Aufschieberitis: So packst du die Dinge endlich an

Aufschieberitis: Bye bye Prokrastination! So packst du die Dinge endlich an

Bist du auch eine Königin der Prokrastination? Mit diesen Tipps gelingt es dir, die Aufschieberitis loszuwerden und endlich produktiv zu werden!

Schiebst du unangenehme Aufgaben auch so lange auf, bis kaum noch Zeit bleibt, diese zu erledigen? Willkommen im Club. So habe ich fast mein ganzes Studium durchgeprügelt. Hausarbeiten wurden grundsätzlich immer erst am letzten Abgabetag eingereicht und vor Klausuren habe ich mir höchstens drei Tage Zeit zum Lernen genommen und saß dann von morgens bis abends am Unterrichtsmaterial. Doch dem setzen wir nun ein Ende. Kein Aufschieben mehr! Wir gehen unsere Aufgaben von nun an strukturiert und organisiert an. Wie das geht? Die besten Tipps schauen wir uns nun gemeinsam an.

Was ist Aufschieberitis?

Prokrastination, umgangssprachlich auch Aufschieberitis genannt, ist ein erlerntes Verhalten, das unser Leben vermeintlich einfacher machen soll. Wir gehen den kürzesten Weg, um Energie zu sparen – das ist im Grunde ganz normal und liegt in der menschlichen Natur. Doch das Paradoxe der Prokrastination: Beim Versuch, uns das Leben einfacher zu machen, machen wir es uns nur noch schwerer.

Wir schieben Aufgaben auf oder erledigen sie im Extremfall sogar gar nicht. Diese Vermeidungstaktik spart zwar im ersten Moment Zeit und Energie, doch hat das Aufschieben oft harte Konsequenzen: Sie sorgt für ein schlechtes Gewissen, Druck und kostet am Ende nur noch mehr Kraft, weil wir alles aufarbeiten müssen, was wir zuvor aufgeschoben haben.

Die Symptome

Aufschieberitis kann viele Bereiche des Lebens betreffen. Wir schieben es auf, die Steuern oder den Abwasch zu machen, reichen Hausarbeiten für die Uni oder wichtige Projekte auf der Arbeit erst am letzten möglichen Tag ein oder drücken uns vor dem unangenehmen Trennungsgespräch, wenn wir in einer unglücklichen Beziehung sind. Und die Liste an Beispielen für die Aufschieberitis geht weiter und weiter.

Typische Anzeichen für das Prokrastinieren und Aufschieben von Dingen sind:

  • Man setzt sich unrealistische Ziele.
  • Man geht Dinge sehr unstrukturiert und ungeplant an.
  • Man hat Probleme beim Zeitmanagement.
  • Man lässt sich häufig unterbrechen und ablenken.
  • Man erledigt unwichtigere, kleinere Aufgaben, um ein Erfolgserlebnis zu haben. Die wichtige, unangenehme Aufgabe bleibt jedoch unberührt.

Die Ursachen

Schätzungsweise sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung von Prokrastination betroffen. Du bist also nicht alleine mit deiner Aufschieberitis. Nur zur Klärung: Dinge ab und zu mal aufzuschieben, ist absolut kein Problem. Das macht jeder einmal. Kommt das Prokrastinieren bei dir aber regelmäßig vor, kann es chronisch sein und unter anderem Stress, Depressionen oder Erschöpfung (Burn-out) verursachen.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterscheiden im Wesentlichen zwischen zwei Arten von Prokrastinierern:

  • Erregungsaufschieber: Dieser Typ erledigt seine Aufgaben erst auf den letzten Drücker. Er hat das Gefühl, erst durch den Druck wirklich produktiv sein zu können.
  • Vermeidungsaufschieber: Dieser Typ hat große Angst zu versagen. Er meidet den Leistungsdruck und findet die besten Ausreden für sein Aufschieben oder Nicht-Erledigen von Aufgaben.

Die Gründe für das Aufschieben von Aufgaben können also von Person zu Person verschieden sein. Einige Menschen haben schlichtweg Probleme mit dem Zeitmanagement, gehen Dinge sehr unorganisiert und chaotisch an, können schlecht Prioritäten setzen und neigen zur Faulheit und andere zeigen vermeidendes Verhalten aufgrund von einem geringen Selbstvertrauen und der Angst vor dem Versagen und Scheitern.

Prokrastination überwinden: Die besten Tipps

Du hast keine Lust mehr, alles aufzuschieben und willst endlich wieder organisiert und strukturiert durchstarten, damit du am Ende nicht mehr so viel Stress hast? Diese Tipps und Tricks können dir dabei helfen.

Dinge sofort angehen

Kommt eine wichtige Aufgabe oder Tätigkeit auf dich zu, dann gehe sie sofort an. Selbst wenn du zum Beispiel eine Hausarbeit erst in drei Monaten abgeben musst, solltest du deine Aufgabe sofort beginnen, um dich nicht wieder im selben Prokrastinier-Kreislauf wiederzufinden und Dinge aufschieben. Folge zum Beispiel der 72-Stunden-Regel. Diese besagt, dass du eine Aufgabe spätestens 72 Stunden nach Erhalt beginnen sollst. Mach den ersten Schritt in den ersten drei Tagen und der Workflow hat begonnen. Hast du erst einmal angefangen, fällt es dir auch leichter, weiterzumachen und du wirst die Tätigkeit bestimmt nicht länger aufschieben.

Genügend Zeit einplanen

Viele Menschen, die prokrastinieren, unterschätzen, wie viel Zeit eine Aufgabe wirklich benötigt und planen sich viel zu wenig Zeit für das Erledigen ein. Mache diesen Fehler nicht mehr und plane deine Zeit für eine Aufgabe sehr großzügig ein. Lass dir einen zeitlichen Puffer, damit du auch nach möglichen Fehlversuchen noch genügend Zeit hast, um deine Aufgabe zu erledigen.

Ziele setzen

Du verdrängst und verdrängst, bis die Aufgabe dann irgendwann komplett aus deinem Kopf verbannt wurde. Kennst du das? Dann ist es höchste Zeit, dir genaue Ziele zu setzen. Führe dir deine Pläne vor Augen. Da helfen To-Do-Listen zum Beispiel sehr gut. Zeitmanagement ist auch ein wichtiger Punkt. Bis wann willst du welchen Arbeitsschritt oder welche Tätigkeit erledigt haben?

Prioritäten setzen

Gerade wenn man lange prokrastiniert hat und Aufgaben liegen geblieben sind, ist es schwer, einen Anfang im Chaos zu finden. Besonders dann ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Welche Aufgabe ist wirklich dringend und welche solltest du unbedingt zuerst angehen? Halte deine Prioritäten schriftlich fest oder führe dir deine Pläne vor Augen, um nicht wieder im Chaos unterzugehen und am Ende wieder die unnötigeren, aber angenehmeren Dinge zuerst zu erledigen.

Aufgaben zerlegen

Fällt es dir schwer, eine große Aufgabe anzugehen? Dann zerteile sie in kleine Teile und nimm dir einen Teilschritt nach dem nächsten vor. Manchmal ist es einfacher, eine Aufgabe Schritt für Schritt anzugehen. Dokumentiere die Arbeitsschritte und hake sie auf einer To-Do-Liste ab. Das sorgt für Erfolgserlebnisse zwischendurch und du bist motivierter, weiterzumachen und deinem Endziel einen Schritt näherzukommen.

Erfolgserlebnisse feiern

Apropos Erfolgserlebnisse. Diese sind unglaublich wichtig für den Fortschritt deiner Tätigkeiten und können den entscheidenden Unterschied beim Prokrastinieren machen. Hast du eine Aufgabe oder einen Arbeitsschritt einer Aufgabe erfolgreich abgeschlossen, dann feiere diesen Erfolg. Sei stolz auf das, was du bis hier hin geleistet hast und schau noch mal zurück auf die harte Arbeit, die du geleistet hast. Wenn das mal nicht ein Wahnsinns-Motivations-Booster ist!

Im Team arbeiten

Dir wächst alles über den Kopf? Dann hol dir Hilfe. Manchmal ist es einfacher, die Dinge gemeinsam anzugehen und sich mit anderen zu verbünden. Vielleicht hat deine beste Freundin auch noch eine Deadline offen. Dann trefft euch zum gemeinsamen Produktiv-Sein. Es hilft schon, wenn man sich nicht alleine mit dem Berg an Aufgaben fühlt und gegenseitig kann man sich motivieren, am Ball zu bleiben.

Ablenkungen loswerden

Das Handy klingelt, der Fernseher im Hintergrund ist an, die Waschmaschine piepst, weil sie fertig ist. Ablenkungen gibt es im Alltag genug. Versuche, dir ein störfreies Umfeld zu schaffen, bevor du dich an die Arbeit machst. Schalte dein Handy auf "nicht stören" und werde alle anderen Ablenkungen los, die dich von deinem Ziel abhalten könnten. Die nächsten paar Stunden sind nur dazu da, um deine Aufgabe zu erledigen.

Routinen schaffen

Du hast eine wichtige Aufgabe abgehakt? Toll! Dann kannst du stolz auf dich sein. Doch jetzt bloß nicht wieder in alte Verhaltensmuster verfallen. Auf deiner To-Do-Liste gibt es noch weitere Aufgaben, die erledigt werden wollen. Wenn du wirklich produktiv sein willst, solltest du dir Routinen schaffen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du dir jeden Sonntagnachmittag Zeit dafür einräumst, deine To-Do-Liste Schritt für Schritt abzuhaken?

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Verwendete Quellenkarrierebibel.de, talentrocket.de

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