Scheidenpilz erkennen

Scheidenpilz erkennen: Auf diese Symptome solltest du achten

Juckt und brennt es da unten und du hast Angst, dass du einen Scheidenpilz hast? Keine Sorge: We got you! Wie du Scheidenpilz erkennen kannst und was du tun kannst, erfährst du hier.

Scheide mit Fragezeigen
© bymuratdeniz
Scheidenpilz erkennen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Scheidenpilz kommt bei vielen Frauen vor und ist im Grunde nichts Schlimmes, denn er lässt sich einfach behandeln.
  • Es gibt mehrere Faktoren, die die Pilzinfektion der Scheide begünstigen. Vor allem ein aus der Balance geratenes Scheidenmilieu ist der Grund für einen Hefepilz.
  • Du erkennst den Scheidenpilz oft am Juckreiz, einem ungewöhnlichen Ausfluss und einer geröteten und geschwollenen Scheide.

Was genau ist ein Scheidenpilz?

Brennen, Juckreiz und ein riechender Ausfluss – kommt dir das bekannt vor? Fast jede Frau hatte schon mal einen Scheidenpilz. Manche häufiger, manche weniger. Doch was genau ist das eigentlich? Beim Scheidenpilz (oder Vulvovaginalmykose) handelt es sich um eine Pilzinfektion im Bereich der Vulva und Vagina. Sie trifft also sowohl in der Scheide als auch außen am äußeren Genitalbereich auf. Der häufigste Erreger ist der Hefepilz, der sogenannte Candida albicans.

Pilze gehören eigentlich zur normalen Flora von Haut und Schleimhaut und lösen in der Regel keine Symptome aus, so lange sie mit anderen Mikroorganismen im Gleichgewicht leben. Hierzu zählen beispielsweise die gesunden Milchsäurebakterien in der Scheide, die das Milieu sauer halten und dafür sorgen, dass sich keine Infektionen in der Vagina ausbreiten. Und auch das Immunsystem hält Pilze in Schach. Ist jedoch das Immunsystem geschwächt und/oder die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gelangt, haben die Hefepilze freie Bahn und können für einen unangenehmen Vaginalpilz sorgen.

Pilzinfektionen sind übrigens ansteckend, können vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und kommen nicht nur bei der Frau vor, sondern können auch im Genitalbereich bei Männern entstehen. Beim Mann sind meist Vorhaut und Eichel des Penis betroffen.

Die Ursachen

Das Scheidenmilieu der Frau ist sauer und hat einen pH-Wert von 4 bis 4,5. So sorgt die Scheide selber dafür, dass sie sich vor Infektionen schützt. Zuständig dafür sind die Milchsäurebakterien. Sie erhalten die Flora sauer und ausgeglichen. Es gibt aber bestimmte Faktoren, die dafür sorgen, dass die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht gerät. Die Candida-Pilze können sich dann vermehren und für Symptome einer Pilzinfektion sorgen. Folgende Ursachen für Vaginalpilz gibt es:

  • Falsche Hygiene: Eine mangelnde oder übermäßige Intimhygiene kann dafür sorgen, dass das Milieu geschwächt wird und sich die Pilze ausbreiten. Wasche den Intimbereich regelmäßig mit warmem Wasser und verzichte auf aggressive Seifen und parfümierte Lotionen. Diese können das empfindliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn du willst, kannst du hin und wieder (zum Beispiel nach dem Sex oder während der Periode) zusätzlich spezielle Intimwaschlotionen verwenden. Das Intimwaschgel von Sebamed hat einen zur Vagina passenden pH-Wert und enthält Milchsäurebakterien.
  • Falsche Kleidung: Auch die falsche Unterwäsche kann eine Pilzinfektion begünstigen. Trägst du zu enge Höschen aus synthetischen Textilen, kann sich ein Feuchtigkeits- und Wärmestau bilden, der wiederum Pilze begünstigt. Besser sind daher Höschen aus Baumwolle. Diese transportieren Feuchtigkeit und Wärme effektiv ab. Achte außerdem darauf, dass du deine Unterwäsche immer bei 60 Grad wäschst, um eine erneute Ansteckung nach dem Scheidenpilz zu vermeiden.
  • Ungeschützter Sex: Pilze können auch beim Sex von einem zum anderen Partner übertragen werden. Eine sichere Verhütung mit Kondom ist daher das A und O – auch um andere Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Chlamydien zu vermeiden.
  • Geschwächtes Immunsystem: Hast du ein geschwächtes Immunsystem, weil du gerade eine Erkältung oder eine andere Erkrankung hast, bist du anfälliger für eine Pilzinfektion. Achte in dieser Zeit besonders auf die richtige Intimhygiene.
  • Bestimmte Medikamente: Auch gewisse Medikamente können einen Hefepilz begünstigen. Hauptrisikofaktor sind Antibiotika. Sie werden eingesetzt, um bestimmte schädliche Bakterien zu töten, können dabei aber gleichzeitig gute Bakterien wie die Milchsäurebakterien in der Vagina töten. Die Folge: Die Scheidenflora gerät aus dem Gleichgewicht und Pilze können sich leichter ausbreiten.
  • Hormonveränderungen: Auch Hormonschwankungen können die Vaginalflora aus der Balance bringen. Vor allem ein ansteigender Östrogenspiegel hat diesen Einfluss auf das Scheidenmilieu. Das Hormon Östrogen kann vor allem während der Schwangerschaft oder bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille ansteigen. Auch hier besteht das Risiko einer Pilzinfektion.

Scheidenpilz erkennen: Die Symptome

Ein Scheidenpilz ist im Grunde leicht zu erkennen. Du fühlst, wenn etwas da unten nicht richtig ist. Auf diese Symptome und Beschwerden im Genitalbereich solltest du achten:

  • Juckreiz im Intimbereich
  • Rötungen und Schwellungen der Vulva
  • Wundsein im Bereich der Vulva
  • Weißer, dickflüssiger oder krümeliger Ausfluss
  • Ungewöhnlicher und unangenehmer Geruch der Vagina
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex
  • Hautreizungen und Risse am Scheideneingang

Behandlung: Das solltest du jetzt tun

Hast du pilztypische Beschwerden und den Verdacht, dass du einen Hefepilz in der Scheide hast, solltest du direkt einen Termin beim Frauenarzt bzw. bei der Frauenärztin machen und deine Sorge um eine Infektion mitteilen. Der Arzt bzw. die Ärztin stellt dir zunächst einige Fragen zu deinen Symptomen und macht dann einen vaginalen Abstrich. Unter dem Mikroskop kann dann festgestellt werden, ob eine Pilzinfektion vorliegt.

Die gute Nachricht: Die Behandlung des Vaginalpilz ist einfach und der Hefepilz ist im Nu wieder verschwunden. Du kannst zur Behandlung vaginale Zäpfchen, Cremes oder Tabletten verwenden. Besonders beliebt sind die Anti-Pilz-Mittel von Canesten. Hier gibt es die Canesten GYN 3-Tage Kombi, eine Kombination aus Creme und Zäpfchen, die in drei aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen wird. Alternativ kannst du auch die Canesten GYN Once Kombi verwenden, die nur einmal angewendet wird.

Die Präparate hemmen das Wachstum der Pilze und lindern die Beschwerden. Dabei sind die Medikamente rezeptfrei und können ganz einfach in der Apotheke gekauft werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, eine aufbauende Milchsäurekur zu machen, um die Vaginalflora wieder zu regenerieren und stabilisieren. Beachte außerdem, dass unter Umständen auch dein Partner behandelt werden muss, wenn ihr kürzlich ungeschützten Sex hattet.

Frau mit Blume vor Vagine
Die Vagina hat eine sehr empfindliche Flora. Hin und wieder kann diese aus der Balance geraden. Was dann hilft, ist eine Milchsäurekur. Alles, was du wissen musst hier. Weiterlesen

Tritt der Hefepilz häufiger bei dir auf, kannst du dich auch einfach selbst behandeln. Dann kann es sich lohnen, immer ein Paket der Präparate zu Hause zu haben. Hast du mehr als viermal im Jahr einen Scheidenpilz, solltest du darüber aber mit deinem Arzt oder deiner Ärztin sprechen. Bei einem chronischen Scheidenpilz ist es wichtig zu untersuchen, um welche Pilzart es sich genau handelt und ob es noch andere Ursachen für die wiederkehrende Erkrankung der Scheide gibt.

Besonders in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass du bei Verdacht auf Scheidenpilz zum Gynäkologen oder zur Gynäkologin gehst. Denn eine vaginale Infektion wie Scheidenpilz oder eine bakterielle Vaginose können sich unter Umständen negativ auf das Baby auswirken und sollte daher umgehend behandelt werden. Um festzustellen, ob dein vaginaler pH-Wert aus dem Gleichgewicht geraten ist, kannst du auch einen pH-Teststreifen verwenden.

Scheidenpilz vorbeugen: Die 8 besten Tipps

Um Scheidenpilz langfristig vorzubeugen und die Beschwerden zu meiden, solltest du dir diese Tipps zu Herzen nehmen.

  1. Lege Wert auf eine regelmäßige Intimhygiene.
  2. Verwende keine aggressiven Seifen oder parfümierte Lotionen im Intimbereich. Die Vagina reinigt sich selbst und sollte nur mit etwas lauwarmem Wasser von außen gereinigt werden.
  3. Wische nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten, um zu verhindern, dass Darmbakterien in die Vagina gelangen.
  4. Wechsle deine Periodenprodukte regelmäßig (etwa alle vier Stunden).
  5. Trage atmungsaktive Baumwollunterwäsche, um einen Feuchtigkeits- und Wärmestau zu verhindern. Nachts solltest du die Unterwäsche weglassen, damit deine Vagina „atmen“ kann.
  6. Verwende beim Sex immer ein Kondom.
  7. Reinige deine Sextoys vor und nach jeder Verwendung gründlich.
  8. Wasche deine Höschen immer bei 60 Grad, um mögliche Keime verlässlich zu entfernen (besonders nach einer Pilzinfektion).

FAQ

Wie sieht ein Scheidenpilz aus?

Bei einer Pilzinfektion ist die Vulva häufig gerötet und die Schamlippen geschwollen. Am Scheideneingang können kleine Risse entstehen und im inneren der Scheide und am Scheideneingang können sich weiße Beläge auf der Schleimhaut bilden. Und auch der Ausfluss der Scheide sieht anders aus als sonst. Oft ist die Infektion aber von außen kaum zu erkennen. Nur der Gynäkologe oder die Gynäkologin kann erkennen, ob es sich um einen Scheidenpilz handelt.

Wie lange dauert Scheidenpilz?

Gerade bei einer Erstinfektion ist ein Vaginalpilz im Nu verschwunden. Mit den entsprechenden Medikamenten kann die Infektion schon nach etwa drei Tagen bis zu einer Woche verschwunden sein. Achte trotzdem danach beim Geschlechtsverkehr auf den nötigen Schutz und wende außerdem eine Milchsäurekur an, um die empfindliche Scheidenflora wieder zu stärken. Bei Nicht-Behandlung kann der Scheidenpilz länger andauern.

Gibt es Hausmittel gegen Scheidenpilz?

Man liest immer wieder von Hausmitteln, die dem Scheidenpilz das Handwerk legen sollen. Wir (und auch die meisten Ärzte und Ärztinnen) raten jedoch von der Verwendung von Hausmitteln im Vaginalbereich ab. Diese können unter Umständen das empfindliche Milieu verletzen und weitere Infektionen begünstigen.

Fazit

Ein Scheidenpilz ist ein echter pain, doch früher oder später haben wir Frauen ihn alle mal da unten. Doch keine Sorge, du kannst den Scheidenpilz leicht erkennen und noch einfacher behandeln. Achte auf deine Symptome, lass dich vom Arzt bzw. von der Ärztin beraten und wende dann die entsprechenden Medikamente zur Behandlung an und du wirst im Nu wieder pilzfrei sein.

Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, canesten.de, netdoctor.de

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