Nägel kauen: Ursachen und was dagegen hilft

Nägel kauen: Ursachen und was gegen die lästige Angewohnheit hilft

Kaust du ab und zu an deinen Nägeln? Wir verraten dir, welche Ursachen dahinterstecken und wie du der lästigen Angewohnheiten ein Ende bereitest.

Fingernägelkauen (Onychophagie) ist nicht nur unangenehm, sondern kann ziemlich schmerzhaft sein. Betroffene kauen ihre Nägel bis zur Nagelsohle runter, nagen an ihrem Nagelbett oder knabbern auch an der Haut rund um den Nagel. Die Folge: ungepflegte Fingernägel, die besonders anfällig für Wunden und Entzündungen sind. Laut Studien sind vor allem Kinder und Jugendliche davon betroffen, aber auch Erwachsene kauen regelmäßig an ihren Nägeln – der Techniker Krankenkasse zufolge etwa jeder Sechste. Meistens steckt eine nervöse Angewohnheit dahinter, doch das ist nicht immer der Fall. Welche Ursachen für das Nägelkauen verantwortlich sind und was du gegen die nervige Angewohnheit tun kannst, erfährst du hier.

Nägel kauen: Mögliche Ursachen

  • Stress: Für einige Betroffene stellt das Nägelkauen ein Ventil dar, um Stress abzubauen und um stressige Situationen besser zu bewältigen.
  • Nervosität und Anspannung: Wenn Betroffene angespannt sind, neigen sie dazu, an ihren Fingernägeln zu kauen. Oft passiert das Nägelbeißen unbewusst.
  • Verdrängte Probleme: Nägelkauen kann auch ein Hinweis auf unterdrückte Gefühle und Probleme sein.
  • Langeweile: Wer sich langweilt, kaut oft an den Nägeln – ganz unbewusst oder einfach, um die Zeit totzuschlagen.
  • Gewohnheit: Für einige Menschen ist Nägelkauen kein Zwang, um bestimmte Situationen besser zu bewältigen, sondern lediglich eine lästige Gewohnheit, die sie teilweise schon als Kind hatten.
  • Psychische Störung: In seltenen Fällen steckt hinter dem Kauen der Fingernägel eine psychische Erkrankung. Ein Symptom dieser Erkrankung stellt dann das Nägelkauen dar.

Ist Nägelkauen ungesund?

Nägelkauen beginnt bei den meisten Menschen als harmlose Angewohnheit im Jugendalter und verschwindet in der Regel von alleine. Wenn sich das Nägelkauen und Pulen jedoch zum Zwang entwickelt, wird es zum Problem. Betroffene wissen, dass ihr Verhalten ungesund ist, können aber nicht aufhören. Oft wird der Nagel bis auf die Nagelsohle herunter gekaut, wodurch sich die Nagelplatte verkürzt und Bakterien und Viren ein leichtes Spiel haben. Es entstehen Entzündungen an der Nagelhaut sowie Blutungen. Außerdem können schmerzhafte Hauteinrisse, Warzen an den Händen oder Nagelwuchsstörungen an den Fingernägeln auftreten.

Hinzu kommt, dass abgekaute Nägel nicht schön anzusehen sind. Betroffene sind sich dessen bewusst und schämen sich für ihre ungepflegten Hände – was sich wiederum auf das Selbstbewusstsein auswirkt.

Nägel kauen: Diese 6 Tipps helfen

An Fingernägeln, Nagelhaut und Co. zu knabbern, ist ungesund und schmerzhaft – aber was kann man dagegen tun? Hier haben wir dir die besten Tipps und Methoden zusammengestellt, mit der du die Angewohnheit endlich loswirst.

Nagellack gegen Fingernägelkauen

In der Apotheke und online gibt es bittere Nagellacke gegen Nägelkauen, wie zum Beispiel der von Ecrinal für rund 10 Euro 🛒 oder der von DEDOPROTECT für rund 11 Euro 🛒. Diese Lacke schmecken so unangenehm, dass du mit dem Kauen schnell von alleine aufhören wirst. Außerdem sorgt der Nagellack dafür, dass du dir überhaupt bewusst wirst, dass du gerade an deinen Nägeln knabberst.

Künstliche Fingernägel

Künstliche Nägel – zum Beispiel Gelnägel oder Acrylnägel – können dem lästigen Nägelkauen ein Ende bereiten. Wer möchte denn schon seine schöne Maniküre verunstalten? Zudem stärkt Gel den Naturnagel, denn dieser kann durch die Gelschicht geschützt nachwachsen. Inspiration gefällig? Dann schau hier vorbei: Gelnägel Natur und Gelnägel Ballerina.

Wer kein Fan von Kunstnägeln ist, kann alternativ auch auf Nagelsticker zurückgreifen oder sich Pflaster auf die Nägel kleben.

Nägel kürzer schneiden

Je kürzer die Nägel, desto schwerer ist es, an ihnen zu kauen. Diese simple Methode kann bereits helfen, sich das Knabbern, Beißen und Pulen Schritt für Schritt abzugewöhnen.

Entkopplungsmethode

Bei schädlichen Angewohnheiten verspricht die sogenannte Entkopplungsmethode Verbesserung. Sie wurde vom Hamburger Neuropsychologen Professor Steffen Moritz entwickelt und kann auch gegen Fingernägelkauen angewendet werden. Im Prinzip geht es darum, dass man schädliches Verhalten gegen eine Ersatzhandlung austauscht.

Zunächst solltest du dir bewusst machen, wie es überhaupt zum Nägelkauen kommt. Dann gilt es herauszufinden, wie du die Bewegung, die zum Kauen führt, umlenken kannst. Das bedeutet konkret: Anstatt die Hand zum Mund zu führen, fasst du dir beispielsweise ganz bewusst ans Ohr. Diese neue Bewegung übst du so lange, bis sie zur Gewohnheit wird und das Knabbern und Beißen an den Händen irgendwann vollständig ersetzt.

Entspannungstechniken

Kaust du in Stresssituation oder unter Anspannung an deinen Fingernägeln, können dir Achtsamkeitsübungen helfen, dir die Nervosität nehmen. Sie lassen sich problemlos in den Alltag integrieren und tun deiner Psyche gut. Du kannst auch Meditation lernen oder Yoga ausprobieren, um eine Verbesserung herbeizurufen.

Schrittweise Entwöhnung

Eine Gewohnheit durchzubrechen, ist nie einfach. Versuche deshalb nicht, auf Krampf aufzuhören, sondern gehe Schritt für Schritt vor. Beginne mit einem Finger, den du ab sofort nicht mehr kaust. Nach ein paar Tagen kommt ein weiterer Finger hinzu. Das machst du so lange, bis alle zehn Finger zur "Tabuzone" werden. Ganz wichtig: Lasse dich von Rückschlägen nicht entmutigen! Es braucht eine gewisse Zeit, bis alte Gewohnheiten verschwinden.

Nägel kauen: Wann ist der Gang zum Arzt sinnvoll?

In der Regel musst du keinen Arzt aufsuchen, wenn du an deinen Nägeln kaust. Leidest du jedoch sehr unter deinen abgeknabberten Nägeln, hast mit schmerzhaften Entzündungen, Blutungen und Co. zu kämpfen und kannst einfach nicht aufhören, dann könnte ein Arztbesuch sinnvoll sein. Manchmal stecken auch psychische Beschwerden hinter dem Nägelkauen. Dann bietet sich ein Gespräch mit einem Therapeuten bzw. einem Psychologen an.

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Verwendete Quellen: tk.de, netdoktor.de

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