Was genau gilt als emotionaler Betrug? Beziehungsexpertinnen erklären

Was genau gilt als emotionaler Betrug? Beziehungsexpertinnen erklären

Wenn wir an Betrug denken, kommen uns körperliche Handlungen in den Sinn. Doch wie sieht es mit emotionalem Betrug aus und was gilt als solcher?

Emotionaler Betrug
© Pexels
Was gilt als emotionaler Betrug und wie spricht man seine Bedenken an? Wir haben alle Antworten.

Das Online-Magazin "hellogiggles" hat zwei Beziehungsexpertinnen zum Thema "Emotionaler Betrug" befragt und ihre Definitionen und Antworten behandeln das Thema aktuell und sensibel. 

Was ist emotionaler Betrug?

Die Psychologin Dr. Kelly Rabenstein-Donohoe macht emotionalen Betrug nicht nur daran fest, wenn Partner*innen ihre Emotionen mit anderen Personen teilen, sondern auch, wenn wiederholt Zeit, Aufmerksamkeit, Geld und Zuneigung mit einer anderen Person geteilt wird und diese nicht mehr in die eigentliche Beziehung investiert wird. Wenn sich die Verhältnisse einer romantischen Beziehung verschieben.

So kann sich eine gute Freundschaft schon wie ein emotionaler Betrug anfühlen. Dr. Rabenstein-Donohoe rät deshalb, um herauszufinden, ob ein emotionaler Betrug vorliegt, sich seine eigene Beziehung anzuschauen. Nimmst du einen Verlust in gemeinsamer Zeit, Vertrauen oder Sex wahr, könnte dein/e Partner*in emotional oder körperlich betrügen.

Gilt flirten als (emotionaler) Betrug?

Schnell kommt die Frage auf, ob auch Flirten als emotionaler Betrug gilt, denn in diesem Fall schenkt man einer dritten Person seine Aufmerksamkeit.

Dr. Rabenstein-Donohoe sagt, nicht immer. 

Es ist wichtig zu überlegen, wie oft es passiert, ob es zu Sex oder weiterer Kommunikation führt und ob dein/e Partnerin Geld für die Person ausgibt (für Drinks beispielsweise). Wenn nicht, handelt es sich um harmloses flirten.

Alles in allem sind sich sowohl die Sex-Therapeutin Dr. Carolina Pataky als auch Dr. Rabenstein-Donohoe einig, dass es subjektiv ist, ob Flirten emotionaler Betrug ist oder nicht.

Der wichtigste zu berücksichtigende Faktor ist, ob das Flirten dich verärgert und eure Verbindung untereinander stört.

sagt Rabenstein-Donohoe. 

Wenn du (oder dein/e Partner*in) sich durch das Flirten oder den Austausch mit der dritten Person verletzt fühlen und wenn es etwas ist, das du (oder er/sie) verbergen würden, dann sagt Dr. Pataky – es ist emotionaler Betrug.

An diesen Zeichen erkennst du emotionalen Betrug

Früher war emotionaler Betrug leichter zu erkennen als heute. Das liegt daran, wie Dr. Pataky betont, dass Betrug durch Texten, DMs, Dating-Apps und anderen Messaging-Dienste jetzt virtuell erfolgen kann. Und leider ist es aufgrund dieser technologischen Fortschritte einfacher denn je, emotionalen Betrug zu begehen. Schließlich ist die andere Person nur einen Klick entfernt.

Vor diesem Hintergrund sagt Dr. Rabenstein-Donoho, dass Distanz das größte verräterische Zeichen für emotionalen Betrug ist.

Partner, die betrügen (egal welcher Art), neigen dazu, sich irgendwann von der primären Beziehung zurückzuziehen.

Infolgedessen bemerkst du möglicherweise Geheimhaltung. Bei Smartphones kann dies so aussehen, dass Benachrichtigungen ausgeschaltet sind, Telefone mit der Vorderseite nach unten gelegt werden, dass Nachrichten abgewandt gelesen werden, damit du sie nicht sehen kannst und die Person nervös wird, wenn du auf ihr Handy schaust. 

Ein weiteres Zeichen für emotionalen Betrug ist, wenn Partner*innen eine defensive Haltung einnehmen, wenn du nach einem neuen Kollegen, Freund oder sogar Social-Media-Follower fragst.

Wenn du deine Bedenken äußerst, kann dein/e Partner*in die Beziehung zu der dritten Person verteidigen oder dich eifersüchtig nennen

sagt Pataky. 

Natürlich heißt das nicht, dass er oder sie sich von der Person, mit der du dich unwohl fühlst, entfreunden muss. Aber er oder sie sollte absolut offen dafür sein, auf einfühlsame und konstruktive Weise darüber zu reden.

Wie man über emotionalen Betrug spricht

Es ist wichtig, deine Bedenken und Befürchtungen offen anzusprechen und zu kommunizieren. Wenn du dich entscheidest, dein/e Partner*in zu konfrontieren, kannst du Fragen stellen wie:

„Bist du in unserer Beziehung glücklich?“ Sage, dass du eine Distanzierung oder Veränderung zwischen euch wahrgenommen hast.

Jede Beziehung ist anders, aber eine direkte Frage kann sich als am effektivsten erweisen. Wenn du dich direkt mit der Tür in das Haus fallen möchtest, kannst du laut Dr. Pataky zunächst Bedenken über eine neue Freundschaft oder einen Social-Media-Follower äußern und dann fragen, wie die Beziehung begann, was sie emotional für ihn oder sie bedeutet und warum es wichtig ist, mit der Person Kontakt zu haben. 

Obwohl die Antworten auf diese Fragen schmerzhaft sein können, sind sie wichtig und können dir und euch einen Einblick geben, was in eurer Beziehung angegangen werden muss.

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Quellen: hellogiggles.com

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