung klassischer Schönheitsideale und Körperbilder ein und fordert, dass alle Körperformen gleichwertig behandelt und geschätzt werden. Sie ist die Gegenbewegung zur Diätkultur, die klassische Schönheit und Aussehen in den Vordergrund stellt. Wie die Bewegung entstanden ist und alles, was du über Body Positivity wissen musst, erfährst du hier.

Body Positivity: Definition

Die Grundlage der Body Positivity ist, dass alle Körper gleichwertig sind und respektvoll behandelt werden sollten. Die Körpergröße, das Gewicht oder die Körperform hat somit keinen Einfluss auf den Charakter oder den Wert bzw. die Schönheit eines Menschen. Body Positivity kann man in zwei Ebenen aufteilen: persönlich (individuell) und gesellschaftlich (systemisch).

Body Positivity bezieht sich oft vor allem auf das Gewicht, aber auch auf die Hautfarbe, Körpergröße, Körperform und andere körperliche Merkmale. Die Bewegung ist für alle Menschen gedacht, egal welche Herkunft, welches Alter oder welches Geschlecht sie haben.

Persönliche Ebene von Body Positivity

Für dich persönlich heißt Body Positivity, dass du so liebevoll und respektvoll mit deinem Körper umgehst, wie möglich. Du akzeptierst und magst ihn genauso, wie er gerade ist und wie er aussieht. Die Bewegung der Body Positivity will jeden Menschen persönlich dazu ermutigen, mit seinem Körper Frieden zu schließen und mit ihm ins Reine zu kommen. Das gesellschaftliche Körperbild der Diätkultur soll dich nicht davon abhalten, dein Aussehen und deine Schönheit wertzuschätzen.

Gesellschaftliche Ebene von Body Positivity

Gesellschaftlich und vor allem in den Medien bedeutet Body Positivity, dass nicht nur Menschen mit einem bestimmten Körpertyp (Körperbild) gezeigt und als schön betitelt werden. Niemand sollte wegen seiner Körperform besser oder schlechter behandelt werden (Diätkultur). Alle Körper sind gute Körper und niemand sollte wegen seiner Körperform oder seinem Aussehen abgewertet oder diskriminiert (Body Shaming) werden.

Body Positivity: Ursprung der Bewegung

Die Bewegung der Body Positivity ist ursprünglich aus dem Fat Acceptance Movement in den USA entstanden. Durch die sozialen Medien, vor allem durch Instagram, wurde der Begriff zu einem internationalen Phänomen. Die Ziele der Bewegung sind dabei sehr vielfältig und reichen von Selbstakzeptanz und sozialer Gerechtigkeit bis zu Diversität und intersektionale Anti-Diskriminierung.

Ziel der Body Positivity ist es, nicht nur das Mindset und das Körperbild von einzelnen Personen zu ändern, sondern auch die Ansichten zu Produkten und Dienstleistungen der Diätkultur (Fitnessstudios, Diäten, Produkte zum Abnehmen) zu ändern.

Statt unrealistische Schönheitsideale zu bestärken, will die Body Positivity eine Stärkung des Selbstwertgefühls fördern und Menschen mit allen Körperformen dazu ermutigen, sich selbst in ihrem Körper wohlzufühlen, ihre eigene Schönheit zu erkennen und sich selbst zu akzeptieren.

Hier kannst du unsere Podcastfolge zum Thema anhören:

Body Positivity: Kritik an der Bewegung

Da Body Positivity mittlerweile so ein weit verbreiteter Begriff ist, gibt es natürlich auch Kritik an der Bewegung. Folgende Kritikpunkte werden besonders oft hervorgehoben:

  1. Aus feministischer Sicht wird kritisiert, dass bei der Body Positivity immer noch das Aussehen im Fokus liegt. Viel besser wäre es stattdessen, wenn statt den Körpermerkmalen nur die inneren Werte eine Rolle spielen würden. Dieser Ansatz wird auch unter dem Begriff "Body Neutrality" vertreten. Body Neutrality stellt das Aussehen hinten an und legt den Fokus auf die innere Schönheit. Diese Neutrality bekommt oft Zuspruch, da es für viele Menschen angesichts der anhaltenden Diätkultur nicht so einfach ist, ihr Aussehen sofort zu lieben.
  2. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Begriff Body Positivity oft von Menschen verwendet wird, die Schönheitsidealen weitestgehend entsprechen. Stärker diskriminierte Gruppen (Menschen mit Übergewicht oder Behinderungen) rücken dadurch in den Hintergrund.
  3. Aus gesundheitlicher Sicht wird oft kritisiert, dass die Body Positivity einen ungesunden Lebensstil verherrlichen würde. Durch die Bewegung würde Übergewicht und damit verbundene Krankheiten normalisiert und befürwortet. Studien haben allerdings ergeben, dass body-positive Beiträge in sozialen Medien die Wertschätzung des eigenen Körpers erhöhen und damit Körperpflege und körperliche Aktivitäten eher fördern, also sie zu vermindern.

Warum ist Body Positivity so wichtig?

Body Positivity ist wichtig, damit in den Köpfen der Menschen ein Umdenken stattfindet. Denn nicht nur in Werbung, Unterhaltung und den Medien sehen wir das klassische Schönheitsideal, sondern auch in unseren Köpfen ist es fest verankert: Schlanke Menschen sind gesund, attraktiv und wertvoll – dicke Menschen sind hässlich, faul und krank. Die Diätkultur macht es schwierig für uns, aus diesem Denkmuster auszubrechen. Body Positivity will dich dabei unterstützen, deinen Körper so zu lieben, wie er ist. Alle Körper verdienen Respekt und Liebe: dicke Körper, alte Körper, Körper mit Behinderungen, nicht-weiße Körper, nicht-heteronormative Körper – alle Körper.

4 Tipps für mehr Body Positivity in deinem Leben

Wenn du selbst mehr Body Positivity und Selbstakzeptanz in dein Leben bringen willst, können dir diese Tipps dabei helfen.

1. Social Media Cleanse

Wirf einen strengen Blick auf deinen Instagram Feed. Gibt es Personen oder Influencer, denen du folgst und die bei dir ein negatives Gefühl auslösen? Wie fühlst du dich, wenn du ihre Bilder oder Stories siehst? Wenn ein Account bei dir dafür sorgt, dass du dich selbst hässlich, unwohl oder wertlos fühlst, solltest du ihm dringend entfolgen. Jedes Bild und jede Message, die wir sehen, macht etwas mit uns. Es wird dir besser gehen, wenn du deinen Feed mit inspirierenden Personen füllst, die dich motivieren und dir ein gutes Selbstwertgefühl geben.

2. Ehrlich sein

Body Positivity heißt nicht, dass du von heute auf morgen einfach alles an dir supertoll finden musst. Stattdessen sei ehrlich zu dir selbst: Womit fühle ich mich wohl und womit nicht? Oft fühlen wir uns nur unzufrieden, weil uns von der Gesellschaft eingetrichtert wurde, dass etwas mit uns nicht stimmt. Solche Standards und Ideale kannst du getrost über Bord werfen. Wenn es aber etwas gibt, womit du dich wirklich nicht wohl fühlst, kannst du kleine Schritte unternehmen, um etwas daran zu ändern. Lerne dich und deinen Körper langsam neu kennen und lieben – und sei dabei ehrlich zu dir selbst und setze dich nicht unter Druck.

3. Positive Gedanken fördern

Die negativen Gedanken über deinen Körper bekommen oft die Überhand? Auch das lässt sich trainieren. Suche dir ein positives Mantra, dass du dir immer wieder innerlich aufsagen kannst, wenn die negativen Gedanken kommen. Das mag anfangs komisch sein, doch mit der Zeit wird deine positive Affirmation lauter sein, als die negative Stimme. Bleib dran!

4. Lerne deinen Körper kennen

Dein Körper ist dein Zuhause – Grund genug, ihn genauer kennenzulernen. Komm in Bewegung und finde heraus, welche Art von Bewegungen deinem Körper guttun und dir Spaß machen. Pflege deinen Körper mit Cremes und Ölen und spüre, wie sich deine Haut anfühlt. Gib deinem Körper Essen und achte darauf, wie er es annimmt. Eine intensive Bindung zu unserem Körper hilft uns dabei, ihn zu lieben und auf ihn Acht zu geben.

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Verwendete Quellen: marshmallow-maedchen.de, ullapopken.de

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