Bedingungslose Liebe: Gibt es sie wirklich?

Bedingungslose Liebe: Gibt es sie wirklich?

Gibt es die bedingungslose Liebe? Und wenn ja, wie lernt man bedingungslos zu lieben? Wir haben die Antworten.

Bedingungslose Liebe: Frau und Mann umarmen sich, Stirn an Strin
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Gibt es die bedingungslose Liebe wirklich?

Für viele ist die wahre Liebe damit verbunden, bedingungslos zu lieben. Aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Liebesbegriff „Bedingungslose Liebe“? Wie findet man sie? Wie liebt man bedingungslos? Und: Ist die bedingungslose Liebe wirklich der Schlüssel zum Liebesglück?

Was bedeutet bedingungslose Liebe?

Die bedingungslose Liebe ist, – wie der Name es schon verrät, – an keine Bedingungen geknüpft. Mit anderen Worten: Wenn du bedingungslos liebst, kannst du ganz du selbst sein. Dein*e Partner*in liebt dich aus tiefstem Herzen, ohne Erwartungen an dich und deine Liebe zu stellen. Er*sie nimmt dich so, wie du bist. Du musst nicht schlauer, witziger, attraktiver oder sportlicher sein. Und: Die bedingungslose Liebe erfordert keine Gegenleistung. Du gibst, was du bereit bist zu geben und dein*e Partner*in liebt dich dafür. 

Wie liebt man bedingungslos?

Du hast den ersten Abschnitt gelesen und findest dich darin noch nicht so ganz wieder? Du fragst dich: „Warum kann ich nicht bedingungslos lieben?“. Keine Angst. Das ist nicht schlimm und hat nichts damit zu tun, ob du in der Lage bist, bedingungslos zu lieben. Viele Menschen jagen von einer Beziehung zur nächsten und haben diese tiefe Verbundenheit in der Liebe trotzdem noch nicht gespürt. Viel wichtiger ist, dass du lernen kannst, wie man bedingungslos liebt. Die bedingungslose Liebe beginnt bei dir selbst. Wenn du dich von deiner Vergangenheit befreien kannst, vergangene Partnerschaften nicht als Beziehungsmuster in neue Bekanntschaften einbeziehst und vor allem wenn du dich selber liebst, kannst du bedingungslos lieben und die wahre Liebe finden.

Wie finde ich die bedingungslose Liebe? 7 Tipps

  • Selbstwertgefühl
  • Zuhören
  • Ehrlichkeit
  • Respekt
  • Positivität
  • Verzicht auf Gegenleistungen
  • Zusammenhalt

1. Selbstwertgefühl

Wie bereits erwähnt ist es nur möglich, bedingungslos zu lieben, wenn du mit dir selbst im Reinen bist. Selbstliebe sorgt dafür, dass wir nicht an unseren*r  Partner*in die Erwartung haben, dass er*sie uns vervollständigt. Wenn du zu hundert Prozent zu dir selbst stehst, keine Angst hast, nicht zu gefallen und dich in deinem Körper wohlfühlst, strahlst du das aus. Das wirkt nicht nur anziehend auf anderen Menschen, sondern ist auch ein guter Grundstein, um wahrhaftig zu lieben und geliebt zu werden. 

2. Zuhören

Frage dich einmal, ob du der Person überhaupt richtig zuhörst? Meist ist das nämlich nicht der Fall, – ohne dass wir es so richtig bemerken. Überlegst du dir bereits, wenn dein Gegenüber spricht, was du als Nächstes sagen könntest? Das ist kein gutes Verhalten. Um Zuneigung, Akzeptanz und Vertrauen aufzubauen, solltest du aktiv zuhören. Wie das in einer Zweierbeziehung funktioniert? Mit diesen Tipps kannst du es üben:

  • Höre deinem Gegenüber aufmerksam zu
  • Gebe den Inhalt anschließend in deinen Worten wieder
  • Gehe auf seine Ansichten, den Sachverhalt und seine Gefühle ein
  • Bringe auch die Infos mit ein, die du zwischen den Zeilen lesen konntest
  • Deine Gedanken sind natürlich auch wichtig. Was denkst du über den Sachverhalt und wie äußern sich deine Gefühle darin?

3. Ehrlichkeit

Ehrlichkeit hängt auch etwas mit dem ersten Punkt zusammen. Wer über genug Selbstvertrauen verfügt, tendiert eher weniger dazu, unehrlich zu sein. Habe keine Angst, deine Wünsche, Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse und Bedenken frei zu äußern. Verstelle dich nicht. Offenheit ist sehr wichtig in puncto bedingungslose Liebe. 

4. Respekt

Keine Frage – Respekt ist in jedem Lebensbereich unerlässlich. Doch so wichtig dieses Attribut auch ist, so häufig suchen wir nach einem respektvollen Umgang. Besonders in Partnerschaften geht die gegenseitige Wertschätzung häufig unter, weil wir meist viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind. Nicht so, wenn du bedingungslos liebst. Du wirst sehen, dass ihr euch auf Augenhöhe begegnet, einen angemessenen Ton trefft und Empathie zeigt. 

5. Positivität

Der Mensch ist ein Perfektionist. Und je privilegierter wir sind, desto mehr Suchen wir nach Fehlern, die eigentlich bedeutungslos sind. Dein*e Partner*in hat Angewohnheiten, die du nicht optimal findest? Solange es sich nur um Lappalien handelt, solltest du dich in Akzeptanz üben, – zumindest wenn du bedingungslos liebst. Vielleicht hilft es dir in diesen Momenten, dich einfach auf das Positive zu konzentrieren? Wofür liebst du sie*ihn denn so bedingungslos?

6. Verzicht auf Gegenleistungen

Dieser Tipp beinhaltet natürlich eigentlich schon die Erklärung der bedingungslosen Liebe. Wir erwähnen es trotzdem noch mal. Du hast letztens das Abendessen bezahlt oder ihm*ihr bei einer schwierigen Aufgabe geholfen? Halte ihm*ihr dies nicht vor. Bedingungslose Liebe bezeichnet dies als Selbstverständlichkeit und früher oder später gleicht sich alles aus. 

7. Zusammenhalt

Oft ziehen wir uns zurück, sobald es kompliziert wird. Egal ob eine Erkrankung, ein finanzieller Engpass oder andere Schicksalsschläge, – auch wenn es dich selbst belastet, ist hier deine Unterstützung gefragt. Sei an ihrer*seiner Seite, wenn er*sie dich braucht. Umgekehrt kannst du auch auf seine*ihre Unterstützung zählen. 

Wie halte ich die bedingungslose Liebe aufrecht?

Die wahre Liebe – klingt es nicht wundervoll, eine Person zu finden, die einen nimmt, wie man ist? Mit allen Ecken und Kanten? Eine Zweierbeziehung, in der man sich fallen lassen kann. Eine Person, der man aus tiefstem Herzen vertraut und die einen dafür bedingungslos liebt, das man eben nicht vollkommen und perfekt ist? Die keine Erwartungen hat, uns Liebe und Zuneigung schenkt und unser Leben bereichert? Falls du eine solche Liebe gefunden hast, kannst du dich sehr glücklich schätzen. Doch merke dir: Eine Beziehung ist auch dann Arbeit, wenn sie bedingungslos ist. Hier haben wir Tipps, wie du die bedingungslose Liebe und dein Glück aufrecht erhalten kannst.

  • Erinnere dich immer wieder an den Beginn eurer Beziehung, – auch wenn es schon Jahre her ist. Der erste Kuss, das erste Kribbeln, der erste Moment, in dem du dachtest: Das ist er*sie. Wenn du regelmäßig an die ersten Tage eurer Bekanntschaft zurückdenkst, führst du dir immer wieder vor Augen, wie sehr dein*e Partner*in dein Leben bereichert hat und es von Tag zu Tag weiterhin tut. Diese Wertschätzung solltest du nie verlieren.
  • Die Liebe hat keine Grenzen. Auch wenn du die wahre Liebe gefunden hast, bist du nicht am Ende angekommen. Von Tag zu Tag baut sich diese tiefe Verbundenheit aus. Irgendwann wirst du merken, dass die Liebe zwischen euch so groß ist, dass sie auch noch da ist, wenn der*die Partner*in gerade nicht da ist. Liebesentzug? Fehlanzeige. Du wirst merken: Allein der Gedanke an sie*ihn macht dich glücklich. Hier spielt auch Vertrauen eine wichtige Rolle.
  • Je länger wir eine Person kennen, desto weniger scheuen wir davor, sie zu kritisieren. Manchmal kann dies zu Streit oder gar einem Beziehungsaus führen. So weit soll es aber nicht kommen. Liebst du bedingungslos? Dann schätzt du deine*n Partner*in für seine*ihre Unvollkommenheit. 

Bedingungslose Liebe: Doch nur spiritueller Unsinn?

Während viele Romantiker fest an diese Beziehungsform glauben, gibt es auch Kritiker, die eine bedingungslose Liebe für spirituell halten. Teilweise gibt es sogar die Ansichten, dass diese Beziehungsform gar nicht möglich ist. Zumindest in Sachen Partnerschaft. So gibt es ja auch eine bedingungslose Liebe zwischen Müttern und ihren Kindern. Die Mutterliebe stößt allerdings auf weniger Kritik. Warum halten viele die bedingungslose Liebe für Unsinn? Nun, weil diese Beziehungsform im Grunde auch Taten erlauben würde, die so nicht mit unseren Wert- und Moralvorstellungen vereinbar sind. Theoretisch würde man in dieser bedingungslosen Zweierbeziehung auch in Kauf nehmen, dass man geschlagen wird oder der*die Partner*in anderen Menschen Leid antut. Zudem wäre selbst die Beziehungsform der Monogamie infrage gestellt. So stellen wir hier bereits die erste Bedingung an das Verhalten unseres*r Partner*in: Sie soll sich für eine Person zu entscheiden. 

Bedingungslose Liebe fernab einer Zweierbeziehung

Es gibt nicht nur die bedingungslose Liebe in einer Zweierbeziehung. So findet die bedingungslose Liebe auch Anklang in der Spiritualität. Viele verbinden diesen Liebesbegriff ebenso mit Gott. Und: Die Mutterliebe beziehungsweise die Liebe zwischen Eltern und Kind ist ebenfalls in den meisten Fällen nicht an Bedingungen geknüpft.

  1. Die bedingungslose Mutterliebe: Besonders die Mutter-Kind-Beziehung beschreibt man als bedingungslos. Vor allem wenn das Kind noch klein ist, fällt dieser Liebesbegriff häufig. Eine Mutter liebt ihr Baby, egal was es tut. Das Kind schreit, – gerne auch mitten in der Nacht, – will gefüttert werden. Es ist schutzbedürftig und eine Mutter liebt das Kind trotzdem ohne Bedingungen. In der heutigen Zeit ist die Liebe der Väter zu ihrem Kind natürlich auch bedingungslos.
  2. Bedingungslose Liebe von Gott: Viele Menschen ziehen ihre Kraft aus dem Glauben an Gott. Auch seine Liebe ist nicht an Bedingungen gefesselt. 

Fazit

Blickt man nicht zu theoretisch auf den Sachverhalt der bedingungslosen Liebe, ist es durchaus möglich, sich bedingungslos zu verlieben und eine Beziehung von solch tiefer Verbundenheit und Zuneigung zu führen. Damit wir diese Liebe finden, müssen wir jedoch erst an uns selbst arbeiten. Und auch die Beziehung an sich ist kein Geschenk, um das man sich nicht weiter bemühen muss. Wir entwickeln uns stetig weiter und damit verändern sich auch unsere Bedürfnisse. So auch die Liebe. Sie muss behütet und gepflegt werden. Das erfordert Geduld, Verständnis und manchmal auch Zurückstecken – nur so finden wir die wahre Liebe. Und das ist doch Belohnung genug, oder?

Noch mehr Liebe gefällig? Lies hier weiter, was platonische Liebe und Bindungsangst bedeutet und wie du mit Trennungsschmerz umgehen kannst.

Verwendete Quellen: liebesmeer.de, seelenguru.de

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