Scheidenpilz Symptome: Daran erkennst du ihn

Scheidenpilz Symptome: Daran erkennst du ihn

Scheidenpilz kann unangenehm werden. Du bist dir unsicher, ob du an der Infektion im Intimbereich leidest? Das sind die Symptome!

Es juckt und brennt da unten im Intimbereich? Das könnten Anzeichen für Scheidenpilz sein. Doch keine Panik – wir erklären dir, woran du die Infektion erkennst und was du dagegen tun kannst.

Was ist ein Scheidenpilz?

Scheidenpilz ist eine Pilzinfektion im Intimbereich. Er wird auch Vulvovaginalcandiose genannt, weil sich die Infektion vorwiegend im Bereich der Vulva (äußerer Genitalbereich) und der Vagina (Scheide) ausbreitet. Der Hefepilz Candida albicans ist der häufigste Erreger, aber auch Candida glabrata oder Candida tropicalis können auftreten.

Pilze gehören zur normalen Flora von Haut und Schleimhaut. In der Regel lösen sie aber keine Beschwerden aus, weil sie mit anderen Mikroorganismen in einem natürlichen Gleichgewicht leben. Das können die Milchsäurebakterien in der Scheide sein. Auch das Immunsystem sorgt dafür, dass sie keine Beschwerden auslösen. 
Sobald die gesunde Flora jedoch ins Ungleichgewicht kommt, können sich diese Pilze vermehren und sorgen so für einen Vaginalpilz. Übrigens kann auch der Mann eine Pilzinfektion bekommen. Meist sind bei ihm Eichel und Vorhaut betroffen. Die Pilzinfektion kann beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Was ist die Ursache des Scheidenpilzes?

Hefepilze wie Candida albicans lieben wie alle Pilze ein feuchtes und warmes Milieu. Dabei können sie Sporen bilden und bei ungünstigen Lebensbedingungen überleben, so würden sie allerdings keine Probleme machen und du würdest sie nicht bemerken. 

Das Scheidenmilieu von Frauen ist sauer und hat einen pH-Wert von 4 bis 4,5. Dadurch kann die Scheide sich selbst vor Infektionen schützen. Das passiert durch Milchsäurebakterien, die die Flora sauer und im Gleichgewicht halten. Es gibt allerdings Faktoren, die das Scheidenmilieu ins Ungleichgewicht bringen, wodurch sich ein Vaginalpilz bilden kann.

  • Hormonveränderung: Die Scheidenflora der Frau kann bei einer Hormonveränderung beeinflusst werden. Das kann vor allem bei einer erhöhten Östrogenkonzentration passieren. Auslöser dafür können entweder eine Schwangerschaft sein, bei der natürliche Schwankungen vorkommen oder durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille oder Hormonersatzpräperate.
  • Falsche Hygiene: Eine übermäßige Hygiene im Intimbereich kann die natürliche Hautflora verändern und so einen Scheidenpilz auslösen. Besonders aggressive Produkte mit starken Duftstoffen in der Intimhygiene zerstören nützliche Bakterien und geben schädlichen Pilzen so die Möglichkeit, sich zu vermehren. Wasche dich deshalb im Intimbereich mit warmen Wasser und verzichte auf aggressive Lotionen und Waschgele, um dem Scheidenpilz vorzubeugen.
  • Falsche Kleidung: Enge Kleidungsstücke und synthetische Stoffe können starkes Schwitzen und Wärmestau auslösen. Und das ist das perfekte Milieu für Pilze. Wähle besser Unterhosen aus Baumwolle. Diese können Feuchtigkeit und Wärme besser heraus leiten. Nach einer Scheidenpilz-Infektion solltest du deine Unterwäsche zudem bei 60°C waschen, damit du einer erneuten Infektion vorbeugen kannst.
  • Medikamente: Einige Arzneimittel können das Immunsystem unterdrücken und diese Antibiotika können einen Hefepilz begünstigen. Sie werden eingesetzt, um bestimmte schädliche Bakterien abzutöten. Gleichzeitig können aber auch die guten Milchsäurebakterien aus der Scheide getötet werden, wodurch die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gebracht wird und Pilze sich ausbreiten können.
  • Ungeschützer Geschlechtsverkehr: Beim ungeschützten Sex können Pilze von einem Partner oder Partnerin auf den oder die andere*n übertragen werden. Deshalb ist die Verhütung beim Geschlechtsverkehr mit einem Kondom wichtig. So können auch andere Geschlechtskrankheiten vermieden werden.
  • Geschwächtes Immunsystem: Krankheiten, die das Immunsystem schwächen oder Stoffwechselerkrankungen begünstigen den Scheidenpilz.

Scheidenpilz: Das sind die Symptome

Eine Scheidenpilzinfektion ist eigentlich gar nicht so schwer zu bemerken. Denn Frauen kennen ihren Körper meist sehr gut und merken – auch ohne die genauen Symptome eines Pilzes zu kennen – sehr schnell, wenn etwas im Intimbereich nicht richtig ist. Diese Symptome und Beschwerden können bei Frauen auf eine Scheidenpilzinfektion hinweisen:

  • Juckreiz im Intimbereich
  • Brennen in der Scheide und Brennen beim Wasserlassen
  • Bröckliger weißer Ausfluss
  • unangenehmer Geruch des Ausflusses und im Vaginalbereich
  • gerötete und eventuell rissige Haut um die Scheide herum
  • Rötungen und Schwellung der Vulva
  • eventuell Bläschen oder Ausschlag
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • im Inneren der Scheide können sich fleckige weiße Beläge auf der Scheidenschleimhaut bilden, diese wird allerdings nur dein Arzt oder deine Ärztin sehen können

Scheidenpilz: So wird er behandelt

Hast du typische Symptome einer Pilzinfektion bei dir bemerkt, solltest du zuallererst einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Er oder sie wird die Symptome und Beschwerden mit dir durchsprechen und dann einen vaginalen Abstrich nehmen. Entweder wird dein Arzt oder deine Ärztin diesen Abstrich ins Labor schicken oder kann ihn selbst unter dem Mikroskop untersuchen. Sollte festgestellt werden, dass du eine Pilzinfektion hast, kann diese behandelt werden. Und so kann die Behandlung des Scheidenpilzes aussehen:

Antipilzmittel (Antimykotika) als vaginale Zäpfchen oder Cremes: Antimykotika hemmen das Pilzwachstum in der Scheide oder lassen die Pilze ganz verschwinden, indem sie abgetötet werden. Die meisten Präparate gegen die Pilzinfektion sind eine Kombination aus Zäpfchen und Creme. Das Zäpfchen für die Behandlung in der Scheide und an der Scheidenschleimhaut, die Creme für die äußere Behandlung.

Tabletten: Manchmal reicht die Behandlung durch die Kombinations-Präparate nicht aus. Dann kommen Tabeletten aus der selben Wirkstoffgruppe zum Einsatz. Dabei kann der Wirkstoff der Tabletten über die Blutbahn in den Körper gelangen.

Von Hausmitteln wie Scheidenspülungen raten wir und auch Gynäkologen und Gynäkologinnen ab. Greife lieber zu Medikamenten, um eine Scheidenpilz-Erkrankung zu bekämpfen, nur Mittel wie Scheidenzäpfchen können auch wirklich wirken.

Das könnte dich auch interessieren:

Scheidenpilz erkennen: Auf diese Symptome solltest du achten

Milchsäurekur: So sorgt sie für eine gesunde Scheidenflora

Stimmungsschwankungen Periode: Ursachen und Hilfe

Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, gesundheitsinformation.de

Scheidenpilz Vagina Behandlung Hausmittel
Viele Frauen versuchen, ihren Scheidenpilz mit Hausmitteln zu behandeln. Aber ist das wirklich sinnvoll? Wir haben die beliebtesten Mittel unter die Lupe genommen. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...