Lavendelöl: Anwendung, Wirkung und Herstellung des Blütenöls

Lavendelöl: Anwendung, Wirkung und Herstellung des Blütenöls

Lavendelöl riecht nicht nur gut, es wirkt zudem auch beruhigend. Wofür ihr das ätherische Blütenöl noch benutzen könnt, lest ihr hier. ✅

Lavendelöl in einer Flasche auf einem Holztisch mit Lavendelblüten
© iStock
Lavendelöl: Wie ihr das duftende Öl richtig anwendet und wie es wirkt, erfahrt ihr hier.

Lavendelöl ist ein echter Allrounder. Das ätherische Öl der Lavendelpflanze besitzt einen wohlriechenden Duft, der Stress abbaut und beim Einschlafen hilft. Außerdem wirkt Lavendel durchblutungsfördernd, antiseptisch und sogar schmerzlindernd. Mit Lavendelöl lässt sich sogar die Wundheilung fördern. Doch das waren längst nicht alle Vorzüge des Öls. Welche Wirkung hat Lavendelöl noch?

Anwendung und Wirkung von Lavendelöl

Was kann man eigentlich alles mit Lavendelöl machen? Wenn ihr euch diese Frage gerade gestellt habt, seid ihr hier richtig. Hier kommen ein paar Tipps zur Lavendelöl Wirkung und Anwendung. Wo gegen hilft Lavendel?

  • Husten und Bronchitis: Das ätherische Lavendelöl kann wohltuend auf die Bronchien wirken und Husten lindern. Am besten, ihr wendet es als Lavendelöl-Wickel an. Erwärmt ein Tuch, gebt ein paar Tropfen des Öls darauf und legt den Wickel auf die Brust.

  • Kopfschmerzen: Wer Kopfschmerzen hat, wird die krampflösende Wirkung von Lavendelöl schätzen. Einfach ein paar Tropfen auf die Schläfen geben und 20 Minuten im Liegen entspannen.

  • Schlafstörungen: Die wohl bekannteste Wirkung von Lavendel ist, dass es das Einschlafen erleichtert und einen tiefen, erholsamen Schlaf fördert. Angewandt wird die lilafarbene Pflanze bei Schlafstörungen am besten als Kopfkissenspray: Mischt 10 Tropfen Lavendelöl mit 100ml destilliertem Wasser und 50ml Alkohol, füllt das Ganze in eine Sprayflasche und sprüht die Mixtur vor dem Schlafengehen aufs Kopfkissen.

  • Nervosität: Lavendelöl wirkt nervenstärkend, angstlösend und stimmungsaufhellend und kann daher bei innerer Unruhe, Angespanntheit und Nervosität helfen. Kocht euch bei akuten Problemen am besten einen Lavendeltee auf, den ihr langsam und in kleinen Schlucken trinkt. Bei anhaltender Nervosität kann auch Lavendel Duftöl oder ein Lavendel Raumduft aufgestellt werden.

  • Verspannungen und rheumatische Beschwerden: Bei Muskelbeschwerden und Rheuma kann Lavendelöl mit seiner entspannenden Wirkung Schmerzen lindern. Dafür etwas Öl in die betroffenen Stellen einmassieren oder ein Lavendelbad nehmen.

  • Magen- und Darmbeschwerden: Auch bei Beschwerden mit dem Magen- und Darmtrakt kann Lavendelöl eine Heilwirkung haben, denn es wirkt krampflösend und beruhigend. Erwärmt bei akuten Beschwerden etwas Öl zwischen den Handflächen und massiert im Anschluss euren Bauch mit kreisenden Bewegungen.

  • Niedriger Blutdruck: Paradoxerwise wirkt Lavendelöl nicht nur beruhigend, sondern auch anregend. Tupft bei einem Energie-Tief ein paar Tropfen auf den Hals und atmet tief ein – schon fühlt ihr euch erfrischt und fit.

  • Insektenstiche: Auch bei Insektenstichen kann Lavendelöl Wunder wirken. Die antiseptische Wirkung des ätherischen Öls wirkt desinfizierend und verhindert so eine Entzündung der Einstichstelle. Außerdem wird der Schmerz gestillt und der Juckreiz gelindert. Tupft einen Tropfen Lavendelöl auf die betroffene Stelle und lasst es seine Heilwirkung entfalten.

  • Nabelschmerzen: Schmerzen am Bauchnabel in einer Schwangerschaft lassen sich mit Lavendelöl lindern. Tupft dafür ein paar Tropfen auf den Nabel und versucht im Anschluss ein Weilchen zu entspannen.

Reines Lavendelöl ist ein sehr starkes Öl und muss vor der Anwendung mit einem anderen Naturöl unbedingt verdünnt werden. Geeignet sind zum Beispiel Jojobaöl, Sonnenblumend oder Mandelöl. Da ätherische Öle Allergien auslösen können, solltet ihr vorher ein paar Tropfen auf euren Unterarm träufeln und nach 48 Stunden sehen, ob ihr allergisch reagiert. 

Kann ich Lavendelöl in meine Haarpflege integrieren?

Lavendelöl lässt sich prima als Alternative zu Haarparfüm nutzen. Dafür könnt ihr einfach ein paar Tropfen des ätherischen Lavendelöls auf eure Kopfhaut träufeln. Durch die Körperwärme wird das Öl intensiviert und der Duft verbreitet sich. Doch nicht nur das: Lavendelöl soll tatsächlich auch eine stimulierende Wirkung auf das Haarwachstum haben. Denn Lavendel regt die Blutzirkulation an, wodurch die Haarfollikel mit Nährstoffen versorgt werden können und so besser wachsen. Da Lavendelöl zudem antibakteriell und pilzhemmend wirkt, kann es die Kopfhaut vor Trockenheit, Juckreiz, Schuppen und Pilzen schützen. Einfach ein paar Tropfen des Öls zusammen mit eurem liebsten Naturöl in eure Kopfhaut einmassieren und am besten über Nacht einwirken lassen.

Kann man Lavendelöl im Gesicht auftragen?

Auch im Gesicht, insbesondere in Naturkosmetik, findet Lavendel als Wirkstoff seine Verwendung. Da Lavendelöl antiseptisch und entzündungshemmend ist, wird es oft in Anti-Pickel- oder in Reinigungsprodukten für fettige Haut eingesetzt. Denn es reguliert die Talgdrüsen und besitzt eine durchblutungsfördernde Wirkung. Diese hilft dem Körper, wichtige Nährstoffe schneller zu transportieren, wodurch die Heilung von bereits beschädigter Haut beschleunigt wird. Da Lavendel zudem Antioxidantien enthält und das Zellwachstum fördert, ist Lavendel auch als Wirkstoff in Anti-Aging-Kosmetik beliebt.

Wo kann man Lavendelöl kaufen?

Lavendelöl gibt es mittlerweile überall zu kaufen. Ob in der Apotheke, bei Rossmann oder Dm – das wertvolle Öl wird pur oder beigemischt in Pflegeprodukten, in vielen Läden geführt. Überlegt euch vor dem Einkauf, welche Ansprüche ihr an euer Lavendel-Produkt habt. Wie wichtig ist euch die Qualität? Soll es ein naturreines Bio Lavendelöl sein? Viele Naturkosmetik-Marken wie Weleda oder Primavera führen das ätherische Öl bzw. Produkte, die Lavendel enthalten. 

Lavendelöl: Primavera Lavendel
© Amazon | Hersteller
Unser liebstes Lavendelöl: Das "Lavendel fein demeter" von Primavera für ca. 10 Euro.

Lavendelöl selbstgemacht: So einfach stellt ihr Öl aus den Blüten des Lavendels her

Ihr möchtet Lavendelöl selbst herstellen? Kein Problem. Dafür braucht ihr nur wenige Inhaltsstoffe:

  • 1 Handvoll Lavendelblüten

  • 500 ml Naturöl, wie zum Beispiel Sonnenblumenöl, Jojobaöl oder Mandelöl

  • 1 leere, ausgekochte Glasflasche

Füllt das Naturöl und die Lavendelblüten in die Glasflasche und verschließt sie gut. Lasst die Flasche mindestens drei Wochen auf der Fensterbank stehen und filtert die Blüten im Anschluss über ein Sieb ab. Fertig ist euer selbst gemachtes Lavendelöl.

Welche Lavendelarten gibt es?

Die blau bis violett blühende Pflanze gibt es in vielen verschiedenen Sorten. Wir haben hier die wichtigsten Lavendelarten für euch zusammengetragen:

  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)

  • Speik-Lavendel (Lavandula latifolia)

  • Hybrid-Lavendel (Lavandula hybrida) aus Lavandula angustifolia und Lavandula Latifolia

  • Zahn-Lavendel (Lavandula dentata)

  • Provence-Lavendel (Lavandula x intermedia)

  • Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas)

Doch nicht aus jeder Lavendelart wird auch ätherisches Öl hergestellt. Für ein ätherisches Lavendelöl kommen nur Lavandula angustifolia, Lavandula latifolia und Lavandula hybrida in Frage.

Welches Lavendelöl hat eine hohe Qualität?

Lavendelöl gibt es in vielen verschiedenen Qualitäten und mit sehr unterschiedlichen Preisen. Ausschlaggebend für die Qualität ist der Anteil des Linalylacetats am Lavendelöl, also der veresterten Form des Linalools, das eines der Hauptinhaltsstoffe ist. Je größer der Estergehalt, desto besser ist die Qualität. Das sogenannte „Lavendelöl Barreme“ (mit einem Estergehalt von 52%) und das „Lavendelöl Mont Blanc“ (mit einem Esthergehalt von 40%) besitzen eine besonders hohe Qualität. Lavandinöl (Esthergehalt von 30%) wird aus hybridisiertem Lavendel gewonnen und ist dementsprechend auch von hoher Qualität.

Ist Lavendelöl gefährlich?

Oft wird gesagt, dass Lavendelöl giftig, gefährlich oder sogar tödlich sein kann. Ist das wahr? Welche Nebenwirkungen hat Lavendelöl? Und wie schädlich sind Duftöle aus Lavendel? Hier kommt die Zusammenfassung:

  • Lavendel ist grundsätzlich eine ungiftige Pflanze. Die blau-lila Blüten eignet sich daher hervorragend für den heimischen Garten oder die Fensterbank.

  • Lavendelöl kann jedoch in bestimmten Fällen Nebenwirkungen auslösen, wichtig ist zu unterscheiden: Handelt es sich bei den Inhaltsstoffen um hoch konzentrierte ätherische Öle oder „nur“ um die Lavendelblätter bzw. Lavendelblüten? Ätherische Öle sind immer mit Vorsicht zu genießen und werden am besten stark verdünnt.

  • Bei Kindern unter 2 Jahren sollte auf ätherische Öle verzichtet werden, da die starken Öle zu Atemlähmung- und im schlimmsten Fall sogar zu Atemstillstand führen können.

  • Auch bei einer Lavendel Überempfindlichkeit oder einer Lavendel Allergie sollte jede Art von Lavdelöl, Lavendelessenz oder Lavendelwasser gemieden werden.

  • Schwangere, Stillende und sehr sensible Menschen sollten aber auf Nummer sichergehen und auf Lavendel nicht anwenden.

  • Auch Haustiere können empfindlich auf Lavendel reagieren. Insbesondere Katzen bauen Giftstoffe nicht so gut ab, wodurch sie im schlimmsten Fall bleibende Schäden davon tragen könnten.

Quelle: utopia.de, lavendel.net, netdoktor.de

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