Whataboutism: Was ist das und warum könntest du betroffen sein?

Whataboutism: Was ist das und warum könntest du betroffen sein?

Du hast schon mal von Whataboutism gehört und fragst dich, was dieser Begriff zu bedeuten hat? Hier kommt eine ausführliche Aufklärung für dich.

Diskussionen, Argumente, Streitereien und Co. müssen nicht immer negativ betrachtet werden. Im besten Fall kann solch ein unangenehmes Gespräch neue Perspektiven erschaffen, dafür sorgen, dass alle beteiligten Partien Verständnis zeigen und zum Schluss auf einen Kompromiss kommen. Anders ist es allerdings, wenn das Gegenüber sich komplett daneben benimmt, vom eigentlichen Problem ablenkt und das ganze Gespräch infrage stellt, anstatt konstruktive Beiträge zu äußern. Vielleicht kommt dir solch eine Situation bekannt vor und du hattest in der Vergangenheit bereits solch einen Diskussionspartner. Falls du dich bis heute fragst, was da genau passiert ist, dann lösen wir es gerne für dich auf: Whataboutism!

Was ist Whataboutism?

Vielleicht bist du bereits Opfer von Whataboutism geworden oder betreibst es selbst? Damit du das besser einschätzen kannst, wovon bei diesem Begriff die Rede ist, klären wir dich auf. Bei Whataboutism handelt es sich um eine Argumentationsstrategie, bei der eine Person dem eigentlichen Thema der Diskussion ausweicht, sobald sie keine Argumente mehr hat. Die Person wendet ein Ablenkungsmanöver à la "Aber was ist mit…?" an und will den Fokus auf eine andere Sache legen, weil sie ihre Aussagen nicht mehr verteidigen kann.

Was will der Fragesteller damit bewirken? Er oder sie fühlt sich eingeengt und will einem für ihn oder sie unangenehmem Thema ausweichen und stellt sein Gesprächspartner dabei lächerlich dar. In vielen Fällen wird dies auch erreicht. Die Reaktion des anderen Menschen ist oft überrascht und er oder sie fällt auf das Manöver rein. Ähnlich ist es übrigens auch bei einer rhetorischen Antwort, die die Gesprächspartner perplex und verwirrt dastehen lässt.

Handelt es sich um eine sehr sensible Person, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er oder sie sich Vorwürfe macht, obwohl dies gar nicht nötig ist. Die Kritik wird sich zu sehr zu Herzen genommen, obwohl dies nicht passieren sollte.

Was sind Anzeichen von Whataboutism?

Doch woran erkenne ich Whataboutism? Das ist ganz einfach. Angenommen du diskutierst mit jemandem und dein Gegenüber stellt plötzlich eine Frage, die nichts mit dem Thema zu tun hat. Dabei wird diese oft mit einem nervigen oder scharfen Unterton formuliert. Einfach aus dem Grund, weil er oder sie keine weiteren Argumente mehr hat und sich wehren will. Es ist die einfachste Form der Ablenkung, da die Person denkt, es handle sich um einen persönlichen Angriff.

Beispiele für Whataboutism

Allerdings muss die Person nicht immer eine rhetorische Gegenfrage stellen. Auch ein Gegenargument können darauf hindeuten, dass dein Gegenüber Whataboutism betreibt. Hier kommen einige Beispiele für Aussagen und Vergleiche, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben:

  • "Veganer fahren aber auch Auto." (wenn erwähnt wird, dass der Lifestyle von Veganern umweltfreundlicher ist)
  • "Ja, aber du bringst den Müll auch nie weg." (wenn darauf aufmerksam gemacht wird, dass das Geschirr nicht abgewaschen wurde.)
  • "Du ernährst dich ja gar nicht gesund. Das bringt doch nichts." (wenn man jemanden fragt, ob er oder sie mit zum Sport möchte.)

Whataboutism: So gehst du richtig damit um

Wie du nun sicherlich mitbekommen hast, bringt dein Gesprächspartner mit seinen Aussagen die Diskussion nicht wirklich voran. Es gibt keine konstruktive Kritik, keine plausiblen Erklärungen oder Anmerkungen, die zur Debatte beitragen. Natürlich kann es sein, dass das, was die Person sagt, stimmt, dennoch haben die Vergleiche nichts mit dem aktuellen Thema oder der Diskussion zu tun. Doch wie geht man mit so einer Situation richtig um? Und wie kannst du gezielt kontern, damit das Gespräch nicht seine eigentliche Richtung verliert und du dich nicht schlecht fühlen musst? Hier kommen einige Tipps für dich:

  • Das Wichtigste bei Whataboutism vorab: Lasse dich bloß nicht aus der Ruhe bringen. Das ist nämlich genau das, was dein Gegenüber erzielen möchte. Stattdessen solltest du dir klarmachen, dass du etwas in der Person ausgelöst hast, dass ihn oder sie triggert. Verteidige deine Aussage weiterhin mit ganzem Selbstbewusstsein und lasse dich nicht provozieren.
  • Wenn dein Gesprächspartner eine Aussage trifft, die erstens nichts mit dem Thema zu tun hat und zweitens auch gar nicht stimmt, kannst du mit Fakten, Belegen, Quellen und bewiesenen Studien oder Untersuchungen kontern.
  • Falls das, was die Person sagt, stimmt, dennoch nichts mit dem Thema zu tun hat und du merkst, dass dein Gegenüber dies nur sagt, um vom Gespräch abzulenken, dann sprich die Taktik ruhig an. Wie wäre es mit "Ja, du hast recht. Trotzdem ist dies nicht die Problematik, über die wir gerade sprechen. Können wir bitte wieder über das eigentliche Thema sprechen? Über das Problem, welches du angesprochen hast, können wir beim nächsten Mal diskutieren" als Antwort?
  • Sobald du merkst, dass das gesamte Gespräch eskaliert und eine ganz andere Richtung annimmt, macht es Sinn deinen Gesprächspartner zu fragen, was eigentlich das Thema der Diskussion ist. So kannst du wieder zurück zum Kern rudern und dein Gespräch fortführen, ohne dich von der Whataboutery ablenken zu lassen.

Da du nun bestens darüber aufgeklärt bist, was Whataboutism ist, kannst du dir die Frage noch mal stellen. War ich schon mal Opfer von Whataboutism? Oder betreibe ich etwa selbst Whataboutism?

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Verwendete Quellen: utopia.de, freudenkompass.de

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